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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2023

War nicht meins

Leichenblass im Fass
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Nach Beenden dieses Buches bin ich hin und her gerissen. Einerseits lese ich gern mal zwischendurch Regionalkrimis, und wenn sie an der See angesiedelt sind dann noch lieber. Beides ist hier gegeben, aber ...

Nach Beenden dieses Buches bin ich hin und her gerissen. Einerseits lese ich gern mal zwischendurch Regionalkrimis, und wenn sie an der See angesiedelt sind dann noch lieber. Beides ist hier gegeben, aber wirklich wohlgefühlt habe ich mich hier nicht. Die Story ist eher flach und das so typische Lokalkolorit kam bei mir auch nicht wirklich an. Leichenblass war nicht nur die Leiche, auch die auftretenden Charaktere hatten für mich nicht mehr Farbe. Sorry, das liest sich schon sehr negativ – ich weiß, aber auch die eigentliche Krimihandlung kann meinen Eindruck nicht verbessern, da sie erst sehr spät in Gang kommt. Man sollte eben kein Buch nur wegen des ansprechenden Covers kaufen. In meinem Fall ein Fehlkauf, denn weder Handlung noch Figuren konnten mich überzeugen. Ich weiß nicht warum ich mit dem Buch nicht warmgeworden bin, vielleicht bin ich mit falschen Vorstellungen an das Buch herangegangen oder das Buch kam zum falschen Zeitpunkt. Sei es wie es sei – ich empfehle euch einen eigenen Blick ins Buch – eventuell habt ihr ja ein ganz anderes Empfinden – ich wünsche es euch von Herzen. Von mir gibt es somit auch nur 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Stimmungsvoller (Detektiv-)Roman

Die Erfindung des Lächelns
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Spannend, informativ aber vor allem sehr unterhaltend widmet sich Tom Hillenbrand in „Die Erfindung des Lächelns“ einem tatsächlichen Ereignis und entspinnt um den Raub des Gemäldes der Mona Lisa seine ...

Spannend, informativ aber vor allem sehr unterhaltend widmet sich Tom Hillenbrand in „Die Erfindung des Lächelns“ einem tatsächlichen Ereignis und entspinnt um den Raub des Gemäldes der Mona Lisa seine Detektivgeschichte.

Neben zahlreichen historischen Persönlichkeiten betreten auch große und kleine Ganoven die Szene. Das führt dazu, dass die Geschichte zu Beginn ziemlich überfrachtet scheint, und man aufmerksam bleiben muss, um sich bei den vielen Figuren und Schauplätze nicht zu verzetteln. Aber dank des mitreißenden Schreib- und Erzählstil war ich mit einem Mal mitten im Paris der Belle Epoque angekommen und verweilte mal bei Picasso und Apollinaire, mal bei Isadora oder war mit der Bonnot-Bande unterwegs. Der Diebstahl des berühmten Gemäldes und seine Wiedererlangung gerät bei so vielen Nebenfiguren und Handlungsorten fast zur Nebensache. Aber wie es sich für einen guten (historischen) Krimi gehört, werden am Ende alle losen Fäden zu einem schlüssigen Ganzen zusammengeführt.

Alles in allem ist „Die Erfindung des Lächelns“ ein stimmungsvoller (Detektiv-)Roman, der historisch Belegtes mit schriftstellerischer Freiheit kombiniert und der den Leser in ein opulentes Abenteuer, in eine facettenreiche und faszinierende Epoche mitnimmt. Meine Empfehlung bekommt das Buch und 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Düsterer, typisch schwedischer Krimi

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Es ist der Sommer 1994. Schweden ist bei der Fußballweltmeisterschaft in den USA dabei und begeistert eine ganze Nation mit ihrem Spiel. Doch auch im Inland kommt es sowohl zu schönen als auch zu verstörenden ...

Es ist der Sommer 1994. Schweden ist bei der Fußballweltmeisterschaft in den USA dabei und begeistert eine ganze Nation mit ihrem Spiel. Doch auch im Inland kommt es sowohl zu schönen als auch zu verstörenden Ereignissen, wie z. B. dem Fall Flink, dem sieben Menschen zum Opfer fallen. An dieses tragische Ereignis binden die Autoren nun ihre fiktive Geschichte. Denn es wird eine Frau tot aufgefunden, die man für ein weiteres Opfer hält, doch die Vorgehensweise passt nicht zu der Flinks. Der Polizist Tomas Wolf und die Journalistin Vera Berg beginnen nun unabhängig von einander mit ihren Ermittlungen/Recherchen, die sie zu weiteren toten Frauen führen werden.

