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Veröffentlicht am 05.12.2021

Eine erschreckend realitätsnahe Geschichte mit einer realistischen Protagonistin – leider konnte mich die Handlung nicht ganz mitreissen

Die Letzte macht das Licht aus
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Ein Virus bricht aus – und verteilt sich rasend schnell über die gesamte Welt. 6DM, 6 days maximum, dann ist man tot. Die ganze Menschheit ist ausgerottet – alle, bis auf eine Frau mitten in London. Ihr ...

Ein Virus bricht aus – und verteilt sich rasend schnell über die gesamte Welt. 6DM, 6 days maximum, dann ist man tot. Die ganze Menschheit ist ausgerottet – alle, bis auf eine Frau mitten in London. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich vor sich selbst und ihren Gefühlen versteckt. Nun, ganz allein, in Begleitung ihres Hundes, macht sie sich auf die Suche nach weiteren Überlebenden. Und findet dabei auch zu sich selbst.

Meine Meinung
Der Einstieg ins Buch fesselte mich augenblicklich. Man wusste sofort, wo man sich befand und was los war. Die Situation, die sich einem eröffnet, ist erschreckend: Die gesamte Weltbevölkerung von einem Virus befallen, der sich nicht aufhalten lässt. Ich denke, diese Thematik hat mich so sehr eingenommen, weil wir uns gerade in einer ähnlichen Situation befinden. Aber auch, weil in der Geschichte selbst Corona schon ein paar Jahre zurückliegt und die Protagonistin somit dasselbe Verständnis von einer weltweiten Pandemie hat wie wir.
Die Protagonistin in diesem Buch ist keine Heldin, keine Revolutionärin. Sie ist verängstigt, verzweifelt und planlos. Auch das ist ein Grund, weshalb mir die Geschichte vor allem zu Beginn so eingefahren ist: Ich konnte die Gefühlslage der Protagonistin sehr gut nachvollziehen. Sie muss gegen Ratten ankämpfen, bleibt mitten auf der Autobahn stehen und muss lernen, wie sie für sich selbst Sorgen kann. Sie hat eine faszinierende Charakterentwicklung durchgemacht. Sie hat aus ihren Fehlern gelernt, ist aus sich herausgewachsen und ist mutiger geworden.
Der Schreibstil ist fast schon monoton und die Sätze sind grösstenteils kurz gehalten, was aber wunderbar zur Stimmung im Buch und zur Protagonistin gepasst hat. Auf jeden Fall flog ich förmlich durch die Seiten.
Bis ich den Mittelteil des Buches erreichte. Den Teil, der mich vor Spannung und überraschenden Wendungen umhauen sollte – mich am Lesen halten sollte. Leider passiert weder das eine noch das andere. Die Spannung fällt ab, die Geschichte kommt kaum voran und die Protagonistin ist auf einem selbstzerstörerischen Trip, der sich wie ein Kaugummi streckt. Ab und zu gibt es Rückblicke, die von der Zeit vor 6DM (6 days maximum, der Virus) handeln. Diese kurzen Einschübe fand ich spannend, da man so mehr über die Protagonistin erfährt und ihr Handeln besser verstehen kann. Aber sie sind meiner Meinung nach falsch eingesetzt. In einer Durststrecke braucht es nicht noch zusätzlich Unterbrüche, die den Hauptplot noch mehr in den Hintergrund rücken …
Das Finale konnte mich dann wiederum überzeugen, weil es gut aufgebaut wurde mit versteckten Hinweisen und versteckten Gedankengängen der Protagonistin.
Es war eine Lektüre, die mich manchmal schockte und mich tatsächlich in Angst versetzte, da alles so realitätsnah wirkte. Als könnte morgen dieselbe Situation eintreten. Die Geschichte der Frau, die sich zusammen mit ihrem Hund auf der Welt durchschlagen und sich somit auch sich selbst stellen muss, konnte mich grösstenteils überzeugen. Trotzdem fehlt mir zum Schluss dieses gewisse Etwas. Etwas, das diese Geschichte besonders macht.

