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Veröffentlicht am 03.09.2020

Schicksalssterne

Schicksalssterne
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Wieder einmal hat es Sarah Lark geschafft, eine wunderschöne Geschichte zu erzählen. Zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Deutschland und Neuseeland. Eine Geschichte über zwei mutige Auswanderer ...

Wieder einmal hat es Sarah Lark geschafft, eine wunderschöne Geschichte zu erzählen. Zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Deutschland und Neuseeland. Eine Geschichte über zwei mutige Auswanderer zu Beginn des 20 Jahrhunderts.

Obwohl ich Julius und sein jugendliches Auftreten am Anfang sehr süß fand, muss ich sagen, dass er sich kaum entwickelt hat. Besonders zu Kriegszeiten konnte er nicht für Mia einstehen und aus sich herauskommen. Auch als er später mit Willie zusammenlebt und sich die Beziehung der drei verkompliziert, schafft es Julius nicht, sich eine eigene Meinung zu bilden und bedarf meist der Leitung einer der beiden Frauen. Er ist sehr unbeholfen, unreif und zu gutgläubig.

Mia hingegen ist wundervoll. Von der aufgeschlossenen jungen Dame entwickelt sie sich zu einer starken und selbstbewussten Frau. Obwohl sie im Laufe der Kriegsjahre sehr viel durchmacht und über ihren Horizont hinausschauen muss, wächst sie an diesen Aufgaben. In so vielen Situationen habe ich sie bewundert und mit ihr mitgefühlt. Trotz all der Ereignisse und Missstände, in die sie gerät, schafft sie es, optimistisch und mutig zu bleiben und Durchhaltevermögen zu beweisen. Endlich mal eine weibliche Protagonisten, die in sich reift und eine wundervolle Entwicklung vollbringt.

Wie in all ihren anderen Romanen war es wieder einmal ein sehr schönes Leseerlebnis. Bereits der Titel hört sich fantastisch an und verspricht Großartiges. Sarah Larks Schreibstil ist voller Emotionen, sehr mitfühlend und liebevoll, aber dennoch auch kritisch und durchdacht. An sich ist der Roman sehr gut gegliedert, indem er sowohl die Anfangsgeschichte in Deutschland behandelt, wie auch die verschiedenen Etappen in Neuseeland. Einige Teile der Geschichte sind bewusst aus der Perspektive von Julius, Mia oder Willie verfasst und geben so einen Einblick in die verschiedenen Gefühlswelten der Charaktere.

Dennoch muss ich sagen, das die Erwartungen an dieses Buch nicht ganz erfüllt werden konnten und mich teilweise etwas enttäuscht zurückgelassen haben. Dieses Mal hat sie bei der Themenwahl einen großen Fokus auf die Pferde gelegt, was mir zum Teil ein bisschen zu viel war. Viele Schilderungen über die Pferdezucht und Pferderennen waren sehr anschaulich beschrieben und für mich als Leser doch etwas ermüdend. Dies hat dazu geführt, dass ich länger gebraucht habe, um mich in die Geschichte hineinzufinden und einen richtigen Lesefluss zu entwickeln. Nichtsdestotrotz schafft sie es erneut Teile geschichtlicher Gegebenheiten rund um den ersten Weltkrieg mit einer fiktiven Geschichte zu verbinden und ein harmonisches Ganzes zu entwerfen. Die tiefe Verbundenheit von Mia und Julius, die trotz aller Höhen und Tiefen immer beständig bleibt, fand ich sehr schön. Allerdings mochte ich den ganzen Handlungsstrang und die Entwicklung Willies absolut gar nicht, was mein persönliches Lesegefühl deutlich gestört hat. Was mir zudem noch gefehlt hat, war der Einbezug der Maori-Kultur, der nur in einigen Nebensequenzen erwähnt wurde, für mich aber gerade den besonderen Charme ihrer Romane ausmacht.

Alles in allem gefiel mir der Roman ganz gut, dennoch muss ich sagen, dass er hinter anderen Sarah Lark Romanen zurückbleibt und nicht mithalten kann. Trotzdem war es wieder ein echtes Leseerlebnis, dass ich definitiv weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.08.2020

Ein anderer Teil der Maori-Geschichte

Unter fernen Himmeln
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In ihrem Roman „Unter fernen Himmeln“ erzählt Sarah Lark die Geschichte der deutschen Journalistin Stephanie. Als sie sich aus Recherchezwecken mit Neuseeland beschäftigt und sich auf die Reise begibt, ...

In ihrem Roman „Unter fernen Himmeln“ erzählt Sarah Lark die Geschichte der deutschen Journalistin Stephanie. Als sie sich aus Recherchezwecken mit Neuseeland beschäftigt und sich auf die Reise begibt, beginnt für sie nicht nur ein neues Abenteuer, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ihre Wurzeln liegen in Neuseeland, Erinnerungen an diese Zeit hat sie jedoch nicht. Was Stephanie nicht ahnt, ist, dass ihr Leben auf ungewöhnliche Weise mit der Geschichte eines Maori-Mädchens verbunden ist.

Auch in diesem Buch konnte Sarah Lark mit ihrem Schreibstil punkten. Dieser war sehr mitfühlend, spannend und aufregend gestaltet und hat wunderbar mit der erzählten Geschichte harmoniert. Dieses Mal hat mich jedoch die Handlung überrascht, da sie etwas düsterer und geheimnisvoller war. Sie erzählt also keine für Sarah Lark typische Auswanderergeschichte, sondern gibt einen Einblick in die Maorikriege um 1860. Diese werden teilweise sehr anschaulich und ausführlich rekapituliert und lassen erahnen, welche Folgen sie für die Maori-Bevölkerung hatten. Sarah Lark entwirft die Geschichte Maramas, die zwar als Häuptlingstochter geboren wurde, nach dem Angriff auf ihren Stamm aber verschleppt und unter den pakeha aufgezogen wird. Ihre Geschichte wird in Tagebucheinträgen geschildert und zeigt exemplarisch das Schicksal vieler Maori-Kinder. Besonders der geschichtliche Teil und die Kriege konnten meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und lehrten mich wieder einmal einen Teil der neuseeländischen Geschichte.

Die Geschichte von Stephanie hat mich hingegen weniger berührt, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht spannend war. Sarah Lark hat an einigen Stellen überraschende Wendungen eingebaut und dadurch die Handlung interessant gemacht. Auch die Verbindung, die sie zwischen den beiden Geschichten aufbaut wurde, ist zwar tragisch, aber gleichzeitig auch schön und total herzerwärmend. Besonders die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich seinen Ängsten zu stellen und diese zu verarbeiten.

Alles in allem fand ich den Roman wieder einmal wunderbar und sehr interessant. Besonders der Fokus auf einem anderen Teil der Maori-Geschichte konnte mich begeistern und hat mich erneut einiges gelehrt. Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte an einigen Stellen etwas langatmig war und ich die Herangehensweise Stephanies und ihre Gefühle nicht ganz nachvollziehen konnte. Da mich aber das Schicksal von Marama berührt hat, die Verstrickung der beiden Erzählstränge gut gelungen ist und ich die zum Teil doch etwas dunklere Erzählung mochte, gefällt mir der Roman ganz gut. Alles in allem muss ich jedoch gestehen, dass der Roman nicht mit anderen Sarah Lark Romanen mithalten kann, da mir die Figuren und die gesamte Handlung dort einfach besser gefallen haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2020

Interessante Geschichte um die besondere Kraft der Murmeln

Der Glasmurmelsammler
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Als Fergus Boggs, der Glasmurmelsammler, nach einem Schlaganfall im Pflegeheim landet, wird sein gesamtes Leben auf Kisten verteilt, eingepackt und weggeschlossen. Als einige der Kisten auf Umwegen bei ...

