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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein Gewitter aus Geheimnissen

Love is like a Thunderbolt
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Schon auf den ersten Blick fällt das Buch durch sein wunderschön gestaltetes Cover auf. Es ist detailverliebt, atmosphärisch und hat mich sofort neugierig gemacht. Auch der Einstieg in die Geschichte konnte ...

Schon auf den ersten Blick fällt das Buch durch sein wunderschön gestaltetes Cover auf. Es ist detailverliebt, atmosphärisch und hat mich sofort neugierig gemacht. Auch der Einstieg in die Geschichte konnte mich überraschend schnell packen: Der Prolog erzeugt direkt Spannung und wirft Fragen auf, die einen sofort weiterlesen lassen.

Der Schreibstil von Ronja Madleine liest sich insgesamt angenehm und flüssig. Ich bin sehr leicht in die Geschichte hineingekommen und konnte mich schnell auf die Figuren einlassen. Besonders Elli und Riven wirkten auf mich von Anfang an sympathisch. Zwischen den beiden entsteht eine spürbare Chemie, die immer wieder durch kleine, süße Momente und liebevolle Spitznamen aufgelockert wird.

Was mich allerdings während des Lesens immer stärker beschäftigt hat, war weniger die eigentliche Liebesgeschichte, sondern vielmehr die vielen Geheimnisse rund um die Familien der Figuren. Gerade die Dynamiken zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern wirken stellenweise sehr rätselhaft und werfen immer neue Fragen auf. Besonders die Beziehungen innerhalb von Ellis Familie und die Hintergründe rund um ihre Mutter haben mich neugierig gemacht und meine Aufmerksamkeit stark auf sich gezogen.

Auch Rivens familiäre Situation hat mich emotional berührt. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater und die daraus entstehenden Konflikte gehören zu den intensiveren Momenten der Geschichte. Solche Szenen haben dem Buch für mich eine spürbare emotionale Schwere verliehen.

Zwischendurch hatte ich jedoch das Gefühl, dass sehr viele dramatische Ereignisse auf einmal passieren. Einige Entwicklungen wirkten auf mich etwas überladen oder unnötig, wodurch die Geschichte stellenweise an Fokus verloren hat. Gerade gegen Ende häufen sich die dramatischen Wendungen, was für mich persönlich ein wenig zu viel war.

Besonders schade fand ich, dass viele der aufgebauten Geheimnisse am Ende noch nicht vollständig aufgelöst werden. Der Cliffhanger und die abschließenden Kapitel erzeugen zwar Spannung, gleichzeitig hatte ich jedoch erwartet, mehr Antworten zu bekommen. Da ich ursprünglich von einer in sich abgeschlossenen Geschichte ausgegangen bin, hat mich dieser offene Ausgang etwas enttäuscht.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch über weite Strecken gut unterhalten. Die Mischung aus Spannung, Familiengeheimnissen und emotionalen Momenten sorgt dafür, dass man immer wieder wissen möchte, wie es weitergeht. Wer Geschichten mit vielen Rätseln, dramatischen Entwicklungen und komplexen Familienkonstellationen mag, könnte hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Insgesamt war Love is Like a Thunderbolt für mich eine solide Geschichte mit einem angenehmen Schreibstil, sympathischen Figuren und viel Spannung – auch wenn mir persönlich an einigen Stellen etwas weniger Drama und dafür mehr Auflösung der offenen Fragen besser gefallen hätte.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein kleiner Igel erobert den Zoo

Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel
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Manchmal braucht es nur einen kleinen Igel, um einen ganzen Zoo auf den Kopf zu stellen – und genau das passiert hier. Ignaz Pfefferminz Igel stolpert eher zufällig in sein neues Abenteuer und sorgt dabei ...

Manchmal braucht es nur einen kleinen Igel, um einen ganzen Zoo auf den Kopf zu stellen – und genau das passiert hier. Ignaz Pfefferminz Igel stolpert eher zufällig in sein neues Abenteuer und sorgt dabei nicht nur für Trubel, sondern vor allem für frischen Wind zwischen Giraffen, Elefanten und Co.

Was mir besonders gefallen hat: Ignaz ist keine typische Heldenfigur. Er ist tollpatschig, sensibel und einfach herrlich normal. Gerade dadurch wirkt er so authentisch und liebenswert. Dass er immer wieder missverstanden wird, macht die Geschichte greifbar für Kinder – denn wer kennt es nicht, falsch eingeschätzt zu werden? Umso schöner ist es zu sehen, wie Ignaz nach und nach seinen Platz findet.

Die Geschichte ist in mehrere abgeschlossene Kapitel unterteilt, sodass man wunderbar zwischendurch lesen kann. Dabei entsteht nach und nach ein lebendiges Bild vom Zoo als Gemeinschaft. Es geht weniger um ein großes, dramatisches Abenteuer, sondern vielmehr um viele kleine Begegnungen, die zeigen, wie wichtig Rücksicht, Mut und Zusammenhalt sind.

Sprachlich ist das Buch angenehm zugänglich, mit einem schönen Erzählfluss, der weder überfordert noch langweilt. Besonders beim Vorlesen entfalten die Dialoge ihren Charme – man kann wunderbar mit Betonungen spielen und den Figuren eine eigene Stimme geben.

Optisch ist das Buch ebenfalls ein kleines Schmuckstück. Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und macht neugierig auf den Inhalt. Die Illustrationen von Günther Jakobs sind ausdrucksstark, farbenfroh und voller liebevoller Details. Sie ergänzen die Geschichten perfekt und laden immer wieder dazu ein, innezuhalten und gemeinsam zu entdecken.

Für mich war es das erste Buch aus der Reihe – und definitiv nicht das letzte. Eine warmherzige Geschichte mit viel Gefühl, Humor und einer wichtigen Botschaft, die ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.

Eine schöne Empfehlung für gemütliche Vorlesestunden oder erste eigene Leseerfolge.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Ein Nein macht stark

Das Zauberwort heißt Nein!
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„Das Zauberwort heißt Nein“ von Rebecca Mir ist ein rundum gelungenes Kinderbuch mit einer wichtigen Botschaft, die aktueller und bedeutsamer kaum sein könnte.

Schon die Illustrationen sind wirklich super ...

„Das Zauberwort heißt Nein“ von Rebecca Mir ist ein rundum gelungenes Kinderbuch mit einer wichtigen Botschaft, die aktueller und bedeutsamer kaum sein könnte.

Schon die Illustrationen sind wirklich super gelungen. Farbenfroh, liebevoll gestaltet und absolut ansprechend für Kinder. Sie unterstreichen die Geschichte perfekt und laden dazu ein, immer wieder durch das Buch zu blättern.

Doch nicht nur optisch überzeugt das Buch, sondern vor allem inhaltlich. Die Geschichte vermittelt auf kindgerechte, einfühlsame Weise eine Lehre, die jedes Kind am Ende verstehen kann und auch verstehen wird: Es ist wichtig, auf das eigene Gefühl zu hören und Grenzen zu setzen.

Besonders wertvoll finde ich den Satz:
„Ich hör auf mein Gefühl und sag, was ich nicht mag. Das Zauberwort heißt NEIN. Und dadurch bin ich stark!“

Diese Worte sind so kraftvoll und stärkend, ich bin am Überlegen, sie auch an meine Schüler:innen weiterzugeben, weil sie Selbstbewusstsein und Selbstschutz auf eine wunderbar einfache Weise vermitteln.

Ein wirklich süßes Buch mit einem so wichtigen ersten Thema. Absolute Empfehlung von mir – 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Wenn das Leben zu schnell läuft: Ein Hasenabenteuer für kleine Entdecker

Eilig, so unglaublich eilig!
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„Eilig! So unglaublich eilig“ ist ein bezauberndes Kinderbuch, das sowohl durch seine Geschichte als auch durch seine Illustrationen überzeugt. Die Handlung folgt einem kleinen Hasen, der ständig in Eile ...

„Eilig! So unglaublich eilig“ ist ein bezauberndes Kinderbuch, das sowohl durch seine Geschichte als auch durch seine Illustrationen überzeugt. Die Handlung folgt einem kleinen Hasen, der ständig in Eile ist. Er rennt von einem Abenteuer zum nächsten, hetzt durchs Leben und scheint nie Zeit zu haben. Doch im Verlauf der Geschichte erkennt er, dass es manchmal wichtiger ist, innezuhalten, die Umgebung bewusst wahrzunehmen und die kleinen Momente des Lebens zu genießen.

Die Illustrationen sind ein echtes Highlight. Sie sind zart, liebevoll und detailreich gestaltet, wirken fast nostalgisch, verlieren dabei aber keineswegs ihre Modernität. Sie fangen die Stimmung des Buches perfekt ein und ergänzen die Botschaft der Geschichte auf wunderbare Weise. Kinder werden von den Bildern sofort angezogen, während Erwachsene die liebevolle Detailarbeit zu schätzen wissen.

Die Botschaft des Buches ist klar und zugleich tiefgründig: In einer Welt, in der alles schnell gehen muss, ist es wichtig, sich auch einmal Zeit zu nehmen, innezuhalten und die kleinen Wunder zu entdecken. Das Buch vermittelt diesen Wert auf eine leicht verständliche, humorvolle und warmherzige Weise, ohne belehrend zu wirken.

„Eilig! So unglaublich eilig“ eignet sich hervorragend für gemeinsame Vorlese-Momente, regt Kinder zum Nachdenken an und ist gleichzeitig ein Augenschmaus durch die wunderschönen Illustrationen.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Optisches Highlight mit kleinen Stolpersteinen

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Schon rein optisch ist Les Bouttiers – Wir sind jetzt ein echtes Schmuckstück. Das Cover ist wunderschön gestaltet und auch der Farbschnitt hat mich positiv überrascht – obwohl ich normalerweise kein großer ...

Schon rein optisch ist Les Bouttiers – Wir sind jetzt ein echtes Schmuckstück. Das Cover ist wunderschön gestaltet und auch der Farbschnitt hat mich positiv überrascht – obwohl ich normalerweise kein großer Fan davon bin, passt er hier einfach perfekt zum Buch.

Leider konnte mich die Geschichte inhaltlich nicht ganz so abholen, wie ich es mir erhofft hatte. Das fand ich besonders schade, da mich die Bücher von Antonia Wesseling sonst immer sehr fesseln und ich ihren Schreibstil eigentlich sehr gern mag. Dieses Mal wollte der Funke bei mir jedoch nicht so richtig überspringen.

Elodie als Hauptprotagonistin habe ich als sehr süß und sympathisch empfunden, ebenso wie die Mitarbeiter*innen der Firma, die der Geschichte viel Wärme gegeben haben. Schwieriger fand ich hingegen das zentrale Konkurrenzdenken zwischen den beiden Modedesigner-Familien. Auch die Ausgangssituation rund um Adam, der Elodie ausspionieren soll, konnte mich persönlich nicht ganz überzeugen.

Das Liebesdreieck zwischen Adam und Gabriel – Elodies adoptivem Cousin – empfand ich stellenweise als etwas anstrengend. Das viele Hin und Her und die starke Dramatisierung waren mir insgesamt etwas zu viel und haben für mich die Geschichte eher gebremst. Auch einige Figuren, wie Elodies Großvater, blieben für mich leider eher schwierig.

Positiv hervorzuheben ist jedoch das Ende: Der Cliffhanger ist definitiv gelungen und macht neugierig darauf, wie die Geschichte im zweiten Band weitergeht.

Insgesamt bleibt für mich ein sehr liebevoll gestaltetes Buch mit sympathischen Charakteren, das mich inhaltlich leider nicht vollständig überzeugen konnte.

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