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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2020

Höhen und Tiefen

Die Traumdiebe
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Das Cover ist ein Traum. Und unter dem Umschlag sieht das Buch immer noch traumhaft aus. Das hat man selten und deswegen hat es mir hier besonders gut gefallen. Auch der Titel und der Klappentext haben ...

Das Cover ist ein Traum. Und unter dem Umschlag sieht das Buch immer noch traumhaft aus. Das hat man selten und deswegen hat es mir hier besonders gut gefallen. Auch der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, weshalb ich überaus gespannt auf die Geschichte war.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kommt gut durch die Seiten. Wir begleiten Frenchie auf seiner Reise mit seiner „Familie“. Sie sind dabei immer auf der Flucht vor der Traumdieben, die ihnen dicht auf den Fersen sind. Die Geschichte spielt in nicht allzu ferne Zukunft nach den Folgen der Klimakatastrophe. Alles in allem hat es sich sehr vielversprechend angehört. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr Fragezeichen standen über meinem Kopf. Der Erzählstil war mitunter sehr wirr und sprunghaft zwischen verschiedenen Zeitebenen. Das hat das Lesen etwas erschwert. Die Charaktere sind von ihrer Vergangenheit her überaus interessant, doch werden sie in meinen Augen leider nur oberflächlich und mit relativ wenig Tiefe dargestellt. Natürlich findet man zum ein oder anderen doch Sympathien, doch überzeugen konnten sie mich alle nicht zu 100 %. Die Charakterentwicklung über die Spanne der Handlung verlief relativ schnell und ohne große Erklärungen oder innere Einblicke. Auch ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Oft erschienen sie mir doch sehr naiv, obwohl nach der Vorgeschichezu urteilen, ein großer Erfahrungsschatz mit bestimmten Situationen da sein sollte. Das fand ich schade, denn die Botschaft, dass die Träume des Einzelnen wichtig und wertvoll sind, fand ich eine sehr schöne. Auch wichtig und interessant fand ich die Kritik an unserem Umgang mit der Umwelt. Damit liegt die Autorin aus meiner Sicht richtig und verpackt diese umsichtig in ihrer Geschichte. Jedoch gab es für mich, wie oben schon erwähnt, einige Ungereimtheiten und generell hat mir der rote Faden hinter dem Ganzen etwas gefehlt. Auch das Ende konnte mich leider nicht umstimmen. In meinen Augen war es sehr seicht und für mich enttäuschend. Ich war regelrecht perplex als ich das Buch zugeschlagen habe. Denn die Fragezeichen vom Anfang waren immer noch da.
Generell hatte die Autorin eine wunderbare Idee für ihre Geschichte. Leider war sie für mich zu verwirrend und zu flach umgesetzt. Ein Buch mit Höhen und Tiefen, dass mich am Ende leider nicht von sich überzeugen konnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Einfach magisch!

Die Verzauberung der Schatten
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Nach dem ersten Teil war ich nun umso gespannter auf Teil zwei der so hochgelobten Reihe von V.E. Schwab. Auch hier wählte ich wieder die Hörbuchfassung, da mir die Vertonung zu Teil 1 durch den argon ...

Nach dem ersten Teil war ich nun umso gespannter auf Teil zwei der so hochgelobten Reihe von V.E. Schwab. Auch hier wählte ich wieder die Hörbuchfassung, da mir die Vertonung zu Teil 1 durch den argon Hörbuchverlag sehr gut gefallen hatte. Und auch bei Teil zwei war ich von der Qualität der Hörspielproduktion mehr als begeistert. Der Sprecher konnte mich mit seiner Stimme fesseln und an die Geschichte binden.
Nun zum Inhalt. Wie schon beim ersten Teil hat mir die etwas andere Art und Weise ein Buch über Magie zu schreiben, sehr gut gefallen. Wir befinden uns hauptsächlich im roten London in dem das Turnier der Elemente stattfinden soll. Bei einem solchen Großereignis kommen alle namenhaften Magier aus den verschiedensten Ländern in die Stadt um ihr magisches Geschick zu messen. Mit und neben dem Geschehen dabei sind Kell und sein Bruder Rye und auch Lila treffen wir wieder. Neue Charaktere wie der Freibeuterkapitän Alucard lernen wir kennen und lieben bzw. hassen. Doch während im roten London alles für das große Spektakel vorbereitet wird, braut sich im weißen und schwarzen London erneut Unheil zusammen. Die Gefahr rückt näher, ohne dass unsere Helden etwas davon mitbekommen. Zugegebenermaßen hat die Geschichte auch hier etwas gebraucht um wirklich ins Rollen zu kommen. Das fand ich ein wenig schade, hätte ich mir doch eher einen früheren Anstieg des Spannungsbogens gewünscht. Bis dahin ist es keineswegs langweilig, nur ein wenig mehr Action im Vorfeld hätte auch nicht geschadet. Die Charaktere haben im Vergleich zum Vorgängerband eine Entwicklung durchgemacht, die die Autorin sehr gut aufgegriffen und in Szene gesetzt hat. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so werden die Protagonisten für den Leser lebendig und erhalten mehr Tiefe. Am Schluss kommt es dann zum finalen Showdown der mein Fantasy-Action-Herz hat höherschlagen lassen.
V.E.Schwab hat mit dem zweiten Band ebenfalls wieder eine unglaublich dichtes, atmosphärisches und vor allem magisches Fantasyhighlight geschaffen mit humorvollen und sympathischen Charakteren. Ich habe es geliebt wieder in die Welt von Lila und Kell abzutauchen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Außer dem anfangs fehlenden Spannungsbogen habe ich auch an diesem Teil nichts auszusetzen und freue mich wahnsinnig auf Teil drei. Denn nach diesem Ende kann der finale Band der Trilogie nur fulminant werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Im Inneren eines Bienenstocks

