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Veröffentlicht am 01.12.2022

Thematisch schwer zu verdauen

Am roten Strand
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Worum geht’s?
Die Verhaftung eines Kindesentführers hätte eigentlich der erfolgreiche Abschluss eines tragischen Falles sein sollen – hätte Ermittler Ben nicht den anderen der beiden Täter erschossen. ...

Worum geht’s?
Die Verhaftung eines Kindesentführers hätte eigentlich der erfolgreiche Abschluss eines tragischen Falles sein sollen – hätte Ermittler Ben nicht den anderen der beiden Täter erschossen. Die daraus resultierende interne Untersuchung setzt nicht nur ihm, sondern auch seinen Kollegen zu, denn mittlerweile hat es das Team bereits mit einem ganzen Ring pädophiler Täter zu tun. Als der erste Verdächtige in Untersuchungshaft sitzt, scheinen die Ermittlungen in die richtige Richtung zu gehen – bis es den ersten Toten gibt und die Polizei dazu gezwungen ist, statt der Opfer die Täter zu schützen.


Meine Meinung
Auch bei diesem zweiten Band der Reihe habe ich mir vor dem Lesen wieder einmal die Frage gestellt, ob ich mir das thematisch wirklich antun möchte. Kindesmissbrauch ist definitiv nur sehr schwer zu verdauen und als Thema eines Krimis für mich nicht ganz leicht zu akzeptieren, insbesondere vor dem Hintergrund des Protagonisten dieser Reihe.

Was mir an der Umsetzung des Themas grundsätzlich ganz gut gefallen hat, war der Verzicht auf grafische Details, die für mich definitiv einen Abbruch des Buches bedeutet hätten. Nichtsdestotrotz habe ich einige Zeit gebraucht, um die Geschichte zu beenden, was zum Teil auch an der Erzählweise des Autors lag.

Jan Costin Wagner hat sicherlich einen atmosphärischen Krimi geschaffen, der beim Lesen bedrückt und zeitweise auch wirklich wütend macht. Die häufigen Perspektivwechsel haben mein Lesetempo wenigstens zeitweise hoch gehalten, im Grunde passiert aber gar nicht mal so viel. Beim Lesen hat das ein wenig seltsam auf mich gewirkt, da ich so irgendwie eine ziemliche Distanz zum Geschehen bewahrt habe, die mir auch ganz lieb war, gleichzeitig aber auch das Gefühl hatte, überdurchschnittlich lange in der Geschichte zu stecken.

Mit den Figuren hatte ich so meine Probleme, auch wenn ich zugeben muss, dass der Autor hier einige spannende Ansätze gewählt hat. Protagonist Ben ist da definitiv ein Paradebeispiel für, denn einen Ermittler zu wählen, der selbst pädophile Neigungen hat, ist auf jeden Fall eine ungewöhnliche Vorgehensweise. Ich persönlich fand das nur schwer zu ertragen und würde einen dritten Band daher vermutlich eher nicht lesen, psychologisch interessant gemacht war das irgendwo aber trotzdem. Ein größeres Problem war für mich allerdings tatsächlich, wie ähnlich sich viele Figuren waren. Mir haben da einfach Alleinstellungsmerkmale gefehlt, die die Personen deutlicher zu unterscheiden gemacht hätten, denn beim Lesen war ich zeitweise doch ein wenig verwirrt und musste im Buch herumblättern.


Fazit
Die Ansätze dieser Reihe sind grundsätzlich spannend und in ihrer Umsetzung auch durchaus interessant erzählt, thematisch ist das Ganze aber trotzdem nur sehr schwer zu ertragen. Einen weiteren Band würde ich wahrscheinlich nicht mehr lesen, schlecht geschrieben sind die Bücher deswegen aber definitiv nicht.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2022

Toller Bildband für Hundefreunde

Gefährte Hund
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Meine Meinung
Als riesiger Hunde-Fan bietet dieses Buch wirklich einen Rundumschlag, der eine Menge spannender Beziehungen zwischen Menschen und Hunden beleuchtet.

Besonders gut hat mir dabei gefallen, ...

Meine Meinung
Als riesiger Hunde-Fan bietet dieses Buch wirklich einen Rundumschlag, der eine Menge spannender Beziehungen zwischen Menschen und Hunden beleuchtet.

Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass der Fokus nicht auf Europa bzw. eigentlich überhaupt nicht auf geografischen Gebieten lag, sondern eher verschiedene Rassen und ihre Beziehung zum Menschen in den Blick genommen wurden. Dabei sind wirklich tolle Geschichten zustande gekommen, die mit äußerst gelungenen Bildern untermalt wurden und beim Lesen und Durchblättern viel Spaß gemacht haben.

Die Textblöcke zwischen den Fotografien waren definitiv nicht zu lang und durchaus informativ, wobei ich zugeben muss, dass ich mich persönlich einfach ein wenig schwer mit dem Schreibstil getan habe. Unabhängig davon haben mir die einzelnen Geschichten inhaltlich aber trotzdem gefallen, weshalb ich mich beim Lesen nicht allzulange an den Texten aufgehalten habe und definitiv Spaß hatte.


Fazit
Nicht nur Hunde-Freunde werden an diesem Buch viel Freude haben. Die Bilder sind wirklich toll geworden und erzählen ihre eigene Geschichte, was das Buch auch unabhängig von den Textabschnitten zu einer interessanten Lektüre macht.

Von mir gibt es dafür alle fünf Bücherstapel.

Veröffentlicht am 29.11.2022

Wirkt wie Füllmaterial

Westwell - Bright & Dark
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Worum geht’s?
Auch zwei Monate nach der Trennung von Jess vermisst ihn Helena unglaublich. Die Ermittlungen zum Tod ihrer Geschwister geben ihr Halt, stellen sie jedoch gleichzeitig auch vor ein unglaubliches ...

Worum geht’s?
Auch zwei Monate nach der Trennung von Jess vermisst ihn Helena unglaublich. Die Ermittlungen zum Tod ihrer Geschwister geben ihr Halt, stellen sie jedoch gleichzeitig auch vor ein unglaubliches Problem – denn als Helena auf neue Spuren stößt, kann sie gar nicht anders, als Jess zu informieren. Der ist alles andere als begeistert, schafft es jedoch auch nicht, Helena einfach zu vergessen – und steckt somit schneller in den Ermittlungen, als ihm selbst lieb wäre.


Meine Meinung
Mein Verhältnis zu dieser Reihe ist wirklich ambivalent und wird es vermutlich auch nach Band drei bleiben, denn ganz leicht macht es mir die Autorin mit dieser Geschichte wirklich nicht.

Der Schreibstil lässt sich an sich wirklich angenehm lesen, und grundsätzlich gespannt auf den Handlungsbogen war ich nach dem Beenden von Teil eins der Reihe ebenfalls. Als ich dann aber angefangen habe, diese Geschichte zu lesen, habe ich doch recht schnell gemerkt, dass meine Kritikpunkt an Band eins auch hier leider wieder aufgetaucht sind.

Helena fand ich als Protagonistin leider noch immer ein wenig anstrengend und nicht so sympathisch, wie mir das lieb gewesen wäre. Der Konflikt mit ihren Eltern hat mich beim Lesen persönlich eher angestrengt als dazu gebracht, mit ihr mitzufühlen, was insgesamt einfach schade war.

Auch Jess hat sich in meinen Augen leider nicht besonders hervorgetan, was insbesondere an der Masse an inneren Monologen lag. Sowohl er als auch Helena haben sich leider so ein wenig im Kreis gedreht und dabei in meinen Ohren so unglaublich wehleidig geklungen, dass ich nach einiger Zeit einfach nicht anders konnte, als ein wenig mit den Augen zu rollen. So ganz altersentsprechend kamen mir die zwei nicht vor, auch wenn ich durchaus versuche zu verstehen, was für ein Druck auf den beiden lastet.

