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Veröffentlicht am 03.07.2020

Gewalt ist der Hebel

Die Nickel Boys
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Gewalt ist der einzige Hebel, der groß genug ist, um die Welt zu bewegen. (Kapitel 8)

Elwood ist fleißig und zielstrebig. Trotzdem landet er ohne eigenes Verschulden in einer Besserungsanstalt. Dort werden ...

Gewalt ist der einzige Hebel, der groß genug ist, um die Welt zu bewegen. (Kapitel 8)

Elwood ist fleißig und zielstrebig. Trotzdem landet er ohne eigenes Verschulden in einer Besserungsanstalt. Dort werden die Jungen missbraucht und ihr Willen gebrochen.

Elwood bewundert Martin Luther King und ich fand die eingeschobenen Zitate sehr passend. Für den Leser ist Elwood natürlich sehr sympatisch, weil er ganz offensichtlich unschuldig in dieser Lage gekommen ist und immer wieder versucht sein gutes Inneres zu zeigen.
Gut fand ich auch, dass der Fokus der Geschichte nicht bei den Aufsehern liegt und die wenig Raum bekommen. Der Raum gebührt den Opfern und wie sie diese Zustände verarbeiten.

Mich hat das Buch etwas an Wir sind die Könige von Colorado erinnert, das weniger Rassismus als Thema hat, aber die gleichen Bedingungen schildert.

Die überraschende Wendung gegen Ende hätte ich nicht gebraucht. Letztendlich macht sie aber Sinn und ist wohl weniger der Überraschung für den Leser geschuldet als der Logik der Geschichte.

Fazit: Eine lesenswerte Darstellung von Missbrauch in Haftanstalten sowie des latenten Rassismus in den USA. Das Buch bleibt dabei ohne explizite Gewaltdarstellungen und gibt den Opfern den größten Raum. Elwood wächst dem Leser Anna Herz

Veröffentlicht am 02.07.2020

Deutliche Längen

So tödlich wie die Liebe
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Der Fitnesstrainer Trey Ziegler wird ermordet. Nachdem er erschlagen wurde, hat ihn der Mörder ein Messer mit einer Botschaft ins Herz gerammt. Obwohl ihn niemand mochte, setzt Eve alles an die Lösung ...

Der Fitnesstrainer Trey Ziegler wird ermordet. Nachdem er erschlagen wurde, hat ihn der Mörder ein Messer mit einer Botschaft ins Herz gerammt. Obwohl ihn niemand mochte, setzt Eve alles an die Lösung des Falls.

Ich bin nicht mehr begeistert von der Reihe. Es wiederholt sich zu viel. Die Beziehung von Eve entwickelt sich nicht richtig weiter. Es gibt gefühlt nie Streit oder Uneinigkeit zwischen ihnen. Auch mit Peabody und allen anderen läuft immer alles total rund.
Und natürlich hat Eve quasi immer den richtigen Riecher und folgt der richtigen Spur.
Ich habe an dem Buch, das ich normal in maximal 3 Tagen lesen würde von der Länge her, 10 Tage gelesen. Es hat mich einfach nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 01.07.2020

Jugendliebe

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Ellie hat in ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft mit Greyson East. Doch irgendwie verlieren sie sich aus den Augen. Umso überraschter ist sie als er ihr neuer Arbeitgeber wird. Sie ist die Nanny seiner ...

Ellie hat in ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft mit Greyson East. Doch irgendwie verlieren sie sich aus den Augen. Umso überraschter ist sie als er ihr neuer Arbeitgeber wird. Sie ist die Nanny seiner beiden Töchter, nach dem Tod der Mutter und seiner Frau Nicole. Und er hat sich so sehr verändert.

Ich finde den Schreibstil der Autorin so toll. Sie schreibt gefühlvoll und trifft den richtigen Ton um Emotionen beim Leser zu wecken.

Grey und Ellie sind interessante Charaktere und auch die Nebenfiguren haben mir gefallen, ihnen aber nicht die Show gestohlen. Allerdings ist die Geschichte jetzt nicht total innovativ und spannend. Man weiß einfach schon was passieren wird und auch wie. Da gibt es wenige Überraschungen.

Leider fand ich die Übergänge nicht gelungen. So richtig versteht man als Leser nicht, warum sie sich aus den Augen verlieren. Auch den Wechsel bei East von unausstehlich zu etwas offener empfand ich als abrupt. Genauso das Ende der Tätigkeit bei East ist plötzlich und dann geht es irgendwann wieder weiter. Ich empfand, dass etwas fehlt in der Erzählung.

Fazit: Emotional hat mich der Schreibstil gepackt, aber die unrunden Übergänge stören mich doch etwas, weil ich das Gefühl habe, dass etwas fehlt.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Text passt nicht zu Bildern

Schiebe und Entdecke: Kleine Tiere
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Das Buch ist ab 18 Monate und ich denke diese Angabe passt auch gut. Leider ist dies auch das einzig positive zu diesem Buch, denn wir haben auf jeder Doppelseite Fehler gefunden. Der erste Kommentar des ...

Das Buch ist ab 18 Monate und ich denke diese Angabe passt auch gut. Leider ist dies auch das einzig positive zu diesem Buch, denn wir haben auf jeder Doppelseite Fehler gefunden. Der erste Kommentar des 3- jährigen war, die fliegt doch gar nicht. Folgende weitere Fehler haben wir gefunden:

Seite 1: warum ist das Rad so gemacht, dass man nicht von Drehpunkt zu Drehpunkt drehen kann? Das hätte technisch besser gelöst werden müssen oder die Punkte weg lassen.
Seite 3: wie transportiert ein Marienkäfer bitte eine Eichel? Und was sind das für Riesen-Eichhörnchen bzw. wo springt das Eichhörnchen hin?
Seite 5: im Text steht 2 Eier, aber auf beiden Bildern sind 3 Eier. Und die Raupe ist so groß wie ein Küken.
Seite 7: dem Texter ist aber schon klar, dass der Frosch auch den Marienkäfer fressen würde?
Seite 9: und der Igel würde Schnecke und Wurm fressen. Also freuen die sich eher nicht über seine Anwesenheit.

Fazit: Leider gefällt uns keine Seite, wobei das Suchen der Fehler schon etwas Spaß gemacht hat.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Vermenschlicht

Als der Wolf den Wald verließ
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Der Wolf Flink wächst mit seinen Geschwistern im einem Rudel auf. Doch als ein anderes Rudel das Revier übernimmt, muss Flink fliehen. Das Leben allein ist so anders als er es kennt und er muss viele Hindernisse ...

Der Wolf Flink wächst mit seinen Geschwistern im einem Rudel auf. Doch als ein anderes Rudel das Revier übernimmt, muss Flink fliehen. Das Leben allein ist so anders als er es kennt und er muss viele Hindernisse meistern.

Ich hatte Probleme mit der Ich- Form. Der Wolf erzählt aus seiner Sicht. Wobei es schon elegant gelöst ist wie Dinge benannt werden, die er nicht kennt und vom Menschen gemacht sind. Trotzdem hat ich durchgehend Probleme mit der Erzählform.

Die Zeichnungen sind schon in Ordnung. Erinnern aber teilweise an diese verträumten Puzzle mit Wölfen. Aber ich denke für das Alter der Kinder passen die Bilder gut.

Was mich aber wirklich gestört hat, ist die Vermenschlichung des Wolfes. Klar kann man darüber streiten, welche Gefühle Tiere empfinden. Aber es gab meiner Meinung nach schon einige fragwürdige Sachen.

Gut fand ich, dass man am Ende noch mehr über Wölfe lernt. Eine Ergänzung, dass Wölfe in Deutschland nicht gejagt werden dürfen und vielleicht allgemein über das Thema Wilderei fände ich noch wichtig.

Fazit: Sowohl Erzählform als auch die Intentionen zum Thema Flucht finde ich nicht gelungen