Als Fergus Boggs, der Glasmurmelsammler, nach einem Schlaganfall im Pflegeheim landet, wird sein gesamtes Leben auf Kisten verteilt, eingepackt und weggeschlossen. Als einige der Kisten auf Umwegen bei seiner Tochter Sabrina landen, traut sie ihren Augen nicht. Vor sich, in mehreren Kisten verstaut, handschriftlich beschriftet und säuberlich aufgelistet, befindet sich eine Glasmurmelsammlung. Es werfen sich viele Fragen auf: Wer ist Sabrinas Vater wirklich? Was bedeuten die Murmeln?
Um diese Fragen zu beatworten, begibt sich Sabrina nicht nur auf die Suche nach Antworten, sondern lernt ihren Vater kennen und findet zu sich selbst.


Cecilia Ahern erzählt in ihren Romanen besondere Geschichten und besitzt einen sehr guten Sprachstil . Auch dieses Mal war es stilistisch und sprachlich wieder ein Genuss und ein Highlight eines davon zu lesen. Der Stil, die mitfühlende Erzählart, die Wortwahl und die Intention hinter jedem Satz sind bemerkenswert. Dieses Mal fiel es mir jedoch besonders schwer mich auf die Geschichte einzulassen und mit den Charakteren zu sympathisieren. Obwohl ich Murmeln außerordentlich schön finde, kann ich persönlich nicht viel mit ihnen anfangen. Dass sie selbst dann für einen Menschen eine so große Bedeutung einnehmen, für die er seine Familie belügt und bereitwillig ein Doppelleben lebt, erscheint mir nicht ganz nachvollziehbar. Fergus Boggs ist da aber andres. Murmeln sind sein Leben. Genau das macht Cecilia Ahern in diesem Roman sehr deutlich. Dafür konzipiert sie einen doppelten Handlungsstrang. Zum einen wird die Geschichte des jungen, schüchternen Fergus in Rückblenden erzählt, nämlich aus der Ich-Perspektive. Zum anderen geht es in der Gegenwart um seine Tochter Sabrina, die ihrerseits versucht, das Leben zu begreifen.Das besondere hierbei ist, dass Fergus und Sabrina mehr gemein haben, als zunächst angenommen wird.

Gerade indem sich Sabrina mit der Geschichte und Vergangenheit ihres Vaters beschäftigt, lernt sie sich selbst kennen und begreift warum sie ist, wer sie ist.
Was mir an diesem Buch gefallen hat, war der große zeitliche Rahmen, der die Geschichte von Fergus abbildet. Gleichzeitig aber spielt die Handlung der Gegenwart an einem einzigen Tag. Dadurch wurde der Kontrast zwischen der Schnelllebigkeit und Ruhelosigkeit von Sabrina und der Unbeweglichkeit, dem Vergangenheitsbezug von Fergus deutlich. Allerdings konnte ich mich bis zum Ende nicht mit der Geschichte anfreunden. Viele Stellen habe ich kritisch gesehen und konnte nicht nachvollziehen, warum Cecilia Ahern gerade sie gewählt hat. Auch der gesamte Verlauf von Fergus Leben erscheint wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit, das Nacheifern seines großen Bruders. Dennoch hat die Geschichte auch etwas Trauriges und die Murmeln sind eine Art Flucht aus der Realität und eine Therapie im weitesten Sinne. Nichtsdestotrotz finde ich den Roman vorallem sprachlich und stilistisch wunderbar und würde immer empfehlen, sich selbst ein Urteil zu bilden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2020

Hoffnungslose Sommerromanze

Italienische Nächte
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Bei diesem Buch musste ich direkt an die wunderschöne Landschaft Italiens denken und hatte sehr hohe Erwartungen.
Doch leider kam es nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Der Roman spielt um ...

Bei diesem Buch musste ich direkt an die wunderschöne Landschaft Italiens denken und hatte sehr hohe Erwartungen.
Doch leider kam es nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Der Roman spielt um das Jahr 1921 und beschreibt, wie die Britin Clare ihrem Mann nach Italien folgt. Dort offenbaren sich für Clare nicht nur viele Geheimnisse, sie lernt auch das Leben der italienischen Bürger kennen und begreift, dass die Kluft zwischen arm und reich größer denn je ist. Diese allein kann aber nicht verhindern, dass sich Clare unsterblich in den Landarbeiter Etorre verliebt.
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Was diesem Buch zugute geschrieben werden muss, sind die Beschreibungen der Landschaft. Hinzu kommt der dreiteilige Aufbau des Buches. Die Kapitel sind sowohl aus der Sicht von Clare, als auch der von Ettore verfasst. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, doch trotzdem haben sie eine wunderschöne, wenn auch kurze gemeinsame Zeit. Das Besondere ist, es gibt eine Clare vor und nach deren Begegnung.