Fazit
Eine Geschichte, die erschreckend nah an der Realität spielt und mich nicht selten geschockt hat. Der Mittelteil konnte mich leider nicht überzeugen, da dort Spannung fehlte und die eigentliche Geschichte durch Unterbrüche in den Hintergrund gerückt wurde. Nichtsdestotrotz mochte ich die Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Die Geschichte bringt einen zum Grübeln, wie unsere Welt in der Zukunft aussehen könnte.

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Weisheit, Liebe, Trauer und Humor – in diesem Buch steckt ein ganzes Leben!

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
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Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht, als Moses beginnt in Monsieur Ibrahims Laden Konserven zu stehlen. Für alle ist Monsieur Ibrahim »der Araber an der Ecke«, doch er sieht mehr als andere. Auch ...

Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht, als Moses beginnt in Monsieur Ibrahims Laden Konserven zu stehlen. Für alle ist Monsieur Ibrahim »der Araber an der Ecke«, doch er sieht mehr als andere. Auch Moses hat er längst durchschaut, aber er kennt noch viele weitere Geheimnisse – auch die des Glücks und des Lächelns.

Meine Meinung
Dieses Buch ist schnell gelesen. Ich habe es beendet und dachte mir: »Und das war’s jetzt?« Dieses ungewöhnliche Gefühl nach Beenden des Buches hat mich davor abgehalten, diese Rezension zu schreiben. Und jetzt, erst etwa einen Monat später, kann ich mir eine Meinung dazu bilden.

Ich kann die Geschichte mit vielen Adjektiven beschreiben: Schlicht, tiefgründig, dramatisch, schnell, echt, unglaubhaft. Klingt erstmal sehr widersprüchlich, aber für mich treffen sie alle zu. Wenn ich mich für eines dieser Worte entscheiden müssten, dann würde ich «echt» wählen. Es fühlt sich echt an. Damit meine ich nicht die Handlung, sondern das, was sie zu vermitteln versucht: Dass ein einziges Lächeln einem im Leben weiterhelfen kann oder dass das Glück in der Langsamkeit des Geniessens liegt. Ratschläge, die man schon tausendfach gehört hat, kommen durch Monsieur Ibrahim ganz anders rüber. Echter.

Vielleicht liegt es an seiner Redensart, die sich vom restlichen Schreibstil so unterscheidet oder an seiner Weisheit, die aus den Zeilen spricht. Auf jeden Fall mochte ich Monsieur Ibrahim und auch die Freundschaft zwischen ihm und Moses. Moses konnte ich nicht viel abgewinnen, aber es war spannend mitanzusehen, wie nicht nur Moses etwas aus der Freundschaft der beiden gewann, sondern, dass auch Monsieur Ibrahim – trotz seiner Weisheit – neue Aspekte einer Freundschaft entdeckte.

Ich konnte die Entwicklung dieser Verbundenheit nachvollziehen; trotzdem fand ich sie unglaubhaft. Aber dadurch, dass die Geschichte so schnell erzählt ist, so wenig erklärt wird und die Dinge einfach geschehen, ist es mir gar nicht anders möglich, als diese Freundschaft als etwas Wertvolles anzusehen. Sie ist schlicht in ihrer Funktion, aber tiefgründig in ihrem Wesen.

Ich denke, dieses Buch lebt von seiner Schnelligkeit; diesen Wendungen, die mir vor allem gegen Ende sehr weit hergeholt vorkamen, aber auch der Schreibstil ist massgebend, da er einfach alles so darlegt, wie es gerade passiert. Und als Leser:in akzeptiert man diese Erklärungen einfach, weil sie logisch eingebunden sind und zur Gesamtstruktur passen.

Es ist also ein Buch, das einfach funktioniert. Der Schreibstil, die Handlung, die Länge und die Charaktere entstammen alle derselben Quelle. Es herrscht eine Vollkommenheit und Einheitlichkeit, an der ich absolut nichts kritisieren kann, weil es einfach stimmt. Ich denke nicht, dass ich jemals ein Buch gelesen habe, in dem alles gepasst hat.

Fazit
Auch in einem geschlossenen System kann es Widersprüche geben. Dieses Buch ist in sich geschlossen: Handlung, Schreibstil, Charaktere und Länge passen unglaublich gut zusammen. Vor allem Monsieur Ibrahim stach für mich positiv hervor: Mit seiner Weisheit und seiner Funktion als Moses’ Freund konnte er eine Portion Echtheit und Ratschläge fürs Leben vermitteln.