Liest sich doch wie ein echt guter Krimi. Doch leider konnte mich das Buch nicht im Ganzen überzeugen. Nicht nur, dass, fast schon obligatorisch für Krimis, auch hier die beiden Hauptfiguren ihr ganz spezielles Päckchen zu tragen haben, was zu dem dann noch zu ausführlich erörtert wird, auch die zu zahlreichen Verweise auf das Geschehen im Jahr 1994 nehmen der eigentlichen Krimihandlung den Schwung. Allerdings bekommen die Autoren zum Ende hin wieder die Kurve und präsentieren einen Schluss, den ich so nicht erwartet hatte, und konnten mich letztlich doch noch mit der teils etwas zäh voranschreitenden Handlung versöhnen.

Alles in allem ist dieser 1. Band ein guter Einstieg in die neue Krimi-Reihe von Engman/Selaker. Bleibt allerdings zu hoffen, dass im Folgeband mehr der Fall als die Hauptfiguren im Vordergrund stehen und so die Dynamik des Krimis noch besser zum Tragen kommt.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Eine Reise durch die japanische Gastronomie

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Das Buch zeigt, welche Macht ein guten Essen haben kann. Es macht uns glücklich und vermag Erinnerungen zu wecken. Und an diesem Punkt kommt die von der Familie Kamogawa geführte Taverne ins Spiel. Hier ...

Das Buch zeigt, welche Macht ein guten Essen haben kann. Es macht uns glücklich und vermag Erinnerungen zu wecken. Und an diesem Punkt kommt die von der Familie Kamogawa geführte Taverne ins Spiel. Hier werden nicht nur nur köstliche und raffinierte hausgemachte Gerichte serviert, am Ende eines langen Korridors arbeitet eine Detektei, die sich auf gastronomische Ermittlungen spezialisiert hat und im Grunde jedes Gericht aufspürt (und zubereitet!), das ihre Kunden in der Vergangenheit gegessen haben, sich aber nicht mehr erinnern können woher es stammt oder wer es einst für sie gekocht hat.

So werden in diesem Band voneinander unabhängige Geschichten erzählt, die es uns ermöglichen, mehr und mehr über das Leben der Besitzer und der Gäste zu erfahren. Jedes Kapitel ist eine Reise durch die japanische Gastronomie, in der wir Menschen sehen, die verzweifelt auf der Suche nach einem verlorenen Geschmackserlebnis sind.

Die Erzählung ist leicht und unterhaltsam, was zusammen mit der Kürze der Kapitel dazu führt, dass sich das Buch praktisch von selbst liest. Es ist die Art von Buch, die das Herz tröstet, die einen zum Lächeln bringt und die einen nach Beenden mit einem Gefühl von Frieden und Wohlbefinden zurücklässt.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Familiendrama vs. Klimawandel

Blue Skies
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Endlich einmal ein Roman, der den Klimawandel thematisiert, ohne eine düstere, dystopische Lektüre zu sein. Hier geht es um eine Familie, die teils sowohl an der Küste Kaliforniens als auch an der Küste ...

Endlich einmal ein Roman, der den Klimawandel thematisiert, ohne eine düstere, dystopische Lektüre zu sein. Hier geht es um eine Familie, die teils sowohl an der Küste Kaliforniens als auch an der Küste Floridas leben. Keiner der beiden Küsten geht mit den starken Winden, der Hitze und den Bränden in Kalifornien und dem Dauerregen in Florida wirklich gut. Doch irgendwie ist die Familie zwar leicht besorgt über die klimatischen Veränderungen, aber sie bleiben trotz allem ihrem Lebensstil treu.

Bei Blue Skies bin ich zwiegespalten. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und komplex. Aber ist es eine einfache Familiengeschichte oder eine Kontroverse zum Thema Klimawandel? Hier hätte der Autor sich mehr positionieren müssen, um dem Roman die entscheidende Richtung zu geben.

Alles in allem ist dieser Roman mit seinem Weltuntergangsszenario jedoch eine interessante und unterhaltsame Lektüre. Allen, die sich für das Thema Klimawandel mit einem Spritzer schwarzem Humor erwärmen können, kann ich dieses Buch empfehlen.