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Veröffentlicht am 31.01.2025

Töchter

Die Tochter des Serienkillers
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Liebt ihr es, neue Autorinnen kennenzulernen und ihre literarischen Werke zu entdecken? Dann möchte ich euch die Bücher der Schriftstellerin Alice Hunter ans Herz legen, welche mit ihrer packenden Reihe ...

Liebt ihr es, neue Autorinnen kennenzulernen und ihre literarischen Werke zu entdecken? Dann möchte ich euch die Bücher der Schriftstellerin Alice Hunter ans Herz legen, welche mit ihrer packenden Reihe "Die Familie des Serienkillers"" für Aufsehen auf dem Buchmarkt gesorgt hat. Nach ihrem gelungenen Start mit dem ersten Band "Die Frau des Serienkillers" folgt nun der zweite Band "Die Tochter des Serienkillers". Hierbei handelt es sich nicht um eine miteinander verwobene Familiensaga, sondern um unabhängige Romane, welche in sich abgeschlossene, um Serienkiller kreisende Geschichten erzählen und von ihren Leserinnen keinerlei Vorkenntnisse erfordern.

Alle Cover dieser Reihe sind genau aufeinander abgestimmt worden. Für den zweiten Band ist die Farbe (Blut-) Rot gewählt worden. Auch der farbige Buchschnitt, welcher den Vornamen "Jenny" plakativ in Szene setzt, ist in diesem Farbton gestaltet worden. Wieder sieht man das Anlitz einer jungen Frau, die ihre Betrachterinnen mit einem unergründlichen Ausdruck in ihren Augen anschaut.

Das Setting ist annähernd gleich geblieben. Der Psychothriller spielt in einem idyllischen Dorf in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands, wo die Tierärztin Jenny mit ihrer Familie, ihrem Mann Mark und ihren zwei KIndern Ella und Alfie, lebt. Ihr Familienleben scheint glücklich, bis es durch mysteriöse Vorgänge tief erschüttert wird. Das Geschehen spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen, in der Vergangenheit und der Gegenwart, und wird aus wechselnden Perspektiven geschildert. In erster Linie kommen Jenny und Mark in der "Ich"-Perspektive zu Wort, durchbrochen werden ihre Ausführungen von den Erinnerungen des Serienkillers, der zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden ist und in einem britischen Gefängnis einsitzt, und einer unbekannten Person, die mit ihm Kontakt aufgenommen hat, um (angeblich) eine Biographie über ihn zu verfassen.

Im Fokus des Psychothrillers steht die Tochter eines Serienkillers. Jenny ist eine zerrissene Persönlichkeit, die unter traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit leidet. Ihr Verhältnis zu ihrer besitzergreifenden Mutter ist zerrüttet, sie hat sie vor zwanzig Jahren verlassen und jeden Kontakt mit ihr abgebrochen. Dahingegen hat sie mit ihrem Vater, der sie als seine "Prinzessin" bezeichnete, eine innige Beziehung geführt. Ohne 'Wissen der Mutter durfte sie ihn in seiner Freizeit an abgelegene Orte begleiten, die sich in der Retrospektive als spätere Tatorte von Verbrechen entpuppten. Nach seiner Verhaftung und Verurteilung ist dieses enge Band von Vater und Tochter zerrissen. Als einziges Kind eines Serienkillers sieht sie sich öffentlich gebrandmarkt. Aus diesem Grunde hat sie ihre Heimat verlassen, ihren Vornamen Jane abgelegt, eine neue Identität angenommen und eine bürgerliche Existenz erarbeitet. Jenny ist eine sehr misstrauische Persönlichkeit, die alles mit sich selbst ausmacht. Aus Selbstschutz pflegt sie kaum private Kontakte und spricht nicht über ihre traumatischen Erlebnisse, weil sie ablehnende Reaktionen und mangelndes Verständnis fürchtet.

