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Veröffentlicht am 27.07.2021

Toller Start der Totengräber Reihe

Das Buch des Totengräbers
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Als Schülerin habe ich Geschichtsstunden gehasst. Aber mittlerweile finde ich sie interessant. Wobei gutgemachte Sendungen im Fernsehen viel dazu begetragen haben. Besuche in geschichtsträchtigen Städten ...

Als Schülerin habe ich Geschichtsstunden gehasst. Aber mittlerweile finde ich sie interessant. Wobei gutgemachte Sendungen im Fernsehen viel dazu begetragen haben. Besuche in geschichtsträchtigen Städten und in den letzten Jahren einige historische Romane.
Von Oliver Pötzsch hatte ich erst ein oder zwei Bücher gelesen, aber jetzt mit dem Buch des Totengräbers  hat er genau meinen Geschmack getroffen.
Wien im Jahre 1893. Leopold von Herzfeldt hat nach einem Vorfall Graz verlassen, wo er als Richter tätig war. Nun tritt er seine Stelle als Inspektor in Wien an und macht sich gleich total unbeliebt bei seinen neuen Kollegen. Unaufgefordert erscheint er an einem Tatort(eine gepfählte Frauenleiche) und will zu Recht, Spuren und Hinweise retten und dokumentieren. Nur sind diese Methoden noch unbekannt und Leo tritt dermaßen arrogant damit auf, das kann nicht gutgehen!
Von diesem Fall wird er auch gleich abgezogen und zum Zentralfriedhof beordert. Dort gab es wohl einen Scheintoten, Grabschändung und dann wurde dem Leichnam auch noch der Kopf gestohlen. Hier begegnen sich Leopold von Herzfeldt und der Totengräber Augustin Rothmayer zum ersten Mal. Und dann ist der Tote auch noch ein Mitglied aus der berühmten Strauß Familie
Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, welches man dem ungestümen Inspektor nicht zutraut. Also Archivarbeiten!
Von Herzfeldt ermittelt weiter, mit Hilfe von Julia ( aus dem Telefonbüro) und Augustin Rothmayer. Er verrennt sich in falschen Ideen, gerät in Gefahr und sieht ein, dass man mit Arroganz nicht weiterkommt.
Der Schreibstil von Oliver Pötzsch ist sehr flüssig, die Handlung spannend geschrieben und die Personen sehr gut beschrieben. Wobei der größte Teil sympathisch rüberkommt.
Ich freue mich auf weitere Fälle dieses ungleichen Gespanns und auf weitere geschichtliche Hintergründe des Wiens im ausklingenden 19.Jahrhundert

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 27.07.2021

Spannend mit einigen Schwächen. Ausbaufähig

Die Verlorenen
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Neben der David Hunter Reihe erschien nun der 1.Band einer neuen Reihe von Simon Beckett: Die Verlorenen.
Der Ermittler Jonah Colley spielt hier die Hauptrolle. Ihm hat das Leben schon arg mitgespielt. ...