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Nahe und ehrlich – eine Gesellschaftskritik zum Nachdenken

Wie ein Schatten im Sommer
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Vio zieht mit ihren Eltern in ein kleines Dorf in Süddeutschland – ein Neuanfang, der sie vorerst noch verunsichert, doch sobald sie Anschluss in einer Clique findet und Konstantin kennenlernt, fühlt sie ...

Vio zieht mit ihren Eltern in ein kleines Dorf in Süddeutschland – ein Neuanfang, der sie vorerst noch verunsichert, doch sobald sie Anschluss in einer Clique findet und Konstantin kennenlernt, fühlt sie sich wohl in ihrem neuen Zuhause. Wäre da nur nicht die Clique von Konstantins grossem Bruder, die sich mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen einen Ruf aufgebaut haben. Da beginnt sich Vio zu fragen, wie viele von ihren neuen Freunden all diesen Aussagen insgeheim zustimmen würden …

Meine Meinung
Noch ehe ich den ersten Satz vollendet hatte, war ich in der Geschichte drin. Vio, die Protagonistin war direkt präsent in der Geschichte. Man war mit ihr in der Gegenwart, erlebte die Zweifel und Unsicherheiten des Umzugs hautnah mit ihr zusammen.

Nicht nur Vio, sondern auch Konstantin und alle Nebencharaktere wirken komplex: Sie haben ihre Macken, manche haben mich sogar während des Lesens genervt, und für andere habe ich Sympathie entwickelt, aber alles im Rahmen einer natürlichen Echtheit, die ich sehr bewundere. Nicht nur die Charaktere, sondern auch das kleine Dorf in Süddeutschland wirkte zum Greifen nahe.

Schade, dass ich mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden konnte. Die Sätze waren kurz, gaben kaum andere Strukturen her und wirkten etwas oberflächlich, obwohl alles andere in der Geschichte keinesfalls oberflächlich behandelt wurde. Ich fand keine Aussagen, die mich wachrüttelten oder die mir besonders ins Auge stachen, weil irgendwie alles so monoton geschrieben war. Was zur Folge hatte, dass ich von den Gefühlen der Charaktere nicht viel mitbekam, was ich auch merkwürdig fand, da mich vor allem der Anfang mit diesem gefühlsgetriebenen «Mitreissen» von Vio so überzeugen konnte. Dazu kommt noch, dass die Charaktere alle fast erwachsen sind und ihre Gespräche sich so anfühlen, als würden sie von Kindern geführt werden. Weshalb ich die Figuren mit der Zeit nicht mehr so ernst nehmen konnte.

Ausserdem kamen mir einige Szenen etwas plump vor. Als dienten sie lediglich dazu, eine Situation einzuführen, um dann aus dieser etwas entstehen zu lassen, was relevant für die Geschichte sein sollte. Obwohl die Autorin so komplexe und echte Charaktere geschaffen hat, hat es sich für mich nicht so angefühlt, als würden sie sich ihrem Charakter entsprechend verhalten. (Was in gewisser Weise ein Widerspruch in sich ist, aber so hat es sich für mich angefühlt.) Als wäre Leichtigkeit mit Nebensächlichkeit verwechselt worden.

Was diese Geschichte auszeichnet ist die darin vorkommende Thematik: Fremdenfeindlichkeit. Denn Vio spricht rumänisch und deutsch, aber sie wird von vielen nicht als Deutsche wahrgenommen, obwohl sie sich als eine sieht und auch eine ist. In diesem Buch geht es darum, Kommentare wie: »Du bist doch gar keine richtige Deutsche« und »Aber deine Eltern sind doch gar nicht von hier?« nicht einfach hinzunehmen. Sondern anderen zu verstehen zu geben, dass es sie erstens gar nichts angeht und zweitens diese Kommentare nur unter der Kategorie «unnötig» eingeordnet werden können.

Weiter geht es auch darum, gewisse Dinge wirklich zu hinterfragen. In Konstantins Freundeskreis beispielsweise fallen nicht selten fremdenfeindliche Kommentare, die er wahrnimmt, abspeichert und so weitergibt, weil er es nicht anders kennt. Bis er durch Vios Reaktionen erkennt, was solche Sprüche anrichten können.

