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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Klasse

Böse Dinge geschehen
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Dieser Erstling ist wirklich eine ganz feine und meisterlich erzählte Krimigeschichte. Hier ist wirklich nichts wie es scheint. Harry Dolan versteht es, seinen Plot so geschickt auszufeilen und spielt ...

Dieser Erstling ist wirklich eine ganz feine und meisterlich erzählte Krimigeschichte. Hier ist wirklich nichts wie es scheint. Harry Dolan versteht es, seinen Plot so geschickt auszufeilen und spielt dabei mit dem Leser ein kniffeliges Versteckspiel. Wer ist hier wer? Wer hat wen und warum überhaupt ermordet? Auch wenn man von Anfang an das Gefühl hat, dass David Loogan der Gute in dieser Geschichte ist, wird man auf so manche falsche Fährte gelockt und auch David wird von allen möglichen Seiten beleuchtet und erscheint zeitweise auch mal in nicht so strahlendem Licht. Der Krimi ist so tricky, dass man ihn in Kurzform gar nicht richtig widergeben kann. Aber am Ende gibt es mehr als nur einen Mörder und jede Menge tote Menschen, die auf allerlei verschiedene Möglichkeiten zu Tode kamen - und keiner wirklich freiwillig. Die Spannung ist wirklich von der ersten Seite an hoch und steigert sich bis zum Finale hin leise aber stetig. Die letzten paar Seiten sind etwas "schillernd" und nicht ganz ernst gemeint, zeigen aber, dass der Autor sehr facettenreich erzählen kann.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Roman vor allem von seiner tollen wörtlichen Rede lebt. Die Gespräche sind glaubhaft und klug, funkeln vor Tiefe und Raffinesse. Eine angenehme Prise Sarkasmus und Humor und ein wirklich ganz zarter Hauch von Zuneigung zwischen Elisabeth und David untermauern dieses wirklich tollen Roman und machen ihn zu einem echten Lesehighligth. Ich hoffe sehr dringend auf ein zweites Buch dieses Autors und vermisse David und Elisabeth jetzt schon. Und ebenso hoffe ich, dass der Roman viele weitere Leser findet und sie ähnlich zufrieden das Buch nach der letzten Seite schließen lässt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

super

Ich will dich nicht töten
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Nachdem der 16-jährige Soziopath John Cleaver in den ersten beiden Teilen schon zwei Dämonen getötet hat, erwartet er die Ankunft eines weiteren Dämons, der sich selbst "Niemand" nennt. Der lässt nicht ...

Nachdem der 16-jährige Soziopath John Cleaver in den ersten beiden Teilen schon zwei Dämonen getötet hat, erwartet er die Ankunft eines weiteren Dämons, der sich selbst "Niemand" nennt. Der lässt nicht lange auf sich warten und taucht als der "Handlanger" in der Stadt auf, ein Serienkiller, der seinen Opfern die Hände und die Zunge abschneidet und sie auf zwei Stäbe gespiesst zurücklässt. Zeitgleich begehen immer wieder Mädchen Selbstmord, scheinbar ganz ohne Grund.



John kämpft weiterhin mit seinem Drang zu töten und bricht immer wieder seine Regeln. Trotzdem schafft er es zum ersten mal eine Beziehung mit einem anderen Menschen einzugehen - ausgerechnet mit der hübschen und beliebten Marci. Obwohl sie bald seine Faszination vom Tod erkennt, bleibt sie bei ihm und hilft ihm bei seiner Suche nach dem Handlanger.



"Ich will dich nicht töten" ist mindestens genau so fesselnd wie die ersten beiden Teile. Es ist spannend Johns Entwicklung zu verfolgen und es fällt einem beängstigend leicht, sich in seine Lage zu versetzen, trotz seiner sozialen Störungen. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen und spreche eine unbedingte Kaufempfehlung aus. Schade dass dies der letzte Teil von John Cleaver sein soll. Da bin ich ja mal gespannt, was Dan Wells als nächstes einfällt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

spannend

Der Trakt
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Der Trakt erzählt in hohem Tempo die Geschichte von Sibylle, die mit teilweisem Blackout in einem Krankenhaus erwacht und überstürzt die Flucht ergreift, als sie merkt, dass der Arzt sie belügt und etwas ...

Der Trakt erzählt in hohem Tempo die Geschichte von Sibylle, die mit teilweisem Blackout in einem Krankenhaus erwacht und überstürzt die Flucht ergreift, als sie merkt, dass der Arzt sie belügt und etwas vor ihr verheimlicht. Ziemlich schnell ist sie auf der Flucht vor der Polizei und gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Sohn Lukas und nach dem Rest ihres Lebens. Weder Ehemann noch Freundin erkennen sie wieder und auch wenn sie fast alles aus dem Leben von Sibylle weiß, zweifelt sie doch bald daran, dass hier alles mit rechten Dingen zu geht. Zuviel will ich nicht verraten, aber ihre Suche führt sie von Regensburg nach Augsburg in eine seltsame Klinik mit einem eigenen Trakt für ganz spezielle Versuche.

Seit langem mal wieder ein Thriller, der mir gut gefallen hat. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und durch die teilweise sehr kurzen Kapitel gut zu handhaben. Man kann auch schnell zwischendurch mal zwei, drei Kapitel lesen und verliert dadurch auch nie den Faden. Der Plot wird straff durchgezogen und trotz einiger Verwicklungen ist er logisch und relativ nachvollziehbar. Natürlich ist die Geschichte etwas Science Fiction aber dagegen hab ich eigentlich nix, wenn es wie hier einigermaßen gut erklärt wird.

Hervorheben möchte ich, dass die Charakter gut dargestellt sind, was in Thrillern ja oft sehr vernächlässigt wird. Und das Verwirrspiel, wer ist nun der Gute und wer der Böse hat mir Spaß gemacht und wird auch ziemlich lange nicht aufgelöst, so dass man ganz selbstverständlich bei der Stange bleibt, da man wissen will, wie es weitergeht. Da das Buch fast ohne Gewalt und Blut auskommt und die Hauptdarstellerin eine Frau ist, ist es kein Hardcore-Männer-Buch sondern eher für Sie und Ihn. Für meinen männlichen Geschmack hätte es ruhig noch ein bisschen deftiger sein dürfen. Aber ich fühlte mich trotzdem gut unterhalten und werde bestimmt noch weitere Strobel-Bücher lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Fantasy zum Nachdenken

Das eherne Buch
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„Das eherne Schwert“ von Christian von Aster ist mein erstes Buch dieses Autors. Aufmerksam geworden bin ich darauf durch das wunderschöne Cover . Für einen Bücherfan und Liebhaber der Arthussaga sind ...

„Das eherne Schwert“ von Christian von Aster ist mein erstes Buch dieses Autors. Aufmerksam geworden bin ich darauf durch das wunderschöne Cover . Für einen Bücherfan und Liebhaber der Arthussaga sind eine Bibliothek und ein Schwert einfach eine magische Sache. Wie immer hat hier der Klett-Cotta-Verlag sich viel Mühe gegeben. Auch der Titel ist interessant und sagt bereits etwas über den Schreibstil des Autors aus, denn so mancher jüngerer Leser wird den Begriff ehern als eher ungewöhnlich lesen und vielleicht sogar erst mal grübelnd, was damit genau gemeint ist. Beide Deutungen – aus Erz bestehend und unbeugsam und fest – treffen auf dieses Schwert zu. Aber es ist noch viel mehr. Es ist die Manifestation all der Geschichten und Mythen des Reiches des Raben und es besitzt mehr Macht, als mancher vermutet.

Der geheim gehaltene dritte Sohn des Rabenherrschers soll dieses Schwert als Friedensgabe an den Kriegsgott überbringen und das Land damit in den Frieden führen. Aber Jaarn ist jung und braucht dringend Freunde und Helfer bei dieser schwierigen Aufgabe. Und die, die sich im schließlich zur Seite stellen, sind vielleicht nicht so, wie der Junge es erwartet hatte.

Christan von Aster pflegt einen anspruchsvollen, ausgefeilten Schreibstil. Auch gibt er seiner Geschichte streckenweise fast den Anschein eines Märchens oder einer alten Sage, die dem Leser erzählt wird. Erst nach und nach wird man gefesselt und ich habe eine Weile gebraucht, um in der Story anzukommen und mich darauf einzulassen. Die Fantasy an diesem Buch ist außer dem Schwert wohl mehr das imaginäre Reich. Es könnte auch gut als Parabel auf die Dummheit der Menschen und die Unverständlichkeit des Krieges durchgehen.

Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen. Im Gegensatz zu anderen bin ich aber der Ansicht, das Ende war runde Sache – eben weil es ein offenes war. Es war angenehm realistisch. Ich bin kein Fan von harmonischen Happy Ends und ich bräuchte auch keinen zweiten Teil, denn das Ende regt halt zum Nachdenken an und was will ein gutes Buch mehr bewirken.