Neben der David Hunter Reihe erschien nun der 1.Band einer neuen Reihe von Simon Beckett: Die Verlorenen.
Der Ermittler Jonah Colley spielt hier die Hauptrolle. Ihm hat das Leben schon arg mitgespielt. Vor 10 Jahren verschwand sein 4 jähriger Sohn Theo spurlos vom Spielplatz. Jonah wollte ihn zwar beaufsichtigen, schlief aber kurz ein. Er ging von einer Entführung aus, die Ermittlungen wiesen aber mehr auf einen Unfall hin. Seine Ehe ging wegen dieser Tragödie endgültig in die Brüche und auch die Freundschaft zu seinem allerbesten Freund Gavin zerbrach.
Plötzlich meldet sich dieser telefonisch bei Jonah und bestellt ihn zum Slaughter Quai, ohne Angabe von Gründen, nur, dass Gavin niemandem vertrauen kann, außer Jonah.
Dieser zögert, aber die alte Freundschaft siegt und er fährt zum angegebenen Ort. Dort findet er seinen Freund erschlagen vor, außerdem noch drei weitere Personen eingewickelt in Folie, eine lebt zwar noch und kann ihm etwas zuflüstern, aber dann wird er selbst niedergeschlagen.
Nun gerät er selbst in Verdacht.
Der Schreibstil von Simon Beckett ist auch in diesem Buch wieder sehr flüssig und gut zu lesen. Die Handlung ist spannend, allerdings oft unglaubwürdig und mir gelang es ziemlich früh, den Täter zu ermitteln. Jonah Colley trägt mindestens genauso viel Blessuren davon, wie Horst Schimanski in seinen besten Zeiten. Als Angehöriger einer Spezialeinheit würde er im RL niemals so handeln. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt beim Lesen. Einige Sachen blieben zum Schluß unaufgeklärt oder wurden nicht mehr erwähnt.
Ich werde dem nächsten Teil auf jeden Fall eine Chance geben.

  • Cover
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Veröffentlicht am 04.06.2021

für mich der schwächste Band der Reihe

Die kleine Patisserie in Paris
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Bei dem Buch 'Die kleine Patisserie in Paris'  handelt es sich um den dritten Band der Romantic Escape Reihe von Julie Caplin. Da es sich immer um abgeschlossene Romane handelt, war es nicht schlimm, dass ...

Bei dem Buch 'Die kleine Patisserie in Paris'  handelt es sich um den dritten Band der Romantic Escape Reihe von Julie Caplin. Da es sich immer um abgeschlossene Romane handelt, war es nicht schlimm, dass ich Band vier und dann Band eins zuerst gelesen habe. Allerdings haben mir diese beiden Bände auch besser gefallen.
Nina ist das Nesthäkchen in der Familie. Sich gegen vier Brüder zu behaupten fällt ihr nicht zu schwer, allerdings klappt es mit ihrem Berufsleben noch nicht so. Ständig beginnt sie etwas und schmeißt nach kurzer Zeit hin. Da sie immer von ihrer Familie aufgefangen wird, ist es ihr selbst gar nicht so bewußt geworden.
Für Sebastian, den besten Freund ihres Bruders Nick, schwärmte sie als Teenager. Und ganz darüber weg, ist sie auch nach einigen Jahren noch nicht. Dieser hat allerdings seinen Weg gemacht. Er besitzt einige Restaurants, gerade sind zwei neue dazu gekommen - in Paris. Da steckt noch viel Organisation hinter, bis diese renoviert sind und eröffnet werden können. Dummerweise bricht er sich ein Bein und braucht Hilfe.
Nina erklärt sich bereit nach Paris zu kommen und ihn bei den Patisseriekursen zu unterstützen.
Natürlich sind sich die beiden nicht egal, aber anfangs ist es mehr eine Hassliebe. Außerdem agiert Nina hinter Sebastians Rücken. Die kleine Patisserie, welche Sebastian zusammen mit den beiden Restaurants bekommen hat, soll nach seinen Plänen zu einem Bistro umgebaut werden. Da hat er nicht mit Ninas Plänen gerechnet, denn endlich findet sie für sich den geeigneten Beruf - oder ihre Berufung
Die Idee des Buches ist interessant, leider zieht sich die Geschichte manchmal zu lang und ausführlich dahin. Die Längen fand ich etwas störend im Lesefluss. Da ich Paris liebe, kamen mir die meisten Orte sehr vertraut vor, leider  hatte Nina wohl nicht das gleiche Empfinden für diese schöne, strahlende Stadt. Ich hatte das Gefühl, sie macht die Besichtigungen nur aus Pflichtgefühl.
Tja, und das Liebesgeplänkel zwischen Nina und Sebastian war mehr teenagerwürdig. Aber dem Alter sollten beide eigentlich schon länger entwachsen sein.
Bis auf die Längen, gut zu lesen. Allerdings für mich nicht der erhoffte Wohlfühlroman. Aber Brooklyn wartet ja noch. Und Band fünf erscheint auch gerade