Alice Hunter ist ein fesselnder, temporeicher Psychothriller mit überraschenden Twists gelungen, der alle Leser
innen begeistern wird. Insbesondere die mit unerklärlichen Vorgängen verknüpften, stressbedingten Blackouts von Jenny tragen zur Verwirrung bei. Bei der Lektüre ist man hin und hergerissen und weiß nicht mehr, was und wem man glauben soll. Ich habe dieses Buch sehr genossen und spreche eine ausdrückliche Lese-Empfehlung aus.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Was hast du getan?

Deep Fake
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„KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann. “ (Stephen Hawking)

Nach wie vor ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in unserer modernen Welt umstritten, ...

„KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann. “ (Stephen Hawking)

Nach wie vor ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in unserer modernen Welt umstritten, ihre Chancen und Risiken werden lebhaft diskutiert. In ihrem Psychothriller "Deep Fake" thematisiert Cleo Konrad Macht und Ohnmacht von KI am Beispiel von Mira, einer ambitionierten Lehrerin, die zur Zielscheibe eines viralen Angriffs wird.

Im HInblick auf die optische Aufmachung erinnert das Cover an den Psychothriller "Tödlicher Podcast" von Cleo Konrad, der vor einigen Monaten erschienen ist. Durch die Wahl von knalligen Farben sticht er aus der Masse an Büchern in einer Buchhandlung her, was durch den farbigen Buchschnitt zusätzlich getoppt wird. Der Titel ist auf das Wesentliche komprimiert worden.

Schauplatz des Geschehens sind einerseits die pulsierende Metropole Berlin, wo Mira sich ein glückliches Leben mit ihrem Mann Fabio und ihren zwei kleine Kindern aufgebaut hat, andererseits das abgelegene Dorf Tannwinkel in Bayern, wo sie eine von traumatischen Ereignissen geprägte Kindheit und Jugend verbracht hat. Die Handlung spielt auf zwei zeitlichen Ebenen, in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Sie wird aus zwei Perspektiven vermittelt, einmal aus der Sicht der in Berlin lebenden erwachsenen Lehrerin Mira, die sich für "Problemschülerinnen" einsetzt, andererseits aus der Sicht der in Tannwinkel wohnenden heranwachsenden Schülerin Katharina, genannt Kat, die ihre Gedanken nicht in Form eines Tagebuchs, sondern eines Briefes an die fiktive Empfängerin Dya festhält. Hierbei lässt Cleo Konrad ihre Leserinnen lange Zeit im Unklaren über mögliche Verbindungen zwischen Mira und Kat, was zum Miträtseln anregt und für zusätzliche Spannung sorgt.

"Deep Fake" beeindruckt durch seinen interessanten Plot, aber auch die vielschichtig angelegten Charaktere. Nach und nach entfaltet sich eine erschütternde, packende Geschichte, die weit zurück in die Vergangenheit weist. Schuld und Sühne ziehen sich wie ein Leitmotiv durch diesen Psychothriller. Fakten und Fiktion verschwimmen, man weiß nicht, was und wem man glauben darf. Insbesondere Mira ist eine unzuverlässige Erzählerin, die alle unliebsame Erinnerungen aus ihrer gegenwärtigen heilen Welt ausblendet. Ihrer dunklen Vergangenheit kann und will sie sich nicht stellen, sie verleugnet sogar ihre wahre Identität, bis das Deep Fake ihre heile Welt aus den Angeln hebt und ihre sichere bürgerliche Existenz infragestellt.

Alles in allem hat mich dieser zum Nachdenken über unsere digitale Welt anregende, durch zahlreiche unerwartete Wendungen spannende und realistisch anmutende Psychothriller tief beeindruckt. Meine Lektüre hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen, eine regelrechte Sog-Wirkung entfaltet und mich nicht mehr losgelassen. Ein Muss für alle Lesenden, die intelligente Unterhaltung zu schätzen wissen!

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Troja

Sophia und die Suche nach Troja
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καλημέρα!

Troja ist eine Legende in den Geschichtsbüchern. Wer sich für griechische Geschichte und Mythologie interessiert, sollte sich den historischen Roman "Sophia und die Suche nach Troja" von Susanne ...

καλημέρα!

Troja ist eine Legende in den Geschichtsbüchern. Wer sich für griechische Geschichte und Mythologie interessiert, sollte sich den historischen Roman "Sophia und die Suche nach Troja" von Susanne Lieder nicht entgehen lassen, die von den vereinten Bemühungen des Forscher-Paares Heinrich und Sophia Schliemann erzählt, welche seine Existenz beweisen wollten und sich auf die Suche nach den historischen Spuren machten.

Das Cover ist in Sepia-Tönen gehalten. Zu sehen ist eine junge dunkelhaarige Frau, die - vertieft in Aufzeichnungen - auf den Ruinen einer historischen Stätte wandelt. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Sophia Engastroménou Schliemann (1852-1932) , der Protagonistin des historischen Romans, deren Aufnahme mit dem "Schmuck der Helena" für weltweites Aufsehen sorgte, ist nicht zu leugnen.

Susanne Lieder rückt Sophia Engastroménou Schliemann (1852-1932) in den Fokus, auch wenn ihr historischer Roman im steten Wechsel aus der Perspektive von Sophia und Heinrich Schliemann geschildert wird. Die stolze schöne Griechin war die zweite 30 Jahre jüngere Frau des berühmt-berüchtigten vermögenden Archäologen, der sich nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäft als "Self-Made-Millionär" seinen Wunschtraum erfüllen wollte, das sagenumwobene Troja in der Realität zu verorten und wertvolle Schätze aus der Antike zu entdecken.

Ihre Beziehung zueinander war nicht einfach. Heinrich Schliemann war ein cholerisch veranlagter, aber niemals gewalttätiger Mann, zerfressen von Ehrgeiz und getrieben von dem Streben nach Anerkennung, der einem chauvinistischem Frauenbild folgte und seine "gekaufte" Braut zu einer Muse nach seinem persönlichem Geschmack erziehen wollte. Dem ihr auferlegten enormen Pensum war Sophia nicht gewachsen, auch wenn sie durchaus die Interessen ihres Mannes teilte. Im Gegensatz zu der "offiziellen" (Selbst-) Darstellung von Heinrich Schliemann hat sie nicht aktiv an den anstrengenden Ausgrabungen von Troja teilgenommen, sondern sich mit ihrer Tochter im Kreise ihrer Familie aufgehalten. In erster Linie war sie hinter den Kulissen tätig; sie unterstützte ihren Mann in allen administrativen Aufgaben. Aus ihrer anfänglichen arrangierten reinen Zweck-Beziehung entwickelte sich eine ungewöhnliche tiefe Liebesgeschichte, die trotz aller zwischenmenschlichen Konflikte von Fürsorge, Respekt und Zuneigung geprägt war.

Der historische Roman "Sophia und die Suche nach Troja" beeindruckt durch die sehr gute Recherche. Susanne Lieder gelingt es mühelos, den zwei Liebenden Leben einzuhauchen, ihre Entwicklung nachzuzeichnen und sie auf ihrer aufregenden Reise bis zur Entdeckung von Troja zu begleiten. Mich hat dieses Buch gefangengenommen; die Lektüre hat mich sehr beeindruckt und ich empfehle sie ausdrücklich weiter.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Kampf ums Überleben

One Perfect Couple
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Aus unserer heutigen Zeit sind skandalträchtige, spektakuläre Reality-Shows nicht mehr wegzudenken. Mehr oder weniger glücklich liierte Paare werden auf eine einsame tropische Insel geschickt, wo sie sich ...

Aus unserer heutigen Zeit sind skandalträchtige, spektakuläre Reality-Shows nicht mehr wegzudenken. Mehr oder weniger glücklich liierte Paare werden auf eine einsame tropische Insel geschickt, wo sie sich selbst - wochenlang abgeschottet von der Außenwelt - in aufreibenden Prüfungen beweisen und die Stabilität ihrer Beziehung unter Beweis stellen sollen. Selten kommt es zu extrem gefährlichen Situationen, wie sie die Bestseller-Autorin Ruth Ware in ihrem aktuellen Psychothriller "One perfect couple" schildert.

Das Cover ist in warmen Farbtönen gehalten und beschwört die Illusion von einem unbeschwerten Aufenthalt auf einer exotischen Trauminsel hinauf. Ein atemberaubender Sonnenuntergang an einem endlosen weißen Sandstrand, vor sich das tiefblaue Meer - wer möchte nicht mit den auserwählten Kandidatinnen tauschen? Der Titel bleibt der englischen Originalausgabe verpflichtet und wirkt wie eine verhaltene Warnung, die kommenden Herausforderungen im Kampf um den weltweiten Ruhm nicht zu unterschätzen. Wer darf sich das einzige perfekte Traumpaar nennen?

Der Plot erinnert an den faszinierenden Psychothriller "Die Insel" von Sarah Godwin, die ein abgründiges Fernseh-Experiment mit für diesen Zweck gecasteten Teilnehmer
innen auf einer abgeschiedenen rauhe schottischen Insel in de Fokus rückte. Nichts ist dem Zufall überlassen. Fast alle Lesenden dürften mit den einschlägigen Reality-Shows vertraut sein; die Auswahl der nach Aufmerksamkeit und Geld gierenden Kandidatinnen erfolgt unter strategischen Gesichtspunkten nach Maßgabe von gängigen Persönlichkeitstypen. Konträre, polarisierende Charaktere sollen für Action und Drama sorgen, um die Zuschauerzahlen in die Höhe schnellen zu lassen. Bei dem ersten Zusammentreffen lassen sich die ausgewählten Kandidatinnen kaum einschätzen, sie haben gleichsam eine Maske aufgesetzt, hinter der sie ihr wahres Ich verbergen. Wie ausgebildete Schauspielerinnen präsentieren sie sich im Licht der Öffentlichkeit von ihrer besten Seite, sie geben sich freundlich und kameradschaftlich, auch wenn es keinen Zweifel daran gibt, dass sie letztendlich Konkurrentinnen sind. Nach dem ersten Beschnuppern positionieren sie sich auf der tropischen Insel, sie stecken ihr Revier ab und suchen nach möglichen Verbündetinnen. Fast alle Protagonistinnen sind ehrgeizige Influencerinnen, mit mehr oder weniger hohen Zahlen an Followerinnen auf Social Media, die durch die Teilnahme an der Reality Show in die Höhe klimmen und sie selbst weltweit bekannt machen sollen. Aus dieser Riege von Selbstdarstellerinnen ragt Leyla hervor, eine streng wissenschaftlich agierende Virologin, die sich in dieser glitzernden Welt fehl am Platze fühlt. Das Setting ist atemberaubend. Bei der Lektüre des Psychothrillers springt das Kopfkino gleich an, man glaubt sich auf die (alp-) traumhafte Insel Ever After im Indischen Ozean versetzt. Dank der atmosphärisch dichten Beschreibungen kann man sich alle Schauplätze der Handlung deutlich vorstellen. Auf den ersten Blick ist man von dem luxuriösen Ambiente beeindruckt, auf den zweiten Blick werden zahlreiche Mängel sichtbar. Die künftige Ferienanlage ist längst noch nicht fertiggestellt; die Gäste müssen sich mit den Gegebenheiten arrangieren.

Der Roman lässt sich in drei Leseabschnitte gliedern. Nach einem Prolog erzählt der erste Teil "Die Stille" von Leyla und Nico, die sich zur Teilnahme an der Reality-Show entschließen. Der zweite Teil "Der Sturm" fokussiert sich auf das Leben auf der Insel, während der dritte Teil "Die Abrechnung" eine knallharte Auseinandersetzung der Überlebenden untereinander darstellt. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven vermittelt. Zu Wort kommt Leyla, eine sich von einer befristeten Anstellung zur nächsten durchhangelnde Virologin, die sich ihrem Freund Nico, einem erfolglosen ambitionierten Schauspieler zuliebe auf dieses fragwürdige Experiment eingelassen hat. Durchbrochen werden ihre ungeschminkten Schilderungen von an ein Tagebuch erinnernden Notizen, welche die wachsende Panik und den täglichen Kampf ums Überleben spiegeln.

Ruth Ware ist ein mitreißender Psychothriller gelungen, der alle Leser
innen in Atem hält. Beklommen verfolgt man die Geschehnisse vor, während und nach dem tropischen Sturm. Man ist erfüllt von Angst um die wenigen Überlebenden der Naturkatastrophe. Das tägliche Leben ist vom Kampf um das nackte Überleben geprägt. Hunger, Durst, Krankheiten, psychische und physische Gewalt sowie toxische Beziehungen bringen die Protagonist*innen an ihre persönlichen Grenzen. Wenn alles in Trümmern liegt, gilt das Recht des Stärkeren. Homo hominus lupus est - oder doch nicht? Mehr verraten möchte ich nicht. Für mich ist dieser fesselnde, realistisch anmutende Psychothriller ein absolutes Lese-Highlight.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Alte Freunde...

Das Wochenende
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Wer freut sich nicht über ein Wiedersehen mit alten Freundinnen? Mit ihrem neuen Buch "Das Wochenende" lädt Hannah Richell zu einem Treffen ein, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht.

Das ...

Wer freut sich nicht über ein Wiedersehen mit alten Freundinnen? Mit ihrem neuen Buch "Das Wochenende" lädt Hannah Richell zu einem Treffen ein, das sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht.

Das Cover ist in dunkle Farben getaucht. Die Stimmung ist düster und bedrohlich. Heftige Wellen peitschen gegen die hohen Klippen, in der Ferne ist ein hell erleuchtetes Zelt zu erahnen, das für einen luxuriösen Glamping-Urlaub stehen könnte. Der Titel ist in gelben Farben gehalten, er ist plakativ in Szene gesetzt und schürt die Erwartungshaltung der Leser
innen. Was mag sich in diesen wenigen Tagen ereignet haben?.

Die Handlung spielt in der Gegenwart und der Vergangenheit, sie ist durchbrochen von Erinnerungen und Polizeiverhören. Der Schauplatz ist Cornwall, auf einem Glamping-Campingplatz mit luxuriös anmutenden Unterkünften, der von einem ehemaligen erfolgreichen Architekten-Paar mit seinem 12jährigen Adoptivsohn betrieben wird. Zur inoffiziellen Eröffnung haben sie ihre besten Freundinnen mit ihren Familien eingeladen, um in ihren gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen und eine gute Zeit zu verbringen. Insgesamt handelt es sich um vier Familien, Erwachsene und Kinder.

Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven vermittelt. Alle literarischen Figuren sind absolut konträre Charaktere, mit Stärken und Schwächen. Seit ihrer Studienzeit haben sich die Freund
innen in verschiedene Richtungen entwickelt, sie haben nur losen Kontakt, tiefe Bindungen sind längst verloren gegangen. Im Laufe des Wochenendes lassen sie ihre Masken fallen, alte Konflikte und Rivalitäten brechen aus, es kommt zu körperlichen und verbalen Auseinandersetzungen, unangenehme Wahrheiten und streng gehütete Geheimnisse werden enthüllt.

Man braucht etwas Zeit, um mit diesem Buch warm zu werden. Dann steht man völlig im Bann der dramatischen Ereignisse an diesem Wochenende. Die Lektüre ist eine packende Mischung aus Familiendrama und Psychothriller, man will sie nicht mehr aus den Händen legen. Ein echtes Highlight!

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