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Veröffentlicht am 30.09.2024

Ich empfand etliche Längen, erst am Ende wurde es sehr spannend

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen, greife ich immer mal wieder gern zu Büchern, die eigentlich für Jugendliche geschrieben wurden. Dieses Buch hier, als Auftakt einer Trilogie entdeckte ich bei NetGalley. ...

Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen, greife ich immer mal wieder gern zu Büchern, die eigentlich für Jugendliche geschrieben wurden. Dieses Buch hier, als Auftakt einer Trilogie entdeckte ich bei NetGalley. Mir gefiel das Cover und der Klappentext reizte mich ebenfalls. So fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinen Kindle laden zu können.

Die fast 15-jährige Hailie Monet lebte bis vor Kurzem in England zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter. Sie hatte ein relativ bescheidenes, aber überaus liebevolles Zuhause. Plötzlich ändert ein tragischer Autounfall alles. Die beiden wichtigsten Menschen ihres Lebens starben. Dann erfährt sie, dass sie fünf ältere Halbbrüder in Amerika hat. Vincent, der Älteste von ihnen, ist ihr neuer gesetzlicher Vormund ist und sie zieht zu ihnen.

In Pennsylvania hat sie dann nicht nur ihre Brüder, sondern ein komplett neues Leben in purem Luxus. Gefühlstechnisch ist sie jedoch einsam, wie nie zuvor. Sie fühlt sich als Fremdkörper. Die Brüder sind ihr gegenüber eher unnahbar, stellen für sie strenge Regeln auf und überwachen jeden ihrer Schritte. Angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit. Doch warum? Was gibt es für dunkle Geheimnisse, die vor ihr verborgen werden?

Der Einstieg in dieses Buch, das in der ersten Person aus der Perspektive von Hailie und in einfacher, bildhafter Sprache geschrieben ist, fiel mir sehr leicht. Dass sie so plötzlich mutterseelenallein auf der Welt ist, berührte mich und ich hoffte, dass sie bei ihren Brüdern ein gutes Zuhause findet. Auch nach ihrer Ankunft in Amerika war ich gespannt, wie sich das junge Mädchen einleben würde. Allerdings dauerte es dann nicht lange, bis die Handlung mich leicht zu nerven begann. Ich hatte das Gefühl, dass lange Zeit irgendwie alles gleich ablief, nur in anderen Situationen. Hailie verstößt (teils bewusst) gegen die ihr aufgestellten Regeln und ihr großer Bruder rügt sie dafür, aber ansonsten passiert nichts.

Es wurden dabei zwar etliche Themen angesprochen, die Teenager tatsächlich bewegen oder die sie bewegen sollten, aber der immer gleiche Ablauf bei der Behandlung jedes dieser Themen, sorgte dafür, dass ich etliche Längen empfand. Außerdem hatte ich nicht nur das Gefühl, dass die Brüder ihr gegenüber unnahbar waren, sondern auch, dass Hailie selbst, außer zu jammern, nichts tat, um die Beziehung zu ihnen zu verbessern. Hin und wieder wurde zwar geschrieben, dass sie ihre Mutter vermisst und Angst hatte, weggeschickt zu werden und zu Pflegefamilien zu kommen, aber wirklich fühlen konnte ich das nicht.

Ich fragte mich beim Lesen lange Zeit immer wieder, warum sie selbst nicht nach diesem oder jenem fragt, um ihre Brüder besser kennenzulernen und hätte mir gewünscht, dass auch mir als Leserin etwas mehr über die Familiengeschichte bekannt wird. Selbst jetzt, nachdem ich das Buch ausgelesen habe, weiß ich noch nicht, warum sie ihren Vater nicht kannte und woher ihre Brüder - oder zumindest die beiden Älteren – überhaupt von ihr wussten. Eine ganze Zeit lang las ich selbst immer nur weiter, in der Hoffnung darüber irgendetwas zu erfahren, aber das passierte nicht. Dafür gab es einige Szenen, in denen die noch minderjährigen Brüder mit, meiner Meinung nach, unangemessener Gewalt reagierten und dies von den erwachsenen Brüdern toleriert und gebilligt wurde.

Trotzdem wurde die Geschichte im letzten Drittel noch richtig spannend, als auch für mich fühlbare Gefahrensituationen auftraten, die höchstwahrscheinlich mit den (mir ebenfalls noch immer unbekannten) Geschäften der Familie Monet zusammenhängen und der Cliffhanger am Ende sorgte auch dafür, dass ich wirklich gern wissen möchte, wie es mit Hailie und ihren Brüdern weitergeht und warum es einige Leute zu geben scheint, die ihnen richtig schaden wollen und selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Insgesamt kann ich mir durchaus vorstellen, dass das Buch bei der Zielgruppe ankommt. Diese wird wahrscheinlich auch weniger hinterfragen, als ich in meinem „hohen“ Alter.

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Veröffentlicht am 28.09.2024

Trotz meines Informationsvorsprungs aus späteren Teilen ein sehr fesselndes Buch

Schwarze Wut
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Vor etlichen Jahren habe ich die Grant County Reihe der Autorin regelrecht verschlungen und nach deren Ende konnten mich die ersten Bücher der deutlich düster-brutaleren Georgia-Reihe um den GBI Agenten ...

Vor etlichen Jahren habe ich die Grant County Reihe der Autorin regelrecht verschlungen und nach deren Ende konnten mich die ersten Bücher der deutlich düster-brutaleren Georgia-Reihe um den GBI Agenten Will Trent, zu dem ab dem dritten Buch auch Sara Linton dazu stieß, fast noch mehr begeistern. Diese Reihe las ich bis zum fünften Teil (Harter Schnitt). Danach hatte ich eine krankheitsbedingte längere Lesepause.

Nach dieser erinnerte ich mich wieder an die Reihe und las fast alle der mir bis dahin fehlenden Teile, jedoch nicht immer in der richtigen Reihenfolge und die meisten davon als E-Books (der Hauptgrund dafür ist, dass ich da die Schrift größer stellen kann). „Schwarze Wut“ war zuletzt das einzige Buch der Reihe, welches ich noch nicht gelesen hatte. Das lag daran, dass das E-Book lange Zeit nicht oder nicht mehr verfügbar war. Seit ein paar Tagen gibt es das endlich (wieder?) und ich freute mich, es für NetGalley als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Agent Will Trent ermittelt verdeckt in Macon, Georgia, um die Drahtzieher des dortigen Drogenmilieus zu enttarnen. Details dazu verschweigt er vor Sara aus einem ganz bestimmten Grund. Kompliziert wird es jedoch, als etwas passiert, das Sara ebenfalls nach Macon führt. Wird es Will trotz Saras Anwesenheit gelingen, seine Tarnidentität aufrechtzuhalten? Und welche Auswirkungen hat sein Verschweigen auf seine Beziehung zu ihr?

Auch dieses Buch konnte ich wieder leicht und flüssig lesen. Geschrieben ist es in der dritten Person, mit wechselnden Handlungssträngen aus verschiedenen Perspektiven. Die Sprache ist einfach, aber bildhaft, jedoch nicht immer jugendfrei. Ein paar Längen verspürte ich beim gefühlsduseligen Herumeiern von Will und Sara um die Tatsache, dass er ihr etwas verschwieg und sie das natürlich merkte. Ich verstand zwar aufgrund der Vorgeschichte von Will, dass er Sara, mit der endlich Glück in sein Leben eingezogen ist, keinesfalls verlieren möchte und als Lena Adams ins Spiel kam, war mir auch klar, warum er geschwiegen hatte.

Dennoch hatte ich immer irgendwie im Hinterkopf, dass bei einer verdeckten Ermittlung auch die Freundin des Ermittlers, vor allem, wenn sie wie Sara nicht zu den Ermittlungsbehörden gehört, eigentlich nichts darüber wissen sollte und fand daher diese dramatischen Teile ein bisschen überflüssig. Im Großen und Ganzen empfand ich jedoch auch dieses Buch wieder als sehr spannend und selbst während der mich etwas nervenden Abschnitte, hatte ich immer das Bedürfnis weiterzulesen.

