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Veröffentlicht am 17.11.2024

Spannend, berührend und unterhaltsam ist der sehr gelungene dritte Band um die Skelf-Frauen

Einbalsamiert
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Die Skelf Frauen sehen sich auch in diesem dritten Band der Reihe mit großen Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur der Ermittlungsbereich ihrer Firma stellt sie vor Probleme, auch im Bestattungsunternehmen ...

Die Skelf Frauen sehen sich auch in diesem dritten Band der Reihe mit großen Herausforderungen konfrontiert. Nicht nur der Ermittlungsbereich ihrer Firma stellt sie vor Probleme, auch im Bestattungsunternehmen sind rätselhafte Aufgaben zu bewältigen, die ebenfalls Recherche und Erkundigungen benötigen.
Nachdem bei Hannah und Indy eingebrochen wurde, ziehen die beiden zu Dorothy, so dass alle Frauen nun unter einem Dach leben. Die Skelf-Frauen sind starke Persönlichkeiten, die gelassene Dorothy liebt das Gemeinschaftsgefühl, das in der Familie herrscht, Enkelin Hannah hat eine optimistische Weltsicht, ist glücklich in ihrer Beziehung zu Indy und weiß, auch durch die Physik, dass alles mit allem zusammenhängt, während Tochter Jenny immer noch verletzt ist durch das Verhalten ihres Ex-Manns Craig und sie auf Distanz achtet.
Obwohl die Frauen sich der Zerbrechlichkeit des Lebens bewusst sind, stehen sie mit beiden Beinen im Leben und wissen sich zu behaupten. Besonders Jennys Entwicklung zu verfolgen, hat mir sehr gefallen. Auch die Informationen über die Astrophysik, das Einbalsamieren und das Schlagzeug spielen fand ich spannend zu lesen, alle Themen scheinbar mühelos in die Handlung integriert.

Erzählt wird wechselnd aus den Perspektiven der drei Skelf-Frauen, die oft mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt sind, aber immer Unterstützung und Loyalität durch ihre Familie erfahren.
Doug Johnstones Schreibstil ist lebendig, bildhaft, einfühlsam und unverblümt. Viele Figuren sind skurril, ebenso wie manche Situationen, und trotzdem würde ich sie lebensnah geschildert nennen, sie sind vielleicht nicht unbedingt wahrscheinlich, aber durchaus möglich. Die Charaktere erscheinen authentisch und treiben die Geschichte genau so voran wie die vielfältige Handlung, in der vordergründig verrückte Dinge geschehen und es thematisch um Moral, Schuld und Verantwortung geht, ebenso um Einsamkeit, Verlust, Trauer und ihre Bewältigung.
'Einbalsamiert' ist Johnstone rundum gelungen, der Autor schreibt warmherzig, humorvoll und emotional, seine Protagonistinnen und auch die Nebenfiguren sind glaubwürdig, gleichzeitig ist die Geschichte spannend und düster. Edinburgh wird durch Johnstones Beschreibung so lebendig, dass ich Straßen und Stadtteile wiedererkennen würde bei einem Besuch der Stadt.

Das Cover mit dem düsteren Blattwerk passt zu diesem dritten Band um die Skelf-Frauen. 'Einbalsamiert' ist gut eigenständig lesbar, dennoch lohnt es sich, auch die beiden Vorgängerbücher zu lesen, um die Vorgeschichte der Skelfs zu erfahren. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Ein komplexer zweiter Fall für DI Sheridan Holler

Schon immer tot
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‚Schon immer tot‘ ist der zweite Band um DI Sheridan Holler, Ermittlerin in Liverpool. Ich kenne den ersten Band der Reihe nicht, hatte jedoch zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt.
Sheridan ...

‚Schon immer tot‘ ist der zweite Band um DI Sheridan Holler, Ermittlerin in Liverpool. Ich kenne den ersten Band der Reihe nicht, hatte jedoch zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt.
Sheridan soll den Cold Case um den vor 9 Monaten ermordeten Daniel Parks wieder aufrollen, als sich drei weitere Todesfälle ereignen, die eine Verbindung zu Daniel haben. Die Ermittlungen sind umfangreich und schwierig, nicht nur Sheridan stellen sich viele Fragen, sondern auch dem Leser.
Sheridan ist eine gute Ermittlerin, sie ist clever und schlagfertig. Ihre Dialoge mit Kollegen und Freunden sind oft humorvoll und unterhaltsam, diese Leichtigkeit ist eine willkommene Auflockerung in einer eher düsteren, bedrückenden Geschichte. Auch die realistisch beschriebene Katze Maud sorgt bei mir für manch ein Schmunzeln. Das Verhältnis von Ermittlungen und Details aus dem Privatleben ist ausgewogen.
Besonders die weiblichen Charaktere sind gut ausgearbeitet, sie sind authentisch und haben Tiefe, nicht zuletzt durch prägende Erlebnisse in der Vergangenheit, die zum Handlungsverlauf passend thematisiert werden.
T. M. Payne schreibt klar, einfach, fesselnd und angenehm zu lesen. Die Autorin spielt mit den Erwartungen des Lesers, oft nimmt die Handlung einen anderen Verlauf als erwartet, mich hat sie wiederholt überrascht. Die Ermittlungen sind spannend und glaubwürdig beschrieben, Payne setzt ihre beruflichen Erfahrung im englischen Rechtssystem gekonnt um. Auch kurze Kapitel, die oft mit kleinen Cliffhangern enden, und wechselnde Perspektiven tragen zur Spannung bei.
Mir hat der komplexe Krimi gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Überzeugender Auftaktband der Krimi-Reihe um Washington Poe und Tilly Bradshaw

