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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2021

Raffinierter Psychothriller

Der Nachlass
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In seinem neuen Thriller „Der Nachlass“ stellt Jonas Winner den LeserInnen die unterschwellige Frage: Wie weit würdest du gehen um zu erben? Alles fängt in diesem Psychothriller sehr unaufdringlich und ...

In seinem neuen Thriller „Der Nachlass“ stellt Jonas Winner den LeserInnen die unterschwellige Frage: Wie weit würdest du gehen um zu erben? Alles fängt in diesem Psychothriller sehr unaufdringlich und harmlos an. Man bekommt die einzelnen Personen nähergebracht und erhält Einblicke in das Familienleben der Eltern mit ihren Kindern. Aber je mehr Informationen man hier bekommt, desto intensiver wird auch eine bis dahin verborgene Disharmonie in dieser Familie offenbart. Und mit Verlesen des Testaments und der damit verbundenen Aufgaben treten auch die Charakter der Geschwister nun deutlich zu Tage. Mit jeder Aufgabe steigt der Spannungsbogen, denn der Kampf um das Erbe ist raffiniert erzählt und mündet in immer perfidereren Aufgaben. Allerdings muss man aufmerksam Lesen. Durch die vielen Zeitsprünge wird es für den einen oder anderen etwas verwirrend sein, aber dieses Hin- und Herspringen macht einen guten Teil dieses raffinierten Psychothrillers aus, denn es ist nicht alles so wie es anfänglich scheint. Der Schluss und damit die Lösung waren für mich überraschend und mit diesem Ende hätte ich so nicht gerechnet.

Fazit: Auch dieser Thriller aus der Feder von Jonas Winner konnte mich wieder überzeugen, überraschen und fesseln. Der interessante Schreib- und Erzählstil und die facettenreich charakterisierten Figuren taten ihr Übriges diesen tollen Plot abzurunden. Wer also einen raffinierten Psychothriller lesen möchte, dem empfehle ich dieses Buch, denn es garantiert aufregende Lesestunden. Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.07.2021

Hochaktuell und fesselnd

Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben
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Anfänglich war ich mir nicht wirklich sicher, ob dieses Buch etwas für mich sein könnte, denn Youtube und Co. sind nicht meine bevorzugten Medien. Aber ich kann sagen, meine Skepsis war unbegründet. Von ...

Anfänglich war ich mir nicht wirklich sicher, ob dieses Buch etwas für mich sein könnte, denn Youtube und Co. sind nicht meine bevorzugten Medien. Aber ich kann sagen, meine Skepsis war unbegründet. Von Beginn an konnte mich dieser Roman in seinen Bann ziehen. Das beschriebene Szenario ist toll erzählt und aktueller denn je und wirkt erschreckend glaubwürdig. Man spürt beim Lesen die Gewissenskonflikte, in denen sich Georg, die Hauptfigur, immer mehr verfängt und wie er versucht aus diesem Dilemma wieder herauszufinden. Aber auch seine Gegenspieler, allen voran Götz Wolf, sind wunderbar charismatisch dargestellt und verleihen dem Geschehen die „richtige Würze“.

Der Schreib- und Erzählstil sind dabei leicht und flüssig zu lesen, haben auf mich aber auch eine Sogwirkung entfaltet, der ich mich nur schwer entziehen konnte.
Fazit: Dieser Roman entfaltet eine tiefgründige Spannung, die allmählich zunimmt. Das Thema des Buches ist hochaktuell und es trieb mich auch nach Beendigung noch eine lange Zeit um.

Auch wenn das Ende vielleicht ein wenig zu abrupt abgehandelt ist, kann ich diesen Roman weiterempfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.07.2021

Gelungener Serienauftakt

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Nach der Henkerstochter-Reihe war ich gespannt auf diese neue Reihe, die im Wien des Jahres 1893 angesiedelt ist.

Die Hauptprotagonisten Leopold von Herzfeldt, junger, ambitionierter Inspektor bei der ...

Nach der Henkerstochter-Reihe war ich gespannt auf diese neue Reihe, die im Wien des Jahres 1893 angesiedelt ist.

