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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2021

Ein sehr berührender historischer Liebesroman

Der Kampf ums Glück
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„Der Kampf ums Glück“ ist der 6. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann eigentlich (siehe Fazit!) mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ...

„Der Kampf ums Glück“ ist der 6. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann eigentlich (siehe Fazit!) mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ist und immer andere Personen im Mittelpunkt der Geschichte stehen.

Ich habe bisher alle Teile der Saga gelesen und es ist faszinierend, wie unterschiedlich jedes einzelne Buch ist. Gilbert Morris gelingt es immer wieder, überzeugende neue Charaktere zu kreieren und spannende Wendungen herbeizuführen, mit denen man als Leser nicht gerechnet hat. Diesmal führt es wieder einen der Wakefield-Sprösslinge nach Amerika …

Im Gegensatz zum letzten Band sind hier geistliche Themen eher eine Randerscheinung. Im Fokus der Erzählung stehen die Zwillinge Paul und David und die Frauen, die ihr Leben bestimmen. Erst im letzten Drittel des Buches wird der christliche Glaube stärker thematisiert. Es ist also mehr ein klassischer historischer Liebesroman auf sehr hohem Niveau. Die Charaktere wachsen schnell ans Herz, man fiebert mit und will das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Was mir etwas fehlte, waren die historischen Bezüge, die in „Der Kampf ums Glück“ unerwartet dünn ausfielen. Es gab diesmal keine wichtige historische Person, der Leben eingehaucht wurde, und auch die Abschnitte über das Zeitgeschehen, die sonst so meisterhaft eingewoben waren, sind kaum vorhanden. Das fand ich etwas schade und gebe daher einen Stern Abzug.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem guten historischen (Liebes-)Roman ist, kommt hier auf seine Kosten. Gut geeignet für Einsteiger in die Serie.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Hält, was es verspricht

Vielleicht lässt jemand Wunder regnen
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Ich liebe es, wenn ein Buch hält, was es verspricht. „Vielleicht lässt jemand Wunder regnen“ ist tatsächlich ein „hoffnungsfrohes Lesebuch“, das nicht nur Lust auf Frühling, sondern ganz allgemein das ...

Ich liebe es, wenn ein Buch hält, was es verspricht. „Vielleicht lässt jemand Wunder regnen“ ist tatsächlich ein „hoffnungsfrohes Lesebuch“, das nicht nur Lust auf Frühling, sondern ganz allgemein das Leben macht. Ein gelungener Mix aus kurzen und längeren Impulsen. Gedichte, Kurzgeschichten, sorgfältig ausgesuchte Bibelverse, schöne Zitate zum Nachdenken … und sogar Postkarten zum Selberbehalten oder Verschicken! Wirklich toll!

Theoretisch liest sich das Buch schnell weg. Es lohnt sich aber, es langsam und in kleinen Portionen zu sich zu nehmen. Manche Texte sind wahre Wortakrobatik, mit herrlichen Bildern und hintersinnigen (Um-)Formulierungen. In mir haben so viele Sätze nachgehallt, dass es mir wichtig war, ihnen Raum und Zeit dazu zu geben, und nicht von einem Impuls zum nächsten zu hasten.

Einen Stern Abzug gebe ich, weil ich mit den „Engelstexten“ nichts anfangen kann und mir einige wenige Texte weltanschaulich zu liberal waren. Insgesamt kann ich jedoch eine klare Kaufempfehlung geben und habe das Buch sogar schon weiterverschenkt. Perfekt für alle, die etwas Frühlings-Freude brauchen oder weitergeben möchten.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Du bist gut so wie du bist - unperfekt perfekt!

Jori - Das Schweinchen ohne Ringelschwanz
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Was macht ein Schweinchen ohne Ringelschwanz?
Vor allem, wenn alle anderen einen haben?

Genau, es versucht erst mal, sich auch einen zu basteln und sich anzupassen.
Es braucht wenig, bis Jori, das kleine ...

Was macht ein Schweinchen ohne Ringelschwanz?
Vor allem, wenn alle anderen einen haben?

Genau, es versucht erst mal, sich auch einen zu basteln und sich anzupassen.
Es braucht wenig, bis Jori, das kleine Schweinchen, erkennt: „Ich bin auch ohne Ringelschwanz liebenswert und nicht der Einzige, der unperfekt ist.“
Das Autorin/Illustratorin-Team hat mit „Jori“ ein zauberhaftes Bilderbuch für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren kreiert, das eine wichtige Botschaft auf herrlich bunten Bildern vermittelt. Die Zeichnungen sind kindgerecht und gleichzeitig humorvoll – auf dem Bauernhof scheinen nur Tiere zu leben, die natürlich auch alle sprechen können. Es gibt viele tolle Details zu entdecken, und die Aussage: „Du bist gut so, wie du bist“, können Kinder gar nicht oft genug hören.

Ich finde daher, „Jori“ gehört in jeden Haushalt und Kindergarten. Klare Kaufempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Tipp: Langsam genießen!

Fürchtet euch nicht
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Ein neues Buch der „Writing Sisters“? Das musste ich lesen! Seit ihrem ersten Buch, „Das Lied des Hirten“, das 2015 auf Deutsch erschienen ist, habe ich jeden neuen Titel gelesen. Bisher reichte meinem ...

Ein neues Buch der „Writing Sisters“? Das musste ich lesen! Seit ihrem ersten Buch, „Das Lied des Hirten“, das 2015 auf Deutsch erschienen ist, habe ich jeden neuen Titel gelesen. Bisher reichte meinem Empfinden nach nichts an ihr erstes Buch heran, doch mit „Fürchtet euch nicht“ hat sich das geändert!

Waren es in „Das Lied des Hirten“, „Wie im Himmel“ oder auch „Die Liebe hört nie auf“ noch Bibeltexte, die unterschiedlichste Menschen miteinander verbanden, so wurde es hier buchstäblich anfassbarer: Als durch geplante Baumaßnahmen in einer Kirche die lebensgroßen Krippenfiguren im Frühherbst kurzfristig obdachlos werden, finden sie ein temporäres Zuhause bei verschiedenen Kirchenmitgliedern. Und es scheint, als hätte jede Person genau die Figur mitgenommen, durch die Gott ihr gerade am meisten zu sagen hat …

Mich hat „Fürchtet euch nicht“ sehr berührt. Die Autorinnen verstehen einfach ihr Handwerk und können mit wenigen Worten viel ausdrücken. Jedes Kapitel ist einer anderen Person oder Familie gewidmet und doch wächst einem jede ans Herz.

Eine Warnung: „Fürchtet euch nicht“ verleitet dazu, einfach immer weiter zu lesen. Um möglichst viel davon zu haben, sollte man diesem Drang jedoch widerstehen und es Kapitel für Kapitel genießen. Das Buch ist perfekt für verregnete oder verschneite Sofa-Tage und passt optimal in die Advents- und Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 23.12.2020

Leider gleichzeitig mehr und weniger, als ich erwartet hatte

Das Wunder von Errikousa
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Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, da ich wenig bis gar nichts über die Aktivitäten der Nazis in Griechenland wusste und der Klappentext sich spannend las. Leider beschäftigt sich nur ein ...

Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, da ich wenig bis gar nichts über die Aktivitäten der Nazis in Griechenland wusste und der Klappentext sich spannend las. Leider beschäftigt sich nur ein kleiner Teil des Buches mit dem, was während des Zweiten Weltkriegs und Dritten Reiches auf dem griechischen Festland und den griechischen Inseln Korfu und Errikousa geschah.

Im Original heißt das Buch „Something Beautiful Happened“ (etwa „Dann geschah etwas Schönes“), was vom Inhalt her natürlich mehr Spielraum lässt. Die Autorin, eine griechisch-stämmige US-Amerikanerin, verbindet in diesem Buch die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie aus der Nazizeit auf Errikousa mit einem antisemitisch motivierten Attentat, dem 2014 zwei Mitglieder ihrer Schwiegerfamilie zum Opfer fielen. Da sich dies während ihrer Suche und Recherche nach Holocaust-Überlebenden und ihren Nachfahren ereignet, hat es eine einschneidende Wirkung. Letztlich wurde für mich aber ein Zusammenhang hergestellt, der so gar nicht vorhanden war.

An vielen Stellen liest sich das Buch wie eine (ausschweifende) Hommage an Corporons Familie und Schwiegerfamilie. Durchaus spannende Abschnitte und Kapitel wechseln sich ab mit ermüdenden Passagen und Kapiteln. Die eigentliche Geschichte des Buches – die Suche nach dem Verbleib versteckter Juden auf der Insel Errikousa nach dem Krieg – ist durchaus spannend, aber das Ende wird bereits in den ersten Kapiteln vorweggenommen, was für mich dem Konzept eines guten Buches widerspricht.

Gerade im letzten Drittel des Buches hätte man gut und gerne die Hälfte weglassen können. Die vielen Personen und Namen ermüden und an vielen Stellen hätte es der Autorin gutgetan, weniger über sich und ihre Gefühle zu schreiben. An der Übersetzung liegt es nicht, die ist gut gelungen, wie so oft bei Silvia Lutz. Das Buch an sich ist nicht rund.

Was ich außerdem schade fand: Die Bezüge zum christlichen Glauben fallen eher spärlich aus; es wird vielmehr darauf hingewiesen, dass es gut ist, einen Glauben zu haben – mir war das zu schwammig für eine Publikation im Hänssler-Verlag.

Mein Fazit: Eine Geschichte, für die die Regel hätte gelten sollen „Weniger ist mehr“. Wer über die ausschweifenden Passagen hinweglesen kann und Geduld mitbringt, entdeckt trotz allem eine interessante Geschichte, die das Herz berühren kann.

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