Der Zögling
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'Der Zögling' ist der Vorgängerband von 'Der Botaniker', geschrieben 2018 und nun erfreulicherweise auch bei Droemer erschienen.
Ein Täter foltert und verbrennt Menschen in verschiedenen Steinkreisen ...

'Der Zögling' ist der Vorgängerband von 'Der Botaniker', geschrieben 2018 und nun erfreulicherweise auch bei Droemer erschienen.
Ein Täter foltert und verbrennt Menschen in verschiedenen Steinkreisen in Cumbria und hinterlässt keine Spuren, er scheint clever und gut organisiert zu sein. Bei seinem dritten Opfer findet sich der Name Washington Poe in die Brust geritzt, was dazu führt, dass Poe kontaktiert und seine Suspendierung aufgehoben wird. Er war DI bei der Serious Crime Analysis Section SCAS und seit fast 18 Monaten läuft eine interne Ermittlung gegen ihn. Inzwischen genießt er sein einfaches Leben in einer einsam gelegenen Hütte in Cumbria. Poe soll nun bei SCAS an dem Fall mitarbeiten, unterstützt von der Datenanalystin Tilly Bradshaw.

Die eigenwilligen Protagonisten Washington Poe und Tilly Bradshaw kann ich mir durch die gelungene Figurenzeichnung von Beginn an gut vorstellen, sie sind interessante Charaktere, die neugierig machen. Tilly hat enorme intellektuelle Fähigkeiten, ist aber ungeübt im Umgang mit anderen Menschen, sie zeigt autistisches Verhalten, nimmt alles wörtlich und ist geradeheraus.
Der unkonventionell arbeitende Poe fühlt sich als Ermittler nur der Gerechtigkeit verpflichtet. Poe und Tilly sind ein gutes Team, beide sind obsessiv in dem, was sie tun und auch unbequem für andere. Während das methodische Vorgehen der Kollegen ergebnislos bleibt, folgt Poe den wenigen Spuren und tut, was er für nötig hält, ohne Respekt für Vorgesetzte, die sich mehr als einmal übergangen fühlen. Auch diese und andere Nebenfiguren werden glaubwürdig beschrieben. Gefallen hat mir auch das Setting in Cumbria, diese landschaftlich schöne und dünn besiedelte englische Grafschaft mit ihren vielen Steinkreisen würde ich gern kennenlernen.

Trotz der beschriebenen Grausamkeiten des Mörders gibt es auch humorvolle Szenen in der Geschichte, oft sind das Gespräche, die Tilly führt.
M. W. Cravens Schreibstil ist packend und atmosphärisch. Dieser Auftaktband seiner preisgekrönten Krimi-Reihe ist durchgehend spannend, düster, fesselnd, hat eine komplexe Handlung und überrascht mit unerwarteten Wendungen und einer schockierenden Auflösung. Mich hat 'Der Zögling' bestens unterhalten und ich empfehle das Buch jedem Krimileser und freue mich auf die Fortsetzung der Serie.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Unterhaltsam und spannend, Cosy-Crime mit liebenswerten Protagonisten

Mord im Himmelreich
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Björn Kupernikus ist ehemaliger Schauspieler, jetzt im Ruhestand und muss an seinem ersten Morgen auf dem Campingplatz Himmelreich einen kleinen Hund von einem auf dem See treibenden Paddleboard retten. ...

