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Veröffentlicht am 26.08.2025

Familie

Drei Schwestern
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In diesem Roman geht es um die drei Schwestern Ella, Mira und Juli. Sie wachsen in den 80er Jahren in Kaiserlautern in einer Arbeiterfamilie auf. Der Vater verbringt seinen Feierabend lieber in Kneipen. ...

In diesem Roman geht es um die drei Schwestern Ella, Mira und Juli. Sie wachsen in den 80er Jahren in Kaiserlautern in einer Arbeiterfamilie auf. Der Vater verbringt seinen Feierabend lieber in Kneipen. Auch die Mutter trinkt zu viel und ist nicht so für die Mädchen da, wie sie es gebraucht hätten. Die damals 16jährige Mira muss ein Kind tot auf die Welt bringen, Ella hat sich zeitig in ein bürgerliches Leben gerettet und Juli, die jüngste der Schwestern, ist rebellisch und willensstark.

Wir begleiten die drei Schwestern durch ein paar Jahre in ihrem Leben. Sie träumen von einem besseren Leben, wollen nicht werden wie ihre Eltern, doch sind auch gefangen in ihren Rollen und Mustern. Mira verbringt sogar eine Zeit in Berlin mit unkonventionellen, politisch aktiven Menschen aber kommt nie so richtig an. Gesellschaftskritik wird ordentlich geübt. Die Frauen versuchen gegen Klassenzwänge anzukämpfen aber das Umfeld ist noch nicht so weit zu dieser Zeit. Die realistische Millieuschilderung konnte mich begeistern, sowie auch die starke Beziehung der Schwestern untereinander. Sie versuchen auszubrechen und sind doch gefangen in ihrer Welt. Haben trotzdem noch ganz viel Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ein realistischer, zarter Roman über ungleiche Chancen, Vergangenheit, die einen nie ganz loslässt und die Verbundenheit in der Familie. Empfehle ich euch gern weiter.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Gruselig

Moonstone
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Nach einem Skandal wird die junge Camille zu ihrer Patentante und deren Tochter Lucy geschickt. In diesem Haus mitten im Wald erwarten sie harte Arbeit und strenge Regeln. Die Tochter Lucy leidet an einer ...

Nach einem Skandal wird die junge Camille zu ihrer Patentante und deren Tochter Lucy geschickt. In diesem Haus mitten im Wald erwarten sie harte Arbeit und strenge Regeln. Die Tochter Lucy leidet an einer schweren Krankheit, darf das Haus nicht verlassen. Als Camille sich halbwegs an ihr neues Leben gewöhnt hat, ereignen sich merkwürdige Dinge. Das Heulen einer merkwürdigen Kreatur, Todesfälle und Überfälle. Irgendwas geht hier vor. Sind ihre Tante, deren Freundin und Tochter Lucy wirklich die, die sie vorgeben zu sein? Sind es wirklich Wölfe und Füchse, die hier ihr Unwesen treiben?

War das herrlich gruselig. Atmosphärisch und beklemmend ist dieser Roman geschrieben, eine ständige Bedrohung ist da. Langsam baut sich die Spannung auf. Am Anfang lernen wir die Protagonisten erstmal kennen, lesen wie sie sich annähern und miteinander auskommen. Dann erst steigert sich diese dunkle Bedrohung und rückt immer mehr in den Vordergrund. Dieses düstere Gothic Stimmung und die geheimnisvollen übernatürlichen Erlebnisse hatten für mich eine ungeheure Anziehungskraft und konnten mich unglaublich faszinieren. Auch die Dynamik zwischen Camille und Lucy war ganz wunderbar erzählt.

Ein rundum gelungener Roman mit viktorianischen Elementen, Gothic-vibes, Dark Fantasy über Freundschaft und dunkle Geheimnisse, den ich allen Fans von diesem Genre wärmstens empfehle.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Spannend

Eisenblume
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Zwei Jugendliche brechen in ein verlassenes Gebäude ein und finden in den alten Mauern der Psychiatrie St. Lars in Lund, Schweden, eine Leiche. Viele Jahre vorher sind dort zwei Menschen verschwunden, ...

Zwei Jugendliche brechen in ein verlassenes Gebäude ein und finden in den alten Mauern der Psychiatrie St. Lars in Lund, Schweden, eine Leiche. Viele Jahre vorher sind dort zwei Menschen verschwunden, die nie gefunden wurden. Schnell wird hier eine Verbindung vermutet und Fredrika Storm und Henrik Calment ermitteln. Sie müssen längst vergessen geglaubte Geheimnisse ans Licht bringen und geraten immer mehr in düstere Verstrickungen.

Atmosphärisch, düster und klar wird hier erzählt. Die alten Gemäuer der Psychiatrie hatten für mich schon ordentlich gruselige Vibes. Erschreckend, wie wir nebenbei erfahren, wie noch vor einigen Jahren mit psychisch kranken Menschen umgegangen wurde. So war das Buch für mich nicht nur reine Unterhaltung, sondern auch noch informativ. Auch der Umgang der Autorin mit diesem brisanten Thema ist bestens gelungen, sehr respektvoll und emphatisch. Die beiden Ermittler sind recht gegensätzlich, ergänzen sich dadurch richtig gut. Bei beiden dürfen wir auch einen Blick ins Privatleben werfen. Das machte die Protagonisten für mich noch greifbarer. Die Spannung steigt langsam an und ab der Hälfte wollte ich das Buch dann nicht mehr weglegen. Es gab auch überraschende Wendungen, die jetzt kein großer Knall waren (hätte auch nicht gepasst), sondern durchdacht und effektiv.

Ein atmosphärischer, gut durchdachter, skandinavischer Krimi, den ich euch wärmstens empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Familie

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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„Man kann auch tausend Therapien machen, dann weiß man alles, und kann den Albtraum trotzdem nicht beenden, höchstens erklären. Aber was bringt es einem.“

Flora und Millie sind zwei recht ungleiche Schwestern. ...

„Man kann auch tausend Therapien machen, dann weiß man alles, und kann den Albtraum trotzdem nicht beenden, höchstens erklären. Aber was bringt es einem.“

Flora und Millie sind zwei recht ungleiche Schwestern. In ihrer Kindheit wurden sie oft getrennt. Vielleicht kommt es davon. Als sie sich in ihrem Elternhaus zufällig wieder treffen kommen alte alte Geschichten hoch und alte Wunden beginnen wieder zu schmerzen. Die Erinnerungen der Beiden sind oft unterschiedlich. Doch hätten sich beide mehr Liebe und Aufmerksamkeit durch die Eltern gewünscht. Kurzerhand begeben sie sich auf eine Reise in die Bretagne und in ihre eigene Kindheit.

Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Roman. Das Thema ist komplett mein Ding. Die Sprache hier ist oft recht bildhaft. Das Boot in der Bretagne, die Fahrt dahin, die Playmobil Pferde. Das alles war ganz wunderbar. Die Protagonisten blieben für mich leider doch recht farblos und oft plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Es gab viele Dialoge, viele Erinnerungen und ein paar Familiendramen. Die Kindheit verbrachten die Schwestern eher unkonventionell, die Eltern waren schon sehr mit sich beschäftigt. Erzählt wird nur aus der Perspektive von Flora. Da hätte ich mir auch noch gewünscht die Geschichten und Gedanken aus der Sicht von Millie zu lesen.

Insgesamt schon ein lesenswerter Roman mit ein paar Schwächen für mich.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Historischer Roman

Mein Name ist Emilia del Valle
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Emilia lebt behütet mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in San Francisco im 19. Jahrhundert. Ihre Mutter ist eine irische Nonne und ihr leiblicher Vater Chilene. Der Vater hatte nur eine kurze Liebelei ...

Emilia lebt behütet mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in San Francisco im 19. Jahrhundert. Ihre Mutter ist eine irische Nonne und ihr leiblicher Vater Chilene. Der Vater hatte nur eine kurze Liebelei mit ihrer Mutter und machte sich bald schon aus dem Staub. Schon früh begeistert sich Emilia für das Schreiben. In ihrer Jugend schreibt sie unter einem männlichen Pseudonym Groschenromane und begeistert so die Leserschaft. Später erkämpft sie sich einen Job als Reporterin und reist 1891 nach Chile, einem Land, in dem ein Bürgerkrieg herrscht.

Das war mein erster Roman von Isabel Allende und ich war sehr gespannt. Erzählt wird hier ganz wunderbar atmosphärisch und emotional. Die Verschmelzung zwischen historischen Ereignissen und der persönlichen Geschichte von Emilia ist ganz wunderbar gelungen. Emilia ist eine beeindruckende, willensstarke und unkonventionelle Frau. Sie ist mutig, ehrgeizig und eigensinnig. Die Szenen im Bürgerkrieg sind sehr bildlich dargestellt. Das war für mich richtig toll geschrieben. Besonders angetan hatten es mir die vielen historischen Aspekte. Die Liebesgeschichte war ja eher so nebenbei. Die hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht. Da war für mich Emilias eigene Geschichte interessanter. Zum Ende hin wirkte die Geschichte für mich leicht konstruiert. Tat aber insgesamt dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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