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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2026

Naja

Sommerrauschen
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Judith reist mit ihrem Mann und den Kindern in ein Ferienhaus der Familie. Mit ihrem Mann läuft es nicht so gut und die Kinder sind fast schon erwachsen. Judith hat in ihrer Kindheit die Sommer in Frankreich ...

Judith reist mit ihrem Mann und den Kindern in ein Ferienhaus der Familie. Mit ihrem Mann läuft es nicht so gut und die Kinder sind fast schon erwachsen. Judith hat in ihrer Kindheit die Sommer in Frankreich in diesem Ferienhaus verbracht. Als sie nun Jahre später zurückkommt, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Überraschend trifft sie auf ihre alte Freundin Natascha, mit der sie ein trauriges Geheimnis teilt. Schnell sind alte Konflikte, und verdrängte Erinnerungen wieder da. Judith versucht das Geschehene aufzuarbeiten und zu reflektieren.

Ein atmosphärischer Roman über Schuld, Bindung und Verlust. Die Natur und die Stimmung des Sommers wurden großartig eingefangen. Die Melancholie vergangener Ferientage, das Rauschen des Meeres, der Duft der Pinienwälder. Abwechselnd wird in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Die Vergangenheit hätte für mich gern noch mehr Platz einnehmen dürfen. Vieles bleibt ungesagt, man muss schon genau zwischen den Zeilen lesen. Ein Geheimnis wird immer wieder erwähnt und recht spät aufgedeckt. Irgendwann war die Spannung dann für mich auch raus. Der Schreibstil ist recht anspruchsvoll und für meinen Geschmack manchmal etwas zu hochtrabend. Da wäre für mich weniger mehr gewesen. Mit der Protagonistin bin ich auch nicht so richtig warm geworden. Die Themen, die hier aufgegriffen wurden, sind jedoch richtig interessant.

Insgesamt ein Roman, der durch seine großartige Atmosphäre besticht, sonst aber für mich noch mehr Potential gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Toll

A Queen Crowned in Flames – Vom Feuer erwählt
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Aemyra ist auf der Flucht. Der Kampf um den Thron ist gescheitert, der Verrat von ihrem Ehemann hat sie tief getroffen. Und ihre Feuermagie scheint sie auch verloren zu haben. Wer ist sie noch ohne ihre ...

Aemyra ist auf der Flucht. Der Kampf um den Thron ist gescheitert, der Verrat von ihrem Ehemann hat sie tief getroffen. Und ihre Feuermagie scheint sie auch verloren zu haben. Wer ist sie noch ohne ihre Magie? Während die politischen Konflikte sich weiter zuspitzten, muss Aemyra neue Bündnisse eingehen. Zum Glück bleibt ihr noch ihr mächtiger Drache. Kann Aemyra ihr Reich zurückerobern und wie kann sie ohne ihre Magie überhaupt eine gute Königin sein?

Der finale 2. Band dieser Reihe wirft den Leser direkt ins Geschehen. Man ist direkt drin, obwohl der erste Teil schon etwas her ist. Die Atmosphäre rund um die Drachen ist schon richtig toll. Düster und episch, Spannung liegt permanent in der Luft. Ein paar Intrigen und neue Bündnisse runden das Ganze ab. Aemyra, als Protagonistin, hat sich weiterentwickelt. Sie wirkt in diesem Teil deutlich nahbarer und verletzlicher als im ersten Teil. Lesen lässt sich dieser Fantasy-Epos recht flüssig. Einige Begriffe waren für mich nicht ganz so leicht zu deuten. Da wäre ein Glossar toll gewesen. Man muss schon sehr genau lesen, um zu verstehen und nichts zu verpassen. Wenn man das macht, dann erlebt man ein spektakuläres Finale einer tollen Reihe.

Insgesamt ein toller Fantasy Roman mit Drachen und einer starken Protagonistin. Empfehle ich euch gern weiter.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

So schön

Kein Sommer ohne August
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„Die Liebe ist wie eine Rolltreppe: Sobald du einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt hast, hast du keine Möglichkeit mehr, umzukehren und deinen Arsch zu retten.“

Diesen Satz hat Charlie von ihrer Mutter ...

„Die Liebe ist wie eine Rolltreppe: Sobald du einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt hast, hast du keine Möglichkeit mehr, umzukehren und deinen Arsch zu retten.“

Diesen Satz hat Charlie von ihrer Mutter gehört und er hat sich fest in sie eingebrannt. Sie will sich auf keinen Fall verlieben. Hat bei ihrer Mutter zu viele Männer erlebt, die nicht gut für sie waren. Ihre Sommer verbringt Charlie zu Hause, am liebsten in der Buchhandlung von Molly. Mollys Enkel August, versteht sich sofort gut mit Charlie. Sie verbringen zwölf Sommer miteinander. Sommer, an denen sie Bücher an Kunden ausliefern, zusammen lesen und lachen. Und Sommer, an denen sich ihre Gefühle füreinander ändern.
Nach vielen Jahren kehrt Charlie in ihre alte Heimat zurück. Molly hat ihr den Buchladen vererbt. Zu viele traurige Erinnerungen hat sie an diesen Ort und will ganz schnell wieder weg. Jetzt muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und auch August, der sie tief verletzt hat.

