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Veröffentlicht am 29.05.2025

Ungefiltertes Leben und Jobunzufriedenheit

Geht so
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Dieses Buch ist für mich bereits Anfang April eines meiner TOP-Bücher 2025!

In "Geht so" erzählt Beatriz Serrano in unglaublich witziger und schneller Sprache aus dem Leben von Marisa, einer Head of Creative ...

Dieses Buch ist für mich bereits Anfang April eines meiner TOP-Bücher 2025!

In "Geht so" erzählt Beatriz Serrano in unglaublich witziger und schneller Sprache aus dem Leben von Marisa, einer Head of Creative Strategy in einer Madrider Werbeagentur.
Marisa spielt an ihrem Arbeitsplatz die oberflächlich perfekte Rolle, weiss genau, was von ihr erwartet wird, passt sich an, kommuniziert gezielt, delegiert schmerzfrei und mäandert durch ihren Arbeitstag.

Ich fand es wirklich erschütternd und faszinierend zugleich zu lesen, wie leicht es Marisa einerseits fällt, das Spiel mitzuspielen und wie vereinsamt, traurig und resigniert sie sich andererseits jeden einzelnen Tag zur Arbeit schleppt, immer darauf hoffend, dass sie von einem Auto angefahren wird, um eine Auszeit vom Büro zu bekommen.

Dass sie ihre Traurigkeit und die Ängste, die durch ihre stagnierten Lebenssituation entstehen, dauerhaft mit Medikamenten und Drogen in den Griff zu bekommen versucht, kann dauerhaft nicht gut gehen.

Der Tod von Marisas Arbeitskollegin Rita, der ihr schwer zu schaffen macht, lässt viele Fragen offen und zeigt wie wenig die Menschen in der Agentur wirklich auf einander achten und von einander wissen.

Einzig Pablo, der "Nachbar plus" und Elena, die beste Studienfreundin Marisas, die sie nach langer Zeit wieder trifft und die sich auf eine vollkommen andere Weise als Marisa an das "Arbeitsleben" adaptiert hat, geben Marisa ein wenig Halt und Wärme.

Ich bin mir sicher, dass das Buch bei mir noch lange nachhallen wird. Eine Geschichte von solch großer und tiefer Lebensunzufriedenheit, die es schafft, so wunderbar und scheinbar belanglos-leicht erzählt zu werden, ist wirklich eine Besonderheit. Der Übersetzerin, Christiane Quandt, ist hier eine wunderbare sprachliche Leistung gelungen!

🗨️ "Also du siehst toll aus, aber ein bisschen tot."

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Sehr rührende Liebesgeschichte

Für Polina
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Die einen sagen so, die anderen so…

Und ich - ich mochte „Für Polina“ von @takiswuerger SUPERGERNE!!!

Die Geschichte um Polina und Hannes, die sich seit den ersten Lebenstagen kennen, weil die Mütter ...

Die einen sagen so, die anderen so…

Und ich - ich mochte „Für Polina“ von @takiswuerger SUPERGERNE!!!

Die Geschichte um Polina und Hannes, die sich seit den ersten Lebenstagen kennen, weil die Mütter zusammen auf derselben Station im Krankenhaus lagen, ist wirklich einzigartig.
Das Leben von Hannes Mutter Fritzi nimmt nach dem Abitur einen komplett anderen Verlauf als geplant. Als sie zu Heinrich Hildebrand in die Villa im Moor zieht, wächst Hannes, der ein außergewöhnliches musikalisches Talent besitzt, in einem ungewöhnlichen, aber extrem liebevollen Setting auf.
Die Freundschaft zwischen Fritzi und der Mutter von Polina, Günes, hält ein gesamtes Leben- das leider kürzer dauert, als ich mir beim Lesen gewünscht hätte.

Nachdem Hannes das Moor verlässt und von seinem Vater aufgenommen wird, der ihn nicht wirklich versteht, begleitet Würger Hannes durch sein Leben, das nun auch wieder ganz anders verläuft, als man vermutet hat.

Ich liebe Takis Würgers Sprache. Sie ist frisch, sie ist einzigartig, sie schafft es, modern und dabei abwechslungsreich und überraschend zu sein.

Ich habe beim Lesen dieses tollen Romans durchaus Tränen verdrückt, aber auch immer wieder geschmunzelt und konnte ihn einfach nicht weglegen, bis ich ihn fertig gelesen hatte.

Die Kritik, es sei Vieles konstruiert und nicht glaubwürdig hat mich bei dieser Geschichte null gestört. Sie war herrlich konstruiert! Für mich DIE perfekte Frühlingslektüre schlechthin, mit der es endlich wieder wärmer wurde!

Danke an @takiswuerger für die außerordentlich nette Antwort auf meine Mail. Hätte ich nie mit gerechnet und: it made my day!
Danke auch an @vorablesen für meinen Gewinn.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Feinfühlige Geschichte über das Landleben

Im Schnee
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Es hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!

Als Schorsch stirbt, beginnt ...

Es hat ein bisschen gedauert, bis der Roman „Im Schnee“ von meiner fantastisch sortierten @muenchner_stadtbibliothek bereitgestellt wurde, aber das Warten hat sich gelohnt!

Als Schorsch stirbt, beginnt für Max, seinen besten Freund, eine Phase der Erinnerung und der Rückblenden auf sein Leben in dem kleinen Dorf, in dem er noch heute lebt.
Die Dorfbewohner und -bewohnerinnen tauschen sich bei der Totenwache über das Leben von Schorsch aus, man erfährt aber durch Max Gedanken noch viel mehr über das Leben im Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner.

@tommiegoerz hat es allein schon sprachlich geschafft, mich von der Stadt ins Dorf zu holen. Ich bin selbst in einem Dorf aufgewachsen und kann mich super in die Geschichte einfühlen.

Tommie Goerz versinkt in seinem Roman nicht in Nostalgie, sondern schafft mit Max einen authentischen Dorfbewohner, der am Ende seines Lebens durchaus auch kritisch auf Vieles blickt, das im Dorf im Laufe der Jahre passiert ist, totgeschwiegen oder weggeprügelt wurde.

Ich hab die Lektüre sehr genossen und fühlte mich an einige verschrobene Charaktere, typische Gerüche und das Leben auf dem Hof erinnert.

Ich bin sehr froh, dass Tommie Goerz das Leben auf dem Land nicht ausschließlich verklärt und idyllisch darstellt, sondern bewusst auch auf die Schattenseiten einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft hinweist. Es gab immer wieder relevante Themen, die in dieser Dorfgemeinschaft nicht offen behandelt wurden, wodurch auch großes menschliches Leid entstand, das komplett ignoriert wurde.

Für mich als Ginger besonders bitter zu lesen:

„Ein Kind mit roten Haaren. […] Dieses Kind hatte keinen Namen, es durfte nie raus, niemand durfte es sehen, es war tagaus, tagein eingesperrt. […]Es wurde schlimmer gehalten als das Vieh.“

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Fängt stark an, verliert dann aber leider

25 letzte Sommer
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Was soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.

Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection ...

Was soll ich sagen? Erst war ich hellauf begeistert, dann ebbte meine Begeisterung leider immer mehr ab.

Der Erzähler der Geschichte steht ständig unter Strom, seine Termine, To-do-Listen und seine Dauerconnection zu seinem Handy bestimmen mehr oder weniger seinen Alltag. Als er sein Wochenende allein auf dem Land verbringt, trifft er nach dem Joggen Karl, der ihn nach einem gemeinsamen Ründchen im See zum Kaffee auf seinem Hof einlädt. Karl ist Kartoffelbauer und führt ein komplett anderes Leben als der Erzähler. Die beiden tauchen umgehend in tiefe, fast philosophische Gespräche ein und merken schnell, dass hier eine große Freundschaft entsteht.

Die ersten Seiten fand ich echt großartig. Ich konnte mich schnell mit der Person des Erzählers identifizieren und wurde richtig in das Buch reingezogen.

Doch je länger ich las, desto ungeduldiger wurde ich. Die Erkenntnisse, die aus den Gesprächen der beiden Männer erwachsen, fühlten sich mehr und mehr nach therapeutischen Ratschläge an

Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass der Autor selbst Ideen von gutem Leben gesammelt und dann versucht hat, diese Punkte seiner Liste nacheinander in die Handlung einzuweben, was für mich nicht funktioniert hat.

Insgesamt war es für mich ein Buch, das durch diese Überladung von Lebens“tipps“ immer mehr an Bedeutung verlor, obwohl ich anfangs wirklich dachte, dass die Geschichte mich echt catchen würde.

„Und du bist trotzdem ein Gewinner, das ist dir hoffentlich klar? Gehört viel Mut dazu, Dinge zu beenden, vor allem gegen die Erwartungen so vieler anderer, Und vielleicht auch: sich selbst einzugestehen, wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlt.“

Funfact: Das Gedicht von Jorge Luis Borges hing in der Version von Nadine Stair auch in meinem Stundentenbadezimmer.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

extrem cooler Roman übers Erwachsenwerden

Hard Land
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ENDLICH ! hab ich diesen Quasi-schon-Klassiker von @benedictwells aus dem @diogenesverlag gelesen, der mit dem Hammersatz schlechthin beginnt:
„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“ ...

ENDLICH ! hab ich diesen Quasi-schon-Klassiker von @benedictwells aus dem @diogenesverlag gelesen, der mit dem Hammersatz schlechthin beginnt:
„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“

Und so ist es dann auch: Sam ist 15 Jahre alt und lebt im kleinen Städtchen Grady in Missouri. Als er in den Sommerferien einen Job im örtlichen Kino annimmt, verändert sich alles für den Teenager: er verliebt sich, er findet zum ersten Mal so etwas wie Anschluss an eine Gruppe von Seniors, die auch im Kino arbeiten.

Der sensible Sam erlebt nun in einem Sommer so ziemlich alles, was zu einem Teenagerleben dazugehört: er verliebt sich unglücklich, macht die Nächte durch, hat seinen ersten Vollrausch und denkt über Vieles nach, beschäftigt sich mit den ernsten Themen des Erwachsenwerdens.

Was Sams Sommer von dem der anderen unterscheidet, ist, dass er durch den Tod seiner kranken Mutter nicht unbeschwert und leicht bleibt, sondern ihn mit der Realität des Lebens hart konfrontiert.

Ich habe dieses Buch verschlungen. Die Sprache des Ich-Erzählers Sam ist einfach nur authentisch, seine Verletzungen sind deutlich spürbar und er stellt sich erstaunlich ehrlich seinen Emotionen, so dass ich ihn von Anfang an sympathisch fand.

Wie @benedictwells uns Leserinnen und Leser an diesem Sommer teilhaben lässt und dabei die Balance zwischen fast belangloser, dahinplätschernder Alltagserzählung und sehr scharfsinnigen, philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Leben darstellt, hat mich wirklich begeistert.

Ich hab das Buch an einem Tag gelesen, eine Packung Tempos verbraucht und wollte danach auch gar nicht gleich mit einem neuen Buch starten.

„Hard Land“ ist ein Roman, den ich gerne schon viel früher gelesen hätte!

„So oft hatte ich es mir vorgestellt, sie war in meinem Kopf tausende Tode gestorben Aber nie hatte es sich so angefühlt wie jetzt. Denn sie war damals ja immer noch da gewesen, und jetzt war sie nicht mehr da, und woher hätte ich wissen können, wie sich das anfühlt.“

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