Es geht also darum, mutig zu sein: Sich im Recht zu wehren, Loyalität zu zeigen und aus scheinbar bequemen Mustern auszubrechen.

Fazit
Dieses Buch behandelt ein wichtiges und aktuelles Thema. Es zeigt eine starke Protagonistin, die sich mutig gegen fremdenfeindliche Aussagen einsetzt, und damit unverkennbare Loyalität gegenüber allen zeigt.
Trotz der Thematik konnte mich das Buch mit seiner Handlung und dem Schreibstil leider nicht überzeugen. Die Gespräche wirkten teils etwas oberflächlich und die Geschehnisse etwas unkoordiniert, als wären sie lediglich Mittel zum Zweck, um die Message rüberzubringen, statt die Message aus der Mitte der Geschichte hervorzuheben.
Trotzdem ein lehrreiches und spannendes Buch, das Probleme aus der Gesellschaft zeigt.

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Veröffentlicht am 02.12.2021

Mitten im Nirgendwo

Wo niemand uns sehen kann
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Jess und ihre Mutter Maud ziehen in die Kleinstadt Sycamore. Jess notiert all ihre Gefühle in ihrem Tagebuch, bis sie eines Abends spurlos verschwindet. Achtzehn Jahre später findet man ihre Überreste ...

Jess und ihre Mutter Maud ziehen in die Kleinstadt Sycamore. Jess notiert all ihre Gefühle in ihrem Tagebuch, bis sie eines Abends spurlos verschwindet. Achtzehn Jahre später findet man ihre Überreste am Ufer gefunden, die gleich die lang verborgene Frage im Dorf hervorruft: Was ist mit Jess Winters passiert?

Meine Meinung
Als ich das Buch zuerst begann zu lesen, fielen mir als erstes die Charaktere auf. Sie wurden anders eingeführt als in anderen Büchern. Ich kann nicht genau beschreiben, wie, aber so, dass sie sofort spannend wirkten. Sie hatten ihre Stärken und Schwächen, sie nervten, machten dumme Witze und ärgerten sich über sich selbst. Ich denke, diese vielen Dimensionen, die sich überschneiden, haben die Charaktere sehr zugänglich gemacht. Aber obwohl ich die Vielfalt in den Charakteren sah, konnten sie mich nicht ganz einnehmen, da es einfach zu viele waren. Zu viele, die zu schnell mit ihren eigenen Hintergrundgeschichten eingeführt wurden, bevor ich überhaupt mit der Protagonistin Jess klarkam.

Um Jess kreisen viele Geheimnisse während des Lesens, die mich wirklich neugierig machten. Diese Geheimnisse wurden schön aufgebaut – somit wurde auch Spannung aufbaut – doch sobald diese aufkam, wurde eine neue Person eingeführt, was mich jedes Mal aufs Neue aus der Geschichte warf. Das war vor allem zu Beginn so, aber gegen die Mitte wurde es erträglicher und angenehmer zu lesen, da man langsam mit allen vertraut wurde.

Den Schreibstil fand ich angenehm zu lesen und er passte gut in die Geschichte rein. Die Beschreibungen wurden nicht mit unnötigen Ergänzungen geschmückt, sondern schilderten einfach die Wahrheit.

Leider gab es immer wieder (sehr) lange Monologe der einzelnen Personen, die die Geschichte nicht wirklich voranbrachten, sondern einfach alle Fakten und Ereignisse aus ihrer eigenen Vergangenheit erzählten und mich damit langweilten. Die Geschichte rund um Jess wurde also – wenn überhaupt – nur in etwa 2/3 des Buches behandelt, was ich sehr schade fand, da es wirklich eine spannende Ermittlungsgeschichte hätte werden können.

Gegen Ende wurde es tatsächlich spannend: Es kamen Geheimnisse an die Luft, es wurde emotionaler und irgendwie verknüpfte sich noch alles miteinander. Aber in der Handlung zuvor passiert einfach so wenig, dass man sich sehr gut auf das Ende vorbereiten und auch schon seine eigenen Schlüsse ziehen kann, die dann einfach noch bestätigt werden.