Die Hauptprotagonisten Leopold von Herzfeldt, junger, ambitionierter Inspektor bei der Wiener Polizei, und Augustin Rothmayer, Totengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof, bilden hier das unfreiwillige Ermittler-Gespann. Denn der Totengräber besitzt viel nützliches berufliches Wissen, welches Leopold bei seinen Ermittlungen von Nutze ist, muss er doch die Morde an mehreren Dienstmädchen klären. Wie ich mir erhofft hatte, sind auch hier die einzelnen Figuren, egal ob Haupt- oder Nebencharakter, wieder liebevoll dargestellt. Auch die fiktive Story in das historische Wien einzufügen, ist dem Autor gut gelungen. Selbst den typischen Dialekt und die damalige Sprechweise flossen mit ein und runden so die Geschichte gut ab. Dass man bei aufmerksamem Lesen trotz eingefügter falscher Fährten auf den Täter schließen kann, ist aus meiner Sicht nicht wirklich ein Manko, weiß man ja noch nicht wie alles zusammenhängt.

Fazit: Mir hat es Spaß gemacht Leopold und Augustin bei ihren Kenntnissen und Ermittlungen „über die Schulter“ zu schauen. Der noch etwas ungestüm agierende Leopold aber auch die sich entwickelnden Ermittlungsmethoden bieten auf jeden Fall viel Potenzial für weitere Folgen. Für den ersten Fall hier vergebe ich eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.07.2021

Neuer Profiler mit bedrückender Vergangenheit

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Der Blutkünstler“ ist Chris Meyers Thriller-Debüt und auch der Start der neuen Serie um den außergewöhnlichen Profiler Tom Bachmann und seinem Team vom BKA.

Dieser Thriller ist definitiv nichts für zartbesaitete ...

Der Blutkünstler“ ist Chris Meyers Thriller-Debüt und auch der Start der neuen Serie um den außergewöhnlichen Profiler Tom Bachmann und seinem Team vom BKA.

Dieser Thriller ist definitiv nichts für zartbesaitete LeserInnen. Der Autor beschreibt die Handlungen des Blutkünstlers schon sehr genau. Grausam und brutal werden die Leiden der Opfer beschrieben und dürften nicht jedem ein gutes Leseerlebnis verschaffen. Wobei diese Szenen eher dem Verständnis dienen, aus welchem Antrieb der Täter genau so handelt und was ihn daran so fasziniert. Bachmann wiederum kann sich in die Psyche solcher Täter hineinversetzen, was einer Kindheit geschuldet ist, die von Gewalt und Grausamkeit geprägt war und ihn nach einem Psychologiestudium zu einem Topprofiler des FBI machte. Es entspinnt sich ein komplexer und rasanter Plot, der aus verschiedenen Sichtwinkeln erzählt wird. Die einzelnen Handlungsstränge werden letztlich zu einem, aus meiner Sicht, zu zufälligem Ende mit einer zu einfachen Auflösung zusammengeführt.

Fazit: Wer also Thriller mit Beschreibungen abnormer Brutalität und Gewalt mag, ist mit diesem Buch bestens bedient. Auch wenn sprachlich und in Bezug auf ein überzeugenderes Ende noch Potential nach oben ist, hat Chris Meyer trotz der kleinen Kritikpunkte meinen Thriller-Geschmack getroffen. Deshalb vergebe ich eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.07.2021

Cold Case in St. Peter-Ording

Nordwestzorn
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Die SOKO St. Peter-Ording ermittelt wieder. Und der neue Fall ist auch zugleich ein Cold Case, der vor 15 Jahren nicht gerichtsverwertbar geklärt werden konnte. Als nun einer der damalig Angeklagten spurlos ...

Die SOKO St. Peter-Ording ermittelt wieder. Und der neue Fall ist auch zugleich ein Cold Case, der vor 15 Jahren nicht gerichtsverwertbar geklärt werden konnte. Als nun einer der damalig Angeklagten spurlos verschwindet, müssen Norberg und sein Team sich den Fall von vor 15 Jahren noch einmal vornehmen, um zu verstehen was es mit dem Verschwinden auf sich hat.
Wie schon im ersten Teil „Nordwesttod“ werden neben der Ermittlungsarbeit auch die privaten Probleme der Hauptcharakter weiter beleuchtet. Auch das Flair St. Peter-Ordings wird nicht vergessen und so spürt man beim Lesen immer wieder Wind und Meer und ich bekomme Lust auf Urlaub. Der Schreib- und Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen. Durch eingestreute Rückblenden und neue Geschehnisse kommt immer wieder ein wenig Spannung in die Handlung, die nämlich leider nicht durchgängig gehalten wird. Wie der Fall schließlich zu Ende gebracht wird war für mich überzeugend und passend.

Fazit: Fall 2 für die SoKo St. Peter-Ording ist erneut ein gelungener Küstenkrimi, der mit authentisch charakterisierten Figuren, einer durchdachten Handlung und viel Lokalkolorit punkten kann. Auch wenn es ein eher beschaulicher Küstenkrimi ist, hat er mir gefallen und ich vergebe 3,5 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung.