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Veröffentlicht am 14.02.2021

Spannender Auftakt zu neuer Krimi-Reihe

Der andere Sohn
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Nach einem schief gelaufenen Einsatz lässt sich der FBI-Agent John Adderley im Zeugenschutzprogramm als Ermittler bei der schwedischen Kriminalpolizei einschleusen, um seinem Halbbruder zu helfen, der ...

Nach einem schief gelaufenen Einsatz lässt sich der FBI-Agent John Adderley im Zeugenschutzprogramm als Ermittler bei der schwedischen Kriminalpolizei einschleusen, um seinem Halbbruder zu helfen, der vor 10 Jahren unter Mordverdacht stand und nur aus Mangel an Beweisen auf freien Fuß kam und dessen Fall nun erneut untersucht werden soll.

Die beiden Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen – 2009 in Karlstad, Schweden, als ein junges Mädchen verschwand und 2019 in Baltimore USA – sind beide für sich spannend und werden mit dem Umzug Johns nach Schweden 2019 zum aktuellen Handlungsstrang, in dem John seine Ermittlungen zum cold case anstellt.

Seine mehr oder weniger eigenmächtige Ermittlungsarbeit wird wiederholt durch Panikattacken beeinträchtigt, was meiner Meinung nach auch die Glaubwürdigkeit des Ermittlers selbst beeinträchtigt.

Gegen Ende des Buchs gibt es einige Twists, Wendungen, die die Auflösung in die Länge ziehen, das empfand ich als etwas zu viel Dramatik.

Die Geschichte ist logisch erzählt, der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen, wobei der Protagonist für mich keine Identifikationsfigur ist. Das ambivalente Verhältnis, das John zu Mutter und Bruder hat nach den vielen Jahren ohne Kontakt, ist gut und glaubhaft beschrieben.
Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem Cliffhanger.

Das Cover erscheint mir nach der Lektüre nichtssagend und der deutsche Titel führt eher in die Irre. Hier wäre eine Übersetzung des Originaltitels vielleicht angebrachter gewesen.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Spannendes Katastrophenszenario

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
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Die Erderwärmung führt dazu, dass die Forschungsstation Neumayer III durch einen Gletscherabbruch im Meer der Antarktis versinkt und mit ihr der Glaziologe Jakob Richter. Vor seinem Tod konnte er seiner ...

Die Erderwärmung führt dazu, dass die Forschungsstation Neumayer III durch einen Gletscherabbruch im Meer der Antarktis versinkt und mit ihr der Glaziologe Jakob Richter. Vor seinem Tod konnte er seiner Freundin Leela noch Dokumente schicken, die beweisen, wie große Konzerne die Klimakatastrophe verschärfen. Leela nimmt den Kampf gegen die skrupellosen mächtigen Bosse auf.

Die Recherchearbeit scheint mir fundiert und es werden globale Zusammenhänge aufgezeigt, die deutlich machen, dass wir alle im selben Boot sitzen. Der Autor bringt viele Aspekte der Klimakatastophe in seinem Roman unter: Hochwasser und Überschwemmungen, mörderische Hitze und Dürre, zerstörerische Stürme, eine Rettung versprechende Sekte, zusammenbrechende Infrastrukturen, Flüchtlingstrecks, die sich vom Süden in den Norden aufmachen, radikale Umweltschützer, Öko-Nazis, der aussichtslose Kampf einzelner Regierungsmitglieder. So gibt es sehr viele Erzählstränge, die oft nur an der Oberfläche bleiben und es schwer machen, sich mit einem oder mehreren der verschiedenen Protagonisten zu identifizieren.

Trotz einiger Logiklücken und auch zu vieler Zufälle im Handlungsverlauf wurde ich gut unterhalten, der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar, der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss erhalten.
Das bedrohlich wirkende Cover passt gut zur Thematik des Buchs.

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