Fazit
Obwohl ich alle Charaktere in diesem Buch wahnsinnig spannend fand, waren es mir definitiv zu viele, die unbedingt noch ihren gesamten Lebenslauf schildern mussten. Ich hatte das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte dadurch unterging.
Den Schreibstil mochte ich gerne, aber auch dieser konnte mich leider nicht aus meiner Langeweile entreissen, wenn wieder ein neuer Charakter eingeführt wurde.
Meiner Meinung nach drehte sich die Geschichte zu wenig um Jess, was ich schade fand, da ich mir eine mitreissende und spannende Handlung erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

Anders, aber trotzdem gleich

April & Storm - Stärker als die Nacht
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April wurde gerade von ihrem Freund verlassen, mit dem sie von einer Zukunft in San Francisco träumte. Doch sie entschliesst sich dazu, sich ihren amerikanischen Traum selbst zu erfüllen – und da kommt ...

April wurde gerade von ihrem Freund verlassen, mit dem sie von einer Zukunft in San Francisco träumte. Doch sie entschliesst sich dazu, sich ihren amerikanischen Traum selbst zu erfüllen – und da kommt der Musiker Storm in ihre WG. April sieht Storms äusserlichen Narben, aber von seinem Innenleben ahnt sie nichts. Sie versucht der Anziehungskraft, die zwischen ihnen beiden herrscht, entgegenzuwirken, da sie weder der Liebe noch Storm so richtig traut …

Meine Meinung
Auch hier muss ich zugeben, dass meine Erwartungen an dieses Buch nicht besonders hoch waren. Es klingt wie eine dieser Geschichten, die man schon einige Male gelesen hat. Und in gewisser Weise ist es auch solch eine Geschichte – aber andererseits auch nicht.
Das Buch fing so an, dass April mir als Leserin erstmal ihr ganzes Leben erzählte, in einem Monolog, der nicht zu enden schien. Ungeachtet dessen, dass der Einstieg so langweilig zu lesen war, dass ich das Buch etwa drei Mal beginnen musste, lernt man April auch an einem Punkt in ihrem Leben kennen, der nicht besonders aussagekräftig ist. Man wird also nicht direkt ins Geschehen geworfen, sondern sehr langsam an die Protagonistin herangeführt.
Als ich dann weiterlas, baute ich Sympathie für April auf – und für Storm. Es kamen so viele Gefühle in diesem Text rüber, dass es gar nicht anders ging, als mich in die Charaktere hineinzufühlen. Ihre Vergangenheit berührte mich und ich wollte erfahren, wie sie ihre Zukunft meistern würde.
Auch Storm mochte ich mit der Zeit. Es gefiel mir, dass er nicht auf Klischees basierte, sondern etwas Eigenes hatte, das ihn von den stereotypischen männlichen Charakteren in anderen Büchern unterscheidet.
Ich habe – den Anfang ausgenommen – das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Wieso? Weil einfach so viel Spannung zwischen den beiden Hauptpersonen herrschte. Und auch weil man als Leser:in nicht allzu viel über Storms Vergangenheit erfährt und mir das keine Ruhe liess. Ich konnte es nicht weglegen, weil mich meine Neugierde sonst umgebracht hätte. Die Charaktere sind so rund, vielseitig und tiefgründig, dass ich mich richtig gefreut habe, sie in diesem Buch begleiten zu dürfen.
Den Schreibstil finde ich angenehm. Schade jedoch, dass er etwas eintönig ist. Ich hatte das Gefühl, dass sich gewisse Sätze mehrmals im Buch wiederholt haben, und auch sonst hat es mir an Kreativität in der Satzstruktur gefehlt. Nichtsdestotrotz konnte ich das Buch sehr schnell und flüssig lesen.
Im Grossen und Ganzen war es trotzdem eine Geschichte, die sehr vorhersehbar war. Das Ende hätte ich bereits auf der zweiten Seite so vorhersagen können. Aber die Autorin hat es geschafft, dass die Spannung erhalten blieb.

Fazit
Eine Geschichte, die mich entgegen meiner Erwartung positiv überrascht hat. Obwohl der Anfang mich gelangweilt hat, konnten mich die Charaktere im weiteren Verlauf überzeugen. Das Buch konnte mich in seinen Bann ziehen, obwohl die Geschichte an sich vorhersehbar war. Leider konnte mich der Schreibstil nicht so überzeugen, da er eher eintönig – aber trotzdem angenehm zu lesen – war.

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