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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2025

Lesenswert

Gespensterfische
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In diesem Buch erhalten wir Einblicke in die Psychiatriegeschichte, das wird uns in verschiedenen Zeitebenen (1920-jetzt) und Charakteren aufgezeigt. Wir lesen über Menschen, die aus unterschiedlichen ...

In diesem Buch erhalten wir Einblicke in die Psychiatriegeschichte, das wird uns in verschiedenen Zeitebenen (1920-jetzt) und Charakteren aufgezeigt. Wir lesen über Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen Patient, Arzt oder Pfleger sind und begleiten diese Menschen über eine lange Zeit. Traurig die Rückblicke, die vor vielen Jahren waren. Da gibt es zum Glück heute ganz andere Behandlungsmethoden. Man muss dieses Buch ganz in Ruhe lesen. Für mich war es anfangs etwas verwirrend durch die vielen Zeitsprünge und den unterschiedlichen Protagonisten. Wenn man sich dann drauf eingelassen hat ist es ein trauriger Roman voller Abgründe. Manche Schicksale haben mich mehr mitgenommen als andere. Viele davon waren einfach nur erschreckend aber leider auch sehr realistisch.

Ein Roman voller Scham und Schuld, der sich kritisch mit dem Vorgehen der Vergangenheit auseinandergesetzt. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Familiengeschichte

Die Anatomie der Einsamkeit
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Jahr 2000: Claire ist eine erfolgreiche Anwältin und liebt Will. Sie arbeiten in der gleichen Kanzlei und so richtig glücklich ist Claire in der Beziehung nicht. Ihr fehlt was. Als sie erfährt, dass Will ...

Jahr 2000: Claire ist eine erfolgreiche Anwältin und liebt Will. Sie arbeiten in der gleichen Kanzlei und so richtig glücklich ist Claire in der Beziehung nicht. Ihr fehlt was. Als sie erfährt, dass Will nicht ehrlich zu ihr war und sie dann auch noch eine tragische Nachricht über ihre Schwester bekommt, flüchtet sie an einen abgelegenen Ort um sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Jahr 2022: Olive ist Journalistin, schreibt aber meist nur Horoskope. Als sie auf einem Bild an einer Leiche einen alten Kompass erkennt, den sie von ihrer Oma bekommen hat, wittert sie eine gute Story und macht sich zusammen mit dem Fotografen Tom, auf den Weg nach Hamburg.

Eine spannende und emotionale Familiengeschichte, die zurückgeht bis zur Zeit des 2. Weltkriegs. Es gibt 2 Erzählstränge, die wechseln sich ab und dazwischen finden wir noch Gedichte von 1941 - 1953. Das mochte ich sehr gern, da man einen wunderbaren Einblick in die Gedanken und Gefühle der jeweiligen Protagonistin bekam. Ich hab auch selber lange gerätselt wie die beiden Geschichten jetzt zueinander finden können. Die Auflösung war dann für mich doch etwas überraschend aber stimmig. Die Autorin will uns hier aufzeigen wie Traumatas vererbt werden können. Das kam allerdings etwas kurz, hätte gern noch intensiver sein können. Die Story ist aber toll. Für alle Leser, die Romane mit Familiengeheimnissen mögen, eine ganz klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Frauen ohne Rechte

Coast Road
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In diesem Buch wird das Leben der Frauen in Irland aufgezeigt vor ca. 30 Jahren. Irland war da streng katholisch, Scheidungen waren verboten. Colette wagt diesen Schritt trotzdem, ist zum Klatsch und Tratsch ...

In diesem Buch wird das Leben der Frauen in Irland aufgezeigt vor ca. 30 Jahren. Irland war da streng katholisch, Scheidungen waren verboten. Colette wagt diesen Schritt trotzdem, ist zum Klatsch und Tratsch ausgesetzt, darf ihre Kinder nicht mehr sehen. Izzy, die Frau eines Politikers verbringt zu viel Zeit mit dem Pfarrer und auch über sie wird schlecht geredet. Dolores muss dabei zusehen wie ihr Mann sie ständig betrügt auch das musste sie dulden. Den Frauen ging es nicht gut in ihrer Ehe aber sie sollten es so hinnehmen.

Das Buch ist aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Hab erstmal eine Weile gebraucht um da reinzukommen, da es hier auch unglaublich viele Nebencharaktere gibt. Man bekommt durch den Perspektivwechsel einen sehr guten Einblick in die jeweiligen Familien. Der Roman ist eine interessante Reise zurück in die 90er Jahre in eine Kleinstadt, die recht unterschiedliche Bewohner hat und viele Intrigen gesponnen werden. Hier wird Sitte und Anstand nach außen hin ganz wichtig genommen aber in den Familien sieht es leider oft anders aus. Kaum vorstellbar, dass es noch gar nicht so lange her ist.

Ein lesenswerter Roman, den man ganz in Ruhe und aufmerksam lesen sollte.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Großartig

Wie du mich ansiehst
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„In der Mitte des Lebens hat man eben schon die Hälfte hinter sich, ist ein paarmal aus den Bahnen geworfen worden und hat sich wieder fangen müssen. Das Erlebte ist unterschiedlich, die Resultate ähnlich. ...

„In der Mitte des Lebens hat man eben schon die Hälfte hinter sich, ist ein paarmal aus den Bahnen geworfen worden und hat sich wieder fangen müssen. Das Erlebte ist unterschiedlich, die Resultate ähnlich. Diese vom Beben des Lebens leicht erschüttert wirkenden Gesichter um die vierzig.“ Seite 49

Johanna ist Mutter der 14jährigen Rosa. Sie fühlt sich selbst als Frau nicht mehr wahrgenommen, fühlt sich durchsichtig. Auch als Mutter wird sie nicht mehr so gebraucht wie früher. Als Johanna beschließt „etwas machen zu lassen“ fallen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus. Ihrer Tochter Rosa vermittelt sie sich so zu lieben wie sie ist. Doch warum gelingt ihr das selber nicht? Ist das Älterwerden immer nur ein Fluch oder erhält man dadurch nicht auch eine gewisse Freiheit?

Ihr Lieben, ich liebe dieses Buch!!! Eva Lohmann spricht mir wieder aus der Seele. Wie ist es für eine Frau nicht mehr richtig wahrgenommen zu werden? Wenn die Kinder einen nicht mehr so richtig brauchen? Wir erziehen unsere Kinder dazu, dass das Aussehen nicht so wichtig ist und die inneren Werte viel mehr zählen. Aber fühlen wir das auch? Warum ist es uns so wichtig ob wir Falten haben, die grauen Haare überdeckt sind, die Klamotten modern sind? Machen wir das wirklich nur für uns? Hier kann sich jeder mal hinterfragen.
Eva Lohmann erzählt hier klug und unaufgeregt, sie zeigt uns auch die Freiheiten der Männer auf, die doch oft noch über Frauen urteilen und es als völlig normal hingenommen wird. Wir lernen auch die Eltern von Johanna kennen, auch da wird nichts beschönigt aber das wertfrei und ohne Schuldzuweisungen.
Ein wundervolles, leises Buch darüber was es bedeutet älter zu werden, Möglichkeiten um es hinauszuzögern und Sinn oder Unsinn dessen. Eine Ode an die Freiheit sich selbst bedingungslos lieben zu können, die Vorteile des Älterwerden und die Menschen sein zu lassen wie sie eben sind.

Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Wunderbar

Für Polina
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Hannes und Polina kennen sich eigentlich schon immer. Die Mütter der Beiden lernen sich bei der Geburt der Kinder kennen. Hannes wächst in einer alten Villa im Moor mit seiner Mutter Fritzi und Herrn ...

Hannes und Polina kennen sich eigentlich schon immer. Die Mütter der Beiden lernen sich bei der Geburt der Kinder kennen. Hannes wächst in einer alten Villa im Moor mit seiner Mutter Fritzi und Herrn Hildebrandt auf. Polina ist mit ihrer Mutter Günes oft zu Besuch und bald schon verbindet die fünf Menschen eine tiefe und ungewöhnliche Freundschaft. Hannes entdeckt seine Liebe zur Musik und sein Talent zum Klavier spielen und später auch seine Liebe zu Polina. Ein tragisches Unglück geschieht, die Wege von Hannes und Polina trennen sich immer mehr und beide leben ganz unterschiedliche Leben. Doch Hannes‘ Sehnsucht nach Polina bleibt.

Ein Roman wie eine Sinfonie, zart, feinsinnig, melancholisch, traurig, dann wieder hoffnungsvoll. Gefühle wurden auf eine wunderbar sanfte und auch wieder kraftvolle Art zum Ausdruck gebracht. Das hat mich unheimlich berührt. Die intensive Liebe und Sehnsucht nacheinander, die Hannes und Polina verbinden tut mir beim lesen schon fast weh. Gefühle transportieren kann Herr Würger ganz großartig. Die Personen sind liebevoll und authentisch dargestellt. Auch da ist jeder Charakter nachvollziehbar, vielschichtig und nahbar.
Eine berührende Geschichte über die große Liebe, den Zauber der Musik und die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Ein Leseerlebnis! Ganz großes Kino! Unbedingt lesen!!!

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