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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2020

Geniales Grundlagenwerk

Die Große Transformation
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Umfang und Aktualität sind berauschend: Autor und Professor Schneidewind - Schumpeter School, Uni Wuppertal - hat eine extrem umfängliche Zusammenstellung auch mithilfe seiner Schüler*innen vorgelegt, ...

Umfang und Aktualität sind berauschend: Autor und Professor Schneidewind - Schumpeter School, Uni Wuppertal - hat eine extrem umfängliche Zusammenstellung auch mithilfe seiner Schüler*innen vorgelegt, die konkurrenzlos erscheint.
Alle drängenden Fragen bezogen auf notwendige ökonomisch-ökologische Wandel werden angefasst. Hohe Schule, und man muss Schneidewind neben Welzer und die futur2-gruppe stellen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Ökonomie anschaulich

Postkapitalismus
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Vergleicht man offiziell ökonomische Texte mit Masons Werk so fällt auf, dass er es anschaulich vermag, schwierige Stoffe lesbar und nachvollziehbar vorzustellen. Volkswirtschaftliche Theorie zeigen häufig ...

Vergleicht man offiziell ökonomische Texte mit Masons Werk so fällt auf, dass er es anschaulich vermag, schwierige Stoffe lesbar und nachvollziehbar vorzustellen. Volkswirtschaftliche Theorie zeigen häufig so etwas wie Geschwurbel: hört sich gut an, sagt aber nichts aus. bei Mason wirken die Analysen stichhaltig. Verifiziert ist das zum Teil auch nicht, aber Leser hoffen, dass er Recht hat.... Das Buch ist ein Muss!

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Veröffentlicht am 25.05.2020

journalistin blickt durch; schulverwaltung wohl nicht

«Für heute reicht’s»
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Kurz nach dem Amoklauf von Erfurt lieferte Ines Geipel ein hervorragensdes Buch bei Rowohlt ab, schon 2004 erlebte es die die 3. Auflage. Offenbar mithilfe zahlreicher mutiger Interviews am Ort stellte ...

Kurz nach dem Amoklauf von Erfurt lieferte Ines Geipel ein hervorragensdes Buch bei Rowohlt ab, schon 2004 erlebte es die die 3. Auflage. Offenbar mithilfe zahlreicher mutiger Interviews am Ort stellte sie Zahlen und Fakten zusammen, neben denen die Äußerungen des Landes und der Schulverantwortlichen (auch der Polizei) wie Hohn erscheinen. Der Täter war offenbar kein psychisch gestörter Einzelgänger, sondern wohl integriert, faul wie viele Jugendliche, aber da nicht mehr schulpflichtig in der 11. und am Spaß interessiert recht unzuverlässig. Er flog aus zwei Schulen, kaufte sich als 17-Jähriger legal Gewehre (!) und rächte sich auf unmenschlichste Art.
Geipel macht das glaubwürdig und differenziert. Sie ist weder Kriminologin noch Psychologin, aber schreibt souverän. Einziger Mangel: um etwas Distanz herzustellen zwischen Autorin und den mit Echtnamen auftretenden Erfurter*innen stellt sie künstlich eine Freundin "Elsa" ins Geschehen, was überflüssig, schwer verständlich und lästig ist.
Frappierend, dass eine DDR-Hochleistungssportlerin, Systemkritikerin und mittelalte Frau so brillant einen Gewaltpräventionsstoff präsentiert.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Nonfiction-Humor und viele frische Wörter

Kindheit - Jugend - Alter.
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Das halblustige Lexikon zielt zunächst mal auf Leser*innengruppen, die selbst alt sind und/oder sich mit Kindheit und Jugend befassen. Es handelt sich nicht um ein Jugendwörter-Buch und auch nicht um Jugendlektüre ...

Das halblustige Lexikon zielt zunächst mal auf Leser*innengruppen, die selbst alt sind und/oder sich mit Kindheit und Jugend befassen. Es handelt sich nicht um ein Jugendwörter-Buch und auch nicht um Jugendlektüre (es spricht nichts dagegen, aber erfahrungsgemäß...). War die erste eigenständige Auflage 2010 bei Rabenstück vor allem wegen der Buchgröße WPK 10x14 und der kleinen Buchstaben so gar nicht präsentabel, so wird diesmal ein angenehm großes Taschenbuch (11x18) mit Studiermöglichkeit auch in der S-Bahn oder auf der Toilette, oder mit Nachttischlampe ohne Lupe verlegt. Der Umfang der definierten Wörter ist von 700 auf 1250 angewachsen. Wer ins Detail gehen möchte: sehr umfänglich hat das online-Portal "socialnet" das "Wörterbuch Jugend - Alter" rezensiert, mit beispielhaft vielen Auszügen, Textprobem und gekonnten Kommentaren.
2020 zeigt Günther, ein bekannter Pädagogischer Psychologe, nicht nur ein mehr an Wörtern, sondern auch wesentlich seriösere Definitonen und Zuordnungen. Denn gerade, wenn man sich um Lockerheit und Humor bemüht, muss alles stimmig sein: Hintergrund und Geschichte des Wortes, Relevanz und schließlich das spezielle Augenzwingern .
Ich wusste weder, was ein "Achtgroschenjunge" ist, noch was ein "Perhuhn" hier zu suchen hat.
Etwas 1/3 der Wörter sind englischstämmig, wie "Mansplaining" oder "Dawning Realism". Zahlreiche Rockbands werden erwähnt und Literaten wie Hornby oder Shaw zitiert. Zu den 15 hervorgehobenen Hauptbegriffen erscheinen Sprüche/Quotes, was mir am besten gefallen hat: "Jugendsünde? - Wenn man jung ist und sie verpasst..."
Heimdall ist zwar ein kleiner Verlag, aber kein Bezahl-BoD; es werden kleine Auflagen verlegt bei niedirgen Druckkosten. Buchhandel und Amazon sind einbezogen.
Ich besitze verschiedene gedruckte Lexika, die ja von den online-Versionen verdrängt werden. Auch Wikipedia trägt dazu bei. Manfred Günther ist offenbar Wikipedia-editor und zeigt in seinem Buch auf dem Hintergrund nicht nur Spezielleres, sondern auch seltenere Begriffe und Schimpfwörter.
Auch was gut ist, kann besser werden: Nicht alle Karikaturen von Stuttmann treffen aus meiner Sicht den Sachverhalt, und sie wirken formal und inhaltlich manchmal etwas angestaubt. Der Text selbst ist aber sehr aktuell (siehe "Greta") und berücksichtigt aber zum Glück nicht das Corona-Thema. 10 gut investierte Euro. Da man ein Lexikon nicht "liest" hat man viele Monate was davon.

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