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Veröffentlicht am 11.05.2025

Es zerriss mich, heilte mich und ließ mich mit Liebe zurück

Gute Gründe
0

Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Zerrissen, zerkaut, ausgespuckt und dann liebevoll geglättet. Zum Abschied hat es mir nochmal freundlich über den Kopf gestreichelt und all seine Eindrücke in mir zurückgelassen. ...

Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Zerrissen, zerkaut, ausgespuckt und dann liebevoll geglättet. Zum Abschied hat es mir nochmal freundlich über den Kopf gestreichelt und all seine Eindrücke in mir zurückgelassen. Ich wollte eigentlich nur rein lesen, die ersten paar Seiten und dann ein anderes Buch weiterlesen. Aber Nadine J. Cohens Stimme hat sich in mir festgesetzt und mich nicht mehr los gelassen, bis ich gestern Abend weinend vor Trauer und Glück diese berührende Geschichte beendet habe. Yael hat nein zum Leben gesagt und wollte sich umbringen. Doch ihre Schwester will sie nicht verlieren und so versucht Yael Gründe zu finden „JA“ zum leben zu sagen. Dabei ist Yael unglaublich sympathisch und nahbar. Sie ist witzig, auch wenn es ihr offensichtlich nicht gut geht, schlagfertig und versteht es im richtigen Moment das richtige zu denken oder zu sagen. Man fiebert von Anfang an mit und hofft, dass Yael gute Gründe findet am Leben fest zu halten und dass sie heilen und sich erholen kann. Nach und nach wie bei einem Puzzle setzt sich dabei die Geschichte vor unserem Auge zusammen, bis wir schließlich erkennen was Yaels Gründe waren ihr Leben nicht mehr lebenswert zu finden. Zeitgleich entspinnt sich ein Mosaik aus Yaels aktueller Situation und lässt ein Bild erkennen in dem wir Leser und hoffentlich auch die Protagonsistin selbst ein schönes Leben erkennen kann. Dabei begleiten wir sie ein Jahr lang. Die Geschichte ist in Monate aufgeteilt und die Monate wiederum in mal kürzere, mal längere Abschnitte. Ein wilder Mix aus Jetzt und Erinnerungem, der hier gekonnt zu einer Geschichte verwoben wird die man so schnell nicht wieder vergisst und die hier und da auch Fragen an einen selbst aufwirft. Darüber wie man mit bestimmten Situationen umgehen möchte und auch darüber welche guten Gründe man selber hat. Auch das australische Setting hat mich absolut abgeholt. Das Frauen Schwimmbad am Meer als ein zentraler Dreh- und Angelpunkt empfand ich selbst durch die Seiten als Safe Space. Als Ort um einfach nur zu sein und auch als Ort um wieder zu sich selbst zu finden. Schade, dass wir hier so was nicht haben. Ich persönlich empfand es als heilsam wie in diesem Buch über Verlust und Trauer geschrieben wurde. Das muss aber natürlich nicht jedem so gehen. Wenn ihr ein melancholisches Buch mit Hoffnung lesen möchtet seid ihr hier genau richtig. Irgendwie hatte es was von „the fault in our stars“ nur sehr viel erwachsener geworden.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Hilfst du mir, wie ich dir? Oder auch: Fragen, Lücken, Unsicherheiten.

Before we were innocent
7

In Before we were innocent ergründet Ella Berman auf 448 Seiten die Abgründe einer Freundschaft, die durch ein schreckliches Ereignis für immer geprägt wird. Geschickt nutzt die Autorin zwei Zeitebenen ...

In Before we were innocent ergründet Ella Berman auf 448 Seiten die Abgründe einer Freundschaft, die durch ein schreckliches Ereignis für immer geprägt wird. Geschickt nutzt die Autorin zwei Zeitebenen – 2008/2009 und 2018. Dabei greifen diese wie kleine Rädchen eines Uhrwerks Kapitel für Kapitel ineinander um die Geschichte vorantreiben:

2008: Bess, Joni und Ev sind unzertrennlich – beste Freundinnen, die nach dem Schulabschluss einen Sommer in Griechenland verbringen wollen. Doch nur Bess und Joni kehren zurück: Am leben, aber für immer gezeichnet.
2018: Bess lebt zurückgezogen und vermeidet den Kontakt zur Außenwelt, bis plötzlich Joni, mit der sie lange keinen Kontakt mehr hatte, vor ihrer Tür steht – mit einer Bitte, die alles ins Wanken bringt: ein Alibi. Bess’ sorgsam aufgebautes Leben beginnt zu bröckeln.

„Dieser packende Roman liest sich wie ein True-Crime-Fall.“ sagt Reese Witherspoon über ihren Book Club Pick.
Was ich zunächst für ein wenig Übertreibung zu gunsten guter PR gehalten habe entpuppte sich schnell als passend.

Mit feinem psychologischem Gespür seziert Ella Berman die Dynamik zwischen den drei Freundinnen. Vieles spielt sich in Bess innerem ab, wirft gekonnt Fragen auf. Nicht nur bei Bess, sondern auch bei uns Leser:innen:

Wie reagiert man auf den viel zu frühen Tod einer Freundin? Bleibt man als Überlebende verbunden, nur weil man etwas Schreckliches gemeinsam erlebt hat? Und überhaupt: Wie geht man damit um, wenn das Leben einen, einfach nur still und leise, auseinanderdriften lässt?

Der Schreibstil ist klar und schnörkellos – gerade dadurch entfaltet er seine Sogwirkung. Das Buch liest sich so schnell und flüssig, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Und genau deshalb funktioniert die Geschichte so gut: Man ist ganz nah dran, spürt die Atemlosigkeit der Figuren, besonders die von Bess – in beiden Zeitebenen. Man will wissen, was damals wirklich geschah. Was denn nun wirklich in jenem Sommer passiert ist? Und was "jetzt gerade" geschieht.
Dabei sind beide Zeitebenen auf ihre eigene Art und Weise spannend.
Während ich eingemummelt auf meinem Sessel saß entwarf mein Kopf immer wildere Theorien was zur Hölle hier denn nun eigentlich wirklich nicht stimmt.

Spannend fand ich auch, wie die Auswirkungen medialer Aufmerksamkeit auf die Überlebenden nach einem solchen Vorfall dargestellt wurde. Wie geht man damit um, wenn einen die ganze Welt kennt und verurteilt? Auch noch Jahre später? Ohne zu viel zu verraten: Joni und Bess jeden Falls sehr, sehr unterschiedlich.

Aber auch ohne das wäre es interessant gewesen einfach nur den feinen Sprüngen zu zu sehen, die sich beginnen in einer Freundschaft auszubreiten, die über den Zenit geschritten ist. Wie sie zu immer größeren Rissen werden, die man einfach nicht mehr übersehen kann. Bis dann, schlussendlich, alles zerspringt oder vielleicht sogar gekittet wird.

Jetzt, beim Schreiben dieser Rezension, wird mir noch einmal bewusst, wie gekonnt Ella Berman die Psyche ihrer Figuren zeichnet. Wie sie feinfühlig andeutet statt plump zu benennen, wie viel sie uns Leser:innen zutraut – und gerade dadurch so viel Tiefe schafft: Gänsehaut!

Wer eine einfache Geschichte mit klar benannten „Guten“ und „Bösen“ sucht, um das Buch am Ende beruhigt zuklappen zu können, wird hier enttäuscht werden. Das nur als Warnung vorweg.
Wer bereit ist, sich einzulassen – auf Fragen, auf Lücken, auf Unsicherheiten –, wird dieses Buch so schnell nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Wundervoller (Selbst)Liebesroman

All the things (s)he said
0

„Skye ist verliebt in die Liebe – aber kann sie auch die Liebe zu sich selbst entdecken?“

Nach einer Trennung landet Skye mit ihrem Hund Hans Joseph (allein für diesen Namen gebührt Inka Lindberg schon ...

„Skye ist verliebt in die Liebe – aber kann sie auch die Liebe zu sich selbst entdecken?“

Nach einer Trennung landet Skye mit ihrem Hund Hans Joseph (allein für diesen Namen gebührt Inka Lindberg schon ein Preis und meine Verehrung!) in einer winzigen Streichholzschachtelwohnung in Köln – und das zum ersten Mal seit Langem als Single. Denn als „Serial Monogamist“ war sie nie wirklich allein und hüpfte von Beziehung zu Beziehung.
Ein Streit mit ihrer Schwester bringt Skye schließlich zu dem Entschluss, für mindestens ein Jahr solo zu bleiben. Klingt vernünftig – doch die WG unter ihr bringt diesen Plan ordentlich ins Wanken. Denn sowohl der charmante, freundliche und sehr gut aussehende Amir als auch die faszinierende Naima lassen Skyes Herz höherschlagen. Aber was ist das eigentlich genau, was sie da empfindet? Freundschaft? Anziehung? Beides?
Muss man sich selbst lieben, bevor man andere lieben kann? Und – nicht ganz unwichtig – was bringt man zu einem roh-veganen Event mit?
Diesen und vielen weiteren Fragen nähert sich Inka Lindberg in ihrem dritten Roman auf rund 400 Seiten mit viel Feingefühl, Humor und Herz.
Die Figuren – allen voran Skye – wachsen einem beim Lesen sofort ans Herz. Amir wirkt offen, lebensfroh und einfach wahnsinnig sympathisch. Naima bleibt für mich etwas mysteriöser, schwerer zu greifen, aber gerade das macht sie spannend. Genauso geht es auch Skye – und man fiebert mit ihr mit.
Die Geschichte nimmt sich Zeit. Nichts wird überstürzt, und genau das tut den Charakteren gut. Man lernt sie wirklich kennen, erlebt ihre Entwicklung mit und hat am Ende das Gefühl, Teil ihrer Welt zu sein. Besonders das Setting in Köln hat mir richtig gut gefallen – ich konnte mir genau vorstellen, wo die Szenen spielen, und hatte irgendwann das Gefühl, dieses Mehrparteienhaus mit seinen bunten Bewohner:innen könnte tatsächlich irgendwo dort stehen. Ich müsste nur noch eine Wohnung dort finden, und schon wäre ich Teil der Crew!
Der Schreibstil ist locker, humorvoll und mit einem feinen Gespür für Zwischentöne – man fliegt nur so durch die Seiten. Und irgendwann möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil man sich mit den Figuren so verbunden fühlt. Beim Zuklappen war ich tatsächlich ein bisschen traurig, sie zurücklassen zu müssen.
Neben dem Unterhaltungswert enthält das Buch auch viele kleine Lebensweisheiten, die einen beim Lesen zum Nachdenken bringen. Ich liebe es, wenn Geschichten nicht nur Spaß machen, sondern einem auch etwas mitgeben.
Und zum Ende – ganz ohne Spoiler: Für mich war es absolut stimmig und absolut richtig so. Danke dafür, liebe Inka! Das Nachwort hat mich dann endgültig kaputt gemacht – ich habe Rotz und Wasser geheult.

Fazit:
Ein wunderbar herzerwärmender Roman, der nicht nur Spaß macht, sondern auch kluge Gedanken transportiert. Wer sich auf Skye, Amir und Naima einlässt, bekommt nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, einen Pudel mit dem besten Namen der Welt, sondern auch Denkanstöße – und eventuell ein paar Ideen fürs nächste roh-vegane Buffet.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Manche Bücher treffen halt genau da, wo es noch lange nachklingt

Nowhere Heart Land
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Rosa ist verloren.
Sie lebt zu Beginn der Geschichte in London, muss dann aber zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um die Angelegenheiten für ihre an Demenz erkrankte Großmutter zu regeln.
Denn Rosa ...

Rosa ist verloren.
Sie lebt zu Beginn der Geschichte in London, muss dann aber zurück in ihre Heimatstadt Wuppertal, um die Angelegenheiten für ihre an Demenz erkrankte Großmutter zu regeln.
Denn Rosa ist die letzte Angehörige.
Ihr Großvater verstarb bei einem Motorradunfall und ihre Mutter... Conny... Ja, Conny. Conny wurde viel zu früh schwanger und starb dann ebenfalls viel zu früh, mit gerade 29 Jahren.
Und jetzt wird Rosa 30, "älter als Conny je sein wird" und geistert durch ihre Heimatstadt, sowie ihre Erinnerungen an früher, früher als sie noch eine Mutter hatte, früher auf dem Internat, auf dem Internat in dem schon davor Conny war.
Und so verschwimmen Rosas Geschichten mit den Geschichten von Conny, gehen nahtlos ineinander über, verlieren sich in der Vergangenheit um dann wieder in die Gegenwart zurück zu schnellen.
Wir Leser begleiten Rosa bei ihrem Versuch etwas Reales, etwas Greifbares aus der längst vergangenen, längst vergrabenen, längst abgerissenen Zeit zu fischen.

Dabei wählt Emily Marie Lara unglaublich poetische Worte, reiht mit Geschick Sätze aneinander wie Lyrics, wie Poesie und erschafft so ganze Passagen, die vorgetragen bei einem Poetry Slam dem Publikum die Tränen in die Augen treiben würde.
Diese Passagen wiederum ergeben ein Psychogramm, eine Momentaufnahme, ein Snippet eines Lebens, das an seinen Rändern von der Vergänglichkeit der Existenz zerfasert wird.
Dabei versucht unsere Protagonistin Rosa händeringend ihr Selbst zusammenzuhalten.
Es war wunderschön und unglaublich schmerzhaft, dieses Buch zu lesen. Bittersüß.
Ich wollte Rosa schütteln und in den Arm nehmen, ihr den Weg zeigen. Aber den Weg wohin?
Sind wir nicht auch alle irgendwie lost zwischen Nostalgie, Kippen & Songtexten?
Das Buch ist fordernd, keine Frage. Lange Sätze die Rosas Gedankenspiralen aufzeigen und einen mit ihr hinunterziehen. Da muss man manchmal auch nochmal lesen, wo man sich da gedanklich gerade gemeinsam mit der Protagonistin aufgehangen hat. Langsam um alles aufzunehmen.
Rosas Gedanken? Sind stellenweise wie der Nebel, der Morgens langsam aus dem Tal über die Hänge wandert. Hier und da blitzt etwas auf und manches sieht man erst, wenn es fast zu spät ist und man rein rennt.
Rosas Leben? Ziemlich verbockt.
Rosas Bewältigungsstrategie? Mindestens fragwürdig bis hochgradig toxisch.
Ich empfand es als extrem bedrückend zu erleben wie es sein kann ohne Anker, ohne Menschen die einen halten, lieben und erden.
Und auch wenn es so, so schmerzhaft war zeigt das Gefühl nur dass das Buch so, so gut ist.
Ich fühlte mich beim Lesen einfach wie Rosa, während ich mit ihr durch die Gassen lief, während wir gemeinsam von Ikea den Berg runter nach Hause stolperten und uns fragten, was zu Hause überhaupt bedeutet.

Und aus meiner Sicht gibt das Buch darauf auch ganz bewusst keine konkrete Antwort. Das muss jeder für sich selbst definieren.

Es beginnt, es ist auf poetische, wunderschöne Weise Melancholie gegossen in Worte, wirft existentielle Fragen auf und entlässt uns dann nach einer Weile wieder nach Luft schnappend in unsere individuelle Lebensrealität.
Die Fragen fest im Herzen, ohne Antwort, mit etwas zum Nachdenken.

Und genau das macht für mich ein gutes Buch mit Substanz aus. Man nimmt etwas mit, es bleibt ein Stück zurück.
Klar ist es auch mal schön, alles vorgekaut zu bekommen. Aber die richtig guten Autor:innen trauen ihren Leser:innen Eigeninterpretation zu, trauen den Leser:innen zu, sich Gedanken zu machen und selbst Dinge weiterzuspinnen. Die Leser:innen mit in den Alltag der Figuren zu nehmen und damit zu einem Teil ihrer Gedankenwelt zu machen.

Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall noch des öfteren ein Echo von Rosas Gedanken mit mir tragen.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

TikTok & Only Fans trifft auf wahnwitzige WG trifft auf Meta Ebene

Only Margo
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Auf 352 Seiten trifft Tiktok und Only Fans auf wahnwitzige WG.
Margo ist jung. Margo braucht dringend Geld. Margo ist schwanger...
Schwanger von ihrem College-Professor, einem wesentlich älteren (ca so ...

Auf 352 Seiten trifft Tiktok und Only Fans auf wahnwitzige WG.
Margo ist jung. Margo braucht dringend Geld. Margo ist schwanger...
Schwanger von ihrem College-Professor, einem wesentlich älteren (ca so alt wie ich... :( ) Mann, der verheiratet mit zwei Kindern nichts von ihr und dem gemeinsamen Baby wissen will und das auch sehr, sehr klar macht...

Doch so leicht lässt Margo sich nicht unterkriegen. Und so entwickelt sie einen Plan über Tiktok und Only Fans an Geld zu kommen. Gemeinsam mit ihrer Cosplay liebenden Mitbewohnerin und ihrem kürzlich bei ihr eingezogenen Vater (der rein zufällig ehemaliger Wrestling-Profi ist) erfüllt Margo diesen Roman mit so viel Witz Charme und guter Laune dass es eine Riesenfreude war ihr eine Weile durch ihr chaotisches Leben zu folgen.
Dabei gefiel mir der besondere Kniff der Autorin die Perspektive zwischen Ich-Erzählerin Margo im Jetzt und Dritte Person-Margo in der Vergangenheit besonders gut und auch die Metaebene lässt grüßen.
Margo - obwohl sehr jung - ist so stark!

Für mich (bisher) die beste Protagonistin 2025.

Gerade im letzten Drittel bekommt die Handlung noch mal eine ganz andere Richtung, die mir (auf persönlicher Ebene) die Schuhe ausgezogen hat. Ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Witzig, spannend, emotional, mit tollen Haupt- und Nebencharakteren die man gerne immer weiter begleiten möchte. Reicht, oder? Machen wir den Sack zu? Nein, muss sich Rufi Thorpe gedacht haben. Das reicht mir noch nicht. Ich will mehr!
Denn die Autorin hat zusätzlich noch auf so kluge Art und Weise eine Kritik an diesem ganzen großen patriarchalen System in ihre vordergründig witzige Story eingewoben, dass man gerade wegen der Art und Weise wie die Welt Frauen und besonders Mütter behandelt alles brennen sehen will!

Und während ich Margo dabei begleiten darf, wie sie auf so mutmachende Art ihre Probleme angeht hoffe ich insgeheim, dass ein bisschen Margo auf mich abfärbt. Auf dass ich mit hoch erhobenem Kopf und kreativen Lösungsideen auch meine Kämpfe zu bestreiten lernen.

Margo hätte ich noch gerne weiter begleitet auf ihrem Weg. Und so schlug ich am Ende sehr wehmütig das Buch zu. Ich werde es sicher bald wieder lesen.

Ganz große Empfehlung!

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