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Veröffentlicht am 29.05.2025

Fängt stark an, verliert dann aber leider

25 letzte Sommer
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Was soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.

Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection ...

Was soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.

Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection zu seinem Handy bestimmen mehr oder weniger seinen Alltag. Als er sein Wochenende allein auf dem Land verbringt, trifft er nach dem Joggen Karl, der ihn nach einem gemeinsamen Ründchen im See zum Kaffee auf seinem Hof einlädt. Karl ist Kartoffelbauer und führt ein komplett anderes Leben als der Erzähler. Die beiden tauchen umgehend in tiefe, fast philosophische Gespräche ein und merken schnell, dass hier eine große Freundschaft entsteht.

Die ersten Seiten fand ich echt großartig. Ich konnte mich schnell mit der Person des Erzählers identifizieren und wurde richtig in das Buch reingezogen.

Doch je länger ich las, desto ungeduldiger wurde ich. Die Erkenntnisse, die aus den Gesprächen der beiden Männer erwachsen, fühlten sich mehr und mehr nach therapeutischen Ratschläge an

Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass der Autor selbst Ideen von gutem Leben gesammelt und dann versucht hat, diese Punkte seiner Liste nacheinander in die Handlung einzuweben, was für mich nicht funktioniert hat.

Insgesamt war es für mich ein Buch, das durch diese Überladung von Lebens“tipps“ immer mehr an Bedeutung verlor, obwohl ich anfangs wirklich dachte, dass die Geschichte mich echt catchen würde.

„Und du bist trotzdem ein Gewinner, das ist dir hoffentlich klar? Gehört viel Mut dazu, Dinge zu beenden, vor allem gegen die Erwartungen so vieler anderer, Und vielleicht auch: sich selbst einzugestehen, wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlt.“

Funfact: Das Gedicht von Jorge Luis Borges hing in der Version von Nadine Stair auch in meinem Stundentenbadezimmer.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

extrem cooler Roman übers Erwachsenwerden

Hard Land
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ENDLICH ! hab ich diesen Quasi-schon-Klassiker von @benedictwells aus dem @diogenesverlag gelesen, der mit dem Hammersatz schlechthin beginnt:
„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“ ...

ENDLICH ! hab ich diesen Quasi-schon-Klassiker von @benedictwells aus dem @diogenesverlag gelesen, der mit dem Hammersatz schlechthin beginnt:
„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“

Und so ist es dann auch: Sam ist 15 Jahre alt und lebt im kleinen Städtchen Grady in Missouri. Als er in den Sommerferien einen Job im örtlichen Kino annimmt, verändert sich alles für den Teenager: er verliebt sich, er findet zum ersten Mal so etwas wie Anschluss an eine Gruppe von Seniors, die auch im Kino arbeiten.

Der sensible Sam erlebt nun in einem Sommer so ziemlich alles, was zu einem Teenagerleben dazugehört: er verliebt sich unglücklich, macht die Nächte durch, hat seinen ersten Vollrausch und denkt über Vieles nach, beschäftigt sich mit den ernsten Themen des Erwachsenwerdens.

Was Sams Sommer von dem der anderen unterscheidet, ist, dass er durch den Tod seiner kranken Mutter nicht unbeschwert und leicht bleibt, sondern ihn mit der Realität des Lebens hart konfrontiert.

Ich habe dieses Buch verschlungen. Die Sprache des Ich-Erzählers Sam ist einfach nur authentisch, seine Verletzungen sind deutlich spürbar und er stellt sich erstaunlich ehrlich seinen Emotionen, so dass ich ihn von Anfang an sympathisch fand.

Wie @benedictwells uns Leserinnen und Leser an diesem Sommer teilhaben lässt und dabei die Balance zwischen fast belangloser, dahinplätschernder Alltagserzählung und sehr scharfsinnigen, philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Leben darstellt, hat mich wirklich begeistert.

Ich hab das Buch an einem Tag gelesen, eine Packung Tempos verbraucht und wollte danach auch gar nicht gleich mit einem neuen Buch starten.

„Hard Land“ ist ein Roman, den ich gerne schon viel früher gelesen hätte!

„So oft hatte ich es mir vorgestellt, sie war in meinem Kopf tausende Tode gestorben Aber nie hatte es sich so angefühlt wie jetzt. Denn sie war damals ja immer noch da gewesen, und jetzt war sie nicht mehr da, und woher hätte ich wissen können, wie sich das anfühlt.“

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