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Veröffentlicht am 02.02.2023

Berührende Geschichte mit ungleichmäßiger Rollenverteilung

Only One Letter
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Worum geht’s?
Auch Wochen nach ihrem schlimmsten Albtraum steht Liz' Welt noch immer Kopf. Erst als der Amerikaner Nate vorübergehend in die WG ihrer besten Freundin einzieht, ändert sich alles. Gemeinsam ...

Worum geht’s?
Auch Wochen nach ihrem schlimmsten Albtraum steht Liz' Welt noch immer Kopf. Erst als der Amerikaner Nate vorübergehend in die WG ihrer besten Freundin einzieht, ändert sich alles. Gemeinsam arbeiten die beiden daran, dass alles wieder gut wird – ohne, dass Liz dabei etwas von Nates ganz eigenen Dämonen ahnt.


Meine Meinung
Dieses Buch fährt auf emotionaler Ebene wirklich große Geschütze auf, was ich nach dem Lesen des Klappentextes zwar nicht völlig überraschend, stellenweise aber auch nicht ganz einfach zu lesen fand.

Die Umsetzung als Tagebuch bzw. als Brief an Nate fand ich sehr interessant gemacht, auch wenn die Zeitsprünge es mir zwischenzeitlich nicht ganz leicht gemacht haben, immer den Überblick zu behalten. Die recht langen Kapitel waren zwar an sich angenehm zu lesen, sobald die Handlung dann aber in die Gegenwart sprang, musste ich erst einmal überlegen, was da eigentlich gerade so vor sich geht.

Hinsichtlich der Figuren bin ich noch immer ein kleines bisschen zwiegespalten. Obwohl hier emotional wirklich einiges abgearbeitet wird, hatte ich über das gesamte Buch hinweg irgendwie das Gefühl, weder Liz noch Nate so wirklich zu kennen, was auch durch das Ungleichgewicht in ihrer Rollenverteilung nicht so wirklich behoben wurde. Grundsätzlich muss ich dazu sagen, dass ich die Ausgangslage dieser Geschichte unglaublich berührend fand und wirklich mit Liz mitgelitten habe. Was sie erlebt hat, stellt auf jeden Fall ein unglaubliches Trauma dar, wodurch ihr Bewältigungsprozess einen entsprechenden Raum in diesem Buch einnehmen musste.

Was mich in Bezug auf Nate dann aber so ein wenig gestört hat, war die Knappheit, mit der er und seine Erlebnisse abgehandelt wurden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Liz genau das an seiner Familie kritisiert, die Geschichte ihn als Figur dann aber eben genau so behandelt, fand ich diese Vorgehensweise irgendwie ein wenig paradox.

Auch nicht ganz logisch fand ich, wie schnell Liz Nates Verhalten bei seiner Familie hinnimmt. Wenigstens eine Entschuldigung wäre angebracht gewesen, auch wenn die vermutlich in den sich zum Ende hin überschlagenden Ereignissen ein wenig untergegangen wäre. Nichtsdestotrotz hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass das Happy End ein kleines bisschen erzwungen wurde, was angesichts der sich zuvor ein wenig in die Länge ziehenden Geschichte etwas anders hätte gelöst werden können.


Fazit
Grundsätzlich hat mich diese Geschichte wirklich berührt, auch wenn ich mit dem Handlungsbogen nicht immer vollauf zufrieden war. Thematisch ist dieses Buch definitiv keine leichte Kost, mit etwas Zeit und entsprechenden emotionalen Kapazitäten kann man die Geschichte von Liz und Nate aber durchaus genießen.

Von mir gibt es dafür knappe vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2023

Witzige Idee mit etwas langatmiger Umsetzung

Du bist mein Lieblingsgefühl
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Worum geht’s?
Als sich Max und Nela zum ersten Mal begegnen, trägt sie ausgerechnet ein Hochzeitskleid – und das, obwohl sie eigentlich überhaupt nicht heiraten will. Die Anziehung zwischen den beiden ...

Worum geht’s?
Als sich Max und Nela zum ersten Mal begegnen, trägt sie ausgerechnet ein Hochzeitskleid – und das, obwohl sie eigentlich überhaupt nicht heiraten will. Die Anziehung zwischen den beiden lässt sich von der ersten Sekunde an nicht leugnen, doch da die beiden davon ausgehen, dass der jeweils andere vergeben ist, fällt das ersehnte Happy End ins Wasser. Als Max dann mit seiner Firma ausgerechnet über Nelas Plattenladen einzieht, ist das Chaos perfekt – denn die Funken zwischen ihnen wollen einfach nicht aufhören zu sprühen.


