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Veröffentlicht am 02.11.2024

Gerüchteküche

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Anna, eine junge Pastorin in einem kleinen Dorf, kümmert sich hingebungsvoll um ihre Gemeindemitglieder. Trotz ihres eigenen Traumas – oder vielleicht gerade deshalb – steht sie den Menschen um sie herum ...

Anna, eine junge Pastorin in einem kleinen Dorf, kümmert sich hingebungsvoll um ihre Gemeindemitglieder. Trotz ihres eigenen Traumas – oder vielleicht gerade deshalb – steht sie den Menschen um sie herum immer wieder zur Seite. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte einer Mutter, die sich nach einem schrecklichen Unglück, das ihrer Tochter widerfahren ist, das eigene Glück verwehrt. Der Roman beleuchtet den oft problematischen Umgang in der Dorfgemeinschaft, die zerstörerische Kraft von Gerüchten und das fehlende Vertrauen, das zu teils ernsten Konsequenzen führt.
Einige Handlungen der Charaktere waren für mich nicht immer ganz nachvollziehbar; das Lesen des Vorgängerbands „Wir sind schließlich wer“ könnte hier definitiv hilfreich sein, um bestimmte Zusammenhänge besser zu verstehen. Ein Kritikpunkt ist für mich die Vielzahl an aktuellen Themen, die die Autorin einarbeitet – von dem Krieg in der Ukraine und Migration über diskriminierungssensible Sprache bis hin zu Cum-Ex-Geschäften, Homosexualität und anderen gesellschaftlichen Fragestellungen. Für meinen Geschmack wirkt die Geschichte dadurch phasenweise überladen, was den eigentlichen Kern der Handlung etwas in den Hintergrund drängt.
Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Der Schreibstil ist fesselnd, und besonders die Kernaussage des Romans hat mich zum Nachdenken gebracht: „Niemand geht durch dieses Leben, ohne Schuld auf sich zu laden. Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.“ Eine starke Botschaft, die sicher noch lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Magisch und Mitreißend!

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Alle hundert Jahre veranstalten die Götter des Olymps einen erbarmungslosen Wettkampf, bei dem sterbliche Champions im Crucible gegeneinander antreten. Als die Diebin Lyra von Hades, dem Gott der Unterwelt, ...

Alle hundert Jahre veranstalten die Götter des Olymps einen erbarmungslosen Wettkampf, bei dem sterbliche Champions im Crucible gegeneinander antreten. Als die Diebin Lyra von Hades, dem Gott der Unterwelt, ausgewählt wird, glaubt sie zunächst, es handle sich um einen schlechten Witz. Doch bald erkennt sie, dass es nicht nur um ihr Leben geht – auch ihre Gefühle werden auf eine harte Probe gestellt.

Abigail Owen verwebt in diesem Buch geschickt Elemente der griechischen Mythologie mit aufregender Action und einer langsamen, aber intensiven Liebesgeschichte. Lyra hat mich als Hauptfigur von Anfang an mitgerissen. Ihr Mut, zusammen mit einer guten Portion Sarkasmus, macht sie zu einer starken Protagonistin, die dennoch eine verletzliche Seite zeigt. Hades hingegen ist mehr als der typische düstere Gott: Er entwickelt sich zu einem komplexen und überraschend einfühlsamen Charakter. Die Dynamik zwischen den beiden sprüht vor Humor und Spannung, was besonders durch die herrlich amüsanten Dialoge zur Geltung kommt.

Der Höllenhund Cerberus sorgt für besonders überraschende Momente, bei denen ich viel geschmunzelt habe, und stiehlt den beiden fast die Show. Auch die Nebenfiguren und die zahlreichen mythologischen Anspielungen haben die Geschichte für mich lebendig und spannend gemacht. Die Mischung aus packenden Kämpfen, Romantik und unerwarteten Wendungen bietet ein tolles Setting. Ein herausragender Reihenauftakt, der die Messlatte für die Fortsetzung hoch legt – ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen!

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Jenseits der Vorstellungskraft

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Grace, eine pensionierte, verwitwete Mathematiklehrerin, erbt von einer ehemaligen Kollegin ein Haus auf Ibiza. Da sie Zuhause nichts außer ihrer Langeweile hält, macht sie sich auf den Weg ins Unbekannte. ...

Grace, eine pensionierte, verwitwete Mathematiklehrerin, erbt von einer ehemaligen Kollegin ein Haus auf Ibiza. Da sie Zuhause nichts außer ihrer Langeweile hält, macht sie sich auf den Weg ins Unbekannte. Die Umstände des Todes ihrer Bekannten sind ominös, doch um diese aufzuklären, muss Grace sich ihren eigenen Dämonen der Vergangenheit stellen.

Ganz ehrlich, ich bin mit gemischten Gefühlen an dieses Werk von Matt Haig herangetreten. Schließlich liegen meine Erwartungen seit der Mitternachtsbibliothek sehr hoch. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Es ist eine Geschichte, welche Freundschaft, Wunder, Abenteuer, Selbsterkenntnis und Esoterik geschickt miteinander verwebt. Man muss sich als Leser auf diese Art von Roman einlassen können, aber muss man das nicht eigentlich bei jeglicher Art von Lektüre? Es gibt nun einmal Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich mit logischem Menschenverstand nicht so einfach erklären lassen. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Neben Grace' persönlicher Entwicklung haben mir die Einblicke ins Insel Leben sehr gefallen. Ich war einmal als Touristin dort, aber habe nicht ansatzweise die ganze Insel gesehen. Matt Haig hat hier ein tolles Auge und vermittelt außerdem wichtige Botschaften.

Für mich kann es als Konsequenz nur eine eindeutige Leseempfehlung mit fünf Sternen geben.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Immerwährende Freundschaft

Die Frauen jenseits des Flusses
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Frankie, wohlbehütete Tochter aus gut situiertem Haus, entscheidet sich, als Krankenschwester nach Vietnam zu gehen. Was sie dort erwartet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Der Zusammenhalt unter ...

Frankie, wohlbehütete Tochter aus gut situiertem Haus, entscheidet sich, als Krankenschwester nach Vietnam zu gehen. Was sie dort erwartet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Der Zusammenhalt unter den Stationierten ist groß, doch die schrecklichen Ereignisse bringen viele an ihre Grenzen und einige zerbrechen sogar daran. Ethel und Barb werden Frankies beste Freundinnen, und auch Jahre später sind die beiden immer für sie da.
Die Veteranen des Krieges kämpfen gegen die Schatten der Vergangenheit, und dennoch wird ihr Dienst für das Vaterland von einem großen Teil des amerikanischen Volkes nicht anerkannt. Dieser lesenswerte Roman beleuchtet ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte – den fast 20 Jahre andauernden Vietnamkrieg. Im Mittelpunkt steht Frankies Geschichte und der Dienst der Frauen, der oft von der Politik und der Öffentlichkeit totgeschwiegen wird.
Credo: Auch Frauen können Helden sein. Die Autorin versteht es geschickt, zwischenmenschliche Beziehungen in die Handlung einzuflechten, denn auch die Liebe darf in der Handlung nicht zu kurz kommen, während historische Begebenheiten dezent eingestreut werden. Zwar zieht sich die Handlung hin und wieder etwas und einige Geschehnisse sind für meinen Geschmack über dramatisiert, aber ich habe das Buch dennoch mit viel Interesse gelesen und kann es gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Herzerwärmend

Spellshop
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Kiela ist Bibliothekarin und hat es eher mit Büchern als mit Menschen. Doch als eine Revolution die Bibliothek, ihr Zuhause und ihre Sicherheit in Flammen aufgehen lässt, bleibt ihr nichts anderes übrig, ...

Kiela ist Bibliothekarin und hat es eher mit Büchern als mit Menschen. Doch als eine Revolution die Bibliothek, ihr Zuhause und ihre Sicherheit in Flammen aufgehen lässt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf die abgelegene Insel ihrer Kindheit zurückzukehren. Dort bezieht sie ein kleines Cottage, kocht Marmelade und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Doch so idyllisch das Leben dort scheint, auch auf der Insel gibt es Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. Zum Glück hat sie einige Bücher mit nützlichen Zaubersprüchen gerettet - doch deren Anwendung ist streng verboten.
Dieses Buch ist einfach ein Wohlfühlbuch - mehr Worte sind eigentlich nicht nötig, um es zu beschreiben.
Kiela war mir von Beginn an sympathisch, aber der eigentliche Star des Romans ist Caz, eine durch einen Zauber zum Leben erweckte und sprechende Pflanze.
Die Handlung bietet so gut wie keine Action und kein Drama, auftauchende Probleme werden innerhalb kurzer Zeit gelöst.doch dafür erwartet einen beim Lesen eine magische, ruhig erzählte Geschichte mit viel Witz, Freundschaft und Zusammenhalt.
Das Setting ist so magisch, dass es schon fast überladen ist, aber es passt dann doch perfekt zur Geschichte. Ich würde gerne für ein paar Tage Urlaub in Kielas Cottage machen und mich in ihrem wortwörtlich zauberhaften Garten umsehen.
Kurzum, ein Wohlfühlbuch perfekt für kalte und dunkle Herbsttage und eine klare Leseempfehlung mit 5 Sternen.

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