Spannend und unterhaltsam
Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?Natalie wundert sich eines Morgens, als ihre Kollegin Dawn nicht am Schreibtisch sitzt, ist Dawn doch normalerweise auf die Minute pünktlich und immer korrekt. Natalie Beunruhigung wird größer, als ein ...
Natalie wundert sich eines Morgens, als ihre Kollegin Dawn nicht am Schreibtisch sitzt, ist Dawn doch normalerweise auf die Minute pünktlich und immer korrekt. Natalie Beunruhigung wird größer, als ein kurzer telefonischer Hilferuf eingeht. Sie versucht heraus zu finden, was mit Dawn los ist.
Von Beginn an werde ich in die Handlung gezogen und teile Natalies Gedanken, da aus ihrer Ich-Perspektive erzählt wird. In Rückblenden kommt Dawn zu Wort, sie schreibt mails an ihre Freundin Mia, in denen sie von Natalie erzählt. Diese Rückblenden nähern sich den Ereignissen in der Gegenwart monatsweise an, diese Annäherung, die wechselnden Perspektiven und kurze Kapitel tragen zur Spannung bei.
Natalie erscheint wie eine unzuverlässige Erzählerin, sie macht vage Andeutungen und ihre Erinnerungen weichen oft von denen anderer Figuren ab, das verunsichert mich zunehmend, je weiter ich lese. Mehr und mehr treten auch Charakterzüge auf, die sie in anderem Licht erscheinen lassen.
Auch Dawn macht es mir nicht leicht, sie zeigt autistisches Verhalten und ist sozial unbeholfen, ihre langen mails an Mia geben mir auch zu denken.
Freida McFadden Schreibstil ist einfach, eingängig und schnell zu lesen. Die Handlung ist spannend und wendungsreich, auch durch viele Fragen, die sich beim Lesen stellen und mich mit rätseln lassen und durch die Entwicklung der Protagonisten, die immer neue Seiten zeigen und zunehmend schwerer einzuschätzen sind. Sympathisch ist mir keiner der Charaktere geworden.
Nach einer überraschenden Wendung werden mir die Zusammenhänge endlich klar, die Autorin hat es wieder geschafft, mich zu verblüffen.
Sogar der Epilog hält noch eine kleine McFadden-typische Enthüllung bereit.
Das schwarz-rote Cover mit der Silhouette einer Frau und dem roten Farbschnitt passt sehr gut zum Buch. Den Anfang der Geschichte fand ich etwas lang gezogen, aber dann hat mich 'Die Kollegin' gefesselt und bis zum Ende nicht mehr los gelassen.