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Netter Roman für Zwischendurch

Die kleine Bücherei in der Church Lane
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Lucy Evans braucht eine Auszeit. Sie sieht sich im Moment nicht in der Lage weiter zu unterrichten. Also mietet sie sich in einem kleinen Haus in Codswolds ein, einzige Auflage, sie möchte sich etwas um ...

Lucy Evans braucht eine Auszeit. Sie sieht sich im Moment nicht in der Lage weiter zu unterrichten. Also mietet sie sich in einem kleinen Haus in Codswolds ein, einzige Auflage, sie möchte sich etwas um Bunty kümmern, die betagte Schwiegermutter der Vermieterin. Doch Bunty benötigt und möchte keine Hilfe, was sie auch immer wieder kundtut. Die alte Dame stellt sich für Lucky als wunderbare Quelle für ihre Recherchen heraus. Denn auch wenn sie nicht unterrichten möchte, Untätigkeit kann sie sich nicht erlauben. Als Geschichtslehrerin interessiert sie sich für die Vergangenheit von Little Maudley und deren Bewohner während des 2.Weltkrieges.
Lucy wird gleich herzlich im Dorf aufgenommen, sie bringt sich im Gemeinwohl ein und unterstützt den Umbau der alten roten Telefonzelle zu einem offenen Bücherschrank (hier die kleine Bücherei). Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, auch wenn die beiden Erwachsenen sich zieren wie zwei Teenager bei der ersten großen Liebe.
Das Buch war flüssig zu lesen und war eine nette Geschichte für Zwischendurch. Mir war alles zu viel heile Welt (wie viele Zugezogene werden im realen Leben geschnitten!), der Hauptstrang um die kleine Bücherei wurde oft nur am Rande weiterverfolgt und leider fehlt mir die historischen Hintergründe, welche bestimmt sehr interessant sind.
Das Buch gehört aber nicht zu meinen bevorzugten Lesegewohnheiten, sodass ich es neutral mit 3,5* bewerten möchte.

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Veröffentlicht am 23.04.2021

gelungener Start einer neuen Krimireihe

Nordwesttod
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Nordwesttod von Svea Jensen ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, welche in St.Peter-Ording spielt. Die Münchnerin Anna Wagner vom LKA hat sich nach Kiel versetzen lassen, aus verschiedenen privaten ...

Nordwesttod von Svea Jensen ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, welche in St.Peter-Ording spielt. Die Münchnerin Anna Wagner vom LKA hat sich nach Kiel versetzen lassen, aus verschiedenen privaten und dienstlichen Gründen. Sie soll eine neue Abteilung aufbauen, welche sich um Vermißtenfälle kümmert. Gleich ihr erster Fall führt sie nach St.Peter-Ording, an welches sie schöne Erinnerung aus ihrer Kindheit hat.
Hier trifft sie auf den neuen Dienststellenleiter Hendrik Norberg. Eigentlich ist er überqualifiziert, denn er hat diese Stelle angenommen, um sich besser und näher um seine Tochter kümmern zu können, nachdem seine Frau vor kurzem verstorben ist. Er vermißt schon etwas sein früheres Aufgabengebiet.
Das spurlos Verschwinden der Naturschützerin Nina läßt auch ihn nicht unberührt und so tut er sich mit Anna Wagner zusammen, um den Fall aufzuklären.
Die Protagonisten machen alle einen sympathischen Eindruck, die Beschreibungen der Landschaft machen Lust auf einen Nordsee Urlaub und der Fall wird ruhig und unaufgeregt geklärt. Der Krimi ist spannend und solide aufgebaut; er läßt sich angenehm lesen.

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