Björn Kupernikus ist ehemaliger Schauspieler, jetzt im Ruhestand und muss an seinem ersten Morgen auf dem Campingplatz Himmelreich einen kleinen Hund von einem auf dem See treibenden Paddleboard retten. Mit Hund und Board wieder an Land, staunt Kupernikus nicht schlecht, als er auf der Board-Unterseite eine Leiche festgebunden findet. Kupernikus hat sich sein ganzes Berufsleben lang auf die Rolle eines Tatort-Kommissars vorbereitet und ist entschlossen, der Polizei bei der Aufklärung des rätselhaften Todesfalls unter die Arme zu greifen. Unterstützt wird er von der Einheimischen Annabelle, deren unverblümte Art Kupernikus zwar aus der Fassung bringen kann, die ihn aber auch mit ihrer Bewunderung für seine Rettungsaktion, ihrer Eleganz und Anmut, ihrem Wissen und nicht zuletzt ihren Kochkünsten sehr beeindruckt.

Der erste Cosy-Crime Krimi des Thriller-Autoren Andreas Winkelmann ist gelungen, das Verhältnis von Humor und Spannung ist ausgeglichen und hat mir sehr gefallen. Ein bildhafter, lebendiger Schreibstil, Situationskomik und witzige Dialoge werden durch Kupernikus' durchaus professionelle Ermittlungen zur Aufklärung des Falls ergänzt.
Kupernikus trifft auf dem Platz und in der Nachbarschaft auf so einige lebensnah beschriebene und auch skurrile Typen und das Campingplatz-Setting erscheint mir authentisch und atmosphärisch, hier bringt der Autor eigene Erfahrungen ein, wie er im Nachwort schreibt. Die Figurenzeichnung der vielfältigen, teilweise auch klischeehaften Charaktere ist glaubhaft, die Beschreibung der idyllischen Landschaft am Templiner- und Schwielowsee weckt die Reiselust, Caputh und den tatsächlich existierenden Campingplatz mit dem titelgebenden Namen zu besuchen.
'Mord im Himmelreich' ist ein lesenswerter, spannender Cosy Crime mit liebenswerten Protagonisten, von denen ich gern mehr lesen würde. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Spannender dritter Teil der Vier-Elemente-Reihe mit aktuellem Setting

In der Erde
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Lilly Hed und ihr Team müssen eine Explosion aufklären, bei der eine Familie ums Leben kam und das Haus völlig zerstört wurde. Lange steht die Frage im Raum, ob es sich um einen Unfall handelt oder um ...

Lilly Hed und ihr Team müssen eine Explosion aufklären, bei der eine Familie ums Leben kam und das Haus völlig zerstört wurde. Lange steht die Frage im Raum, ob es sich um einen Unfall handelt oder um einen Anschlag. Die Ermittler sind unterschiedlicher Meinung. Zu den mühsamen Untersuchungen kommt erschwerend hinzu, dass Lilly auch im sechsten Schwangerschaftsmonat immer noch unter dauernder Übelkeit leidet mit allen Begleiterscheinungen, so dass sie nach einigen Tagen von den Ermittlungen abgezogen und krankgeschrieben wird. Sie ermittelt von Zuhause aus allein weiter und kann ihren Kollegen hilfreiche Hinweise geben und bleibt trotz allem mit ihnen in engem Kontakt.

Der Leser weiß von Anfang an und durch eine zweite Erzählperspektive, dass das Kind der Familie entführt wurde und gefangen gehalten wird, doch das Motiv des Täters bleibt rätselhaft und erst komplexe und langwierige Recherchen bringen Lilly erste Erkenntnisse.

Die Figurenzeichnung ist gelungen, die Charaktere sind glaubhaft und Lilly ist mit Jesper an ihrer Seite wieder selbstsicher und kämpferischer geworden nach der schlimmen Zeit mit ihrem früheren Lebensgefährten. Hinweise auf die Ereignisse der Vergangenheit sorgen dafür, dass auch Neueinsteiger in die Vier-Elemente-Serie keine Verständnisschwierigkeiten haben. Nur die Beschreibung von Lillys dauernden Schwangerschaftsbeschwerden nahm mir zu viel Raum ein und ich halte es auch für wenig glaubwürdig, dass sie anfangs Ermittlungsleiterin ist und zu Beginn der Schwangerschaft nicht zu einer ruhigen Schreibtischtätigkeit versetzt worden ist. Lilly ist vor allem eine Ermittlerin und setzt sich mit ihrer bevorstehenden Rolle als Mutter nur zögernd auseinander und gefährdet im Laufe der Geschichte das Leben ihres Kindes.

Die anhaltende, für alle anstrengende Hitze und Trockenheit wird ebenso thematisiert wie die zunehmende Verzweiflung und Hilferufe der Landwirte. Pernilla Ericson, die Autorin und Journalistin ist, bringt die Auswirkungen des Klimawandels ebenso wie soziale Probleme gekonnt auch in diesen dritten Teil der Krimiserie ein.
Die Autorin schreibt bildhaft, packend und einfühlsam, die Ermittlungsarbeit wird realistisch beschrieben und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende hoch. Mir hat 'In der Erde' gut gefallen und ich freue mich auf den vierten Teil der Reihe.

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