Naja
SommerrauschenJudith reist mit ihrem Mann und den Kindern in ein Ferienhaus der Familie. Mit ihrem Mann läuft es nicht so gut und die Kinder sind fast schon erwachsen. Judith hat in ihrer Kindheit die Sommer in Frankreich ...
Judith reist mit ihrem Mann und den Kindern in ein Ferienhaus der Familie. Mit ihrem Mann läuft es nicht so gut und die Kinder sind fast schon erwachsen. Judith hat in ihrer Kindheit die Sommer in Frankreich in diesem Ferienhaus verbracht. Als sie nun Jahre später zurückkommt, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Überraschend trifft sie auf ihre alte Freundin Natascha, mit der sie ein trauriges Geheimnis teilt. Schnell sind alte Konflikte, und verdrängte Erinnerungen wieder da. Judith versucht das Geschehene aufzuarbeiten und zu reflektieren.
Ein atmosphärischer Roman über Schuld, Bindung und Verlust. Die Natur und die Stimmung des Sommers wurden großartig eingefangen. Die Melancholie vergangener Ferientage, das Rauschen des Meeres, der Duft der Pinienwälder. Abwechselnd wird in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Die Vergangenheit hätte für mich gern noch mehr Platz einnehmen dürfen. Vieles bleibt ungesagt, man muss schon genau zwischen den Zeilen lesen. Ein Geheimnis wird immer wieder erwähnt und recht spät aufgedeckt. Irgendwann war die Spannung dann für mich auch raus. Der Schreibstil ist recht anspruchsvoll und für meinen Geschmack manchmal etwas zu hochtrabend. Da wäre für mich weniger mehr gewesen. Mit der Protagonistin bin ich auch nicht so richtig warm geworden. Die Themen, die hier aufgegriffen wurden, sind jedoch richtig interessant.
Insgesamt ein Roman, der durch seine großartige Atmosphäre besticht, sonst aber für mich noch mehr Potential gehabt hätte.