Das Buch gibt einen wirklich krassen Einblick in die Gesellschaftsstruktur der damaligen Zeit und verdeutlicht die Konflikte zwischen den reichen Grundbesitzern und den Tagelöhnern. Einige Stellen haben wirklich zum Nachdenken angeregt und mich persönlich echt mitgenommen. Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch absolut nicht begeistern, um nicht zu sagen es war bis dato das schlechteste, was ich je gelesen habe. Ich fand die Liebesgeschichte zwischen Clare und Ettore zwar sehr schön, doch wurden sehr viele Klischees bedient. Um nicht zu spoilern, halte ich mich kurz. Jedes Mal, wenn ich mich in die Geschichte vertiefte und einen Charakter sympathisch fand, starb dieser, wodurch ich nicht nur traurig, sondern total sauer war. Viele Handlungen waren zu anschaulich beschrieben, einige und besonders das Ende wurden dann zu schnell eingeleitet. Dadurch, dass es viele Handlungsstränge gab, fehlte mir der Fokus der Haupthandlung. Ging es um die Beziehung der beiden, die Konflikte, die Geheimnisse? Alles zusammen bildete ein schlüssiges Bild, ließ jedoch die Akzentuierung fehlen.Der ganze Verlauf des Buches hat mich nicht mitreißen können und mich so oft einfach fassungslos stehen lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2020

Süßer Liebesbeweis

Bridget Jones' Baby
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Witz, Charme und Selbstironie.
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Mit diesen drei Schlagworten würde ich Bridget Jones beschreiben. Nicht, dass diese Worte ausreichen würden, denn sie ist so viel mehr. Sie ist nicht nur lustig, verpeilt, ...

Witz, Charme und Selbstironie.
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Mit diesen drei Schlagworten würde ich Bridget Jones beschreiben. Nicht, dass diese Worte ausreichen würden, denn sie ist so viel mehr. Sie ist nicht nur lustig, verpeilt, tollpatschig, verträumt und sarkastisch, sondern auch liebevoll und total bodenständig. Anders gesagt, Bridget ist eine von uns. Eine ganz normale Frau, die auch mal Fehler macht, wo nicht alles perfekt läuft und die gelernt hat wieder aufzustehen.
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Als ich die ersten beiden Filme um Bridget Jones gesehen habe, war ich restlos begeistert. Ich konnte mich in vielen Situationen wiedererkennen und war Bridget so unfassbar dankbar, dass sie nicht perfekt daherkommt. Sie spricht über Typen, Frustessen, Liebekummer, Gewichtsprobleme und vieles mehr. Das alles erzählt sie so humorvoll, dass man sie lieben muss.
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In diesem Buch geht es um Bridgets neues Leben als werdende Mutter. Obwohl sie sich in den besten Lebensjahren befindet, einen gut bezahlten Job hat, läuft es mit den Typen nicht immer ganz so glatt. Nun ist sie auch noch schwanger. Das Problem ist, das Baby hat zwei mögliche Väter. Chaos und Missgeschicke sind da vorprogrammiert.
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Das Buch ist eine Art Tagebuch, in dem Bridget als Ich-Erzählerin ihre Geschichte und die ihres Babys aufschreibt. Das Besondere dabei ist, dass sie die Erzählungen an ihr Baby richtet, was dazu führt, dass sie sich öfter mal entschuldigen oder rechtfertigen muss. Der Roman hat eine klare Struktur, einen guten Aufbau und ist einfach geschrieben. Manchmal gibt es nur kurze Anekdoten oder Phrasen, die mit Zeitangaben und Daten versehen sind. Er lässt sich daher wunderbar lesen und ist eine witzige Lektüre für zwischendurch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere