Fängt stark an, verliert dann aber leider
25 letzte SommerWas soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.
Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection ...
Was soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.
Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection zu seinem Handy bestimmen mehr oder weniger seinen Alltag. Als er sein Wochenende allein auf dem Land verbringt, trifft er nach dem Joggen Karl, der ihn nach einem gemeinsamen Ründchen im See zum Kaffee auf seinem Hof einlädt. Karl ist Kartoffelbauer und führt ein komplett anderes Leben als der Erzähler. Die beiden tauchen umgehend in tiefe, fast philosophische Gespräche ein und merken schnell, dass hier eine große Freundschaft entsteht.
Die ersten Seiten fand ich echt großartig. Ich konnte mich schnell mit der Person des Erzählers identifizieren und wurde richtig in das Buch reingezogen.
Doch je länger ich las, desto ungeduldiger wurde ich. Die Erkenntnisse, die aus den Gesprächen der beiden Männer erwachsen, fühlten sich mehr und mehr nach therapeutischen Ratschläge an
Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass der Autor selbst Ideen von gutem Leben gesammelt und dann versucht hat, diese Punkte seiner Liste nacheinander in die Handlung einzuweben, was für mich nicht funktioniert hat.
Insgesamt war es für mich ein Buch, das durch diese Überladung von Lebens“tipps“ immer mehr an Bedeutung verlor, obwohl ich anfangs wirklich dachte, dass die Geschichte mich echt catchen würde.
„Und du bist trotzdem ein Gewinner, das ist dir hoffentlich klar? Gehört viel Mut dazu, Dinge zu beenden, vor allem gegen die Erwartungen so vieler anderer, Und vielleicht auch: sich selbst einzugestehen, wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlt.“
Funfact: Das Gedicht von Jorge Luis Borges hing in der Version von Nadine Stair auch in meinem Stundentenbadezimmer.