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annamichalea

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2022

Viel zu entdecken auf vielen Ebenen

Erschütterung
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Voranstellen muss ich die Tatsache, dass ich vieles an diesem Buch und dem Autoren noch nicht entdeckt oder verstanden habe. Einmal lesen reicht hier definitiv nicht.
Schon das Cover ist sehr deutungsvoll. ...

Voranstellen muss ich die Tatsache, dass ich vieles an diesem Buch und dem Autoren noch nicht entdeckt oder verstanden habe. Einmal lesen reicht hier definitiv nicht.
Schon das Cover ist sehr deutungsvoll. Hände sind ein starkes Thema in der Kunst, symbolisieren halten, beschützen, ergreifen und vieles mehr.
Eine Ebene des Buches, die Schachspiele Zachs mit seiner Tochter, spielen auch eine grosse Rolle. Mit den Händen werden die Figuren gezogen, verschoben, geopfert. Muss man Schach können um diese Ebene zu verstehen? Vielleicht ein bischen.
Ein weiteres Nebenthema ist der Rassismus. Einmal der tatsächliche, den auch Zach und vermutlich der Autor selbst alltäglich erlebt haben, dann als Ausrede um nicht an einer Prüfung teilzunehmen ( Studenten fordern dies im Buch als Folge eines Traumas, weil irgendwo weiter weg Schwarzen gerade etwas Böses geschehen ist) und als Teil des Lebens der schwarzen Studenten, wie Zach sinngemäss proklamiert: toben sie sich auf Demos für ihre Rechte aus bevor sie mit ihrer Ausbildung sich ein gutes Leben machen.
All diese Ebenen schon bevor die Hauptgeschichte hier erwähnt wird, in der Zach und seine Frau mit der Tatsache konfroniert werden, dass ihre Tochter an einer unheilbaren degenerativen Krankheit sterben wird.
Helfen kann Zach seiner Tochter nicht, daher verfolgt er einen Hilferuf auf einem Zettel, den er zufällig in einer Jacke findet. Im Zusammenhang mit dieser Hilfsaktion wieder ein Fundstück, ein Satz in dem gefordert wird, dass Mexiko eine Mauer bauen sollte, um sich vor den USA zu schützen.
Viel tiefer wurde die Vielschichtigkeit noch, als ich nach dem Originaltitel forschte, den ich in dem vorliegenden Buch nicht fand. Unter dem Titel Telephone veröffentlichte Percival Everett ohne es vorher anzukündigen drei verschiedene Versionen des Buches, die sich in "Kleinigkeiten" unterschieden.
Aber mehr dazu würde den Rahmen hier sprengen. Lest es einfach. Und nocheinmal und nochmal.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Kultstatus

Der letzte Sommer in der Stadt
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Vorab: Hier findet ihr keinen weiteren Hinweis auf den Inhalt des Buches.
Es kommt schon mal vor, dass ich ein Buch das erste Mal in die Hand nehme und dann ungeplant auf einen Rutsch durchlese. Meist ...

Vorab: Hier findet ihr keinen weiteren Hinweis auf den Inhalt des Buches.
Es kommt schon mal vor, dass ich ein Buch das erste Mal in die Hand nehme und dann ungeplant auf einen Rutsch durchlese. Meist habe ich da zufällig zumindest etwas Zeit, sonst nimmt man auch kein Buch in die Hand, und das Buch ist entweder sehr spannend oder was überraschend Neues.
Bei " Der letzte Sommer in der Stadt " von Gianfranco Calligarich ist alles anders.
Schon das Cover hat eine magische Anziehungskraft. Dann die Information, dass es in der Versenkung verschwunden war, immer wieder vergriffen und wieder neu aufgelegt. Was hat dieses Buch?
Eine magische Anziehungskraft. Vielleicht nicht für jeden Leser, aber kennt ihr die Zeit in eurem Leben, als Bücher eine sehr besondere Rolle spielten? Es gab Titel, die musste man gelesen haben. Darüber wurde diskutiert und geschrieben, noch bevor es leicht war per Internet sich auszutauschen. Wo war dieses Buch damals, warum habe ich zu meiner Schande noch nie etwas davon gehört?
Fast in einem Rutsch durchgelesen, nur mit den notwendigsten Unterbrechungen, und es klingt nach, das Buch. Wird noch mal gelesen und sicher weitergereicht werden um unbedingt wieder zurückzukehren. Bücher haben eine grosse Bedeutung auch für die Hauptperson dieses Buches Leo Gazzarra, der immer mindestens zwei Koffer mitführt, Bücher von denen er sich wirklich nie trennen wird.
Wer Bücher mit sogenanntem Kultstatus liebt, muss dieses Buch lesen!!

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Mehr Spiel-Animation als Lese-Buch

Mätsch
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Der erste Eindruck war : Overload!
Schon auf den Coverseiten war sehr viel zu lesen und zu betrachten, die Innenseiten eingerechnet. Schön gemacht dabei, dass der Stilmix Comic und Lesetext auch an der ...

Der erste Eindruck war : Overload!
Schon auf den Coverseiten war sehr viel zu lesen und zu betrachten, die Innenseiten eingerechnet. Schön gemacht dabei, dass der Stilmix Comic und Lesetext auch an der Stelle der üblichen Buchinhaltsinformation auf dem rückseitigen Cover beibehalten wird.
Ansonsten war es sehr schwierig sich in dem Buch zurechtzufinden, auch wenn ich mich sehr bemühte es aus der Sicht von Neunjährigen zu sehen.
Immer kurze Texte, detailreiche Zeichnungen, unterstrichene oder mit Grossbuchstaben hervorgehobene Worte. Ein echter Lesefluss und damit auch ein Leseverständnis kam dabei bei mir gar nicht auf, sosehr ich mich auch bemühte.
Zuletzt erinnerte ich mich daran, dass eine Grundidee des Buches, laut Werbung dafür, sein soll die Leser zum Zeichnen zu animieren. Sehr gross meine Enttäuschung nach Recherche, dass man da zum Kauf weiterer Produkte wie Kartendecks gebracht werden soll.
Ein persönlilches Fazit: Als Gesamtpaket eine neue Spiel - und Verschenkidee für Jungs, als Lesebuch zum Beispiel für eine Schulbibliothek nicht geeignet.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Das Buch ist schwierig und zugleich faszinierend

Misfits
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Schauspielerin, Drehbuchautorin und Produzentin, nun auch Buchautorin, aber ich hatte noch nie was gehört von Michaela Coel.
Entsprechend habe ich mich erst einmal im Internet schlau gemacht.
Das Buch ...

Schauspielerin, Drehbuchautorin und Produzentin, nun auch Buchautorin, aber ich hatte noch nie was gehört von Michaela Coel.
Entsprechend habe ich mich erst einmal im Internet schlau gemacht.
Das Buch hat mich zuerst auf Grund des Titels mit den beiden I-Tüpfelchen interessiert. Und was hinter dem Manifest steht?
Eigentlich sehe ich es so, dass das Buch für Michaela Coel alleine ist. Ihr Befreiungsschlag? Was der Leser davon mitnimmt, liegt an ihm. Zumindest kann er die Problematik sicher besser verstehen und sich eine Meinung bilden zur allgemeinen Diskussion.
Für mich selbst war das Lesen auch dadurch etwas schwieriger, weil ich mich nicht in dem Metier auskenne und viele Begriffe und Personen erst einmal googeln oder nachlesen musste.
Wem würde ich das Buch empfehlen? Sicher nicht als Geschenk, aber vermutlich eine Bereicherung für unsere Schulbibliothek, insofern man die Lehrer dazu motivieren könnte es auch zu nutzen!! Die Oberstufenschüler fänden es sicherlich cool.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Ein einmaliges Leseerlebnis voller Atmosphäre und eine Heldin, die niemand so schnell vergisst.

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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Eine Zusammenfassung oder Teile aus dem Buch zu übernehmen ist eigentlich nicht meine Art, aber der Titel der Rezension passt wie die Faust aufs Auge.
Das beginnt schon, wenn man das Buch in die Hand nimmt. ...

Eine Zusammenfassung oder Teile aus dem Buch zu übernehmen ist eigentlich nicht meine Art, aber der Titel der Rezension passt wie die Faust aufs Auge.
Das beginnt schon, wenn man das Buch in die Hand nimmt. Obwohl ein Taschenbuchformat, wirkt es edel durch die goldfarbenen Buchstaben auf dem rückseitigen Cover und dem strukturierten ebenfalls goldfarbenen Rahmen auf beiden Coverseiten. So wirkt das Buch gleich wertiger.
Die Titelheldin wird sehr detaillreich präsentiert, bis hin zu den Schatten der Fältelung ihrer Bluse. Das betont auch die Persönlichkeit der Protagonistin Anne, die mit unbekannter Vergangenheit in eine neue Zukunft startet, aber auch in ihrem Auftreten ihre Herkunft und innere Haltung nicht verleugnen kann.
Dieser Roman verbindet Frauengeschichte mit Krimi, stellt Alltagsgeschichte von arm und reich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor und bietet auch eine Fantasiereise durch das damalige Hamburg.
Ein rundum gelungenes Leseevent.

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