Die Bienen
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Der Leser begleitet die Biene, von der Sippe her Hygeniearbeiterin, Flora 717 auf ihrem großen Abenteuer durch die Heimtücken eines Bienenstockes. Sie ist weder besonders hübsch, noch zeigt sie andere ...

Der Leser begleitet die Biene, von der Sippe her Hygeniearbeiterin, Flora 717 auf ihrem großen Abenteuer durch die Heimtücken eines Bienenstockes. Sie ist weder besonders hübsch, noch zeigt sie andere spezielle Talente. Doch mit der Zeit fängt Flora 717 an sich selbst zu entdecken und über ihren Mut hinauszuwachsen. Eine brillante Idee von Sicht- und Erzählweise. Dennoch war es für mich etwas gewöhnungsbedürftig.
Der Schreibstil aus Sicht einer Biene ist natürlich überaus speziell und an manchen Stellen sehr sprunghaft und verwirrend. Dennoch bekommt man als Leser einen sehr guten Einblick in den „Alltag“ einen solchen Bienenstockes. Dabei macht man Bekanntschaft mit allerlei Feinden und Freunden und lernt einiges über die Rolle der einzelnen Biene in ihrem Schwarm kennen. Dabei gibt es wie bei den Menschen auch, richtige Ekelpakte mit denen man gar nicht klar kommt, aber auch freundliche und zuvorkommende Bienen. Flora macht gefühlt mit einer Bandbreite solcher Charaktere Bekanntschaft. Inklusive natürlich der heiligen Bienenkönigin. Dennoch war mir die Geschichte an sich an vielen Stellen zu langatmig und oft hatte ich das Gefühl, dass sich viele Dinge immer und immer wieder wiederholen und nichts neues Bahnbrechendes passiert. Die Funktionen des Bienenkörpers und des Schwarms werden dem Leser eingängig erläutert, was mitunter zwar sehr interessant und auch sehr brutal und grausam ist. Einen Aspekt auf den man sich hat einlassen müssen um weiterzulesen. Ich habe mich darauf eingelassen und das Buch zu Ende gebracht.
Am Schluss muss ich sagen, dass es mich weder sonderlich enttäuscht, noch sonderlich begeistert hat. Die Idee ist sehr speziell und hebt sich definitiv von anderen Romanen ab. Eine Geschichte auf die man sich einlassen und auch die Motivation und Lust mitbringen sollte. Ich habe die Geschichte gerne gelesen, war aber auch froh als ich das Buch wieder aus der Hand legen konnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2020

Atmosphärisch und dicht. Ich hatte mir allerdings mehr erhofft

Die stummen Wächter von Lockwood Manor
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London, England zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Hetty wird beauftragt die Sammlung von Säugetierexponaten des Londoner Museums nach Lockwood Manor zu begleiten, um diese vor dem Krieg zu schützen. Doch ...

London, England zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Hetty wird beauftragt die Sammlung von Säugetierexponaten des Londoner Museums nach Lockwood Manor zu begleiten, um diese vor dem Krieg zu schützen. Doch von Anfang an scheint etwas Seltsames auf dem Anwesen vorzugehen. Der jähzornige Major des Hauses und seine Tochter Lucy geben Rätsel auf und als Tiere verschwinden und auf mysteriöse Weise beschädigt werden, spitzt sich die Lage immer mehr zu.
Von Anfang an vermittelt das Buch eine sehr ruhiges und auch düsteres Lesegefühl. Der Schreibstil der Autorin ist sehr dicht und atmosphärisch gehalten, so dass man direkt in die Geschichte eintaucht. Sie wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen Hetty und zum anderen von Lucy, in Tagebuchform. Das bringt stilistische Abwechslung hinein und beleuchtet mehre Ebenen der Geschichte. Die Spannung kommt leider nur sehr langsam in Gang und oft hatte ich Schwierigkeiten dabei zu bleiben. Gruselige Elemente sind zwar vorhanden, doch ausschlaggebende Ereignisse lassen oft sehr lang auf sich warten. Die Dialoge erschienen mir oft sehr platt und herbeigeführt und generell hatte ich Schwierigkeiten mich mit den einzelnen Charakteren anzufreunden. Diese waren recht schmucklos und einfach gehalten, was an sich nichts Schlechtes ist, mir aber hier dennoch den Zugang zu den Protagonisten verbaut hat. Auch dieser fehlende Zugang hat dazu beigetragen, dass ich mich durch manche Abschnitte regelrecht durchkämpfen musste. Was ich sehr schade fand, denn an sich fand ich die Idee und das Setting wirklich toll. Der rote Faden war für mich nicht immer erkennbar und das Ende hat mich mit einem leicht unzufriedenen Gefühl zurückgelassen. Ich kam mir sehr abgefertigt und überrumpelt vor.
Insgesamt ein zwar sehr atmosphärisches, dicht erzähltes Buch, welches sich aber mitunter sehr in die Länge zieht anstatt in die Tiefe zu gehen. Von der Geschichte an sich wirklich toll, doch die Umsetzung hat leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Schade!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Es hat sich wie Heimkommen angefühlt

Serafin. Das Kalte Feuer
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Das ich den Merlezyklus gelesen habe ist schon ein paar Jahre her – umso mehr habe ich mich gefreut diesen Folgeband endlich lesen zu können. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und ist in wundervollen ...

Das ich den Merlezyklus gelesen habe ist schon ein paar Jahre her – umso mehr habe ich mich gefreut diesen Folgeband endlich lesen zu können. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und ist in wundervollen warmen Farben gehalten.
Kai Meyers Schreibstil hat mich von der ersten Seite an direkt wieder gefangen genommen. Seine fantastischen Ideen und sein wundervoller Erzählstil haben ihr Restliches dazu beigetragen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ich wollte das Buch zu keiner Zeit aus der Hand legen, nur Müdigkeit und Arbeit hielten mich davon ab weiterzulesen. Ein Grund warum ich Kai Meyers Bücher so liebe ist das er durchgängig eine fesselnde Atmosphäre schafft. Es hat sich wie Heimkommen angefühlt als nach und nach die alten Charaktere auf die Bühne getreten sind. Junipa, Merle und Serafin - wie ich sie doch alle vermisst habe. Wie den meisten anderen, die die Merletrilogie gelesen haben, hat mir das Ende damals das Herz gebrochen. „Serafin – das kalte Feuer“ ist wie ein Versöhnungsangebot des Autors. Das Abenteuer in das die Drei, inklusive frecher, schlagfertiger, geflügelter Katze Cagliostra geraten, strotzt nur so von Kreativität und fantastischen Szenerien. Besonders angetan hat es mir die Idee hinter den manifestierten Städten. Eine kleine Highlightszene war die in der Merle den fliegenden Masken begegnet. Immer wieder bin ich über so viel Ideenreichtum und Kreativität begeistert. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt weil die Spannung stets aufrecht gehalten wurde. Die Protagonisten sind nahbar, ehrlich und immer noch sympathisch.
Kai Meyer hat uns wieder in ein unglaublich dichtes, atmosphärisches und fantastisches Venedig entführt. Die Erwartungen die ich an das Buch hatte, und das waren wirklich hohe, wurden vollkommen erfüllt und ich war ein wenig traurig als ich das Buch wieder zuklappen musste. Für mich ein absolut gelungener Nachfolgeband der sowieso schon sehr starken Merletrilogie. Die Welt war wie Heimkommen und Zurückkehren in eine Welt die man als Kind so unglaublich geliebt hat. Definitiv ein Muss für alle Merle und Kai Meyer Fans und ein wirklich fantastisches Leseerlebnis!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere