Profilbild von calimero8169

calimero8169

Lesejury Profi
offline

calimero8169 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit calimero8169 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2017

"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge
1 0

Inhalt

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch die Prinzessin entscheidet ...

Inhalt

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch die Prinzessin entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Beide sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt sich Lia zu beiden hingezogen ...

Eindruck

Eine Geschichte um die Flucht vor einer arrangierten Ehe, die Liebe und eine Jahrhunderte alte Prophe-zeihung. Der erste Band beginnt mit einem Verwirr-spiel und ganz vielen Geheimnissen die geklärt werden, aber auch wieder neue Fragen aufwerfen. Die Protagonistin erscheint im ersten Moment sehr selbstbewußt, modern und mutig als sie entgegen aller Traditionen und Konventionen vor der arrangierten Ehe mit dem Königssohn des Nachbarreiches flieht, weil sie sich eine Hochzeit aus wahrer Liebe wünscht. Doch handelt sie dann im weiteren sehr naiv und blauäugig, was man aber wohl ihrem Alter und der mangelnden Lebenserfahrung zuschreiben muss, allerdings hätte man ein wenig mehr Instinkt erwartet. Sie entwickelt sich jedoch im Laufe der Geschichte, so dass sie den Leser wieder auf ihre Seite zieht.

Die Charaktere fand ich biser eher durchschnittlich, was ich der Tatsache zuschreibe, dass es eine Reihe
mit insgesamt 4 Bänden wird, also dass die Personen sich noch sehr entwickeln werden.Ebenso die Handlung selbst, die phasenweise ein wenig trocken vor sich hin plätscherte, aber genug Potenzial mitbringt um ein Knaller zu werden. Ich bin gespannt wie es mit den 3 Reichen weitergeht und was es mit Gaudrels Vermächtnis auf sich hat. Schaffen es Rafe und Lia aus den Fängen Vendas zu entkommen? Werden sie einen gemeinsamen Weg gehen oder ist doch eher Kaden dem Lia's Herz gehört? Wird es ein Wiedersehen in Morrighan geben? Fragen über Fragen mit denen die Autorin den Leser zurücklässt.

Das Buch selbst ist sehr edel aufgemacht. Unter den Überschriften findet sich der jeweilige Name um den es in dem Kapitel geht, sowie einige Ausschnitte aus Graudrels Vermächtnis und aus Vedas Lied. Diese sind sehr geheimnisvoll und mystisch geschrieben. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt und rätselt was es damit auf sich hat.

Fazit

"Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge", schöner und spannender Auftakt einer vierbändigen Reihe mit raffiniert konstruiertem Verwirrspiel um den Prinz und den Attentäter, jedoch nicht frei von einigen Längen. Trotzdem gelungen und zu empfehlen und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen.

Veröffentlicht am 18.02.2017

"Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel" von Lesley Truffle

Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel
1 0

Inhalt

London 1919. Seit im Keller des ehrenwerten Hotel du Barry ein lachendes Baby an der Wäscheleine gefunden wurde, besteht kein Zweifel: Hier ist etwas Besonderes im Gange. Prompt beschließt die ...

Inhalt

London 1919. Seit im Keller des ehrenwerten Hotel du Barry ein lachendes Baby an der Wäscheleine gefunden wurde, besteht kein Zweifel: Hier ist etwas Besonderes im Gange. Prompt beschließt die bunte Belegschaft, die Kleine vor dem Waisenhaus zu bewahren - und hätte das Zimmermädchen Mary das Baby nicht ausgerechnet zum Schlafen in eine silberne Suppenschüssel gelegt, hätte der Hoteldirektor Daniel du Barry vielleicht nie bemerkt, welche wundersame Geschichte sich hier ereignet.

Eindruck

Eine hinreißende Geschichte für alle, die das Staunen nocht nicht verlernt haben.

Oh ja - wie wahr !

Es beginnt als zauberhafte, humorvolle und schicksalsträchtige Geschichte über ein Findelkind, dass in dem ganz eigenen Mikrokosmos der Angestellten in einem Londoner Nobelhotel gefunden wird und entwickelt sich komplett unerwartet zu einer Tragöde aus Hass, Eifersucht und nicht erfüllter Liebe in der Belle Etage.

Die Beschreibungen des Hotels, der Angestellten - die sich tagtäglich für die kleinen und großen Wünsche der Gäste und Besitzer "ihres" Hotels einsetzen und alles tun, damit diese sich wohl fühlen -, der Gäste sowie der Hoteleigentümer, ist mit sehr viel Charme, Esprit und Humor geschrieben. Die Charaktere sind sehr liebevoll, lebendig und real dargestellt. Man konnte die Atmosphäre auf allen Etagen förmlich einatmen.

