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Veröffentlicht am 10.03.2025

ein starkes Buch

Das Haus am Ende der Welt
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Ach, was habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass es ein neues Buch von Katrin Faludi geben wird und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil - sie wurden weit übertroffen.

Ein ...

Ach, was habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass es ein neues Buch von Katrin Faludi geben wird und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil - sie wurden weit übertroffen.

Ein junges Mädchen, das auf der Suche nach der Wahrheit ist, ein Vater, der um sie kämpft und viele Geheimnisse aus der Vergangenheit, die aufzubrechen drohen wie ein eitriges Geschwür - das konnte nur spannend werden.

So kam, was kommen musste, ich habe das Buch in einem Rutsch, an einem Tag durchgelesen und habe zu keinem Zeitpunkt gewusst, ja nicht mal geahnt, wie die Geschichte ausgehen würde.

Mia und Hennings Geschichte ist komplex und es bedarf gerade am Anfang etwas Konzentration, doch dann fügt sich alles und scheint, als würde ein Schleier langsam gelüftet, um ein interessantes und detailreiches Bild zu offenbaren.

Der Schreibstil war grandios und vor allem die Beschreibungen der Natur, aber auch anderer Schauplätze hat mich fasziniert. Oft hatte ich das Gefühl, selbst durch Finnland zu streifen, den Duft von frischem Gras, Pferd, Regen und Gebäck zu riechen. Alles wurde vor meinem inneren Auge lebendig und ich habe mich in die Geschichte versetzt gefühlt. Es war alles so realistisch und lebendig und dabei so eindrücklich und wortgewaltig erzählt, dass die Geschichte mich fest im Griff hatte.
Die Sprache ist modern und die Geschichte dadurch angenehm zu lesen, es gibt ein paar kräftigere Ausdrücke, die mich allerdings nicht weiter gestört haben. Einzig über einen Satz bin auch ich gestolpert, da ich ihn als unpassend empfinde.

Im Übrigen ist es ein zeitgenössischer Roman, der teils aus Hennings Sicht und damit in der Ich-Form und teils aus der Erzählperspektive erzählt wird. Unterbrochen werden die Erlebnisse mit Sprüngen in die Vergangenheit, was sich aber immer gut einordnen lässt. Zum einen sind sie kursiv geschrieben und zum anderen gibt es zum Kapitelanfang Zeitangaben.

So kann man wunderbar beobachten, was passiert und was dazu geführt hat, dass die Dinge sind, wie sie sind.

Dabei geht es um Verzweiflung, viele Fragen, Geheimnisse und Menschen, die an schwerwiegenden Fehlern und ihren Konsequenzen fast zerbrechen.

Zum Ende hin habe ich geweint und beim Lesen ist mein Herz an zwei Stellen in tausend Stücke zerbrochen.

Dieses Buch hat eine Schwere, die kaum zu benennen ist und spricht darüber, dass man sich und anderen Fehler eingestehen muss, um Frieden finden zu können.

"Das Haus am Ende der Welt" ist ein vielschichtiger und anspruchsvoller Roman, der fesselnd und durchweg spannend die Geschichte von Zusammenbruch und Neuanfang berichtet.

Veröffentlicht am 14.02.2025

überraschend intensiv

Das Leuchten der Berge
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Für mich war dieses Buch das Erste von Katie Powner.
Aufgrund des Covers habe ich einen sanften, ruhigen und fast schon gemächlichen Roman erwartet und fand ihn dann doch überraschend intensiv und spannend.

Der ...

Für mich war dieses Buch das Erste von Katie Powner.
Aufgrund des Covers habe ich einen sanften, ruhigen und fast schon gemächlichen Roman erwartet und fand ihn dann doch überraschend intensiv und spannend.

Der Schreibstil ist wunderschön, die Beschreibungen sind wortreich und bildhaft und die Geschichte lässt sich leicht lesen. Trotz des Schmerzes, den man in dem Buch wahrnehmen kann, ist die Geschichte wohltuend, sanft und zu Herzen gehend.

Es geht hier um eine Familie voller Geheimnisse und unausgesprochener Gefühle und Gedanken. Die Autorin schreibt einfühlsam von den Spannungen, die zwischen einem Ehepaar, in einer Vater-/Tochter-Beziehung und durch die Demenzerkrankung der Großmutter entstehen. Jeder von ihnen trägt etwas im Herzen, das verschwiegen wird und dadurch Verhaltensweisen bewirken die bei anderen zu Verletzungen führen oder einen selbst sehr verletzlich machen.

Es gab so viele unterschiedliche Themen in diesem Buch, dass ich kaum Worte finde, um auszudrücken, was ich beim Lesen empfunden habe. Es war ergreifend und hat mir gut gefallen auch wenn es fast schon zuviel für eine Geschichte war.

Einzig die Rivalität von Mitch, Beas Vater und Jeremy, Beas Mann, fand ich seltsam und unrealistisch, wodurch sie mich zunehmend gestört hat.

"Das Leuchten der Berge" spricht von Beziehungen innerhalb einer Ehe und Familie, es spricht davon, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten und füreinander da zu sein, dabei aber die Prioritäten richtig zu setzen und dem anderen eine Chance zu geben.

Das Ende war im Übrigen wunderwunderschön, schmerzlich und süß gleichermaßen und hat mich verzaubert.

Für mich war diese Geschichte eine Überraschung, und ich werde sicher noch mehr Bücher dieser Autorin lesen.

Veröffentlicht am 14.02.2025

unterhaltsam

Was es zu beschützen gilt
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"Was es zu beschützen gilt" ist der letzte Band der Colorado Reihe, und ich habe mich gefreut, noch einmal eine schöne Zeit mit den McQuaids zu verbringen.

Durch die anderen Bücher war ich schon sehr ...

"Was es zu beschützen gilt" ist der letzte Band der Colorado Reihe, und ich habe mich gefreut, noch einmal eine schöne Zeit mit den McQuaids zu verbringen.

Durch die anderen Bücher war ich schon sehr gespannt auf Dylans Geschichte und wollte wissen, was aus dem "schwarzen Schaf" der Familie geworden ist.

Die Geschichte beginnt direkt aufregend und bringt einen dazu, unbedingt weiterlesen zu wollen.

Besonders gut gefallen haben mir zudem die Beschreibungen der Charaktere und der Landschaften, sodass vor meinem inneren Auge lebendige Bilder entstanden. Vor allem Trudy ist ein Original, das ich ins Herz geschlossen habe, aber natürlich sind auch die Hauptcharaktere, Catherine und Dylan, liebenswerte Figuren, die man gern begleitet.

Den Anfang mit Catherine und Dylan fand ich ein wenig unglaubwürdig, aber ich liebe Geschichten, die mit einer Zweckehe beginnen, sodass es mich nicht weiter gestört hat. Nur das aneinander vorbeireden fand ich etwas unlogisch, doch genau dadurch entstehen ja oft die spannendsten Geschichten. So auch hier, es entstand ein großes Durcheinander, um dann wieder aufgelöst zu werden.

Dabei wurde es richtig abenteuerlich und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Alles in allem ist diese Geschichte zuckersüß und fast schon ein Märchen, sodass ich am Ende dachte: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann küssen sie noch heute."

Veröffentlicht am 14.02.2025

wie ein Lobpreis

Mit Gott durch die Jahreszeiten
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Dieses Kinderbuch ist für mich ein Lobpreis und dadurch besonders. Auf eine schöne Art und Weise geht es in kurzen Sätzen anhand der Natur durch die Jahreszeiten. Es wird dadurch wunderbar aufgezeigt, ...

Dieses Kinderbuch ist für mich ein Lobpreis und dadurch besonders. Auf eine schöne Art und Weise geht es in kurzen Sätzen anhand der Natur durch die Jahreszeiten. Es wird dadurch wunderbar aufgezeigt, wie und wo wir Gott finden und sehen können, um über seine Wunderwerke zu staunen.

Dieses Buch schenkt dadurch Freude und regt zur Dankbarkeit an.

Auch optisch ist das Buch recht angenehm, das Cover ist ein kleiner Traum und hat mich sofort angesprochen. Die Illustrationen im Buch haben mich persönlich nicht ganz überzeugt und sind doch hübsch anzusehen.

Die Farben sind leuchtend und kräftig, weshalb die Motive fröhlich wirken und ein Lächeln schenken. Die Bilder selbst gehen jeweils über eine Doppelseite und laden zum Verweilen und Betrachten ein.

Es ist also ein hübsches Buch, das tolle Lesezeiten schenkt und gute Laune macht.

Veröffentlicht am 13.02.2025

kurzweilig mit Einblicken in die Filmindustrie

Sehnsucht nach der blauen Insel
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Mit "Sehnsucht nach der blauen Insel" hat T. I. Lowe einen kurzweiligen Roman geschrieben.

Der Einstieg ist leicht, und die Geschichte lässt sich flüssig und angenehm lesen. Sehr schön fand ich die "Ich-Form", ...

Mit "Sehnsucht nach der blauen Insel" hat T. I. Lowe einen kurzweiligen Roman geschrieben.

Der Einstieg ist leicht, und die Geschichte lässt sich flüssig und angenehm lesen. Sehr schön fand ich die "Ich-Form", da sie dabei hilft, sich in die Sonny hineinzuversetzen.

Allerdings hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten mit ihrer Persönlichkeit, ja sie war mir fast schon unsympathisch. Sie überschreitet mehrmals die Grenzen anderer und das, obwohl sie selbst damit zu kämpfen hat, dass andere Menschen sich ihr gegenüber zu missbräuchlich verhalten.

Dennoch musste ich weiterlesen, da ich unbedingt wissen wollte, wo die Geschichte hinführen würde und welche Botschaft es im Buch zu finden gibt.

Dabei geht es um Werteverlust, viele Fehlentscheidungen, Manipulation, Schulderkenntnis, der Suche nach Frieden, Vergebung und Hoffnung. Das Ganze ist ungeschönt, fast schon zu ehrlich und realistisch beschrieben. Sonny ist kein fehlerloser Mensch und genau das fand ich spannend.

Ich war von der Geschichte durchgehend gefesselt und fand vor allem die Einblicke in die Filmindustrie mit seinen Schattenseiten sehr interessant.

Dabei stellte sich mir die Frage: Was bin ich bereit für meine Träume aufzugeben und sind sie es wirklich wert?

Auch die Einblicke in die Farbherstellung mit der Indigopflanze fand ich spannend.

In manchen Punkten und Taten der Sonny konnte ich mich wiederfinden, trotzdem konnte mich die Geschichte nicht völlig erreichen. Die Gefühle und Emotionen waren mir nicht intensiv genug, da hätte ich mir mehr gewünscht.

Das Ende war allerdings ganz zauberhaft und hat mir wirklich gut gefallen, weshalb ich das Buch mit einem Lächeln im Gesicht geschlossen habe.

Wer also einen zeitgenössischen Roman lesen möchte, sich vor schweren Themen nicht scheut und auch fehlerhafte Charaktere mag, sollte dieses Buch lesen.