Wills Ermittlungen ergeben nämlich, dass es bei Weitem nicht nur um Drogendelikte und die damit einhergehende Gewalt geht, sondern eben auch um Korruption bei den Ermittlungsbehörden und andere aus meiner Sicht richtig schlimme Verbrechen. Nicht nur einmal gerät er selbst in tödliche Gefahr. So gab es einige Wendungen in der Geschichte, die mich wirklich überraschten und mir eine Gänsehaut verursachten. Wer der große Strippenzieher sein könnte, ahnte ich allerdings bereits eine ganze Weile, bevor die Autorin mir dies in der Geschichte offiziell bestätigte.

Dass diesmal auch Lena wieder mit an Bord war, wenn auch erneut unter sehr dramatischen und teils auch sehr traurigen Umständen, hat mich sehr gefreut. Obwohl ich Sara wirklich ganz sehr mag, ist auch Lena eine Figur, die mir bereits in der Grant County Reihe ans Herz gewachsen war und im Gegensatz zu Sara und sogar Lena selbst, gab ich ihr nie die Schuld für das, was mit Jeffrey passierte und war wieder etwas traurig darüber, dass die mir ansonsten so sympathische Kinderärztin dies noch immer tut.

Letztendlich hat mir auch dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Ich selbst konnte mit den Informationsvorsprüngen, die ich durch das vorherige Lesen späterer Teile definitiv hatte, sehr gut umgehen und empfand die bei diesem Buch nicht als spannungsmindernd. Neueinsteigern zu Büchern der von mir sehr geschätzten Autorin würde ich trotzdem raten, erst die Grant County Reihe und dann die Georgia Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Hat mir sowohl Lust auf den Reihenauftakt, als auch auf einen möglichen Nachfolger gemacht

Die Schuld des Vergessens
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Ich lese sehr gern Thriller und als ich diesen hier entdeckte, reizte mich der Klappentext. Dass es bereits der zweite Teil einer Reihe ist, bekam ich erst mit, als ich das E-Book auf meinem Reader hatte. ...

Ich lese sehr gern Thriller und als ich diesen hier entdeckte, reizte mich der Klappentext. Dass es bereits der zweite Teil einer Reihe ist, bekam ich erst mit, als ich das E-Book auf meinem Reader hatte. Allerdings habe ich schon häufiger Thriller-Reihen nicht in der richtigen Reihenfolge begonnen, hatte selten Verständnisprobleme, bekam jedoch oft Lust den oder die Vorgänger danach zu lesen. Daher begann ich trotzdem zu lesen.

DCS Kat Frank hat mit Hilfe des ersten KI-Ermittlers der Welt namens Lock, der sich allerdings noch in der Testphase befindet, inzwischen 3 von 3 alten Fällen gelöst. Nachdem sie erst vergeblich versuchte, ihren Vorgesetzten zu überzeugen, ihrem Team und Lock auch einen aktuellen Fall zu übertragen, bekommt sie diesen, kurze Zeit später, ganz unerwartet. Sie wird zum Fundort eines gekreuzigten Leichnams geschickt, dem zusätzlich noch die Ohren abgeschnitten wurden.

Kat und ihr Team beginnen sofort mit den Ermittlungen. Allerdings ist auch eine Reporterin bereits vor Ort und bekommt mit, dass die Künstliche Intelligenz mit an Bord ist. Da diese Reporterin das auch gleich und mit Falschaussagen gespickt in die Welt hinausposaunt, steht das Team um Kat von Anfang an unter Druck. Letzterer wächst sogar noch, als nur wenig später eine weitere gekreuzigte Leiche gefunden wird und es immer wahrscheinlicher ist, dass sie es mit einem Serientäter zu tun haben. Wird es das ungewöhnliche Team schaffen, diesen Fall zu lösen, bevor es weitere Opfer gibt?

