Enttäuschende Handlung mit anstrengender Protagonistin
On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)2.75
On Wings of Blood hat richtig stark angefangen und dann nach ca. 20%, vielleicht auch nach 30%, rapide nachgelassen. Sehr schade!
Mir hat die Ausgangssituation & das Setting super gefallen, die Charaktere ...
2.75
On Wings of Blood hat richtig stark angefangen und dann nach ca. 20%, vielleicht auch nach 30%, rapide nachgelassen. Sehr schade!
Mir hat die Ausgangssituation & das Setting super gefallen, die Charaktere wurden gut eingeführt und schienen mir anfangs sympathisch.
Es hat sich dann aber schnell herausgestellt, dass dieses Buch größtenteils ein Teenie-Drama ist, das in mir sehr starke Flashbacks an die ersten House of Night Bücher geweckt hat.
Mein erster richtiger Hate-Moment kam bei der Vorstellung von Fluffel. Und jetzt könnte man denken, das ist der Name eines Tieres. Aber nein. Das ist der Name einer Hunde ähnlichen Rasse.
So ziemlich von Beginn an hört Medra eine mysteriöse Stimme, die über die ganze erste Hälfte des Buches ziemlich präsent Teil der Handlung ist. Bis sie, die Stimme bzw. die Handlung darum, links liegen gelassen wird, eigentlich schon wortwörtlich, nur um am Ende wieder kurz zur Handlung dazu zu stoßen und dann wieder keine Rolle zu spielen.
Abgesehen davon, dass mir dieser ganze Handlungsstrang nicht gefallen hat, wird das Ganze hier irgendwie offen gelassen. Und ich kann nur annehmen, dass es in Band zwei wieder aufgegriffen wird mit hoffentlich anständigen Erklärungen.
Ähnlich links liegen & offen gelassen wird, nach einem mehr als unpassenden Streit zwischen Medra & Blake, die Handlung um Blakes Schwester.
Oder der Unterricht mit Professor Rodriguez, auch ein sehr unsympathischer Charakter, der nach einigen Kapiteln schon keine Rolle mehr gespielt hat, obwohl die Notwendigkeit dieses Unterrichts mehrmals deutlich gemacht worden ist.
Enige der Charaktere haben teilweise nicht nur ganz schrecklich miteinander geredet, sondern wahrscheinlich auch noch schlimmer miteinander gestritten. Und damit meine ich nicht einfach ein respektloses miteinander. Es erinnerte mich stark an 14-jährige, die versuchen cool zu wirken. Oder Sendungen aus den 2000ern, bei denen man das Image einer “Zicke” etablieren wollte.
Und im Mittelpunkt stand immer eine Person: Hauptcharakter Medra.
Wäre das Buch ein Jugendbuch bzw. Young Adult, hätte ich hier wohl ein Auge zugedrückt. Aber das Buch ist nun mal kein YA, daher weiß ich nicht, warum die Charaktere so reden sollten.
Vielleicht lag es hier auch an der Übersetzung, die das Ganze in eine für mich unpassende Richtung gelenkt hat.
Medra fand ich leider größtenteils unfassbar nervig und sie gehört damit für mich auch eher zu den unsympathischeren Charakteren. Fast jedes Gespräch mit einem Vampir endet in einem Streit und in Vorwürfen, dass Vampire nur an Macht, Blut und dem Ausnutzen der nicht-Menschen interessiert sind.
Für Medra galt immer: erst Handeln, dann Denken. Oder einfach nur Handeln ohne Denken.
Medras Anziehung zu Blake habe ich absolut nicht gefühlt. Also wirklich auf keinster Ebene. Vielleicht lag es daran, dass die beiden kaum wirkliche Szenen hatten, in denen sie sich näher gekommen sind. Vielleicht lag es daran, dass die meisten Gespräche in einer Art Streit endeten. Vielleicht lag es auch öfter an Medra als an Blake.
Das Buch ist hauptsächlich aus Medras Perspektive geschrieben und obwohl ich anfangs hoffte, Blakes Kapitel würden mir und dem Buch etwas mehr Informationen und Wissen geben, hat sich das, wenn überhaupt, erst irgendwo in der zweiten Hälfte als nützlich erwiesen.
Blake selber fand ich fast schon sympathisch und hätte gerne mehr aus seiner Perspektive gelesen.
Ein weiter Tiefpunkt war für mich das Konzept der Triade und die Gefährtenspiele (zwei Verlobte eines Vampirs sollen im Team Aufgaben bewältigen?!), dessen Notwendigkeit mir bis zum Schluss nicht klar geworden ist, da sich das Buch um die Bloodwing Akademie und Drachen & Drachenreiter dreht und diese Spiele mehr für das jeweilige Vampirhaus sind.
Das letzte Kapitel mit einem weiteren Medra & Blake Streit glich einem kleinen Fiebertraum…
Werde ich den Folgeband lesen? Vielleicht. Da muss ich mir tatsächlich noch einige Gedanken machen und dieses Buch etwas verarbeiten.
Dieser erste Band war für mich kein wirklicher Erfolg und hat mehr mit dem geglänzt, was nicht gelungen ist als mit dem Potential, was man am Anfang erahnen & erhoffen kann.
Vielen Dank an arsEdition für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.