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Veröffentlicht am 03.08.2025

Satire

Das Geschenk
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Was wäre, wenn plötzlich 20.000 Elefanten in Deutschland auftauchen? Eine skurrile Vorstellung.
Das europäische Importverbot für Jagdtrophäen wird beschlossen um die Tiere zu schützen. Daraufhin schickt ...

Was wäre, wenn plötzlich 20.000 Elefanten in Deutschland auftauchen? Eine skurrile Vorstellung.
Das europäische Importverbot für Jagdtrophäen wird beschlossen um die Tiere zu schützen. Daraufhin schickt der Präsident von Botswana die zahlreichen Elefanten nach Deutschland und löst direkt eine Krise aus. Woher soll all das Futter für die Elefanten kommen? Wie sollen die Menschen mit ihnen umgehen?

Eine bitterböse Satire über Macht, globale Ungerechtigkeit, Doppelmoral und soziale Verantwortung. Humorvoll und leicht geschrieben. Trotz der Leichtigkeit fehlt der Tiefgang nicht und die geschriebenen Zeilen regen zum nachdenken an. Spannend war für mich zu lesen wie die Politiker mit der „Elefantensituation“ umgehen. Wird doch daraus gleich wieder eine Challange für die neuesten Umfragen gemacht und die Machtverhältnisse werden neu geklärt und sortiert. Inwiefern es jetzt möglich ist, unbemerkt 20.000 Elefanten nach Deutschland einzuschleusen, wird unserer Fantasie überlassen. War für mich allerdings nicht störend.

Messerscharf, klug und provokant ist dieser schmale Roman, den ich euch sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Melancholisch

Der Krabbenfischer
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Thomas Flett lebt zusammen mit seiner Mutter in sehr einfachen Verhältnissen an der englischen Küste. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter war noch sehr jung bei seiner Geburt. Er arbeitet ...

Thomas Flett lebt zusammen mit seiner Mutter in sehr einfachen Verhältnissen an der englischen Küste. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter war noch sehr jung bei seiner Geburt. Er arbeitet als Krabbenfischer. Dieses Handwerk wird schon seit Generationen in seiner Familie weitergegeben. Mit Pferd und Kutsche trotzt er bei Niedrigwasser der rauen See, um das tägliche Brot zu verdienen. Als er eines Tages nach Hause kommt und Besuch bei seiner Mutter ist, würde er am liebsten wieder gehen. Doch dann stellt sich heraus, es ist der Regisseur Edgar Acheson, der in der Gegend einen Film drehen will. Thomas soll ihm die See zeigen und selbst eine Rolle in dem Film spielen. Plötzlich scheint eine Welt jenseits seiner gewohnten Realität möglich. Möchte er diesem Versuch nachgehen oder doch seinem tristen Leben treu bleiben?

Poetisch, melancholisch und bildhaft wird hier erzählt. Schon länger hat Thomas Sehnsucht nach einem anderen Leben. Heimlich lernt er Gitarre spielen und ist verliebt in die Schwester seines Freundes. Jetzt endlich bietet sich ihm die Möglichkeit auszubrechen. Seine Sehnsucht nach Veränderung ist schmerzhaft greifbar. Thomas und die anderen Protagonisten sind authentisch, ganz normale Menschen. Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten dranzubleiben und weiterzulesen. Das Ende war dann allerdings absolut stimmig und rundete das Leseerlebnis ab.

Ein stiller, eindringlicher Roman, wunderbar atmosphärisch, in dem eigentlich nichts aber doch so unglaublich viel passiert. Für die Leser stiller, tiefgründiger Romane eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Coming of age

Furye
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„Manchmal bleibt man da, wo man innerlich nie weggegangen ist.“

Die namenlose Erzählerin kehrt zurück in die Stadt, in der sie vor 20 Jahren gelebt hat. Inzwischen ist sie 38, erfolgreiche Managerin, ...

„Manchmal bleibt man da, wo man innerlich nie weggegangen ist.“

Die namenlose Erzählerin kehrt zurück in die Stadt, in der sie vor 20 Jahren gelebt hat. Inzwischen ist sie 38, erfolgreiche Managerin, Single und kinderlos. Nach außen hin wirkt alles perfekt aber sie fühlt sich einsam. Parallel dazu wird von ihr in ihrer Jugend erzählt. Mit zwei Freundinnen sind sie die „Furien“, Vorbilder aus der griechischen Mythologie. Danach nennt sie sich Alec, ihre Freundinnen sind Tess und Meg. Beide kommen aus einem wohlhabenden Elternhaus, haben genug Geld aber ein schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern. Und dann ist da noch Romain. In ihrer Jugend war sie verrückt nach ihm und jetzt, 20 Jahre später, trifft sie ihn wieder. Ein Sommer, der alles veränderte und eine ungewisse Reise in die Vergangenheit.

