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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2026

Frühlingsgefühle im Kleinstadt-Setting

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Eleanore ist die zuverlässigste und hilfsbereiteste Person in ganz Lower Whilby. So sehr sie auch ihre gemütliche Heimatstadt liebt, hat sie ihren Ruf als braver Sonnenschein langsam satt. Sie hat viele ...

Eleanore ist die zuverlässigste und hilfsbereiteste Person in ganz Lower Whilby. So sehr sie auch ihre gemütliche Heimatstadt liebt, hat sie ihren Ruf als braver Sonnenschein langsam satt. Sie hat viele Selbstzweifel, will aber endlich auch mal ausbrechen. Als Dex, Eleanores Schwarm seit einer Ewigkeit, in der Kleinstadt auftaucht will er ihr dabei helfen. Doch auch er hat so seine Probleme im Gepäck: er steckt in einer schwierigen Lebensphase, da es beruflich nicht so klappt wie er sich das wünscht und im familiären Bereich hat er eine gravierende Neuigkeit erfahren. Eleanore schafft es im Gegenzug ihm etwas Ruhe und Positivität zu geben. Dabei kommen sich beide näher als gedacht. Doch können sie bei all ihren Unterschieden eine gemeinsame Zukunft haben?
'The Iced Caramel Coffee Agreement' ist der zweite Band aus der Lower Whilby-Reihe. Kyra Groh hat in ihrem flüssigen und lockeren Schreibstil eine tolle Fortsetzung im Kleinstadt-Setting erschaffen. Die Kapitel sind aus Eleanores und Dex Perspektive geschrieben, wobei aber auch Jude und James, sowie viele andere Figuren aus dem ersten Band wieder mit dabei sind. Es gibt viele unterhaltsam Momente und humorvolle Dialoge. Die Entwicklung der Protagonisten und auch die Freundschaft zwischen Jude und Eleanore hat mir gut gefallen. Eleanores Gedankenwelt hätten ein paar Wiederholungen weniger auch gereicht und das Ende ging mir ein bisschen schnell. Auch ein paar kleine Punkte der Geschichte sind leider offen geblieben. Der Teaser zur Geschichte im dritten Band wirkte auf mich leider irgendwie zu platziert und spärlich. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich ihn lesen werde.
Insgesamt hat mir dieser Band aber definitiv besser gefallen als der erste Teil. 4,5 Sterne

Veröffentlicht am 24.06.2026

Ein tödliches Darkly-Spiel?

Darkly
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Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski.
Wofür würdest du töten? Mit ihrer Antwort auf diese Bewerbungsfrage schafft es die siebzehnjährige Dia zusammen mit ...

Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski.
Wofür würdest du töten? Mit ihrer Antwort auf diese Bewerbungsfrage schafft es die siebzehnjährige Dia zusammen mit sechs anderen Jugendlichen einen der begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Foundation in London zu gewinnen. Dia ist seit Jahren besessen von der genialen, aber verstorbenen Spieledesignerin Veda und ihren Darkly-Spielen. Nach ihrer Ankunft in London werden alle auf eine abgelegene Insel gebracht – das Herzstück des Spiele-Imperiums und sie finden sich in einem der Spiele wieder - einem Spiel auf Leben und Tod. Wer ist dafür verantwortlich? Warum? Und wem kann Dia trauen?
Mit dem Klappentext und dem Einstieg ins Buch und hat mich Marisha Pessl gleich gefesselt. Die dichte und düstere Atmosphäre hat mir gut gefallen. Der Schreibstil dieses Jugendbuches ist leicht und angenehm flüssig zu lesen. Die Geschichte ist ideenreich und enthält viele Geheimnisse, Rätsel und verborgene Hinweise. Man wird eingeladen zusammen mit der cleveren Protagonistin mitzurätseln und alles zu hinterfragen. Dia ist gut ausgearbeitet und gefällt mir, die Nebencharaktere bleiben dagegen etwas blass und oberflächlich. Zwischen den kurzen Kapiteln gibt es immer wieder interessante Bilder, Briefe und Zeitungsartikel, die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht einordnen kann. Daher wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas chaotisch und verwirrend und das Erzähltempo schwankt im Laufe der Handlung. Das Ende kommt recht schnell und konnte mich leider nicht komplett überzeugen. Insgesamt hat mich 'Darkly' aber recht gut unterhalten.

Veröffentlicht am 26.05.2026

Neuer Tag, neues Glück

Marie und die Woche ohne Donnerstag
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Am Donnerstag muss Marie zum Zahnarzt – dem schlimmsten Arzt von allen! Doch sie besitzt magische T-Shirts, mit denen sie zwischen Lieblingsessen am Mittwoch und Rummelplatz am Freitag hin und her wechseln ...

Am Donnerstag muss Marie zum Zahnarzt – dem schlimmsten Arzt von allen! Doch sie besitzt magische T-Shirts, mit denen sie zwischen Lieblingsessen am Mittwoch und Rummelplatz am Freitag hin und her wechseln kann. Also lässt sie den Donnerstag einfach aus. Doch geht das wirklich so einfach?
Die Idee der Geschichte hat mich neugierig gemacht. Elke Michels Schreibstil ist sehr gut und flüssig lesbar und erzählt mit vielen lustigen Situationen die Geschichte von Marie und ihrer Angst vorm Zahnarzt. Die detailreichen schwarz-weiß Illustrationen von Jutta Wetzel unterstreichen die entsprechenden Situationen sehr gut. Das empfohlene Lesealter ist ab 7 Jahren angegeben: Für Leseanfänger stelle ich mir die teils doch langen Sätze herausfordernd vor, zum Vorlesen ist die Geschichte aber super geeignet. Die Botschaft, dass man unangenehmen Situationen nicht immer dauerhaft ausweichen kann und man sich seinen Ängsten stellen muss wird auf kindgerechte Weise vermittelt. Die Umsetzung ist mit viel Fantasie und Humor geglückt. Es gab nur einen Zeitpunkt, an dem die Spannung ein bisschen nachgelassen hat, weil sich die gleichen Abläufe und Tage wiederholt haben und es nicht vorwärts ging.
Der zweite Band 'Marie und der Pirat ohne Schatz' erscheint schon im Herbst 2026.

Veröffentlicht am 26.05.2026

Ana oder Nicolas

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Mila ist 16 Jahre und fühlt sich richtig einsam: sie musste mit ihren Eltern ins fremde Zürich ziehen und ihre beste Freundin zurück lassen. Trost findet sie zunächst im Essen, doch als sich das äußerlich ...

Mila ist 16 Jahre und fühlt sich richtig einsam: sie musste mit ihren Eltern ins fremde Zürich ziehen und ihre beste Freundin zurück lassen. Trost findet sie zunächst im Essen, doch als sich das äußerlich bemerkbar macht, gerät sie in die gefährliche Spirale einer Essstörung. Nach einem körperlichen Zusammenbruch landet sie in einer Klinik und verliert ihr Herz an Nicolas. Doch dieser hat Geheimnisse.
Dies ist der erste Teil der Paper Hearts -Trilogie in der wir Mila und ihren Weg zum Erwachsenwerden mit erster Liebe und einigen weiteren Schwierigkeiten begleiten. In `Und alles zerbricht´ geht es um die Gefahr, wie schnell junge Frauen in den Strudel einer Essstörung geraten können und wie leicht es ist an Strategien und Tipps zum Abnehmen im Internet zu gelangen ohne dass das Ganze dort als ansatzweise kritisch dargestellt wird. Ich konnte mich gut in Milas Gedanken reinversetzen und nachvollziehen womit sie zu kämpfen hat. Die Entstehung der Essstörung und die Umständen waren sehr gut dargestellt, allerdings wurden im weiteren Verlauf einige andere Probleme und auch die Therapie in der Klinik meiner Meinung nach zu schnell und oberflächlich abgehandelt. Da hätte ich mir nach dem detailreichen Beginn noch mehr erhofft. Die ganze Liebesgeschichte ging mir auch zu schnell, aber ich kann von Milas Seite das Ganze in gewisser Weise nachvollziehen. Allerdings wäre in diesem Zusammenhang ein stärkerer Verweis gut gewesen, dass man eine Therapie nur für sich selber macht und nicht für andere. Das Ende wirkte dann sehr überstürzt, aber es folgen schließlich noch zwei Bände.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Die Vergangenheit taucht wieder auf

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Medizinstudentin Luisa Menkhoff hat ein eidetisches Gedächtnis und kann sich somit sofort an die Frau auf dem Flugblatt erinnern: Nicole Klement war mit an ihrer Entführung beteiligt. Damals war Luisa ...

Medizinstudentin Luisa Menkhoff hat ein eidetisches Gedächtnis und kann sich somit sofort an die Frau auf dem Flugblatt erinnern: Nicole Klement war mit an ihrer Entführung beteiligt. Damals war Luisa 5 Jahre alt und wurde von Dr. Joachim Lichner entführt. Jetzt wird Nicole vermisst. Luisa denkt Lichner will Rache. Hauptkommissar Ramin Brunner wird mit dem Fall betraut und Luisa, die weiß wie Lichner tickt, will helfen. Doch beide erkennen zu spät, dass sie etwas übersehen haben.
Arno Strobels lockerer und flüssiger Schreibstil, gepaart mit kurzen Kapiteln und zahlreichen Cliffhangern ergibt wie immer einen guten Lesefluss. Er hat mit dieser Geschichte eine neue Reihe gestartet, die aber auf Ereignissen aus einem älteren Buch aufbauen. Dieses muss man allerdings nicht unbedingt gelesen haben, um die Handlung zu verstehen, da alles Wichtige gut erklärt wird. Wir begleiten die Polizei bei der Ermittlerarbeit und es gibt viele falsche Fährten und überraschende Wendungen, die die Geschichte interessant machen. Leider ist der Beginn etwas langatmig geraten, da der Fokus dort sehr stark auf der Einführung der Charaktere liegt. Auch könnte die Grundspannung noch etwas höher liegen, da manche Stellen doch etwas vorhersehbar waren. Ich bin gespannt wie Luisa weiterhin in die Fälle integriert werden wird. Insgesamt aber ein guter Start in die neue Reihe, wenn auch mit Luft nach oben.