Meine Meinung
Die Idee hinter dieser Geschichte ist vielleicht nicht vollkommen neu, der Klappentext klang für mich jedoch so unterhaltsam, dass ich definitiv neugierig auf dieses Buch geworden bin. Mangelnde Kommunikation ist zwar überhaupt nicht mein Ding, Verwechslungen dagegen schon – und genau deshalb bin ich definitiv froh darüber, dass ich mich nicht vom Lesen habe abhalten lassen.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und insbesondere in Hinblick auf das Erzähltempo frisch genug, um mich wirklich gut zu unterhalten. Vor allem zu Beginn musste ich über den Humor ziemlich häufig nicht bloß schmunzeln, sondern das ein oder andere Mal richtig lachen.

Die Charaktere fand ich grundsätzlich sehr unterhaltsam gestaltet, wobei mir insbesondere Nela schnell sympathisch geworden ist. Das Hin und Her zwischen den beiden war angenehm zu verfolgen und immer wieder Grund genug, um sich abwechselnd an den Kopf zu fassen und so richtig grinsen zu müssen. Auch die Perspektivwechsel fand ich dabei sehr gelungen, nicht nur weil ich ganz grundsätzlich ein Fan davon bin, die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten in solchen Szenarien verfolgen zu können.

Was meinen Gesamteindruck dann allerdings irgendwann so ein kleines bisschen getrübt hat, war die etwas unnötig aufgebauschte Handlung. Jedes Thema ist irgendwann einmal ausgereizt, und hier hatte ich leider das Gefühl, dass man die Geschichte auch ein kleines bisschen kürzer hätte fassen können, um unnötige Längen zu vermeiden.


Fazit
Die Grundidee dieses Buches fand ich auf jeden Fall sehr unterhaltsam zu lesen, auch wenn sich der Handlungsbogen in meinen Augen irgendwann einfach ein wenig verzettelt hat. Wer aber grundsätzlich auf der Suche nach einer wirklich witzigen Geschichte mit sympathischen Charakteren ist, dem kann ich dieses Buch trotz kleinerer Kritikpunkte sehr ans Herz legen.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2023

Reihen-Revival für Raven-Boys-Fans

Wie der Falke fliegt
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Worum geht’s?
Als Träumer kann Ronan so ziemlich alles vorstellbare erschaffen, und das ist nicht zwangsläufig ein Segen. Mithilfe seiner Brüder glaubt Ronan jedoch, halbwegs die Kontrolle zu behalten ...

Worum geht’s?
Als Träumer kann Ronan so ziemlich alles vorstellbare erschaffen, und das ist nicht zwangsläufig ein Segen. Mithilfe seiner Brüder glaubt Ronan jedoch, halbwegs die Kontrolle zu behalten und die Gefahren einschätzen zu können. Als dann jedoch plötzlich Träumer wie er gejagt werden, muss Ronan handeln – und das bringt nicht nur sein ganzes Weltbild in Gefahr.


Meine Meinung
Als großer Fan der Raven-Boys-Reihe und ihrer Autorin stand es für mich natürlich völlig außer Frage, dass ich dieses Spin-off unbedingt lesen wollte. Vorfreude weckt bei mir zwar immer auch entsprechend hohe Erwartungen, aber auch wenn mir einige Punkten im Vergleich zur Raven-Boys-Reihe nicht ganz so gut gefallen haben, möchte ich diese Reihe insgesamt doch gerne weiterverfolgen.

Was mir bereits zu Beginn der Geschichte aufgefallen ist, war der leicht veränderte Ton im Schreibstil. Da ich bisher nur Jugendbücher von Maggie Stiefvater gelesen habe, ist mir der Unterschied durchaus aufgefallen, zum Buch passt das meiner Meinung nach aber auch schon wieder.