So ein Wechselbad der Gefühle hab ich selten erlebt. Es gibt so viele schöne Momente, die Charlie erlebt und dann gibt es so viel Traurigkeit in ihr. Ihr Pflichtgefühl geht immer vor, sich selbst stellt sie hinten an. Die Protagonisten sind sehr authentisch und tiefgründig. Der Schreibstil ist ganz leicht und flüssig. Dieser Roman liest sich viel zu schnell weg. Die Atmosphäre in dem kleinen Küstenort mit dem kleinen Buchladen ist großartig. Und dann diese Story, so gefühlvoll, manchmal nostalgisch und so unglaublich warmherzig. Ich hab mit Charlie und August mitgefiebert und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und jetzt bin ich richtig traurig, dass sie schon zu Ende ist..

Ein atmosphärischer Sommerroman über zweite Chancen und Menschen, die ganz tief in unserem Herzen sind. Eine ganz große Empfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Naja

Sister, Sister
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Sigrid und Margit sind Schwestern. In ihrer Kindheit haben sie sich noch etwas verstanden, im Erwachsenenalter entfernen sie sich immer mehr voneinander. Während Margit ihr Leben scheinbar gut meistert, ...

Sigrid und Margit sind Schwestern. In ihrer Kindheit haben sie sich noch etwas verstanden, im Erwachsenenalter entfernen sie sich immer mehr voneinander. Während Margit ihr Leben scheinbar gut meistert, kämpft Sigrid mit Einsamkeit und zweifelt an sich selbst. Die Kindheit der beiden war schwierig, doch gehen beide unterschiedlich damit um. Nach einem tragischen Ereignis müssen sie wieder in Kontakt treten und beginnen sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Eine schonungslos ehrliche Geschichte über Familie und psychische Gesundheit. Lange wusste ich nicht was das Buch mit mir vor hat. Begonnen wird mit den 21 Versuchen von Sigrids Abschiedsbrief. Ein Einblick in ihre Gefühlswelt, Rückblicke in die Vergangenheit. In diesem Abschnitt gab es einige Wiederholungen und er wirkte für mich auch etwas durcheinander. Danach wurde das Buch für mich besser. Der Schreibstil hat mir dann richtig gut gefallen. Feinfühlig verbindet Emily Austin sehr ernste Themen mit trockenem Humor. Dadurch wirkt das Buch nicht sehr dramatisch, sondern sehr authentisch. Sigrid ist vielschichtig beschrieben, Margit blieb eher nebensächlich . Die Schwestern müssen sich mit sich auseinandersetzen. Das hätte für mich gern noch ausführlicher geschrieben werden können.

Insgesamt ein kluges und berührendes Buch. Unbedingt sehr aufmerksam lesen. Das ist nichts für nebenbei.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Toll

The Artist
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1920 in der Provance. Joseph ist Journalist und darf zu dem berühmten Maler Tartuffe reisen. Der Maler lebt zurückgezogen, verlässt sein abgelegenes Anwesen seit Jahren nicht. Es gibt einige Gerüchte, ...

1920 in der Provance. Joseph ist Journalist und darf zu dem berühmten Maler Tartuffe reisen. Der Maler lebt zurückgezogen, verlässt sein abgelegenes Anwesen seit Jahren nicht. Es gibt einige Gerüchte, denen will Joseph auf den Grund gehen. Doch hat der Maler ihn gar nicht eingeladen. Wenn Joseph ihm Modell sitzt, darf er trotzdem bleiben. Tartuffes Nichte Ettie lebt auch auf dem Anwesen. Sie kümmert sich um den Haushalt und ihren Onkel, erträgt stoisch seine Launen. Zwischen Ettie und Joseph entwickelt sich schon bald eine Anziehung und dann gibt’s auch noch ein großes Geheimnis, dass aufgedeckt wird und alles verändert.

Ein sehr bemerkenswerter Roman über Kunst, Emanzipation, Abhängigkeit. Die bildliche Sprache ist grandios. Die Farben, das Licht, Gerüche, wunderschöne Landschaftsbeschreibungen. Der drückende Sommer ist so deutlich spürbar. Die Beschreibung des Essens hat direkt Appetit gemacht. Die Protagonisten sind tiefgründig und vielschichtig. Tartuffe, der seine Nichte nicht verlieren will und sie ständig klein hält. Joseph, der Journalist, der schon etwas mehr von der Welt gesehen hat als Ettie. Und dann ist da Ettie, mein heimlicher Star der Geschichte. Sie ordnet sich unter, denkt das Leben hält nicht viel bereit für sie. Doch auch sie kann malen, ist gefangen in ihrer Pflichterfüllung gegenüber dem Onkel. Durch Joseph könnten sich neue Möglichkeiten eröffnen. Nach und nach wird in dem Roman Spannung aufgebaut. Als Leser spürt man, dass irgendwas passieren muss. Die Neugier und er Schreibstil ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen.

Ein klug erzählter, atmosphärisch großartiger historischer Roman, den ich euch sehr ans Herz legen möchte.

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