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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2025

Spannend und unterhaltsam

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Natalie wundert sich eines Morgens, als ihre Kollegin Dawn nicht am Schreibtisch sitzt, ist Dawn doch normalerweise auf die Minute pünktlich und immer korrekt. Natalie Beunruhigung wird größer, als ein ...

Natalie wundert sich eines Morgens, als ihre Kollegin Dawn nicht am Schreibtisch sitzt, ist Dawn doch normalerweise auf die Minute pünktlich und immer korrekt. Natalie Beunruhigung wird größer, als ein kurzer telefonischer Hilferuf eingeht. Sie versucht heraus zu finden, was mit Dawn los ist.

Von Beginn an werde ich in die Handlung gezogen und teile Natalies Gedanken, da aus ihrer Ich-Perspektive erzählt wird. In Rückblenden kommt Dawn zu Wort, sie schreibt mails an ihre Freundin Mia, in denen sie von Natalie erzählt. Diese Rückblenden nähern sich den Ereignissen in der Gegenwart monatsweise an, diese Annäherung, die wechselnden Perspektiven und kurze Kapitel tragen zur Spannung bei.

Natalie erscheint wie eine unzuverlässige Erzählerin, sie macht vage Andeutungen und ihre Erinnerungen weichen oft von denen anderer Figuren ab, das verunsichert mich zunehmend, je weiter ich lese. Mehr und mehr treten auch Charakterzüge auf, die sie in anderem Licht erscheinen lassen.
Auch Dawn macht es mir nicht leicht, sie zeigt autistisches Verhalten und ist sozial unbeholfen, ihre langen mails an Mia geben mir auch zu denken.

Freida McFadden Schreibstil ist einfach, eingängig und schnell zu lesen. Die Handlung ist spannend und wendungsreich, auch durch viele Fragen, die sich beim Lesen stellen und mich mit rätseln lassen und durch die Entwicklung der Protagonisten, die immer neue Seiten zeigen und zunehmend schwerer einzuschätzen sind. Sympathisch ist mir keiner der Charaktere geworden.

Nach einer überraschenden Wendung werden mir die Zusammenhänge endlich klar, die Autorin hat es wieder geschafft, mich zu verblüffen.
Sogar der Epilog hält noch eine kleine McFadden-typische Enthüllung bereit.

Das schwarz-rote Cover mit der Silhouette einer Frau und dem roten Farbschnitt passt sehr gut zum Buch. Den Anfang der Geschichte fand ich etwas lang gezogen, aber dann hat mich 'Die Kollegin' gefesselt und bis zum Ende nicht mehr los gelassen.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Wer solche Freunde hat...

Du hast mich zuerst getötet
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Margot und Anna sind Freundinnen und leben in einer ruhigen Vorortsiedlung. Als Liv und ihre Familie in die Nachbarschaft ziehen, wird sie die Dritte im Bund. Aber keine der Frauen ist aufrichtig, jede ...

Margot und Anna sind Freundinnen und leben in einer ruhigen Vorortsiedlung. Als Liv und ihre Familie in die Nachbarschaft ziehen, wird sie die Dritte im Bund. Aber keine der Frauen ist aufrichtig, jede lügt und hat Geheimnisse.

Nach einem schockierenden Prolog beginnt die Handlung 11 Monate zuvor mit Livs Ankunft in ihrem neuen Haus. Erzählt wird im Präsens abwechselnd aus den Ich-Perspektiven der drei Frauen, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar teile und mal amüsiert, mal erstaunt, erschrocken oder auch schockiert bin. Margot, früher ein TV-Star, ist egozentrisch, boshaft und gehässig und ich frage mich wie Liv anfangs, wieso die unscheinbar und unbedarft erscheinende Anna mit ihr befreundet ist.
Die Figurenzeichnung ist gelungen, auch Nebencharaktere erscheinen glaubwürdig, die Protagonistinnen sind vielschichtig und faszinieren durch ihr Auftreten und Handeln, für mich ist es fast so wie bei einem Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann.

Neben den Perspektiven der drei Frauen lese ich, in kursiv gesetzten Einschüben, von einer zunächst rätselhaften Figur und ihren psychischen Problemen.
Nicht nur diese Einschübe und die aktuelle Entwicklung, sondern auch Enthüllungen aus der Vergangenheit der Frauen machen den Thriller immer spannender, wozu auch Cliffhanger am Ende der Kapitel beitragen, und erst zum Ende hin ergibt sich ein vollständiges Bild der komplex und clever konstruierten Geschichte.

Das düstere Cover mit der Frauensilhouette vor einem lodernden Feuer passt gut zum Buch. John Marrs schreibt bildhaft, lebendig und fesselnd und hat mich mit diesem Thriller voller unerwarteter Wendungen überrascht und bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Die Geschichte hat mich nicht gepackt

Allein gegen die Lüge
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Die Familie des Studenten Matt Pine ist bei einem Kurzurlaub in Mexiko ums Leben gekommen, er hat keinen Kontakt zum älteren Bruder Danny, der seit Jahren wegen Mordes an einer Freundin im Gefängnis sitzt. ...

Die Familie des Studenten Matt Pine ist bei einem Kurzurlaub in Mexiko ums Leben gekommen, er hat keinen Kontakt zum älteren Bruder Danny, der seit Jahren wegen Mordes an einer Freundin im Gefängnis sitzt. Allein und schockiert wird Matt von der FBI-Agentin Keller nach Mexiko geschickt, um Formalitäten zu erledigen.

Es gibt die Erzählstränge um Matt und Agentin Keller, aber in Rückblenden in die Vergangenheit lerne ich auch die Familie kennen, Vater, Mutter, Schwester und kleiner Bruder. Es wird anschaulich geschildert, wie der Mord vor 7 Jahren die Familie zerstört und das Leben seitdem beherrscht hat. Und jetzt wird Matts Leben wieder erschüttert.
Es hat mich gestört, dass nicht nur die Handlung, sondern auch die Emotionen nur erzählt werden, nicht gezeigt. Die Figurenzeichnung ist blass, der Autor wahrt Distanz zu seinen Figuren, er schreibt klar und nüchtern. Nähe entwickelte sich bei mir zu keinem Charakter, am sympathischsten war mir Agentin Keller und ich fand viele Nebenfiguren interessanter als den Protagonisten.
Die häufigen Perspektivwechsel zwischen Matt, Keller, den Familienmitgliedern und Auszügen aus einer True-Crime-Doku über Dannys Fall, die meiner Meinung nach überflüssig und nicht handlungsrelevant sind, bremsten meinen Lesefluss. Spannung baut sich nur langsam auf, die irgendwann vorhersehbare Auflösung ist schlüssig.
Der Autor Alex Finlay ist Anwalt und baut seine Kenntnis - und auch Kritik - polizeilichen Vorgehens, Machtmissbrauchs und unkontrollierbarer medialer Berichterstattung gut in die komplexe Geschichte ein.
'Allein gegen die Lüge' mit dem auffälligen, gelungenen Cover hat mich als Thriller nicht wirklich überzeugt und bekommt 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Spannende Suche nach der Wahrheit

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Art Mayer, der eigensinnige BKA-Ermittler, versucht seit über einem Jahr, Dana, die Mutter des Nachbarkindes, zu finden. Unerwartet bekommt Art einen Hinweis auf eine verlassene Wohnwagensiedlung nahe ...

Art Mayer, der eigensinnige BKA-Ermittler, versucht seit über einem Jahr, Dana, die Mutter des Nachbarkindes, zu finden. Unerwartet bekommt Art einen Hinweis auf eine verlassene Wohnwagensiedlung nahe Berlin und findet dort einen Toten. Es deutet sich ein Kompetenzgerangel zwischen BKA und LKA an und Art wird von den Ermittlungen ausgeschlossen. Zusammen mit Nele Tschaikowski, die eigentlich in Elternzeit ist, sich aber nach der Arbeit sehnt und sich von ihrem Mann bei der Betreuung des gemeinsamen Sohns allein gelassen fühlt, geht Art eigenständig auf Spurensuche und setzt sich dabei wieder über Regeln und Vorschriften hinweg. Das persönliche Engagement und Arts eigener Hintergrund tragen zur Intensität der Geschichte bei.

Erzählt wird auch in diesem dritten Band der Art Mayer-Reihe aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart ermitteln Art und Nele und vor 15 Jahren erschütterte ein tragisches Ereignis Dana und ihre Familie.

Von Beginn an herrscht eine düstere Stimmung, nicht zuletzt wegen des bedrohlichen Feuers im Wald bei Berlin, und besonders in der Erzählebene der Vergangenheit, die Ereignisse hier erscheinen verworren und ihre Tragweite erschließt sich erst gegen Ende. Unerwartete Wendungen gibt es auch in der Gegenwart, der Thriller bleibt durchgehend spannend. Viele Nebenfiguren fand ich schwer einzuschätzen, während die Protagonisten sich treu bleiben. Ich habe sehr gern mehr aus ihrem Privatleben erfahren, wie auch ihre unkonventionellen Ermittlungen verfolgt, die zu einer für mich überraschenden Auflösung und einem filmreifen, vielleicht etwas übertriebenen, Showdown führen.

Marc Raabes Schreibstil ist einfach zu lesen, lebendig und packend. Wegen der Entwicklung und Beziehungen der Protagonisten und weil Danas Verschwinden schon in den Vorgängerbänden eine Rolle spielte, ist das Lesevergnügen sicherlich größer, wenn die Reihe chronologisch gelesen wird. Das auffällige Cover passt farblich und vom Motiv her zu den anderen Büchern und auch zur Geschichte.
Mir hat 'Die Nacht' sehr gut gefallen, ich vergebe 4,5 Sterne und freue mich schon auf den angekündigten vierten Band im nächsten Jahr.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

In eigener Sache

Winter's Game
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Auf die Frankfurter Rechtsanwältin Carla Winter werden am gleichen Tag zwei Anschläge verübt und während sie dem ersten mit Glück entkommen kann, bringt sie der zweite schwer verletzt ins Krankenhaus. ...

Auf die Frankfurter Rechtsanwältin Carla Winter werden am gleichen Tag zwei Anschläge verübt und während sie dem ersten mit Glück entkommen kann, bringt sie der zweite schwer verletzt ins Krankenhaus. Sie erholt sich langsam, als es einen weiteren merkwürdigen Vorfall gibt. Carla entlässt sich selbst und will nur noch nach Hause. Verunsichert und geschwächt, aber zusammen mit ihrem starken Team, auf das sie sich verlassen kann, und mit der Unterstützung ihres beruflichen wie sozialen Netzwerks versucht Carla herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat und warum. Sie ist zwar angeschlagen, aber immer noch tough, klug und vor allem stur.

In diesem dritten Krimi um die Rechtsanwältin treten auch Figuren aus den Vorgängerbänden auf und es wird Bezug genommen auf vergangene Fälle. Lukas Erler baut diese Informationen geschickt in die Handlung ein, so dass auch ein Quereinstieg in die Reihe möglich ist, mehr Spaß und umfassenderes Verständnis hat aber sicherlich ein Leser mit Vorkenntnissen. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft mit nahbaren Charakteren, manche Beziehungen entwickeln und vertiefen sich und Carla Winters Verletzlichkeit in diesem Band hat mir auch gut gefallen.

Erlers packender Schreibstil ist klar, lebendig, bildhaft und atmosphärisch, auch Humor blitzt auf. Die spannende Handlung ist rasant und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Carlas Einfallsreichtum und ihr Vorgehen rechtfertigen unbedingt und augenzwinkernd den vom Konzept der Vorgängerbücher abweichenden Titel dieses Krimis.
Lukas Erler spricht auch in 'Winter's Game' gesellschaftlich aktuelle Missstände an und hat zu verschiedenen Themen gut recherchiert, besonders beeindruckt hat mich hier die anschauliche Erklärung der praktischen Auswirkung einer Aphasie.
Mir hat der neue Krimi von Lukas Erler sehr gut gefallen und mich bestens unterhalten, ich freue mich schon auf einen vierten Band der Reihe.

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