Ein Roman, der sich erst im Verlauf völlig entfaltet, dafür mit einer ordentlichen Wucht. Eine Liebe in ungleichen sozialen Verhältnissen, noch dazu der Versuch irgendwie erwachsen zu werden. Melancholisch, düster und poetisch wird hier erzählt. Die unterschiedlichen Zeitstränge werden durch unterschiedliche Schriftarten dargestellt. Das machte es leicht zu erkennen in welcher Zeit wir gerade sind. Es geht um Trauer, Schmerz, Gewalt. Die Sprache ist manchmal recht derb bis vulgär, passte für mich aber zu dem Roman. Romain ist schwer zu greifen. Er leidet an Depressionen und seinem emotional nicht erreichbarem Vater. Er ist daher nicht der typische Roman Boyfriend aber einfach so herrlich authentisch. Ein Coming-of-Age-Roman, der weh tut – und lange nachhallt. Zärtlich, wütend und ehrlich.

Ein tiefgründiger, atmosphärischer und berührender Sommerroman, den ich euch sehr gern empfehle.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Interessant

Frauen im Sanatorium
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Anna ist in einem Sanatorium. Dort lernt sie Elif, Marija und Katharina kennen. Alle Frauen haben ihre eigene Geschichte und ihre Dämonen, gegen die sie kämpfen. Anna verbringt viel Zeit im Kurpark und ...

Anna ist in einem Sanatorium. Dort lernt sie Elif, Marija und Katharina kennen. Alle Frauen haben ihre eigene Geschichte und ihre Dämonen, gegen die sie kämpfen. Anna verbringt viel Zeit im Kurpark und erzählt dem Flamingo was sie so bewegt. Marija vergöttert ihre Mutter aber hat Schwierigkeiten mit der Tochter, Katharina ist mit einigen anderen Soldaten da und trinkt jeden Abend. Vier unterschiedliche Frauen, vier unterschiedliche Schicksale. Doch etwas vereint die Frauen, die Suche nach dem Glück und der Liebe.

Ruhig und fast nüchtern wird über den Alltag in der Klinik berichtet. Es gibt sehr viele Rückblicke, in denen wir von den Schicksalen der Frauen erfahren und Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle bekommen. Anna hatte es nicht leicht in ihrer Kindheit. Die Mutter depressiv, der Vater ging immer fremd. Sie musste sich oft um die Mutter kümmern, Früh Verantwortung übernehmen. Später glänzte sie durch gute Noten und Selbständigkeit. Leider ist das nur der äußere Schein. Innerlich gebrochen geht’s irgendwann nicht mehr weiter und sie landet in der Klinik. Die Rückblicke waren für mich manchmal etwas schwierig zu lesen. Da braucht es sehr viel Aufmerksamkeit. Die Schicksale der Frauen fand ich sehr interessant, doch hätte ich gern noch erfahren was da genau in der Klinik passiert ist um zu helfen. Der Klinikalltag blieb insgesamt recht undurchsichtig für mich. Auch die Diagnosen der Frauen hätten mich sehr interessiert. Die Sorgen und Ängste der Frauen waren dafür richtig gut eingefangen. Das Buch lebt mehr von den Rückblenden statt dem aktuellen Geschehen.

Insgesamt schon ein solider Roman, der mich emotional nicht komplett abholen konnte.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Fesselnd

Das Geschenk des Meeres
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Im Winter 1900 wird an der schottischen Küste ein Junge im Meer angespült. Dorothy erklärt sich bereit ihn vorübergehend bei sich aufzunehmen. Vor einigen Jahren hat sie selbst ihren Sohn Moses verloren ...

Im Winter 1900 wird an der schottischen Küste ein Junge im Meer angespült. Dorothy erklärt sich bereit ihn vorübergehend bei sich aufzunehmen. Vor einigen Jahren hat sie selbst ihren Sohn Moses verloren und plötzlich kommen alte Gefühle wieder hoch. Sie ist aufgewühlt und erkennt in dem Jungen immer mehr ihren verlorenen Sohn. Was ist damals eigentlich passiert? Warum lebt Dorothy eine Vergangenheit, die nie verging? Und welche Rolle spielen hier die anderen Dorfbewohner?

Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten der Story zu folgen. Es wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und in verschiedenen Zeitebenen. Als ich dann aber einmal drin war, hat mich dieses Buch unglaublich gefesselt. Es gibt immer wieder ein paar kleine neue Entdeckungen, die das Buch für mich so spannend gemacht haben und ich unbedingt weiterlesen wollte.
Erzählt wird ruhig, stimmungsvoll und melancholisch. Die Autorin schafft es, die Schönheit der schottischen Küste einzufangen – eisige Winde, Meeresgeruch, aber auch eine unterschwellige Magie, die Aberglauben und Legenden in die Gemeinschaft trägt. Die Vergangenheit ist immer gegenwärtig. Das große Drama gibt es nicht, allerdings viel emotionale Wärme und Tiefe. Dazu gibt’s eine kleine Gesellschaftsstudie. Dafür bin ich ja immer zu haben.

Für mich ein rundum gelungenes Buch, dass ich euch unbedingt empfehlen möchte.

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