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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2020

Genialer Krimi

Das Haus
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Ein Mehrparteienhaus das von unterschiedlichsten Personen bewohnt wird. Ein schrecklicher Mord geschieht und das Grauen nimmt daraufhin kein Ende mehr. Menschen verschwinden oder sterben. Nadja Knoll ist ...

Ein Mehrparteienhaus das von unterschiedlichsten Personen bewohnt wird. Ein schrecklicher Mord geschieht und das Grauen nimmt daraufhin kein Ende mehr. Menschen verschwinden oder sterben. Nadja Knoll ist Parapsychologin und vermutet etwas Übernatürliches, Frau Rauhaar entgegen vermutet einen skrupellosen Mörder. Die Polizei tappt im Dunkeln - bis sie viel zu spät auf eine bedeutende Spur kommt.
Voll Vorfreude habe ich mich auf diesen Krimi gestürzt und war maßlos begeistert. Der Schreibstil der Autorin ist klar und prägnant und sie zeichnet ihre Protagonisten ungeschönt. Dabei übertreffen sich die Charaktere an Individualität und sympathischer Schrulligkeit. Ein wahres Lesevergnügen auf ganzer Linie. Anfangs dachte ich, ich würde mit den ganzen verschiedenen Namen der Bewohner durcheinanderkommen. Doch mit der Zeit hat sich gezeigt, dass ich zu jedem ein ganz genaues Bild im Kopf hatte und zuordnen konnte. Das schafft nicht jedes Buch mit einer solchen Anzahl an Protagonisten. Die Geschichte wird aus der Sicht der Parapsychologien Nadja Knoll erzählt die immer wieder Rücksprache mit Frau Rauhaar hält und die aufkeimenden Ereignisse immer wieder analysiert und bespricht. In diesen Gesprächen wird jeder Bewohner des Mehrparteienhauses unter die Lupe genommen und vor Vorurteilen nicht verschont. Olivia Monti zeichnet ein grausames, reales Bild einer Hausgemeinschaft die in gewisser Weise die aktuelle gesellschaftliche Situation widerspiegelt – unter anderem gezeichnet durch Rassismus, Fremdenhass und wie schon genannt Vorurteilen gegenüber Menschen die man eigentlich gar nicht richtig kennt. Und das alles verpackt in einem überaus spannenden Krimi. Denn der Spannungsbogen wird konsequent aufrecht gehalten und ich habe das Buch in einem weggelesen, da ich unbedingt wissen wollte wer nun hinter alldem steckt und warum. Und das ist ein weiteres Highlight der Geschichte. Bis zum bitteren Ende lässt die Autorin den Leser im Unklaren wer der Schuldige ist. Und das fand ich wirklich grandios. Denn den Täter hatte ich tatsächlich nicht wirklich auf dem Schirm.
Alles in allem ein wirklich solider, starker Krimi der vor allem durch seine Vielfalt an Charakteren und seiner grausamen, realistischen Darstellung lebt. Er war zu keiner Sekunde langweilig und hat mich bestens unterhalten. Eine ganz klare 5 Sterne Bewertung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2020

Ein ganz besonderer Roadtrip

Volkswagen Blues
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Bei diesem Buch wusste ich schon vom ersten Satz an, dass es ein ganz Besonderes werden würde. Und ich sollte Recht behalten. Schon ab der ersten Seite hatte es mich in seinen Bann gezogen und nicht mehr ...

Bei diesem Buch wusste ich schon vom ersten Satz an, dass es ein ganz Besonderes werden würde. Und ich sollte Recht behalten. Schon ab der ersten Seite hatte es mich in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Und ganz nebenbei – mein größter Traum ist es selbst einmal mit einem alten Bully einen Roadtrip zu starten.
Die Sprache des Autors ist angenehm und ab und zu bin ich ein wenig über die französischen Begrifflichkeiten gestolpert (ist dann doch schon etwas länger her, dass ich die Sprache in der Schule hatte), was dem Lesefluss aber keineswegs einen Abbruch getan hat. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr speziell aber dennoch auf ihre eigene Art und Weise sympathisch. In Kombination mit dem Kater Chop Suey eine herrlich unterhaltende Kombination. Sie scheinen im ersten Moment so überhaupt nicht zusammen zu passen, ergänzen sich dann aber immer wieder perfekt. Sie begeben sich auf die Suche quer durch Amerika nach dem Bruder des männlichen Charakters Jack. Sie streunen durch Museen und Bibliotheken und gehen vagen Hinweisen nach. Dabei begegnen sie immer wieder besonderen Menschen mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Generell schwingt im gesamten Buch eine gewisse nostalgische Atmosphäre mit, gepaart mit einer sensiblen und feinfühligen Stimmung. Das hat mir beim Lesen sehr gut gefallen und war für mich schlichtweg passend zum Setting und Grundtenor des Werkes. Dazu kam, dass man immer wieder interessante kulturgeschichtliche Legenden zur Besiedelung Amerikas bekommen hat und weitere spannende Infos über die Geschichte Amerikas. Unterstrichen wurden die Legenden und Informationen durch einige Bilder und Illustrationen, was ungewöhnlich war aber dennoch sehr aufschlussreich und spannend. Das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen, aber im Gesamtkontext gesehen war es das stimmigste und passendste Ende was dieses Buch bekommen hätte können.

