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Veröffentlicht am 06.05.2025

Wow. 6 Sterne.

The will of the many
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TWOTM entführt die Lesenden in eine faszinierend konstruierte, römisch inspirierte Fantasywelt, in der die sogenannte "Catenische Republic" über ein streng hierarchisches System herrscht. Im Zentrum dieses ...

TWOTM entführt die Lesenden in eine faszinierend konstruierte, römisch inspirierte Fantasywelt, in der die sogenannte "Catenische Republic" über ein streng hierarchisches System herrscht. Im Zentrum dieses Systems steht eine einzigartige Form magischer Energie "Willen“, die von den unteren Gesellschaftsschichten an die Eliten abgegeben wird – ein Konzept, das nicht nur als super spannender Magieansatz, sondern auch als Spiegel für Machtstrukturen dient.

Die Handlung folgt dem jungen Vis, der nach einem persönlichen Schicksalsschlag unter falschem Namen an der angesehenen "Catenische Akademie" aufgenommen wird. Offiziell will er sich dem System unterwerfen – in Wahrheit jedoch führt ihn ein geheimer Auftrag: Er sucht Gerechtigkeit für seine ermordete Familie, verfolgt Hinweise auf ein uraltes Artefakt und plant, die Grundfesten der Republik zu erschüttern. Dabei muss er seine wahre Identität ebenso geheim halten wie seinen unbeugsamen Willen, denn jede Enthüllung könnte sein Leben kosten.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Vis – dadurch haben wir eine ganz besondere Nähe zu Vis und seiner Gefühäswelt. Er ist kein makelloser Held, sondern ein komplexer Charakter: intelligent, ausgebildet, aber von Wut und inneren Konflikten getrieben. Seine emotionale Entwicklung, insbesondere in den Beziehungen zu Figuren wie Callidus und Eidhin, macht ihn umso greifbarer. Beeindruckend ist dabei, wie auch die Nebenfiguren trotz des eingeschränkten Erzählfokus Tiefe und eigene Motivationen erhalten. Mich hat wirklich auf jeder Seite interessiert, was grade passiert und wie es weitergeht.

Strukturell gliedert sich der Roman in drei klar umrissene Abschnitte: eine Einleitung mit intensivem Training außerhalb der Akademie, den Aufenthalt an der Schule selbst – mit klassischen, aber gekonnt eingesetzten Elementen des magischen Schul-Genres – und einen finalen, düsteren Teil, der mit Enthüllungen aufwartet, die das Weltgefüge nachhaltig erschüttern. Islington zeigt dabei seine Stärken als sorgfältig planender Autor: Die Erzählung ist dicht, durchdacht und überrascht mit klug platzierten Wendungen.

Besonders hervorzuheben ist die Weltgestaltung: Sie ist tiefgehend, atmosphärisch und stark von antiker römischer Kultur beeinflusst – von Kleidung und Architektur über Sprache bis hin zu politischen Strukturen. Das Magiesystem rund um den „Willen“ wird dabei großartig in diese Welt eingebettet und spielt eine zentrale Rolle für Handlung und Gesellschaftskritik. Trotz der Tiefe wirkt die Einführung dieser Welt nie überladen, bei Zweifeln hilft das Glossar im Anhang.

TWOTM bewahrt sich durch Setting, Sprache und Struktur eine klare Eigenständigkeit im Vergleich zu anderen Akademie-Büchern. Islingtons Schreibstil ist seit der Licanius-Trilogie wahnsinnig gereift, seine Sprache nuanciert und die emotionale Wirkung vieler Szenen stark. Das Finale des Romans beeindruckt mit einem explosiven Höhepunkt und lässt Großes für die Fortsetzung erhoffen.

Fazit: The Will of the Many ist ein außergewöhnlicher Auftakt, der Fantasy-Elemente mit römisch inspirierter Welt, politischem Tiefgang und emotional starker Charakterzeichnung kombiniert. Für Fans von epischer Fantasy, durchdachter Welten und dem magischen Schul-Setting ist dieses Buch ein absolutes Muss!

Mein jetzt schon absolutes Buch des Jahres und definitiv unter meinen TOP5 of all time!

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Draculas Braut Retelling?!

A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.
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"Ich hatte nie vor, dich umzubringen. Das heißt, jedenfalls anfangs noch nicht".
Die Geschichte startet mit einer ausschweifenden Entschuldigung von Constanta, unserer Protagonistin, an ihren Liebhaber, ...