Mit den Figuren bin in insgesamt nicht so wirklich warm geworden, was aber auf einfach daran gelegen haben kann, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Auftaktband handelt. Auch im Handlungsbogen hatte ich so ein wenig das Gefühl, dass einige der Erzählstränge lediglich geöffnet wurden, um Anknüpfungspunkte für die Folgebände zu schaffen. Grundsätzlich ist die Idee natürlich gar nicht schlecht, beim Lesen waren diese vielen offenen Fragen aber durchaus ein wenig unbefriedigend.

Was mir dann aber wiederum sehr gut gefallen und das Weiterlesen trotz einiger zäher Stellen interessant gemacht hat, war die Atmosphäre der Geschichte. Fans der Raven-Boys-Reihe werden definitiv eine vergleichbare Stimmung bemerken, und für mich war genau das ein ausschlaggebendes Argument, um die Reihe weiterverfolgen zu wollen und so den vielleicht nicht ganz so starken Auftaktband später ein wenig ignorieren zu können.


Fazit
Reihen-Fans werden an diesem Buch sicherlich ihre Freude haben, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass es sich hierbei leider nicht um das stärkste Buch von Maggie Stiefvater handelt. Die Welt der Träumer ist aber nichtsdestotrotz wirklich lesenswert, weshalb ich schon jetzt sehr gespannt auf die Folgebände bin.

Von mir gibt es dafür dreieinhalb Bücherstapel.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2023

Spannendes Setting

The Dark
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Worum geht’s?
Für Dr. Kate North ist der mehrmonatige Aufenthalt mitten im unbarmherzigen Winter der Antarktis genau das Richtige, um ihr altes Leben und all ihre Probleme hinter sich zu lassen. Als in ...

Worum geht’s?
Für Dr. Kate North ist der mehrmonatige Aufenthalt mitten im unbarmherzigen Winter der Antarktis genau das Richtige, um ihr altes Leben und all ihre Probleme hinter sich zu lassen. Als in ihr dann jedoch der Verdacht wächst, dass der Tod ihres Vorgängers kein so tragischer Unfall war, wie zunächst angenommen, bringt sie nicht nur sich in Lebensgefahr – denn unter den übrigen Crewmitgliedern befindet sich ein Mörder, der durch Kates Ermittlungen zunehmend aufgeschreckt wird und genau wie alle anderen keine Möglichkeit hat, zu entkommen.


Meine Meinung
Was mich an diesem Buch vor allem angesprochen hat, war das wirklich spannende Setting. Die Antarktis finde ich gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend, was sich meiner Meinung nach perfekt als Vorlage für einen Thriller eignet. An der Umsetzung hat mir diese beklemmende Atmosphäre tatsächlich auch am besten gefallen, denn die Kombination aus Dunkelheit und Abgeschiedenheit ist wirklich gut zur Geltung gekommen.

Mit Protagonistin Kate habe ich mich dann ehrlich gesagt ein wenig schwer getan, wobei ich sie tatsächlich nicht unbedingt nervig, sondern eher ein wenig deplatziert fand. Bei einer Figur mit deutlichen psychischen Problemen, die darüber hinaus schon über einen längeren Zeitraum hinweg medikamentenabhängig ist, frage ich mich ganz ehrlich, wie das zum einen niemand bei den umfangreichen Untersuchungen und Auswahlprozessen gemerkt hat, und wie sie dann zum anderen trotzdem in eine so extreme Umgebung geschickt werden konnte.

Im Vergleich zu den anderen Figuren war sie meiner Meinung nach aber immer noch deutlich besser ausgearbeitet, was bei der Menge an Charakteren zwar irgendwo nicht sonderlich überraschend war, beim Lesen aber hin und wieder doch dafür gesorgt hat, dass ich überhaupt nicht wusste, von wem da jetzt eigentlich die Rede war.

In Hinblick auf den Spannungsbogen haben mir die ersten zwei Drittel wirklich gut gefallen, auch wenn sich die Geschichte zwischenzeitlich ein wenig gezogen hat. Je näher man dann dem Ende kam, desto höher wurde das Tempo der Geschehnisse, was grundsätzlich zu einem wirklich gelungenen Finale hätte führen können. Für meinen Geschmack haben sich die Ereignisse dann aber leider ein wenig zu sehr überschlagen, was insbesondere den letzten Teil der Geschichte unglaublich gehetzt gestaltet hat. Hinzu kam für mich dann außerdem, dass das Motiv des Täters etwas zu abstrus auf mich gewirkt hat. Die Kombination hat diesen eigentlich gut konstruierten Thriller ein wenig platt auf mich wirken lassen, was in meinen Augen einfach keinen runden Abschluss darstellt und mein Lesevergnügen ein wenig getrübt hat.


