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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2025

Spannende Fortsetzung mit Charme und Witz

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Wer den ersten Band mochte, wird auch an der Fortsetzung seine Freude haben. Das Abenteuer ist ebenso humorvoll, schlagfertig und überraschend wie sein Vorgänger. Besonders spannend ist die tiefere Einführung ...

Wer den ersten Band mochte, wird auch an der Fortsetzung seine Freude haben. Das Abenteuer ist ebenso humorvoll, schlagfertig und überraschend wie sein Vorgänger. Besonders spannend ist die tiefere Einführung in das magische Konzept der Flüsterer. Während erste Geheimnisse über die Vergangenheit der Zwillinge gelüftet werden, tauchen gleichzeitig neue Rätsel auf.

Als eines der wichtigsten Insignien des Königshauses – das Drachenzepter – gestohlen wird, setzt der König die besten Spurensucher des Landes auf den Fall an. So kehren Elos von Bergen und seine Kinder in ihre ehemalige Heimatstadt zurück. Doch was zunächst nach einem einfachen politischen Schachzug aussieht, entpuppt sich schnell als gefährliche Intrige. Als einer der Spurensucher plötzlich von seinem Balkon stürzt, nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung.

Die Geschichte bleibt durchgehend spannend und unterhaltsam. Die wortgewandten Schlagabtausche der Zwillinge wirken meiner Meinung nach diesmal etwas weniger kindisch. Außerdem kehren ein paar liebgewonnene Charaktere aus dem ersten Band zurück. Allen voran die herrlich exzentrische Minna sorgt für viele humorvolle Momente. Auch die Krimihandlung ist fesselnd und voller unerwarteter Wendungen. Die zahlreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen verleihen dem Buch zudem einen charmant rustikalen Stil.

Mir zumindest hat dieser Band sehr gefallen. Da das Mysterium von der Herkunft der Zwillinge bislang nur an der Oberfläche bearbeitet wurde, hoffe ich auf viele weitere Bücher aus dieser Reihe, die sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Fragwürdiges Ende

Andersgasse 7 1: Ein Fall für den fantastischen Flusenwutz
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Zu Beginn hat mich das Buch vollkommen begeistert. Die Geschichte strotzt vor kreativen, fantasievollen und originellen Ideen. Die witzigen Zeichnungen und die charmanten Charaktere haben mich sofort in ...

Zu Beginn hat mich das Buch vollkommen begeistert. Die Geschichte strotzt vor kreativen, fantasievollen und originellen Ideen. Die witzigen Zeichnungen und die charmanten Charaktere haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Doch ab der Mitte nahm die Erzählung eine Wendung, die mich zunehmend frustrierte. Und das Ende hat mich schließlich richtig geärgert.

Dabei hatte die Geschichte alle Zutaten für ein großartiges Leseerlebnis. Besonders gefallen haben mir die skurrilen Bewohner der Andersgasse, deren Geheimnisse nur oberflächlich angerissen wurden und viel Potenzial für weitere Bücher bieten. Da wären etwa die geheimnisvolle Hexe Esmeralda, der unsichtbare Herr Müller oder der alte Seemann Matties, der einige abenteuerliche Gegenstände und Geschichten von seinen Reisen mitgebracht hat. Auch die neue Frau Klein, die Verkäuferin im Gemischtwarenladen und die rätselhafte Dame von gegenüber versprechen spannende Geschichten. Wobei die Menge an Ideen manche Kinder vielleicht überfordert. Erst ab der Mitte des Buches kristallisiert sich ein klares Thema heraus.

Karl lebt in diesem Haus bei seiner Tante Zissi, die sich selbst für normal hält, aber mit ihren Eigenheiten perfekt in die Andersgasse passt. Um den unheimlichen Dingen auf den Grund zu gehen, ermitteln er und seine beste Freundin Elsa als Detektive unter dem Decknamen Adlerauge und Riechnase. Man erfährt aber im Laufe des Buches recht wenig über die einzelnen Nachbarn, aber sie wirken überaus magisch und geheimnisvoll. Ein paar Aspekte – wie der Geist im Keller oder der unsichtbare Klabautermann – könnten aber auf Jüngere gruselig wirken.

Während mich der Anfang des Buches überzeugt hat, begann ich mich ab der Mitte sehr über das Verhalten von der Hauptperson Karl zu ärgern. Die Allwachspflanze wird gleich zu Beginn als hochgradig gefährliche Pflanze beschrieben. Und das nicht nur von einer Person. Dennoch ignoriert Karl sämtliche Warnungen und testet die Wirkung der Pflanzen mit purer Absicht aus. Dieser erzählerische Kniff mag spannend sein, er macht Karl als Protagonisten jedoch leider wenig sympathisch. Zumal sein vorgeschobener Grund eher dürftig ist.

Besonders ärgern mich aber die Konsequenzen, die er aus seinem Handeln zieht. Das Buch endet tatsächlich mit einer weiteren rücksichtlosen, egoistischen Tat und bricht dann einfach ab. Ich nehme an, dass das Thema in einem nächsten Band wieder aufgegriffen wird, da dieses Ende alles andere als befriedigend ist. Karl hat sich weder entschuldigt noch gezeigt, dass er sein Verhalten wirklich reflektiert hat. Als Einzelband funktioniert diese Geschichte auf jeden Fall nicht.

Trotz des vielversprechenden Beginns und der fantasievollen Welt hinterlässt das Buch letztlich einen faden Beigeschmack. Die wunderbaren Charaktere und kreativen Ideen hätten das Potenzial für eine großartige Geschichte geboten, doch das fragwürdige Verhalten der Hauptfigur und der abrupte, unbefriedigende Abschluss trüben den Lesespaß erheblich. Die Fortsetzung könnte eventuell einiges wieder gutmachen. Doch solange unklar bleibt, ob und wann diese erscheint, bleibt die Enttäuschung bestehen.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Hypothese: Witzig, aber voller Klischees

The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Wer eine leichte, unterhaltsame Liebesgeschichte sucht, kann sich hier entspannt zurücklehnen. Die Handlung ist zwar vorhersehbar und bewusst an bekannte Romcom-Klischees angelehnt, doch die schlagfertigen, ...

Wer eine leichte, unterhaltsame Liebesgeschichte sucht, kann sich hier entspannt zurücklehnen. Die Handlung ist zwar vorhersehbar und bewusst an bekannte Romcom-Klischees angelehnt, doch die schlagfertigen, witzigen Dialoge sorgen für kurzweilige Lesefreude.

Die Liebesgeschichte selbst ist nicht sonderlich außergewöhnlich. Ich finde es aber toll, dass Frauen in einem MINT-Studium sowie ihre Probleme darin dargestellt werden. Olive ist Doktorandin der Biologie. Ihr liegt die Forschung sehr am Herzen und sie gibt alles, um ihr Ziel zu verwirklichen. Um ihrer besten Freundin Anh zu überzeugen, dass sie kein Interesse an einem Kommilitonen hat, küsst sie spontan Adam Carlsen. Obwohl dieser als fieser Tyrann gilt, steht er ihr nur allzu gern bei ihrem Fake-Dating-Plan zur Seite.

Viele Szenen sind wirklich sehr überzogen und unrealistisch. Einerseits ist das lustig, andererseits wirkt das kein bisschen authentisch. Während einige Momente durchaus unterhaltsam waren, gab es auch Elemente, die mich eher genervt haben. Absolut unnötig fand ich die Rahmenhandlung, dass die beiden sich bereits vor zwei Jahren schon einmal begegnet sind. Überhaupt wirkten die Charaktere in der zweiten Hälfte sehr überdreht.

Für mich hätte die Hauptdarstellerin Olive zudem etwas selbstbewusster und stärker auftreten können. Irgendwie wurde sie nur von allen anderen Charakteren vorwärts geschubst, ohne wirklich eigene Entscheidungen zu treffen. Das finde ich sehr schade, gerade weil es schön gewesen wäre, eine Frau zu sehen, die sich wirklich in einem männerdominierten Bereich behaupten kann.

Für Fans lockerer Liebesgeschichten mit viel Humor dürfte das Buch dennoch eine unterhaltsame Lektüre sein. Mir persönlich war es jedoch zu klischeehaft und unrealistisch. Schade, denn das Potenzial für eine stärkere Geschichte war definitiv vorhanden.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Berührende Fantasy mit Gänsehaut-Garantie

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Bei „Thirteen Witches“ handelte es sich um eine berührende Fantasiegeschichte mit Gänsehaut-Garantie, die sich insbesondere auf die zwischenmenschlichen Aspekte konzentriert. So werden Freundschaft, die ...

Bei „Thirteen Witches“ handelte es sich um eine berührende Fantasiegeschichte mit Gänsehaut-Garantie, die sich insbesondere auf die zwischenmenschlichen Aspekte konzentriert. So werden Freundschaft, die Bedeutung von Familie und der Prozess des Erwachsenwerdens auf intelligente und einfühlsame Weise beleuchtet. Doch auch Gruselfans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Rosies Beziehung zu ihrer Mutter ist nicht gerade einfach. Das Mädchen wird von ihr kaum beachtet, geschweige denn geliebt. Die beiden leben eher nebeneinander her, als wären sie Fremde im eigenen Zuhause. Ihre Mutter wirkt wie ein Schatten, ohne Wünsche, ohne Ziele, ohne Gedächtnis. Sie vergisst ihre Tochter jederzeit aufs Neue. Eines Tages lernt Rosie den Grund dafür kennen, der ihre Welt auf den Kopf stellt. Ihre Mutter wurde von einer Hexe verflucht und ihrer Erinnerung beraubt. Kurz darauf gerät sie selbst ins Visier der Erinnerungsdiebin.

Die Schilderung der Mutter-Tochter-Beziehung hat mich von Anfang an mitgerissen. Auf welche Weise Rosie in ihrem Alltag versucht, Normalität herzustellen, ist bittersüß und traurig. Gleichzeitig droht die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Keim zu zerbrechen. Während sich Rosie krampfhaft an das Vergangene festhalten will, ist diese bereit für Veränderung, für das Erwachsenwerden. Die Charaktere, ob Mensch oder Geist, werden allesamt authentisch geschildert, sodass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann.

Dafür entspringen jedoch die Hexen, die Mondgöttin und alle anderen mystischen Personen einer anderen Welt. Sie werden sehr atmosphärisch dicht, geradezu poetisch und im Falle der Hexen auch gruselig dargestellt. Durch Rosies Fähigkeiten wird schließlich auch ganz konkret die Liebe zum Buch, zum Geschichten-Erfinden realisiert.

Dieser erste Band einer Trilogie wird überwiegend sehr fesselnd und anschaulich erzählt. Lediglich der Mittelteil zieht sich etwas, als Rosie nach und nach die ganze Hintergrundgeschichte erzählt bekommt und aufdeckt. Sicher ist es notwendig, ihr dieses Wissen zu vermitteln, aber insgesamt kam es dann doch etwas trocken herüber. Das Ende ist wieder deutlich stärker und atmosphärisch sehr ansprechend, auch wenn ich mir das Finale dann doch ein klein wenig actionreicher gewünscht hätte, poetisch ist es in jedem Fall.

Das Buch erzählt eine abgeschlossene Handlung rund um die Erinnerungsdiebin, jedoch werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die neugierig auf die nächsten zwei Bände machen. Wer düstere, emotionale Fantasy mit einem Hauch Grusel liebt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Witzige und kindgerechte Geschichten

Disney Vorlesebuch: Die schönsten Jahreszeiten-Geschichten
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Dieses Vorlesebuch aus der beliebten Disney-Reihe ist eine wunderbare Ergänzung für unsere Gute Nacht-Bibliothek. Wir haben bereits mehrere Bände, und unsere fast vierjährige Tochter liebt sie, ohne übrigens ...

Dieses Vorlesebuch aus der beliebten Disney-Reihe ist eine wunderbare Ergänzung für unsere Gute Nacht-Bibliothek. Wir haben bereits mehrere Bände, und unsere fast vierjährige Tochter liebt sie, ohne übrigens die ursprünglichen Filme zu kennen. Auch dieses hier wurde sofort begeistert in Empfang genommen. Am besten gefällt ihr die Cars-Weihnachtsgeschichte und die Olaf-Sommergeschichte, aber auch viele andere möchte sie immer wieder hören.

Wie gewohnt enthält das Buch zu verschiedenen Disney-Originalen je eine Geschichte. In diesem Fall wurden die Geschichten nach den vier Jahreszeiten ausgewählt und sortiert: Frühling (Vaiana, 101 Dalmatiner), Sommer (Bambi, Eiskönigin), Herbst (Micky Maus, Die Schöne und das Biest), Winter (Susi und Strolch, Winnie Puuh, Cars).

Die Texte sind gerade so lang, dass mein Kind nicht das Interesse verliert und aufmerksam bleibt. Die vielen farbenfrohen und großformatigen Bildern verdeutlichen anschaulich das eben Gelesene. Zudem eignen sie sich als zusätzlicher Gesprächsanlässe, um bestimmte Szenen oder Emotionen noch besser zu erklären.

Mich stört jedoch, dass auch hier wieder eine Geschichte auftaucht, die wir bereits aus anderen Disney-Vorlesebüchern kennen. „Mickeys Camping-Ausflug“ ist zwar lustig und kommt sehr gut an, aber insgesamt haben wir sie nun in drei Versionen im Regal stehen. Wer also bereits Bücher aus dieser Reihe hat, sollte wahrscheinlich überprüfen, ob sich eventuell die ein oder andere Geschichte doppelt.

Trotzdem kann ich diesen Band uneingeschränkt als liebevolle Gute-Nacht-Lektüre empfehlen. Die Geschichten haben die perfekte Länge, sind wunderschön illustriert und in einer kindgerechten, einfachen Sprache verfasst. Ein tolles Vorlesebuch für kleine Disney-Fans!

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