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Veröffentlicht am 09.04.2025

Draculas Braut Retelling?!

A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.
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"Ich hatte nie vor, dich umzubringen. Das heißt, jedenfalls anfangs noch nicht".
Die Geschichte startet mit einer ausschweifenden Entschuldigung von Constanta, unserer Protagonistin, an ihren Liebhaber, ...

"Ich hatte nie vor, dich umzubringen. Das heißt, jedenfalls anfangs noch nicht".
Die Geschichte startet mit einer ausschweifenden Entschuldigung von Constanta, unserer Protagonistin, an ihren Liebhaber, dafür, dass sie ihn töten musste. Toller Start; Ich wollte direkt wissen, wie das passiert ist und wie die beiden überhaupt zueinander gefunden haben. Mir hat der Schreibstil sehr gefallen, weil Constanta sowohl in Ich-Perspektive schreibt, als auch Dracula selbst immer wieder mit "du" anspricht und er auch in der zweiten Person agiert. Das ganze laß sich also wie ein sehr intimer, aber dennoch erzählender Brief einer tiefen Liebesgeschichte, sowohl der beiden als auch der anderen beiden Charaktere in deren Beziehung.
Liebe kann jedoch manipulative Kontrolle nicht überlagern, und diese zeigte Dracula leider immer wieder. Mir hat sehr die Darstellung aus ihrer Sicht gefallen, das war mal was anderes, als immer die gleichen Dracula-Retellings.
Leider hat mich die Tiefe der Story nicht ganz mitgenommen: Alles war toll, bis es nicht mehr toll war sondern langweilig - sie finden jemanden, verwandeln diesen, der Kreislauf geht von vorne los. Hier hätte ich mir lieber mehr Einblicke in deren Alltag und Leben gewünscht. Ich denke aber, dass das in dem Brief-Format nicht angebracht gewesen wäre, darum verstehe ich das Stilmittel hier.
Etwas gestört hat mich, dass Dracula sowohl Magdalena als auch Alexi immer Constanta gegenüber als "Schwester/Bruder" bezeichnet hat, obwohl beide ganz klar Beziehungspersonen waren und alle Parteien auch mehrfach ihre Liebe betont haben. Das familiäre Wort (was übrigens auch im Original dieses Buches gewählt wurde) passt meiner Meinung nach nicht gut hier rein.

Insgesamt war das Buch schön runterzulesen und hat mich gut unterhalten. Es hat als Draculas-Braut-Retelling ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal, was es großzügig auskostet. Wegen des Brief-Formats geht aber leider etwas aus der Tiefe verloren. Trotzdem eine klare Empfehlung für Leute, die Dracula mögen, Gothic-Themen genießen und mal wieder ein leichtes Buch für die Vibes lesen wollen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

zu wenig Welt, zu viel Drama

The Surviving Sky (Die Rages-Trilogie 1): Eine epische Science-Fantasy
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2,75 Sterne. / Vielleicht war das eins dieser "es ist nicht das Buch, es bin ich"-Situationen. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um in der Geschichte Fuß zu fassen. An sich klingt die Geschichte ziemlich ...

2,75 Sterne. / Vielleicht war das eins dieser "es ist nicht das Buch, es bin ich"-Situationen. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um in der Geschichte Fuß zu fassen. An sich klingt die Geschichte ziemlich interessant: Post-Post-Apokalypse, eine Welt mit schwebenden Städten, schlimmen Erdstürmen und ganz spannender Magie bestehend aus Pflanzen und "Architekten", die diese befehligen und damit die Menschheit sichern.

Die beiden Protagonisten stehen am Rande ihrer Ehe und versuchen, mit den Belastungen der unterschiedlichen Rollen klar zu kommen. Leider stand dieser Ehekrieg wahnsinnig im Vordergrund, dass es großenteils nur um deren Beef geht. Für mich ist das Word building, was erst so vielversprechend klang, dadurch enorm in den Hintergrund gerückt worden. zwischen 30 und 50/60% hat mir das Buch wirklich gefallen und mich hat interessiert, wie es weitergeht und das alles so gewuppt wird. Danach sind so viele unterschiedliche Twists, Meinungsänderungen und unverständliche Richtungswechsel passiert, dass mir das Buch leider keinen Spaß mehr gemacht hat. Vor allem die Vorwürfe, die sich die beiden machen und die Gespräche, die sie versuchen zu führen, sind wirklich anstrengend. Dazu kommt dann die Fähnchen-Im-Wind-Mentalität.

Ich glaube, dass mir das Buch mit einem höheren Fokus auf der Welt und den Geheimnissen super gut gefallen hätte. Mir dem Beziehungs-Fokus ist es leider gar nichts für mich. Ich kann mir vorstellen, dass das im nächsten Teil besser werden kann, bin mir aber nicht sicher, ob ich weiter lesen möchte.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Großartiger Einzelband mit komplexer, tiefgehenden Themen

Blood over bright haven
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Wir folgen zwei Protagonisten: In erster Linie Sciona, die seit ihrer Kindheit Magie studiert und als erste Frau in das hohe Magistrat aufsteigen will. An zweiter Stelle steht Thomil, ein Kwen-Jäger, der ...

Wir folgen zwei Protagonisten: In erster Linie Sciona, die seit ihrer Kindheit Magie studiert und als erste Frau in das hohe Magistrat aufsteigen will. An zweiter Stelle steht Thomil, ein Kwen-Jäger, der ihr als Assistent zugeteilt wird, obwohl er eigentlich Hausmeister ist. Gemeinsam entschlüsseln sie einige Geheimnisse der Magie durch eine spannende Kombination aus ihrem Können.
Dieser Roman ist Dark Academie Fantasy mit tiefer greifenden Themen wie Geschlechterungerechtigkeit, Rache, Familie, Opfer und der Suche nach Wahrheit.
Die Protagonistin ist anfangs egozentrisch und hat nur ihr Ziel vor Augen, was sie um alles in der Welt erreichen will. Im Laufe des Buchs macht sie eine tolle, ergreifende Entwicklung mit, bleibt Ihren Werten dabei jedoch treu und verändert sich nicht komplett. Thomil spielt dabei eine große Rolle - auch seine Weltanschauung wird auf den Kopf gestellt und verändert.
Das Magiesystem ist ein bisschen komplex: Mit Formellographen und Kartierungen wird ein Zugang in die Anderswelt ermöglicht, aus der Energie gewonnen wird. Das System ist super spannend und ein wichtiger Bestandteil der Handlung.
Der Umgang mit moralischen Fragen ist sehr gut in die Geschichte eingewoben. Es geht um Gute Absichten vs. Katastrophale Ergebnisse, was ist gut? was ist gerecht?
Trotz der doch kurzen Länge als Einzelband schafft es Wang, unglaublich viel Tiefe und Emotion in die Geschichte zu bringen.
Das einzige, was mich ein bisschen ins Stocken gebracht hat, war der Spannungsbogen: Der Höhepunkt ist schneller als sonst erreicht. Danach wird es ein kleines bisschen ruhiger, aber nicht weniger spannend.
Einer der besten Einzelbände, die ich bis dato gelesen habe!
Wer komplexe und tiefgründige Fantasy-Geschichten mit wichtigen, schweren Themen mag, kommt hier definitiv auf die Kosten. Sehr große Empfehlung.
Ich habe gehört, dass der Adrian-Verlag wohl nächstes Jahr Sword of Kaigen übersetzen möchte...ich kanns kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Die Mumie vs. Romance - klappt nicht ganz

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Der Klappentext klingt vielversprechend: Rivals to lovers, forbidden romance, forced priximity, historical romance, slow burn, Die Mumie-Vibes. Alters Ägypten - count me in!
Wir verfolgen Inez als Hauptcharakterin ...

Der Klappentext klingt vielversprechend: Rivals to lovers, forbidden romance, forced priximity, historical romance, slow burn, Die Mumie-Vibes. Alters Ägypten - count me in!
Wir verfolgen Inez als Hauptcharakterin (MC) auf Ihrer Reise nach Antworten zu ihren Elter, Ägypten und Geschichtlichen Vorkommnissen.
Ich hatte so meine Schwierigkeiten, mit Inez als MC warm zu werden. Ihre Persönlichkeit kaum ausgeprägt, außer es ging darum, dass sie den ganzen Weg von Argentinien nach Ägypten gekommen ist. Alleine in den ersten paar Szenen kann sie nicht für sich einstehen und lässt Dinge einfach mit sich machen und passieren, ohne auch nur ernsthafte Anstalten zu machen, sich zu wehren.
Den Love Interest lernen wir auch zeitig kennen: Er ist seltsam und cocky, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Außerdem ist er eigentlich nicht zu haben (ohne zu viel vorweg zu nehmen)?? Flirtet aber trotzdem die ganze Zeit mit unserer MC. Die Mysterie, die die Autorin versucht, in ihn hineinzuschreiben, kam bei mir auf jeden Fall nicht an. und "Forbidden Romance" ist für mich nicht, dass er jemand anderen hat und unsere MC deshalb ja "eigentlich tabu ist" -. "Küsst du alle deine Freunde so?" - didnt stop him tho
Am meisten haben mich zwei Sachen gestört: Das Magiesystem. Ich hab irgendwie nicht richtig verstanden, wie das ganze Konzept bzgl. der Magieberührten Gegenstände funktioniert, warum überhaupt Magie in den Artefakten ist und was das bedeutet. Wohl nicht, dass man sie einfacher finden kann. Außerdem hat mich die Beziehung der beiden gestört: Ich habe im Verlauf des Buchs gar keinen Spark gefühlt und fand es alles relativ erzwungen und aus dem Nichts.
Ich bin etwas traurig, weil ich mir viel von dem Buch erhofft hatte. Die Themen interessieren mich total und auch die Recherche kommt sehr gut zur Geltung: Ägypten an sich, die Historie dahinter, die Sprache, die Kultur, die Kolonalisierung und all das war wirklich gut dargestellt. Das sind auch deutliche Plus-Punkte für meine Bewertung. Außerdem gibt es immer wieder kleine Zeichnungen und Ergänzungen zur Geschichte, was mir persönlich sehr gefällt und hilft, sich Dinge bildlich vorzustellen.

Insgesamt bin ich enttäuscht aber nicht am Boden zerstört. Es gibt mittlerweile deutlich bessere Bücher mit diesen Tropes, das ich dies nicht unbedingt empfehlen würde. Wenn man Die Mumie, das alte (und neue) Ägypten in Kombi mit Artefakten und Romance mag, kann man es aber mal in die Hand nehmen. (und das Cover ist super schön!)
Ich bewerte es irgendwo zwischen 2,,5 und 3 Sternen - hier aufgerundet.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Feminine Rage pur in Form von fiktivem Sachbuch/Memoiren

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Ein fiktives Sachbuch in Form von Memoiren mit ganz ganz viel Feminine Rage!
wir folgen der Hauptfigur Alex durch ihr frühes Leben in den 1950ern. Die Normen und Werte waren in Amerika zu der Zeit deutlich ...

Ein fiktives Sachbuch in Form von Memoiren mit ganz ganz viel Feminine Rage!
wir folgen der Hauptfigur Alex durch ihr frühes Leben in den 1950ern. Die Normen und Werte waren in Amerika zu der Zeit deutlich anders, als wir es heute kennen: An Gleichberechtigung ist absolut nicht zu denken! Gleich- was?
Die Erzählerin zeigt Tabus, Sprachlosigkeit, Sexismus und ganz ganz viel Wut auf, welche für ihr Leben alltäglich sind. Die ersten 20% waren ehrlich gesagt etwas wirr, da ich doch etwas brauchte, um in den speziellen Erzählstil zu kommen. Auch die Einstellung der Frauen (und Männer!) in Alex' Umkreis ist anstrengend: Es wird über nichts geredet und nichts erklärt, sondern eher "unartige Dinge" totgeschwiegen. Danach wird es aber Stück für Stück besser . Kurz vor der Mitte musste ich das Buch mehrfach aus der Hand legen. Nicht, weil es öde oder schlecht war, sondern, weil ich ich wirklich eine so große Wut und Verzweiflung über die Geschehnisse hatte, dass ich eine Pause brauchte. Stichwort Sprachlosigkeit und Handlungsunfähigkeit. Mit den Themen wird das Erzähltempo leider auch wieder langsamer - das kann aber auch an meinen Emotionen liegen ;) Ich wollte so sehr, dass sich was ändert und befürchtete schon, unglaublich frustriert aus dem Buch raus zu gehen, Aber - Die Protagonistin wächst aus sich heraus und das ist ein langer, wichtiger Prozess. Ab 65/70% habe ich jede Zeile geliebt. Die eingeworfenen Zeitungs- oder Fachartikel von einem Wissenschaftler vertiefen sich auch und werden immer spezifischer, geben Antworten auf Phänomene, die sich Alex zu erklären versucht. Zum Ende hin findet Alex auch ENDLICH Antwort auf ihre Fragen, die sie in ihrem Kopf zulässt um sich entwickeln zu können.
Unterm Strich finde ich dieses Buch wirklich gut, es ist nur kein leichter Read für zwischendurch.
Lesende von Circe oder Mein Name ist Lilith würde es gut gefallen - jedoch ist dies hier wie gesagt deutlich kritischer, deutlich schwerer und deutlich wütender. Der Fantasy-Aspekt ist nur ganz klein (Drachen obviously) und es geht wirklich in erster Linie um feministische Gesellschaftskritik und alle Probleme, die daraus hervorgehen.

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