Fazit
Im Großen und Ganzen hat mir diese Geschichte eigentlich ziemlich gut gefallen, was insbesondere an dem ausgesprochen gut gelungenen Setting lag. Hätte der Spannungsbogen für einen runden Schluss gesorgt, hätte mir das Buch sicherlich noch besser gefallen, aber auch so kann ich auf eine durchaus spannende Lektüre mit Luft nach oben zurückblicken.

Von mir gibt es dafür knapp vier Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Niedlicher Reihenabschluss

Bridgerton - Hochzeitsglocken für Lady Lucy
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Worum geht’s?
Dass die wahre Liebe existiert, haben Gregory Bridgerton bereits alle seiner sieben Geschwister bewiesen. Er hingegen wartet noch immer auf die Eine – bis er Hermione Watson begegnet und ...

Worum geht’s?
Dass die wahre Liebe existiert, haben Gregory Bridgerton bereits alle seiner sieben Geschwister bewiesen. Er hingegen wartet noch immer auf die Eine – bis er Hermione Watson begegnet und völlig den Kopf verliert. Die hat jedoch nur Augen für den Sekretär ihres Vaters, was wiederum ihre beste Freundin Lucy auf den Plan ruft, die Hermione nicht sehenden Auges ins Unglück laufen lassen kann. Mitten im Gefühlschaos kommt es dann doch zu einer Hochzeit – auch wenn die richtigen Paare sich erst noch finden müssen.


Meine Meinung
Ich bin mittlerweile großer Fan der Bridgerton-Reihe und nach einigen eher durchwachsenen Bänden wirklich froh, dass die Geschichten um die acht Geschwister mit einem stärkeren Band abschließt, als die Bücher das zwischenzeitlich haben vermuten lassen.

Schreibstil, Setting und Humor haben mir hier wie immer wirklich gut gefallen, was allerdings bisher auch noch bei keinem Buch der Autorin in irgendeiner Weise ein Kritikpunkt gewesen wäre. Da Gregory bisher aber noch keine so besonders große Rolle innerhalb der Reihe gespielt hat, war ich sehr gespannt darauf, mit ihm einen mehr oder weniger neuen Charakter kennenzulernen.

Was ich wie auch schon im Vorgängerband so ein wenig vermisst habe, waren die kleinen Artikel von Lady Whistledown. Die Kommentare zum Geschehen waren meiner Meinung nach auch nicht ganz so witzig wie im vorherigen Buch, was beim Lesen zwar grundsätzlich nicht gestört hat, mir aber doch aufgefallen ist.

An Protagonist Gregory mochte ich seine sehr unbekümmerte Art tatsächlich recht gerne, auch wenn er schon sehr blauäugig durch die Gegend läuft und zu eher heftigen Gefühlsausdrücken neigt. Unterhaltungswert hatte das auf jeden Fall, jeden Lesegeschmack wird er als Figur in meinen Augen aber eher nicht treffen.

In Kombination mit Lucy fand ich die Interaktionen zwischen den beiden sehr niedlich gemacht, auch wenn die ein oder andere Erkenntnis ein wenig plötzlich entwickelt wurde. Gleiches gilt für das schlussendliche Drama, das zwar insgesamt frisch, gleichzeitig aber auch ein wenig arg bemüht auf mich gewirkt hat.

Was das Buch für mich dann aber doch zu einem gelungenen Reihenabschluss gemacht hat, war überraschenderweise der zweite und abschließende Epilog. Das Ganze war natürlich hochdramatisch, irgendwie hat mich dieses Ende aber mit dem Gefühl von so viel familiärer Wärme zurückgelassen, dass ich den Abschluss der Reihe tatsächlich als rund empfunden habe.


Fazit
Für mich war dieses Buch definitiv ein schöner Abschluss der Reihe um die Familie Bridgerton, auch wenn mir der Abschied ein kleines bisschen schwer fällt. Gregory und Lucy waren ein wirklich süßes Paar, das ich trotz kleinerer Kritikpunkte gerne begleitet habe, was das Lesen für mich sehr angenehm gestaltet hat.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

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