"Ich hatte nie vor, dich umzubringen. Das heißt, jedenfalls anfangs noch nicht".
Die Geschichte startet mit einer ausschweifenden Entschuldigung von Constanta, unserer Protagonistin, an ihren Liebhaber, dafür, dass sie ihn töten musste. Toller Start; Ich wollte direkt wissen, wie das passiert ist und wie die beiden überhaupt zueinander gefunden haben. Mir hat der Schreibstil sehr gefallen, weil Constanta sowohl in Ich-Perspektive schreibt, als auch Dracula selbst immer wieder mit "du" anspricht und er auch in der zweiten Person agiert. Das ganze laß sich also wie ein sehr intimer, aber dennoch erzählender Brief einer tiefen Liebesgeschichte, sowohl der beiden als auch der anderen beiden Charaktere in deren Beziehung.
Liebe kann jedoch manipulative Kontrolle nicht überlagern, und diese zeigte Dracula leider immer wieder. Mir hat sehr die Darstellung aus ihrer Sicht gefallen, das war mal was anderes, als immer die gleichen Dracula-Retellings.
Leider hat mich die Tiefe der Story nicht ganz mitgenommen: Alles war toll, bis es nicht mehr toll war sondern langweilig - sie finden jemanden, verwandeln diesen, der Kreislauf geht von vorne los. Hier hätte ich mir lieber mehr Einblicke in deren Alltag und Leben gewünscht. Ich denke aber, dass das in dem Brief-Format nicht angebracht gewesen wäre, darum verstehe ich das Stilmittel hier.
Etwas gestört hat mich, dass Dracula sowohl Magdalena als auch Alexi immer Constanta gegenüber als "Schwester/Bruder" bezeichnet hat, obwohl beide ganz klar Beziehungspersonen waren und alle Parteien auch mehrfach ihre Liebe betont haben. Das familiäre Wort (was übrigens auch im Original dieses Buches gewählt wurde) passt meiner Meinung nach nicht gut hier rein.

Insgesamt war das Buch schön runterzulesen und hat mich gut unterhalten. Es hat als Draculas-Braut-Retelling ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal, was es großzügig auskostet. Wegen des Brief-Formats geht aber leider etwas aus der Tiefe verloren. Trotzdem eine klare Empfehlung für Leute, die Dracula mögen, Gothic-Themen genießen und mal wieder ein leichtes Buch für die Vibes lesen wollen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

zu wenig Welt, zu viel Drama

The Surviving Sky (Die Rages-Trilogie 1): Eine epische Science-Fantasy
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2,75 Sterne. / Vielleicht war das eins dieser "es ist nicht das Buch, es bin ich"-Situationen. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um in der Geschichte Fuß zu fassen. An sich klingt die Geschichte ziemlich ...

2,75 Sterne. / Vielleicht war das eins dieser "es ist nicht das Buch, es bin ich"-Situationen. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um in der Geschichte Fuß zu fassen. An sich klingt die Geschichte ziemlich interessant: Post-Post-Apokalypse, eine Welt mit schwebenden Städten, schlimmen Erdstürmen und ganz spannender Magie bestehend aus Pflanzen und "Architekten", die diese befehligen und damit die Menschheit sichern.

Die beiden Protagonisten stehen am Rande ihrer Ehe und versuchen, mit den Belastungen der unterschiedlichen Rollen klar zu kommen. Leider stand dieser Ehekrieg wahnsinnig im Vordergrund, dass es großenteils nur um deren Beef geht. Für mich ist das Word building, was erst so vielversprechend klang, dadurch enorm in den Hintergrund gerückt worden. zwischen 30 und 50/60% hat mir das Buch wirklich gefallen und mich hat interessiert, wie es weitergeht und das alles so gewuppt wird. Danach sind so viele unterschiedliche Twists, Meinungsänderungen und unverständliche Richtungswechsel passiert, dass mir das Buch leider keinen Spaß mehr gemacht hat. Vor allem die Vorwürfe, die sich die beiden machen und die Gespräche, die sie versuchen zu führen, sind wirklich anstrengend. Dazu kommt dann die Fähnchen-Im-Wind-Mentalität.

Ich glaube, dass mir das Buch mit einem höheren Fokus auf der Welt und den Geheimnissen super gut gefallen hätte. Mir dem Beziehungs-Fokus ist es leider gar nichts für mich. Ich kann mir vorstellen, dass das im nächsten Teil besser werden kann, bin mir aber nicht sicher, ob ich weiter lesen möchte.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Großartiger Einzelband mit komplexer, tiefgehenden Themen

Blood over bright haven
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Wir folgen zwei Protagonisten: In erster Linie Sciona, die seit ihrer Kindheit Magie studiert und als erste Frau in das hohe Magistrat aufsteigen will. An zweiter Stelle steht Thomil, ein Kwen-Jäger, der ...

Wir folgen zwei Protagonisten: In erster Linie Sciona, die seit ihrer Kindheit Magie studiert und als erste Frau in das hohe Magistrat aufsteigen will. An zweiter Stelle steht Thomil, ein Kwen-Jäger, der ihr als Assistent zugeteilt wird, obwohl er eigentlich Hausmeister ist. Gemeinsam entschlüsseln sie einige Geheimnisse der Magie durch eine spannende Kombination aus ihrem Können.
Dieser Roman ist Dark Academie Fantasy mit tiefer greifenden Themen wie Geschlechterungerechtigkeit, Rache, Familie, Opfer und der Suche nach Wahrheit.
Die Protagonistin ist anfangs egozentrisch und hat nur ihr Ziel vor Augen, was sie um alles in der Welt erreichen will. Im Laufe des Buchs macht sie eine tolle, ergreifende Entwicklung mit, bleibt Ihren Werten dabei jedoch treu und verändert sich nicht komplett. Thomil spielt dabei eine große Rolle - auch seine Weltanschauung wird auf den Kopf gestellt und verändert.
Das Magiesystem ist ein bisschen komplex: Mit Formellographen und Kartierungen wird ein Zugang in die Anderswelt ermöglicht, aus der Energie gewonnen wird. Das System ist super spannend und ein wichtiger Bestandteil der Handlung.
Der Umgang mit moralischen Fragen ist sehr gut in die Geschichte eingewoben. Es geht um Gute Absichten vs. Katastrophale Ergebnisse, was ist gut? was ist gerecht?
Trotz der doch kurzen Länge als Einzelband schafft es Wang, unglaublich viel Tiefe und Emotion in die Geschichte zu bringen.
Das einzige, was mich ein bisschen ins Stocken gebracht hat, war der Spannungsbogen: Der Höhepunkt ist schneller als sonst erreicht. Danach wird es ein kleines bisschen ruhiger, aber nicht weniger spannend.
Einer der besten Einzelbände, die ich bis dato gelesen habe!
Wer komplexe und tiefgründige Fantasy-Geschichten mit wichtigen, schweren Themen mag, kommt hier definitiv auf die Kosten. Sehr große Empfehlung.
Ich habe gehört, dass der Adrian-Verlag wohl nächstes Jahr Sword of Kaigen übersetzen möchte...ich kanns kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Die Mumie vs. Romance - klappt nicht ganz

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Der Klappentext klingt vielversprechend: Rivals to lovers, forbidden romance, forced priximity, historical romance, slow burn, Die Mumie-Vibes. Alters Ägypten - count me in!
Wir verfolgen Inez als Hauptcharakterin ...

Der Klappentext klingt vielversprechend: Rivals to lovers, forbidden romance, forced priximity, historical romance, slow burn, Die Mumie-Vibes. Alters Ägypten - count me in!
Wir verfolgen Inez als Hauptcharakterin (MC) auf Ihrer Reise nach Antworten zu ihren Elter, Ägypten und Geschichtlichen Vorkommnissen.
Ich hatte so meine Schwierigkeiten, mit Inez als MC warm zu werden. Ihre Persönlichkeit kaum ausgeprägt, außer es ging darum, dass sie den ganzen Weg von Argentinien nach Ägypten gekommen ist. Alleine in den ersten paar Szenen kann sie nicht für sich einstehen und lässt Dinge einfach mit sich machen und passieren, ohne auch nur ernsthafte Anstalten zu machen, sich zu wehren.
Den Love Interest lernen wir auch zeitig kennen: Er ist seltsam und cocky, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Außerdem ist er eigentlich nicht zu haben (ohne zu viel vorweg zu nehmen)?? Flirtet aber trotzdem die ganze Zeit mit unserer MC. Die Mysterie, die die Autorin versucht, in ihn hineinzuschreiben, kam bei mir auf jeden Fall nicht an. und "Forbidden Romance" ist für mich nicht, dass er jemand anderen hat und unsere MC deshalb ja "eigentlich tabu ist" -. "Küsst du alle deine Freunde so?" - didnt stop him tho
Am meisten haben mich zwei Sachen gestört: Das Magiesystem. Ich hab irgendwie nicht richtig verstanden, wie das ganze Konzept bzgl. der Magieberührten Gegenstände funktioniert, warum überhaupt Magie in den Artefakten ist und was das bedeutet. Wohl nicht, dass man sie einfacher finden kann. Außerdem hat mich die Beziehung der beiden gestört: Ich habe im Verlauf des Buchs gar keinen Spark gefühlt und fand es alles relativ erzwungen und aus dem Nichts.
Ich bin etwas traurig, weil ich mir viel von dem Buch erhofft hatte. Die Themen interessieren mich total und auch die Recherche kommt sehr gut zur Geltung: Ägypten an sich, die Historie dahinter, die Sprache, die Kultur, die Kolonalisierung und all das war wirklich gut dargestellt. Das sind auch deutliche Plus-Punkte für meine Bewertung. Außerdem gibt es immer wieder kleine Zeichnungen und Ergänzungen zur Geschichte, was mir persönlich sehr gefällt und hilft, sich Dinge bildlich vorzustellen.

Insgesamt bin ich enttäuscht aber nicht am Boden zerstört. Es gibt mittlerweile deutlich bessere Bücher mit diesen Tropes, das ich dies nicht unbedingt empfehlen würde. Wenn man Die Mumie, das alte (und neue) Ägypten in Kombi mit Artefakten und Romance mag, kann man es aber mal in die Hand nehmen. (und das Cover ist super schön!)
Ich bewerte es irgendwo zwischen 2,,5 und 3 Sternen - hier aufgerundet.

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