Von Anfang an konnte ich dieses Buch meistens leicht und flüssig lesen. Geschrieben ist es größtenteils in der dritten Person aus den Perspektiven von Kat und ihrem Team an wechselnden Schauplätzen. Gelegentlich kommt aber – lange Zeit anonym bleibend – auch der Mörder zu Wort. Das dann jedoch in der ersten Person und die Texte waren dann kursiv formatiert. Probleme mit der Lesbarkeit hatte ich einige Male mit Befragungen und Vernehmungsprotokollen, die in Tabellenform dargestellt waren. Hier musste ich dann immer, um alles richtig lesen zu können, die Schrift an meinem Reader kleiner stellen und das nervte mich mit der Zeit doch ganz schön.

Die Geschichte selbst hat mir jedoch sehr gut gefallen. Die Ermittler und ihre Helfer wurden mir schnell sympathisch, auch weil ich einiges über ihr Privatleben erfuhr. Den immer noch lernenden KI-Ermittler mochte ich ebenfalls sehr gern. Manchmal brachten mich seine Ausführungen sogar zum Schmunzeln. Das waren schöne Auflockerungen bei den auf mich ziemlich realistisch wirkenden Ermittlungen zu den Mordfällen und den immer wiederkehrenden Gedanken, ob der vermehrte Einsatz von Künstlicher Intelligenz wichtige Arbeitsplätze vernichten wird. Die Autorin verstand es ziemlich gut, mir als Leserin rüberzubringen, dass bei KI, richtig und verantwortungsvoll eingesetzt, keine Arbeitsplätze von Menschen verloren gehen müssen. Aber auch, dass Menschen oft nur das verstehen, was sie verstehen wollen und, dass dies, gerade wenn es um Geld geht, die größte Gefahr ist.

Verständnisprobleme hatte ich beim Lesen der Geschichte nicht und der hier behandelte Fall wird auch abgeschlossen. Allerdings gibt es dennoch etliche Rückblenden zu den Geschehnissen im ersten Teil der Reihe, die mich einerseits sehr neugierig darauf machten, mir andererseits für diesen aber auch einen eventuell spannungsmindernden Informationsvorsprung verschafften. Ich habe mir den Vorgänger inzwischen zwar schon gekauft, werde jetzt aber erst einmal ein paar andere Bücher lesen, damit das dann, wenn ich mich an Teil 1 setze, nicht mehr ganz so frisch ist. Ich hoffe allerdings auch auf eine Fortsetzung, denn das Buch endet mit einem bösen Cliffhanger. Die Ankündigung für das Erscheinen eines 3. Teils habe ich bislang noch nirgendwo gefunden.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Noch mehr Längen als im Vorgänger und vieles wirkte auf mich sehr unglaubhaft zurechtkonstruiert

Still with me
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Dieses Buch ist der dritte Teil der King City High-Reihe. Diese wurde seit 2015 von der Autorin selbst auf Wattpad - die weltweit größte Social Reading-Plattform - veröffentlicht. Dort war sie so erfolgreich, ...

Dieses Buch ist der dritte Teil der King City High-Reihe. Diese wurde seit 2015 von der Autorin selbst auf Wattpad - die weltweit größte Social Reading-Plattform - veröffentlicht. Dort war sie so erfolgreich, dass der Piper Verlag sie nun in überarbeiteter Version als Paperbacks und E-Books herausgibt.

Geschrieben ist die Reihe eigentlich für junge Erwachsene. Obwohl ich mich alterstechnisch schon lange nicht mehr zur Zielgruppe zählen darf, lese ich solche Bücher immer mal wieder gern. Nachdem mir die beiden Vorgänger gut gefielen, wollte ich das als packend angekündigte Finale der Trilogie nicht verpassen. Auch davon wurden bei NetGalley wieder Rezensionsexemplare angeboten und ich freute mich sehr, dass meine Anfrage erfolgreich war und ich das E-Book noch vor dem Erscheinungstermin auf meinem Kindle lesen konnte.

Das neue Schuljahr hat begonnen und damit sind Amelia und ihre Freunde auch wieder in Reichweite ihrer alten Widersacher. Zwar scheinen Letztere inzwischen das kleinste Problem von Amelia, Aiden und Co. zu sein, aber die neuste Lüge der Tochter der Direktorin, erfordert Handlungsbedarf. An seinem 18. Geburtstag erhält Aiden eine Glückwunschkarte, die jedoch eher eine Drohung ist. Das, was Amelia vor ihrem Ferienaufenthalt im Strandhaus bei sich daheim entdeckte, steht noch immer im Raum und auch die Gefahr, wegen der sie überhaupt in King City gelandet ist, ist noch lange nicht gebannt. Wird es ihnen gelingen, all diese Probleme zu lösen, ohne, das Amelia erneut alles aufgeben muss?

Auch dieser letzte Teil, der wieder in der ersten Person aus der Perspektive von Amelia verfasst ist, ließ sich durchaus wieder flüssig lesen. Allerdings dauerte es mir diesmal etwas zulange, ehe wieder etwas wirklich Spannendes geschah. Da im Vorgänger so viele Fragen offengeblieben waren, hätte ich mir im Abschlussbuch der Reihe von Anfang an irgendwie ein strafferes Tempo gewünscht. Hier empfand ich die Tatsache, dass zu viele Geschehnisse aus dem letzten Buch noch einmal aufgewärmt wurden, sogar noch etwas nerviger, als im zweiten Teil. Kurze Erinnerungen daran sind für mich in Ordnung, hier war mir das jedoch erneut zu umfangreich.

So freute ich mich zwar, dass die Beziehung von Amelia und Aiden stabil ist, wollte aber eigentlich endlich Antworten auf meine Fragen und war deshalb schon in der ersten Hälfte längere Zeit etwas genervt. Die Autorin wob zwar in die diese noch einmal Verwicklungen mit den alten Widersachern ein. Teilweise empfand ich die so, wie sie beschrieben waren und vor allem die Auswirkungen auf eine Person aus dem Freundeskreis, nicht wirklich glaubhaft. Die eingebaute Brücke zur Situation von Amelia überraschte mich zwar wieder, aber auch hier hatte ich in der ersten Hälfte sehr das Gefühl, dass die Autorin danach die kurz aufkeimende Spannung zerredete.

Eine Art Nervenkitzel kam bei mir erst ungefähr ab der Hälfte das Buches wieder auf. Dieser flaute danach aber auch noch einmal für längere Zeit wieder ab. Die tatsächlichen Umstände von Gregs Tod überraschten mich dann zwar auch wieder, der gesamte Umgang damit war für mich jedoch ebenfalls wieder nicht wirklich glaubwürdig. Auch das Zusammentreffen mit Amelias persönlichen Widersacher überzeugte mich von der Glaubhaftigkeit her wieder nicht. Klar ist es schön, das Mädchen am Ende als die Heldin dastehen zu lassen, aber auf mich wirkte das Meiste wieder ganz unrational zurechtkonstruiert, vor allem, weil ich durch die von mir empfundenen Längen zwischenrein, deutlich mehr Zeit zum Nachdenken hatte, als bei den beiden Vorgängerbüchern.

Während diese Beiden mich während der meisten Lesezeit wirklich gut unterhalten hatten, war ich von diesem Abschlussbuch die meiste Zeit leider genervt. Das Ende ist dann zwar irgendwie so, wie ich es mir auch gewünscht habe, also tatsächlich versöhnlich und die eigentliche Zielgruppe wird vielleicht auch Einiges, was ich als nicht wirklich glaubhaft empfand, einfach als gegeben hinnehmen. Als wirklich packend fand ich das Finale leider nicht. Dafür habe schon zu viele Bücher oder Reihen für junge Erwachsene gelesen, bei denen auch mich die endgültigen Aufklärungen zufriedenstellten.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Insgesamt eine sehr finstere und trostlose Geschichte, die mich nicht wirklich abgeholt hat

Finster
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Als ich diesen Thriller als Neuerscheinung 2024 entdeckte, reizten mich das Cover und der Klappentext. Vom Autor Ivar Leon Menger hatte ich vorher noch nichts gelesen. Da die Bewertungen seiner vorherigen ...

Als ich diesen Thriller als Neuerscheinung 2024 entdeckte, reizten mich das Cover und der Klappentext. Vom Autor Ivar Leon Menger hatte ich vorher noch nichts gelesen. Da die Bewertungen seiner vorherigen Thriller von Rezensenten, deren Buchgeschmack meinem Eigenen ähnelt, weitestgehend positiv ausfielen, wollte ich „Finster“ sehr gern lesen, fragte bei NetGalley ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können.

1976 gab der ehemalige Kriminalkommissar Hans Jörg Stahl einer Mutter das Versprechen, ihren in Katzenbrunn (ein winziges Dorf im Odenwald mit nur 50 Einwohnern und einer psychiatrischen Klinik) verschwundenen Sohn nachhause zu bringen und konnte dieses nicht halten. Ein Unfall zwang ihn in den Ruhestand. Seinem Nachfolger gelang es nicht, den Fall zu lösen und er legte ihn zu den Akten. 1986 ist in diesem Dorf erneut ein Junge verschwunden und die Polizei tappt wieder im Dunkeln. Stahl lässt dies keine Ruhe. Er kehrt nach Katzenbrunn zurück und ermittelt auf eigene Faust. Dann verschwindet ein weiterer Junge. Wird es Stahl diesmal gelingen, den Fall zu lösen?

Der Titel Finster ist für dieses Buch wirklich korrekt gewählt, denn die Geschichte darin ist wirklich sehr finster, im Sinne von trostlos. Sie beginnt mit dem Verschwinden des ersten Jungen im Jahr 1986. Danach lernte ich nach und nach den Ermittler und relativ viele weitere Charaktere in sich abwechselnden Handlungssträngen kennen. Zum großen Teil ist die Geschichte in der 3. Person aus den Perspektiven verschiedener Figuren verfasst, eine kommt jedoch in der ersten Person zu Wort. Vom Schreibstil her, war das Buch für mich durchaus flüssig lesbar. Die Sprache empfand ich zwar meist als einfach, teilweise aber auch irgendwie eigenartig künstlich gestelzt.

Fast alle der vorgestellten Figuren hatten irgendwie Dreck am Stecken oder lebten in sehr trostlosen Verhältnissen. Manche davon waren auch irgendwie nur Füllmaterial. Lediglich der Ermittler und seine spätere Gehilfin waren mir einigermaßen sympathisch. Allerdings konnte ich mich auch in diese beiden Charaktere nicht hundertprozentig einfühlen. Die permanent finster-trostlose Atmosphäre der Geschichte stieß mich zwar nahezu von Beginn an ab. Allerdings wollte ich dennoch wissen, was es mit den verschwundenen Jungen auf sich hatte. Auch das spätere Grauen darüber, was mit ihnen geschah und die Hoffnung, dass wenigstens der zuletzt verschwundene Junge gerettet werden kann, ließen mich daher immer weiterlesen.

Die Identität des Täters wurde relativ früh bekannt gegeben. Ich selbst hatte bei dieser Figur aber auch schon früher ein eigenartiges Gefühl, so, dass mich das Wer nicht wirklich überraschte. Das Warum empfand ich als nicht ganz glaubwürdig und irgendwie klischeehaft zurechtkonstruiert. Lediglich den Aspekt, weshalb die Jungen nie gefunden wurden, hatte ich überhaupt nicht vorhergesehen. Im Fall um die Jungen blieben letztendlich keine Fragen offen.

Nicht gefallen hat mir jedoch, dass ich als Leser noch von etlichen anderen Verbrechen Kenntnis bekam, diese aber nie gesühnt wurden. Es wurde zwar noch aufgeführt, was aus den vielen Figuren geworden ist und der Autor versuchte am Ende so etwas, wie einen Hoffnungsschimmer zu setzten. Aber so richtig stellte mich das alles nicht zufrieden und insgesamt fand ich die hier erzählte überwiegend finstere Geschichte nicht so gut, dass ich sie Lesern spannender Thriller wirklich weiterempfehlen möchte. Als Pageturner, wie beworben, empfand ich sie nicht.

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