Mein größtes Problem mit diesem Buch lag allerdings tatsächlich darin, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, dass dieser zweite Band so ein wenig als Füllmaterial fungieren sollte. Die Geschichte hat für meinen Geschmack einfach etwas zu lange nicht wirklich an Fahrt aufgenommen, was bei mir leider so ein wenig den Eindruck erweckt hat, als gäbe es einfach nicht genug Inhalt, um die Reihe wirklich auf drei Bände zu strecken.


Fazit
Richtig begeistert hat mich dieses Buch leider nicht, gespannt auf Band drei und somit den Abschluss der Reihe bin ich aber natürlich trotzdem. Wem das langsame Erzähltempo und der eher unaufgeregte Spannungsbogen aber gefällt, den wird diese Geschichte sicherlich mehr überzeugen können als mich.

Dafür verteile ich drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2022

Fluffige Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren

Bossy Love - Jede Nacht mit dir
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Worum geht’s?
Seit dem Tod ihrer Eltern kümmert sich Beth mit vollem Eifer um ihren Bruder Evan. Eigentlich ist sie mit ihrer kleinen Familie glücklich, aber als sie dann zufällig auf Ronan trifft, fliegen ...

Worum geht’s?
Seit dem Tod ihrer Eltern kümmert sich Beth mit vollem Eifer um ihren Bruder Evan. Eigentlich ist sie mit ihrer kleinen Familie glücklich, aber als sie dann zufällig auf Ronan trifft, fliegen direkt die Funken zwischen den beiden. Was Beth jedoch nicht weiß – Ronan ist kein Fitnesstrainer, wie sie eigentlich vermutet, sondern millionenschwerer Erbe und Landschaftsarchitekt. So gerne wie Ronan auch ehrlich zu Beth wäre, die so ungewohnte Anonymität will er nicht so schnell aufgeben – und je mehr Zeit vergeht, desto größer wird seine Angst, dass ihm Beth diese Lüge nicht so leicht verzeihen würde.


Meine Meinung
Auch wenn ich mich normalerweise über allzu klischeehafte Liebesgeschichten eher aufrege, passt so eine richtig schön fluffige Lovestory mit einer Garantie auf ein Happy End irgendwie perfekt zur dunkler werdenden Jahreszeit.

Das Erzähltempo hat sich für mich zwar von Beginn an ziemlich hoch angefühlt, Spaß hatte ich beim Lesen aber auf jeden Fall. Ein bisschen weniger Hektik wäre trotzdem wünschenswert gewesen, insbesondere bei der Masse an Figuren, die hier in der Handlung auftreten. Ich persönlich tue mich mit Namen ohnehin ein wenig schwer, weshalb ich durchaus häufiger mal im Stammbaum nachschauen musste, wer denn jetzt noch mal wer war.

An Beth und Ronan als Protagonisten mochte ich jeweils wirklich gerne, wie familienverbunden die beiden waren. Die Beziehung der beiden hat sich in meinen Augen zwar aufgrund des hohen Erzähltempos ein wenig schnell entwickelt, gefühlsmäßig hat sich bei mir aber trotzdem eine wirkliche Wohlfühlatmosphäre eingestellt. Auch das Netz aus Nebenfiguren war wirklich sympathisch, wenn auch zeitweise ein kleines bisschen unübersichtlich gestrickt. Gefreut hat mich diese Menge an Sympathie aber schon, denn gerade in diesem Genre gibt es ja doch immer mal wieder Figuren, die einfach nicht zum Mögen geschrieben wurden.

Was dem Handlungsbogen irgendwie einen etwas seltsamen Beigeschmack gegeben hat, war meiner Meinung nach leider so ein wenig das obligatorische Drama. Viel Unvorhersehbares gab es dabei nicht, was ich normalerweise überhaupt nicht leiden kann. Hier hat mich das dann aber doch recht schnell folgende Happy End irgendwie wieder versöhnt, was mich selbst fast ein wenig überrascht hat.

Insgesamt hätte ich vor dem Lesen dieses Buches nicht unbedingt damit gerechnet, eine perfekt zur Vorweihnachtszeit passende Geschichte zu finden, die zwar ein hohes Tempo, dafür aber auch jede Menge Wohlfühlatmosphäre mitbringt und mir beim Lesen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.


Fazit
Wer auf der Suche nach einer wirklich fluffigen Liebesgeschichte für einen gemütlichen Lesenachmittag sucht, dem kann ich dieses Buch definitiv ans Herz legen. Ein kleines bisschen weniger Tempo und eine etwas übersichtlichere Gestaltung der Figuren hätte ich mir zwar gewünscht, wirklich gut gefallen hat mir die Handlung aber trotzdem.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2022

Niedliche Kleinstadtromantik mit schwachem Schlussteil

Sweeter than Fame
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Worum geht’s?
Nach dem Tod seiner Frau hat Rockstar Garrett weder Zeit noch Motivation dazu, sich in eine neue Beziehung zu stürzen. In der kleinen Ortschaft Wildwood will er zur Ruhe kommen, hat dabei ...

Worum geht’s?
Nach dem Tod seiner Frau hat Rockstar Garrett weder Zeit noch Motivation dazu, sich in eine neue Beziehung zu stürzen. In der kleinen Ortschaft Wildwood will er zur Ruhe kommen, hat dabei aber leider die Rechnung ohne seinen besten Freund und Bandkollegen gemacht. Der beauftragt ausgerechnet Garretts neue Nachbarin damit, ihn ein wenig aus seinem Schneckenhaus hervor zu locken – und das klappt überraschend gut.


Meine Meinung
Ich bin ein riesiger Fan von Kleinstadtromanzen und freue mich immer wieder über idyllische Settings und interessante Charaktere. Auch hier hat mir die Ausarbeitung der Kleinstadt wirklich gut gefallen, die Figuren allerdings haben mich schlussendlich nicht ganz überzeugen können.

Das erste Drittel der Geschichte habe ich als durchaus gut gelungen wahrgenommen, man kommt recht schnell in die Handlung rein und lernt so langsam aber sicher die beiden Protagonisten und ihre jeweilige Hintergrundgeschichte kennen. Der Dynamik zwischen den beiden stand ich zunächst relativ skeptisch gegenüber, da mir der Ausgangspunkt eigentlich gar nicht so wirklich gut gefallen hat.

Interessanterweise mochte ich die zunächst freundschaftlichen Entwicklungen in der Beziehung der Protagonisten, was normalerweise eigentlich eher immer ein Punkt ist, mit dem ich mich etwas schwer tue. Trotz der ernsten Grundthematiken war die Stimmung insgesamt wirklich unterhaltsam und angenehm zu lesen, was für mich einfach perfekt zum Kleinstadtsetting gepasst hat.

Womit ich dann aber leider irgendwann einfach so ein wenig meine Probleme hatte, war die weitere Entwicklung der beiden Protagonisten. Ani fand ich zwar grundsätzlich wirklich sympathisch, mit Garrett habe ich mich aber ehrlich gesagt so ein wenig schwer getan. Ihre beiden Charaktere haben mich tatsächlich gar nicht so sehr gestört, was allerdings überhaupt nicht authentisch auf mich gewirkt hat, war die unglaublich schnelle Überwindung von Vergangenheit und Unsicherheiten. Diese Drehung kam für mich nicht nur zu plötzlich, sondern irgendwie auch zu gegensätzlich zu dem, was man zuvor über die Figuren erfahren hat – und das hat für mich schlussendlich einfach nicht so wirklich gut zusammengepasst.


Fazit
Obwohl ich den Anfang wirklich gut fand, hat sich diese Geschichte in meinen Augen nach hinten raus leider ein wenig verfahren. Die Entwicklungen zwischen den Figuren waren irgendwann einfach nicht mehr so wirklich authentisch, was dem Handlungsbogen definitiv keinen Gefallen getan hat.

Von mir gibt es dafür dreieinhalb Bücherstapel.

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  • Handlung
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