Insgesamt ein wunderbares Buch über einen Roadtrip der ganz besonderen Art, mit besonderen Protagonisten und besonderen Begegnungen. Alles in allem definitiv ein Highlight meines Leseseptembers. Deswegen 5 von 5 Sternchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Eine inspirierende Mutter-Tochter-Reise

Let's go Himalaya!
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„Junge Menschen müssen raus in die Welt!“ – so lautet die Reaktion von einer Verwandten Katja Linkes auf ihre Idee mit ihrer jüngsten Tochter Julia einen Monat durch Tibet, Richtung Himalaya und zum Basislager ...

„Junge Menschen müssen raus in die Welt!“ – so lautet die Reaktion von einer Verwandten Katja Linkes auf ihre Idee mit ihrer jüngsten Tochter Julia einen Monat durch Tibet, Richtung Himalaya und zum Basislager des Mount Everst zu reisen. Katja will raus aus dem Alltag „ihr Shangri-La“ finden und Julia möchte einen Stein aus Omas Garten ins Basislager bringen. Auf ihrer Reise bemerken sie schnell das Papier geduldig ist und nicht immer alles läuft wie man sich das im Vorfeld vorgestellt hatte. Dennoch halten beide an ihren Zielen fest und bestreiten diese Mutter-Tochter-Reise mit gemeinsamen Kräften.
Schon mit den ersten paaren Zeilen war mein Reisefieber wieder da und mein Fernweh geweckt und mir nichts dir nichts war ich Hals über Kopf mit auf dem Weg zum höchsten Berg der Welt. Die Autorin schafft es wunderbar eigene Erfahrungen mit Sachinformationen und Erzählungen zu verknüpfen. Das hat das Lesen wunderbar abwechslungsreich gemacht und war an keiner Stelle langweilig. Da ich selbst von Tibet und seiner Kultur fasziniert und daran interessiert bin war dieses Buch ein absoluter Hauptgewinn und ich habe einiges lernen können. Die Erlebnisse der beiden werden unglaublich nah und gefühlvoll erzählt. Ich hatte das Gefühl daneben zu stehen und durch Julias und Katjas Augen zu blicken. Besonders Julias kindliche Neugier und Unbefangenheit haben mich immer wieder beeindruckt und mich wünschen lassen, dass ich mir diese gerne wieder ins eigene Leben holen würde. Julia unterstreicht ihre Gedanken in ab und zu eingefügten Ausschnitten aus ihrem Tagebuch, welches ich immer wieder schön fand zu lesen. Es wird deutlich wie viel Aufwand und Planung in einer solch großen Reise steckt und auch welcher Zusammenhalt hier zwischen Mutter und Tochter gefragt ist. Ich finde aber man hat schön gesehen, wie beide über sich hinausgewachsen sind egal vor welche Schwierigkeiten sie die Reise auch gestellt hat und auch in der Beziehung zueinander große Schritte gemacht haben. Die Schilderungen der Begegnungen die die beiden auf ihrem langen und teilweise auch sehr beschwerlichen Weg nach oben hatten, haben mich tief beeindruckt. Ich konnte daraus auch einiges an Inspiration und Impulsen für mich mitnehmen (Was bedeutet Freiheit für dich? Welche Farben hat der Himmel? Achtsamkeit mit sich selbst und seiner Umwelt) und vieles klingt in mir noch nach, wie der Ton einer Klangschale. Viele der Erlebnisse haben mir auch eine Gänsehaut bereitet und tief beeindruckt.
Ich bin sehr dankbar, dass ich die beiden auf dieser Reise begleiten durfte. Ich habe einiges gelernt – über Tibet und die politische Situation dort, die Unterschiede zwischen derer und unserer Kultur, über das Reisen und auch einiges über mich selbst. Eine wunderbares Mutter-Tochter-Abenteuer mit wichtigen Impulsen und Anstößen. Eine klare Empfehlung aus reinstem Herzen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Liebe braucht keine Gesichter

Stell dir vor, dass ich dich liebe
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Jack ist jung, gutaussehend und beliebt. Doch er hat ein Geheimnis, dass fast keiner kennt. Er kann Gesichter nicht wiedererkennen. Selbst die seiner eigenen Familie nicht. Und dann gibt es Libby die mutig ...

Jack ist jung, gutaussehend und beliebt. Doch er hat ein Geheimnis, dass fast keiner kennt. Er kann Gesichter nicht wiedererkennen. Selbst die seiner eigenen Familie nicht. Und dann gibt es Libby die mutig ist und sich traut sich gegen die Gemeinheiten ihrer Mitschüler zu wehren. Die beiden begegnen sich und so beginnt eine ganz spezielle und besondere Liebesgeschichte.
Ein großer Pluspunkt an der gesamten Geschichte ist es, dass sich die Autorin keiner gängigen Klischees aus New/Young Adultromanen bedient. Sie schafft bewusst keine perfekten Charaktere und hat somit bei mir schon einige Sympathiepunkte gesammelt. Auch der Schreib- und Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist leicht, locker und man kommt gut durch die Seiten. Libby und Jack sind unglaublich individuelle, besondere und vor allem echte Protagonisten, dass ich sie von Anfang an ins Herz geschlossen habe. Sie wirken in ihren Handlungen und Denkweisen sehr authentisch und lebensecht. Besonders war allerdings, dass die Gefühlsebene der beiden sehr hervorgehoben wurde. So konnte man hautnah mitfühlen und manche Situationen haben mir eine regelrechte Gänsehaut beschert. Libbys Vergangenheit und auch die Realität die Jack durchleben muss. Jeder der beiden bringt sein eigenes Päckchen mit. Durch diese besonderen Charaktere die mit einigen Hürden versuchen ihren Weg zueinander zu finden, vermittelt die Geschichte auch einiges an wichtigen Werten. Akzeptanz und Achtung – vor allem für sich selbst, Mitgefühl und der Sinn für Gerechtigkeit und dass es wichtig ist sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Das waren nur einige der besonderen Aspekte die das Buch mitbringt. Die Geschichte verläuft ohne gravierend ansteigenden Spannungsbogen ist aber trotzdem an keiner Stelle langweilig. Dennoch hat für mich der letzte Funke gefehlt, dass mich Jack und Libbys Weg erreicht hat. Was ich sehr schade finde, denn ansonsten ist Jennifer Niven definitiv ein besonders Werk gelungen.
Eine wunderschöne, romantische und auch humorvolle Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die gerade auf dem Weg sind sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind und dabei im Anderen Unterstützung und Halt finden. Wie schon gesagt leider konnte es mich nicht ganz erreichen, dennoch hat es wunderbare 4 Sternchen verdient.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Noch grausam grandioser!

Die Arena: Letzte Entscheidung
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Teil Eins der Dilogie konnte mich schon mitreißen. Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf Teil 2. Ben und Hoshiko haben den Zirkus in die Luft gesprengt und sind auf der Flucht. Doch das Grauen ist ...

Teil Eins der Dilogie konnte mich schon mitreißen. Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf Teil 2. Ben und Hoshiko haben den Zirkus in die Luft gesprengt und sind auf der Flucht. Doch das Grauen ist noch nicht vorbei. Aus der Asche erhebt sich die Manege erneut – noch grausamer und skrupelloser als zuvor. Und nun erlebt auch Ben am eigenen Leibe was es heißt für Silvio zu tanzen. Währenddessen rücken die Wahlen immer näher. Und der Ausgang wird über die Zukunft aller entscheiden…
Puh was soll ich sagen. Wie schon in Teil 1 schildert die Autorin die Ereignisse mit präziser und ungeschönter Grausamkeit. Menschen werden heruntergemacht, gequält, gefoltert – definitiv nichts für schwache Nerven. Doch in diese Grausamkeit verflechtet sie zarte Bande der Freundschaft und der aufkeimenden Liebe. Und diese Mischung hat für mich den Ausschlag gegeben. Hoshiko und Ben werden erneut voneinander getrennt – doch scheinen sie sich auch in dieser Situation sehr nah zu sein. Dieses Mal haben wir eine umgekehrte Perspektive. Ben ist derjenige der im Zirkus festsitzt und Hoshiko ist draußen und versucht ihn zu retten. Ein sehr interessanter Ansatz. Man spürt das Band zwischen den beiden in jeder Zeile und dass sie für das was sie erreichen wollen brennen. Und auch die Nebencharaktere bestechen durch ihre Liebenswürdig- und Schlagfertigkeit. So habe ich beispielsweise Greta wieder von Anfang an ins Herz geschlossen. Auch eine große politische Komponente fließt in diesen Teil mit ein. Zwei grundverschiedene Seiten stehen sich gegenüber und kämpfen mit den jeweils eigenen Waffen für den Wahlsieg. Das gibt der sowieso schon spannenden Geschichte eine zusätzliche Prise dazu. Der Spannungsbogen wird konsequent aufrechterhalten und zu keinem Zeitpunkt ist die Geschichte annähernd langweilig.
Eine spannungsgeladene Handlung, liebgewonnene Charaktere gemischt mit harten, grausamen Details – ein absolut fesselndes Leseerlebnis und eine klare Empfehlung!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere