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Veröffentlicht am 14.12.2024

Ungewöhnlich, komplex und spannend

Eisiges Glas
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Nach Abschluss des ersten Falls bleibt Kommissarin Leonore Asker lieber Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle als unter dem neuen Chef zu arbeiten. Kaum hat sie sich dort eingerichtet, meldet ...

Nach Abschluss des ersten Falls bleibt Kommissarin Leonore Asker lieber Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle als unter dem neuen Chef zu arbeiten. Kaum hat sie sich dort eingerichtet, meldet sich ihr Vater bei ihr, von dem sie 15 Jahre lang nicht gehört hat. Er verlangt, dass sie einen Mord aufklärt, für den er verdächtigt werden wird.
Gleichzeitig bietet sich ihrem Jugendfreund Martin Hill, Dozent über die Architektur des Verfalls und Autor eines Buchs über Urban Exploration, eine großartige Gelegenheit. Er soll über eine erfolgreiche Medizintechnik-Firma schreiben, der eine geheimnisumwitterte verlassene Insel gehört, die ihn als Urbexer seit seiner Jugend fasziniert.

Leo Asker ermittelt inoffiziell im Fall des Toten an der Farm ihres Vaters und verfügt kaum über Ressourcen, kann sich jedoch auf ihre skurrilen Mitarbeiter in der Kellerabteilung verlassen, die ihr erstaunlich effizient zuarbeiten. Über deren Hintergründe gibt es leider keine neuen Informationen, was ich schade fand. Leo wendet bei ihren komplexen Recherchen Methoden ihres Vaters an, die ihr seit der Jugend vertraut sind, als sie bei dem manipulativen Prepper lebte, bis sie ihm entkommen konnte.
Leos Perspektive wechselt sich mit der von Martin Hill ab, der auf dem abgeschiedenen und überwachten Anwesen der Industriellenfamilie für sein Buch recherchiert. Trotz der zunehmend düsteren Atmosphäre dort entwickelte diese Handlungsebene für mich einige Längen. Eine dritte, unheimliche Erzählperspektive steuert der 'gläserne Mann' bei, hier habe ich lange gerätselt, wer das ist.

Anders de la Mottes Schreibstil ist lebendig und bildhaft, bei der Figurenzeichnung blitzt gelegentlich leiser Humor auf und die Charakterentwicklung ist glaubwürdig.
Dieser zweite Band der Reihe ist auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar, Ereignisse des ersten Buchs werden geschickt in die Geschichte eingeflochten. 'Eisiges Glas' ist spannend durch kurze Kapitel, verschiedene Perspektiven und Zeitebenen und Leos kluge Ermittlungen, auch durch Mutmaßungen zum gläsernen Mann und die Frage, wie die verschiedenen Erzählstränge zusammenhängen. Mir hat der Krimi mit seiner vielschichtigen Handlung gut gefallen.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Spannende, humorvolle Gay Romance

Das erste und letzte Abenteuer von Kit Sawyer
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Historiker Christopher Sawyer, Spross einer legendären Archäologenfamilie, ist kein Abenteurer wie sein Großvater und sein Vater, aber eine versehentlich entfesselte mythische Macht zwingt ihn zu einer ...

Historiker Christopher Sawyer, Spross einer legendären Archäologenfamilie, ist kein Abenteurer wie sein Großvater und sein Vater, aber eine versehentlich entfesselte mythische Macht zwingt ihn zu einer Expedition in den mexikanischen Regenwald. Sein Ex-Stiefbruder Ethan, ein im Feld erfahrener Archäologe, begleitet Christopher, im Familienkreis Kit genannt, auf Wunsch des Großvaters.
Die Geschichte lebt vom Gegensatz der beiden Protagonisten. Kit ist ein Forscher auf archäologischem Gebiet, er ist unbeholfen, etwas weltfremd, liebt sein ruhiges Leben am Schreibtisch und kann sich stundenlang mit der Entschlüsselung von Symbolen beschäftigen. Ethan ist ein Macher und Teamplayer mit vielen Kontakten, hat Erfahrung im Organisieren von Expeditionen, er ist eher ein Archäologe vom Typ 'Indiana Jones'. Kit und Ethan sind sich seit der Jugend nach außen hin in inniger Feindschaft verbunden, aber während der gemeinsamen Expedition stellen sich die Beiden ihren bisher versteckten Gefühlen füreinander.

Viel Situationskomik und witzige Wortgefechte haben mich schmunzeln und laut lachen lassen beim Lesen. Neben der Liebesgeschichte von Kit und Ethan (auch mit expliziten Beschreibungen) habe ich auch sehr gern über aztekische Götter und mehr noch über die Faszination und die Gefahren des Regenwaldes gelesen. Die Expeditionsteilnehmer sehen sich hier mit Rätseln und existentiellen Bedrohungen konfrontiert.
Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft, humorvoll und sehr angenehm zu lesen. Erzählt wird aus Kits Perspektive und durch die direkte Ansprache des Lesers und das Teilen seiner auch selbstironischen Gedanken ist der Charakter sehr nahbar. Ich mochte Kit, aber auch den starken, beschützenden Ethan.

Die Kombination von spannendem Abenteuerroman mit mystischem Anteil und gleichgeschlechtlicher Liebesgeschichte ist S. E. Harmon sehr gut gelungen und hat mich bestens unterhalten. Auch das bunte Cover mit aztekischen und Regenwaldsymbolen gefällt mir und passt zum Buch. Ich vergebe 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Fesselnder Thriller mit überraschender Auflösung

Stumme Knochen
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Beim Umsetzen einer Kapelle im kanadischen Hemlock Skigebiet werden menschliche Überreste entdeckt. Die Tote ist gewaltsam gestorben und nachdem technische Fragen geklärt werden können und es forensische ...

Beim Umsetzen einer Kapelle im kanadischen Hemlock Skigebiet werden menschliche Überreste entdeckt. Die Tote ist gewaltsam gestorben und nachdem technische Fragen geklärt werden können und es forensische Ergebnisse gibt, scheint es sich um Annalise Jansen zu handeln, die vor fast 50 Jahren verschwand. Die schwangere Detective Jane Munro wird mit den Ermittlungen betraut. Sie hofft, den Angehörigen nach Jahrzehnten endlich ein Abschließen mit dem Verlust ermöglichen zu können, kennt sie doch selbst das zermürbende Gefühl der Ungewissheit, da ihr eigener Mann seit sechs Monaten spurlos verschwunden ist.

Der Leser weiß lange mehr als Jane und ihr Team, da die Mitglieder von Annalise früherer Clique früh eingeführt werden. Während der Ermittlungen damals wurden die jungen Leute die Shoreview Six genannt. Heute sind sie alle Anfang Sechzig, haben sich etwas aufgebaut und viel zu verlieren. Das Puzzle der verhängnisvollen Nacht, in der Annalise verschwand, setzt sich nur langsam zusammen, Erinnerungen sind lückenhaft oder wurden verdrängt. Neben der Ungewissheit, was genau damals passiert ist, präsentiert die Autorin dem Leser auch falsche Fährten, so dass die Geschichte bis zum Schluss fesselt. Für Abwechslung und Spannung sorgen auch verschiedene Erzählperspektiven. Die überraschende Auflösung ist erschütternd und es bleiben am Ende keine offenen Fragen.

Loreth Anne White schreibt sehr lebendig und bildhaft, schafft atmosphärische Schauplätze und verleiht ihren Charakteren Tiefe, jede Figur ist glaubwürdig und authentisch und weckt beim Leser Gefühle. Nicht nur bei der Protagonistin Jane findet eine Entwicklung statt. Mir hat sehr gefallen, wie komplex die Autorin die Figuren angelegt hat.

Das Cover ist düster und vermittelt mit den etwas verwaschenen Farben und den weißen Spuren den Eindruck eines alten Fotos mit Knicken. Es passt zur Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Temporeiche Spannung

Nachtfahrt
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Nur gezwungenermaßen kehrt Katha in ihren Heimatort zurück, um sich um die Fahrschule und andere Angelegenheiten ihres tödlich verunglückten Vaters zu kümmern. Katha hat ihre Mutter mit 12 verloren, Schwester ...

Nur gezwungenermaßen kehrt Katha in ihren Heimatort zurück, um sich um die Fahrschule und andere Angelegenheiten ihres tödlich verunglückten Vaters zu kümmern. Katha hat ihre Mutter mit 12 verloren, Schwester und Schwager starben vor einem Jahr und jetzt gibt es nur noch Ronya, ihre Nichte, die bei Kathas Vater lebte und es ihrer Tante übel nimmt, dass sie seit einem Jahr nicht mehr zu Hause war. Bevor Katha sich mit ihrer Nichte aussprechen kann, wird Ronya entführt. Der Entführer gibt Katha 48 Stunden Zeit, ein Familiengeheimnis zu lüften, andernfalls wird die 13jährige sterben.

Mit hohem Tempo entwickelt sich eine fesselnde Geschichte. Kurze Kapitel, wechselnde Erzählperspektiven und überraschende Wendungen sorgen ebenso für Spannung wie das auch Katha unbekannte Familiengeheimnis und ebenfalls der lange nur angedeutete Grund für ihr Weggehen vor drei Jahren. Am Ende fügen sich alle Puzzleteile zu einem erschreckenden Bild zusammen, es bleiben keine offenen Fragen.

Annika Strauss' Schreibstil ist einfach und nüchtern, was zur Figurenzeichnung der Protagonistin passt, Katha blieb für mich auf Distanz, andere Charaktere haben mich mehr beeindruckt. Dennoch ist die Handlung mit einem (fast zu) dramatischen Finale von Anfang bis Ende ausgesprochen packend und das Setting für den Thriller perfekt gewählt. Strauss' Debüt ist gelungen und ich würde gern mehr von der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Kurzweilig, rasant und humorvoll

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Die toughe Amy Wheeler ist Personenschützerin, nimmt aber Ermittlungen auf, als auf sie geschossen wird und in ihrer Umgebung drei Influencer ermordet werden, die bei ihrem Arbeitgeber, einer Agentur, ...

Die toughe Amy Wheeler ist Personenschützerin, nimmt aber Ermittlungen auf, als auf sie geschossen wird und in ihrer Umgebung drei Influencer ermordet werden, die bei ihrem Arbeitgeber, einer Agentur, unter Vertrag standen. Unterstützt wird Amy von ihrem Schwiegervater Steve, einem ehemaligen Kriminalkommissar und auch ihren aktuellen Schützling, die erfolgreiche Thrillerautorin Rosie D'Antonio kann sie nicht einfach allein lassen, so dass Rosie mit von der Partie ist.

Beim komplexen Krimifall geht es um das Schmuggeln von Bargeld und es sind viele skrupellose Figuren involviert, hier hat Richard Osman einige abstoßende Charaktere geschaffen, geld- und machtgierig und selbstverliebt. Im Gegensatz dazu sind Amy, Steve und Rosie liebenswerte Protagonisten und zusammen ein tolles Trio, das ich schnell ins Herz geschlossen habe. Rosie ist eine extravagante ältere Dame und Steve ein einsamer Witwer, der um seine verstorbene Frau trauert und dessen Welt klein geworden ist, mit festen Routinen im idyllischen Axley im New Forest. Zu seiner Schwiegertochter Amy hat er ein enges Verhältnis, zum Sohn ein eher distanziertes, sprachloses. Der Grund dafür wird in diesem ersten Band der neuen Krimiserie nicht aufgedeckt, genau wie Amys wiederholt angedeutete traumatische Kindheit, die sie zu der gemacht hat, die sie ist. Die Figurenzeichnung ist Osman bei den Protagonisten wie bei den zahlreichen und mitunter skurrilen Nebencharakteren gut gelungen.
Osman schreibt wie gewohnt mit viel schwarzem Humor und Ironie, er macht sich über kurzlebige Internet-Hypes lustig und baut ChatGPT geschickt in die Handlung ein. Komik entsteht vor allem durch witzige Dialoge und Gedankengänge der Charaktere. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Tempo und Spannung.

Im Nachwort schreibt Richard Osman, dass sein nächstes Buch sich wieder um den Donnerstagsmordclub drehen wird, meine Lieblingsserie des Autors. Die moderne und actionreiche Geschichte von 'Wir finden Mörder' hat mich auch gut unterhalten, aber die Serie um Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim gefällt mir noch besser.

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