Dieses Buch hat wirklich alles was man sich wünschen kann, von peinlich berührt sein, über Tränen gelacht und wütend sein, bis hin zu geweint, war alles dabei und es ist ein ganz toller Roman über ein wirklich spezielles Hotel, der so spannend und fesselnd war, dass er einem Kriminalroman gleich kommt. Tatsächlich ist aber wohl keine spezielle Zuordnung möglich, es ist kommödiantisch,
tragisch, erotisch, kriminell aber überhaupt nicht brav - einfach zauberhaft.

Fazit

Frivol, frech, dekadent und trocken - das ist der Stoff aus dem die Träume des Hotel du Barry sind. Eine Geschichte die sich komplett anders entwickelt hat, als ich mir vorgestellt hatte. Aber witzig, emotional, teilweise traurig und raffiniert entwickelt. Ich war fasziniert und begeistert von diesem ganz eigenen Mikrokosmos und kann nur empfehlen im Hotel du Barry einzuchecken und eine spannende Zeit zu genießen.

Veröffentlicht am 14.01.2017

"Der Club der Traumtänzer" von Andreas Izquierdo

Der Club der Traumtänzer
1 0

Inhalt

Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, ...

Inhalt

Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererziehbaren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle. Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt.
Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte - er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt.

Eindruck

Puh - was für ein Buch. Ich habe Tränen gelacht, mich geärgert und Rotz- und Wasser geheult. Es wird definitiv eines meines Highlights in 2017, wenn nicht sogar eines meiner Lieblingsbücher überhaupt.

Der Schreibstil ist so toll, dass ich - wie schon bei Romeo & Romy - sofort in der Geschichte drin war. Buch aufschlagen, zwei Sätze lesen und eintauchen. Die Geschichte des skupellosen Unternehmensberaters Gabor ist witzig und sarkastisch erzählt. Eigentlich ist er ein Ekelpaket, was sich aber durch die Art und Weise wie seine Person und seine Handlungsweisen beschrieben sind relativiert.
Eine weitere tolle Protagonistin ist die Schuldirektorin Kathrin. Über sie habe ich mich amüsisiert und geärgert, bis ich verstanden habe, dass sie in Gabor bzw. in seinem Wesen mehr gesehen hat. Das Gespür dafür zu haben, dass hinter der Fassade eines Menschen mehr steckt, als er zu zeigen bereit ist, ist etwas besonderes. Und da wir alle ein Produkt unserer Erziehung und Erfahrungen sind, bedarf es eben machmal eines Dritten, dies zu erkennen und uns auf einen anderen, besseren Weg zu lenken.

Besonders eindringlich, bedrückend und traurig beschrieben sind die Schicksale und Familienverhältniss der 5 Kinder. Diese Episoden beginnen mit "An einem bestimmten Tag im Leben von". Hier hatte ich bei einigen Gänsehaut und schon Tränen in den Augen. Umso schöner war es mitzuerleben, wie sie nach und nach auftauen, sobald sie merken, dass da jemand ist, der sie ernst nimmt und versteht und auf sie eingeht. Wer diese Kinder als kleine eigenständig Persönlichkeiten sieht, mit ihren Schwächen, ihren Leiden aber auch mit ihren Stärken, erhält ein Geschenk, dass mit keinem Geld dieser Welt zu bezahlen ist und macht im Falle von Gabor eine Wandlung durch und öffnet die Augen für Wesentliches - weil nämlich jeder Tag zählt...

Fazit

"Der Club der Traumtänzer" - eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Hoffnung und Schmerz. Mit sehr Humor, Feingefühl und Sensibilität geschrieben. Das Ende hat mich sehr mitgenommen, aber es wird mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben ringt mir Hochachtung ab für Kinder wie Felix, für Menschen wie Gabor und Kathrin.

Gracias Andreas Izquierdo para este libro increíble!

Veröffentlicht am 15.09.2016

"Pandora" von Eva Siegmund

Pandora - Wovon träumst du?
1 0

Inhalt:

Mr. Sandman, bring me a Dream...

In der Zukunft können die Träume der Menschen durch einen Chip im Kopf gesteuert werden. Sophie hat lange gespart, um ihren Chip kaufen zu können. Doch dann bricht ...

Inhalt:

Mr. Sandman, bring me a Dream...

In der Zukunft können die Träume der Menschen durch einen Chip im Kopf gesteuert werden. Sophie hat lange gespart, um ihren Chip kaufen zu können. Doch dann bricht ihre sonst so normale Welt
zusammen, als sie erfährt, dass sie adoptiert ist und eine Zwillingsschwester hat. Gemeinsam wollen die beiden die Hintergründe ihres Lebens erkunden - und stoßen dabei auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes. Die Chips in ihren Köpfen werden vom Sandmann gesteuert, der die Menschheit beherrschen will. Und Sophie und Liz kommen ihm dabei viel zu nah ...


Eindruck:

"Pandora" nimmt den Leser mit auf kleine Zeitreise, 17 Jahre in die Zukunft, wo Menschen keine Smartphone's oder Handy's mehr haben, sondern sogenannte Port's direkt in ihren Köpfen. Eine
gruselige Vorstellung.

Die Geschichte ist flüssig, leicht und teilweise witzig geschrieben, so das man sofort eintauchen kann, aber den Ernst und die Gefahren einer solchen Entwicklung nie aus den Augen verliert.
Eva Siegmund hat einen riesen Raum für Spekulationen gelassen und die 493 Seiten fliegen nur so dahin. "Pandora" ist zu keiner Zeit langweilig oder hat irgendwelche Längen über die man sich hinweg "quälen" muss. Es ist Spannung pur bis zum Schluss.

Die Charaktere sind einprägsam dargestellt und Klischee's werden bedient, so dass der Leser sich nicht wie in der Zukunft fühlt, sondern durch die ganze Geschichte das Gefühl hat im Hier und Jetzt zu sein.

Denn wer weiß, so oder so ähnlich könnte es in 17 Jahren sein ...


Fazit:

Ich hatte durch das Cover und den Namen eine ganz andere Vorstellung von Handlung und Ort und war sehr überrascht mich in Berlin im Jahr 2031 wieder zu finden - positiv überrascht.
Pandora hat mich sehr in seinen Bann gezogen und begeistert und ich kann mit sehr gutem Gewissen eine Leseempfehlung abgeben.
Wunderschönes Cover, locker und leicht geschriebene Geschichte über ein nicht zu unterschätzende Zukunftsvision - TOP !

Veröffentlicht am 04.07.2017

Böses Mädchen!

Don't You Cry - Falsche Tränen
0 0

Inhalt

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Apartment in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der sie vor die Frage stellt, wie ...

Inhalt

Eines Nachts verschwindet die junge Studentin Esther Vaughan spurlos aus ihrem Apartment in Chicago. Ihre Mitbewohnerin Quinn findet nur einen mysteriösen Brief, der sie vor die Frage stellt, wie gut sie die vermeintliche brave Frau wirklich kennt. Als sie dann noch erfährt, das schon längst per Anzeige nach einer Nachmieterin für Ihr Zimmer gesucht wird, bekommt sie langsam Angst. Quinn beginnt zu recherchieren: Was ist eigentlich aus dem Mädchen geworden, das vorher mit Esther zusammengewohnt hat? Je mehr sie erfährt, desto mehr bringt Quinn sich in tödliche Gefahr.

Eindruck

Vorweg muss ich sagen, dass es sich für meinen Geschmack nicht um einen Thriller handelt sondern eher um einen Spannungsroman handelt. Geschrieben in drei Perspektiven, Quinn, Alex und Esther - wobei Quinn und Alex in der Ich-Form erzählen, Esther erscheint
lediglich als Erzählung.

Anfangs empfand ich die endlosen Monologe von Quinn und Alex sehr ermüdend und habe mich gefragt, wohin das ganze eigentlich führen soll. Mehr und mehr kam ich zu der Annahme, dass Alex gestört ist und Quinn/Esther eine gespaltene Persönlichkeit sind. Doch ich habe mich eines besseren belehren lassen, denn als in Alex vermeintlichen Fantasien noch Pearl hinzu kommt, passte alles von den Wohn- bzw. Aufenthaltsorten nicht mehr zueinander. Eine Idee
musste her, und derer gab es viele. Mit jedem neuen Kapitel erschien ein weiteres Fragezeichen vor meiner Stirn...

"Dont you cry" ist eine Familientragödie - leise, psychologisch, subtil, tiefgründig und zeigt am Ende auf, wozu Menschen fähig sind, wenn sie um die familiäre Liebe betrogen und belogen werden. Ich finde die Fäden sehr geschickt zusammengesponnen, wobei der Fokus auf der Geschichte und nicht auf ausgeprägten charismatischen Charakteren liegt. Der Aufbau gibt reichlich Platz für Irritationen, Assoziationen und Spekulationen, sodass sich für mich das Durchhalten trotz Längen wirklich gelohnt hat.

Mit dem Ende war ich nicht ganz so glücklich, denn meiner Meinung nach war für das Tete à Tete zwischen Quinn und Ben kein Raum und es hat auch nicht wirklich gepasst.

Fazit

Alles in allem ein guter Spannungsroman der mit sehr leisen Tönen daher kommt und auf blutrünstige, reißerische Szenen und knallharte Täter sehr gut verzichten kann, weil die
Autorin auf Psychologie setzt.