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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2020

Interessante Idee aber enttäuschende Durchführung

Celestial City - Akademie der Engel
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Ich habe “Celestial City - Akademie der Engel” im Rahmen einer Leserunde bei der Lesejury gelesen, habe also ein gratis Rezensionsexemplar erhalten.

Das Buch ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. ...

Ich habe “Celestial City - Akademie der Engel” im Rahmen einer Leserunde bei der Lesejury gelesen, habe also ein gratis Rezensionsexemplar erhalten.

Das Buch ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. Es verfolgt das Leben von Brielle Atwater in einer Welt, die von dem ausgebrochenen Krieg zwischen Engeln und Dämonen gezeichnet ist. Die Menschen haben (zum größten Teil) magische Fähigkeiten erhalten und sind entweder Dämonen- oder Engelsberührt, haben also entweder Fähigkeiten, die von Dämonen oder Engeln kommen. Bei der Zeremonie wo die Fähigkeiten aller frisch gewordenen 18-jährigen freigesetzt werden wird klar, dass Bri nicht ganz normal ist. Sie wird an die Fallen Academy geschickt, um Herrin ihrer Magie zu werden und wir begleiten sie dabei ganz gespannt.

Die ausführliche Rezension enthält kleinere Spoiler über Nebenhandlungen. Die Kurzfassung ist:
Ich hatte mir viel erhofft und wurde leider enttäuscht. Die Geschichte hatte wenig Tiefgang, da vieles einfach übersprungen wird oder ohne viel Detail sehr schnell abgehandelt wurde. Das Potential der Welt wurde nicht ausgeschöpft und die Charaktere waren sehr eindimensional.

Die ausführliche Rezension mit kleineren Spoilern:
Ich muss sagen, das Setting des Buches hat mir sehr zugesagt. Leider wurde mir nicht genug dazu erzählt, ich war mir nie sicher, wie genau die Welt außerhalb von LA (wo die Geschichte stattfindet) aussieht und wie sich die Menschen organisieren. Über LA erfährt man den groben Aufbau - zweigeteilte Stadt, einer für die Dämonen und ihre Sklaven, sowie alle Dämonengezeichneten, da diese oft recht schnell von ihren Familien und Freunden für ihre “Dunkelheit” verstoßen werden, und ein Teil für die freien Seelen. Ich hätte mir gewünscht, dass viel mehr auf diese Welt und die Menschen eingegangen wird. Diese unterschiedlichen Klassen und wie die Menschen damit umgehen, wie sie mit dieser neuen Gesellschaft zurechtkommen etc. hätte ich sehr gerne gesehen. Da ich noch kein anderes Buch mit so einem Engelkrieg-Setting gelesen habe, außer Angelfall von Susan Ee, hatte ich mir so viel erhofft und war begierig zu sehen, wie es hier umgesetzt wird, wurde aber leider sehr enttäuscht. Auch wenn es ein Jungadult Buch ist, erwarte ich ein wenig Worldbuilding und eine Stimmung, die so einem „düsterem“ Setting, nicht einer Highschoolteenieserie, gleicht.

Der Schreibstil war aber an sich sehr flüssig. Es gab immer wieder sehr witzige Dialoge (eventuell ein paar holprig übersetzte Stellen hier und da) und vor allem Sera, die Waffe von Bri, fand ich sehr gelungen. Auch wenn ich den Plot generell nicht so interessant fand, konnte ich es einfach so runterlesen.

Mein Problem mit dem Plot und weswegen ich ihn nicht so interessant fand, war, dass mir zu wenig auf die Charaktere, die Welt, das Training, etc. eingegangen wurde. Alles, was die Welt lebendiger und “runder” hätte wirken lassen können, wurde übersprungen für Parties, Pärchenstreitereien und Zickereien. Es wäre so hilfreich gewesen zu lesen, wie Bri eine Verbindung mit ihrer Waffe aufbaut, wie sie sich mit ihren Kräften im Unterricht auseinandersetzt und lernt damit umzugehen oder eine Beziehung zu ihrem späteren Liebhaber Lincoln aufbaut. Generell fand ich es auch nicht so gut, wie die Nebencharaktere abgehandelt wurden, sie waren alle sehr stereotypisch und langweilig.
Auch das Verhalten der Hauptperson Bri hat mich leider sehr gestört. Sie sollte stark und selbstbewusst sein, da sie in Demon City aufgewachsen ist und deswegen eine starke Persönlichkeit hat, leider ließ sie die Geschichte und ihr Verhalten ganz anders wirken. Sie war zerfressen von Selbstzweifeln, die durch ein wenig Zureden und nacktem männlichen Oberkörper immer schnell vertrieben wurden, war extrem aufbrausend und kindisch, und emotional nicht wirklich reif.

Ein anderes Problem war der Spannungsbogen. Gefühlt kam der erste Höhepunkt sehr schnell am Anfang der Geschichte in den ersten hundert Seiten, danach kam die ganze Zeit nichts mehr außer Teeniedrama und unerklärlicher Romanze, und kurz vor Ende des Buches der Höhepunkt/Plotttwist, der in das nächste Buch überleitet.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 26.06.2020

Interessantes Buch mit sehr viel Potential

Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer
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Ich habe das Buch bei Vorablesen zugelost bekommen, und wurde darauf aufmerksam, da Rick Riordan ein Vorwort dazu geschrieben hat und ich seine Percy Jackson Reihe liebe.

Zane gegen die Götter - Sturmläufer” ...

Ich habe das Buch bei Vorablesen zugelost bekommen, und wurde darauf aufmerksam, da Rick Riordan ein Vorwort dazu geschrieben hat und ich seine Percy Jackson Reihe liebe.

Zane gegen die Götter - Sturmläufer” ist der Auftakt zu J.C. Cervantes Trilogie über einen 13-jährigen Jungen mit Beeinträchtigung aus New Mexico, der leider Dreh und Angelpunkt einer alten Prophezeiung ist. Zane, so heißt der Junge, trägt mächtiges Blut in sich und ist bestimmt, dem Mayagott des Todes, der Finsternis und der Zerstörung aus seinem Gefängnis zu befreien. An seiner Seite ist Brooks, ein cooles, wunderschönes Mädchen, und am Anfang auch Zane’s Hund, Rosie, die drei Beine hat.

Um es vorwegzunehmen, ich mochte das Buch. Ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen, ABER es hat leider sehr viel verschwendetes Potential.

Die Handlungsgeschwindigkeit war in den meisten Situationen (oder allen) unpassend. Am Anfang hat sich die Geschichte sehr in die Länge gezogen, ohne wirklich viel Interaktionen zwischen den Charakteren zu bieten oder die Welt aufzubauen. Später, als die Handlung ins Rollen kam, passierte alles Schlag auf Schlag und man verlor schnell den Überblick, was gerade passiert. Das hat dazu beigetragen, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Es gab keine ruhigen Minuten in denen aufgearbeitet wurde was passiert ist oder Handlungsstränge vollständig abgeschlossen waren. Die Charaktere kümmern sich nie umeinander und es existieren kaum zwischenmenschliche Interaktionen, die auf die Charakterzüge rückschließen lassen.
Meine größte Kritik an dem Buch ist, dass sich die Charaktere nicht mit einander beschäftigen, eine Beziehung aufbauen oder ihre Beweggründe klar machen (jedenfalls nie mehr als oberflächliche Erklärungen). Selbst Zanes Stimme, die uns seine Gedanken näherbringend sollte, tauchte oft in unpassenden Situationen auf und hat nicht viel dazu beigetragen den Charakter zu verstehen. Es fehlen tiefere Einsichten in Zanes Mentalität, sowie seine Emotionen. Es kommen lediglich oberflächliche Emotionen zum Vorschein. „Brooks ist viel zu cool für mich; der Todesgott stinkt; Brooks ist so schön“, sind die tiefsten Einblicke, die wir in seine Persönlichkeit bekommen. Es gab so viele Möglichkeiten die Charaktere interessanter zu machen und Nebenhandlungen, auf die man näher hätte eingehen können. Insbesondere Brooks machte keine charakterliche Entwicklung durch.

Das Einzige was mir wirklich sehr gefallen hat, war das Universum, in dem das Buch spielt. Man erfährt immer wieder sehr viel über die Mayagötter, die Legenden, die sich um sie ranken, wie sie miteinander zu tun haben und was es noch für kleinere Legenden und Wesen in dieser Kultur gibt. ABER die Figuren selbst fallen leider sehr flach aus. Es wird nicht viel von ihnen gezeigt, sie haben nur kurze Auftritte und wenige gesprochenen Worte. Insgesamt ist es sehr schade, dass wir über diese Wesen nicht mehr erfahren. Die Beschreibung der Wesen war sehr bildlich und zum Großteil genauso abstoßend wie man es bei Monstern erwartet.

Ich würde mir wünschen, dass die Charaktere in den nächsten Teilen etwas mehr Raum haben sich zu entwickeln. Und die Geschichte, einem mehr Raum zum Atmen gibt, kontinuierliche Spannung wird schnell ermüdend und wertet die Handlung schnell ab.

Insgesamt hat mir die Handlung des Buches sehr zugesagt, nur das ungenutzte Potential der Charaktere ist wirklich störend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere