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Veröffentlicht am 28.04.2019

Eine poetische Reise - außergewöhnlich, lebensbejahend und voller Gefühl!

Liebende
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Koreanische Literatur ist momentan auch auf dem deutschen Buchmarkt schwer angesagt: ob Thriller wie „Der Plotter“ von Un-Su Kim oder die Studien menschlicher Abgründe aus der Feder von Han Kang - die ...

Koreanische Literatur ist momentan auch auf dem deutschen Buchmarkt schwer angesagt: ob Thriller wie „Der Plotter“ von Un-Su Kim oder die Studien menschlicher Abgründe aus der Feder von Han Kang - die originellen Ideen vor exotischen Schauplätzen haben ihren ganz eigenen Charme. Daher war es nur eine Frage der Zeit, dass auch die lyrischen Werke des Schriftstellers Jeong Ho-Seung ihren Weg nach Deutschland und damit in die Herzen der Poeten unserer Zeit finden. Ursprünglich 2008 in Südkorea erschienen, verkaufte sich dieses etwa 128 Seiten umfassende Büchlein dort über zwei Millionen Mal.

Worum geht’s?
Blauperlenauge hat alles, wovon ein Kupferfisch eigentlich träumen könnte: einen festen Platz am Dach des Unju-sa- Tempels, ein ruhiges Leben im Einklang mit den Tempelglöckchen und die Liebe zu seinem Gefährten namens Schwarzperlenauge. In letztere hat allerdings die Routine des Alltags Einzug gehalten, sodass sich Blauperlenauge allmählich fragt, ob Schwarzperlenauge ihn immer noch liebt. Gleichzeitig sehnt sich Blauperlenauge nach einem Leben außerhalb des Tempels, was für Schwarzperlenauge unvorstellbar ist. Als Blauperlenauge anstelle seiner Flossen eines Tages Flügel wachsen, beginnt er eine Reise, die ihn durch das ganze Land führt und zahlreichen Personen und Tieren begegnen lässt. Doch ist es wirklich das, was er will? Was ist der Sinn seines Lebens? Und was bedeutet es, wahrhaftig zu lieben?

Meine Meinung:
Während Schwarzperlenauge zweifelsfrei als männlicher Kupferfisch angesprochen wird, bleibt es offen, ob der Protagonist Blauperlenauge ein Männchen oder Weibchen ist. Und das geschieht meiner Meinung nach absichtlich, denn das Zusammenleben dieser beiden Figuren und die Entwicklung ihrer Liebesbeziehung beschränkt sich gewiss nicht nur auf die typischen Mann-Frau-Klischees. Es ist vielmehr eine Ode an die Liebe, die bereits die erste Phase ungezügelter Verliebtheit hinter sich gelassen hat und den nunmehr unverklärten Blick in die Zukunft richtet. Wie stellt man sich seine gemeinsame Zukunft vor? Was sind die eigenen Ziele, was erwartet der Partner von mir? Diese Fragen hat sich wohl jeder, der eine langjährige Beziehung führt, schon einmal gestellt. Während Blauperlenauge die Welt erkunden und das ruhige Leben des Tempels hinter sich lassen will, ist Schwarzperlenauge mit diesem Dasein vollends zufrieden. Unterschiedliche Erwartungshaltungen und das vermeintlich mangelnde Verständnis für die Bedürfnisse des Partners führen schließlich zur Trennung – ein realistisches Bild, das sich wohl tatsächlich in genau dieser Form jeden Tag irgendwo auf der Welt so abspielen dürfte. Auch wenn sich nicht jeder mit den eigentlich unbeweglichen, nicht lebendigen Kupferfischen als Protagonisten anfreunden kann, ist die Studie ihrer Beziehungsdynamik durchaus nachvollziehbar.

Abstrakt wird es erst, als Blauperlenauge eines Morgens Flügel erhält und nun, mehr Vogel als Fisch, endlich seine Reise abseits des geregelten Tempelalltags beginnt.Wie sich später herausstellt, ist es eine Reise, die ihn durch unterschiedliche Begegnungen zu sich selbst finden lässt. Insgesamt fallen die Auftritte der Nebenfiguren recht kurz aus, auf eine aufwändige Charakterisierung und Hintergrundinformationen wird angesichts der Kürze von nicht einmal 130 Seiten verzichtet. Wichtiger ist vielmehr, dass jede Nebenfigur eine weitere Lektion für Blauperlenauge bereithält. Allzu viel soll hier nicht verraten werden, aber eines steht fest; auch die Menschen und Tiere dieser Geschichte stellen sich die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Bedeutung von Liebe im eigenen Alltag.

Der Kürze der einzelnen Episoden ist es wohl auch geschuldet, dass die Moral, die Blauperlenauge aus jeder Begegnung zieht, sehr knapp und manchmal wie aus einem Lehrbuch erzählt wirkt. Natürlich sind die Gesamtumstände immer noch, wie bei einer Fabel typisch, sehr vage gehalten, sodass sich der geneigte Leser immer noch in einzelnen Passagen wiedererkennen kann. Doch das Resümee am Ende jedes Abschnitts fällt meiner Meinung nach ungewöhnlich sachlich und bisweilen anspruchslos formuliert aus – „ohne Opfer keine Liebe“ (S. 48) , „lieben musst du jetzt, in diesem Augenblick“ (S. 66) oder „ohne Wunden gibt es keine Schönheit“ (S. 114). Gerade in Anbetracht des ansonsten doch recht abstrakten Konzepts wollten einige Lehrsätze kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Hier wären weniger Pathos und euphorische Gefühlsbekundungen manchmal mehr gewesen. Schade, denn insgesamt hätte die Handlung deutlich mehr Potenzial gehabt und schon ca. 40 Seiten und einige Hintergrundinformationen mehr hätten dieses Störgefühl eines zu schnell herbeigeführten Endes beseitigen können.

Der Schreibstil fällt gerade für einen Kurzroman unerwartet poetisch aus und beweist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Feingefühl, wenn es um die Darstellung von Emotionen geht. Auch die Wahrnehmung der Umwelt wird wunderbar in diese Gefühlsebene einbezogen und bringt das exotische Lebensgefühl aus Fernost treffend zur Geltung. Wer sich darauf einlassen kann und vielleicht schon ein wenig Hintergrundwissen über die koreanische Kultur mitbringt, wird mit diesem Buch viel Freude haben. Für jemanden, der sich dafür jedoch gar nicht begeistern kann, können die vielen Ortsangaben vielleicht schnell zu viel werden. Ich gehörte definitiv zur ersten Lesergruppe und habe zumindest grob versucht, die „Reiseroute“ von Blauperlenauge nachzuvollziehen.

Schließlich muss ich auch die liebevollen Farbillustrationen von Gisela Goppel lobend erwähnen, die eigens für die deutsche Ausgabe angefertigt wurden. Die dargestellten Szenen wurden behutsam und meiner Meinung nach sehr treffend ausgewählt und unterstreichen ebenso die fernöstliche, exotische Szenerie.

Fazit:
Insgesamt ist „Liebende“ ein fabelhaftes Buch für Zwischendurch, das mit einer außergewöhnlichen Rahmenhandlung vor exotischer Kulisse und einem farbenfrohen Schreibstil aufwartet. An einigen Stellen stören kleinere Wiederholungen und die meiner Meinung nach zu sachlich geratene Moral das ansonsten recht stimmige Gesamtkonzept. Ich habe mich dennoch gut unterhalten gefühlt und bin, genau wie Blauperlenauge, über den Sinn des Lebens ins Grübeln gekommen. Eine faszinierende kleine Lektüre für den Sommer!

Veröffentlicht am 07.04.2019

Grausam, abstoßend und trotzdem ungemein betörend - ein erzählerisches Meisterwerk!

Das Volk der Bäume
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„Das Volk der Bäume“ ist das ursprünglich im Jahre 2013 veröffentlichte Debüt der Autorin Hanya Yanagihara, das jedoch erst nach dem Erfolg ihres monumentalen Meisterwerks „Ein wenig Leben“ auch in Deutschland ...

„Das Volk der Bäume“ ist das ursprünglich im Jahre 2013 veröffentlichte Debüt der Autorin Hanya Yanagihara, das jedoch erst nach dem Erfolg ihres monumentalen Meisterwerks „Ein wenig Leben“ auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Inhaltlich stand nach eigenen Angaben der Aufstieg und Fall des Virologen Dr. Daniel Carleton Gajdusek Modell für den Wissenschaftler Dr. Norton Perina, der vor allem eins ist: ein überaus fähiger Erzähler.

Worum geht’s?
Der Roman liest sich wie eine Biografie, die von Nortons Freund und Mitarbeiter Dr. Kubodera behutsam bearbeitet und durch Fußnoten ergänzt wurde. Norton berichtet von seiner Kindheit, seinen Anfängen in medizinischen Laboren und schließlich von seiner Reise nach Ivu'ivu, die sein Leben grundlegend verändern sollte. Gemeinsam mit seinem Mentor, dem Anthropologen Paul Tallent, entdeckt er auf der mikronesischen Insel eine Gruppe von Menschen, die körperlich nicht altern, was sie dem Verzehr einer bisher unbekannten Schildkrötenart verdanken. Doch anders als sein Mentor tritt Norton mit diesem Wissen an die Öffentlichkeit und eröffnet so den Weg zur systematischen Ausbeutung und allmählichen Vernichtung des zuvor unberührten Inselvolks. Ebenso rasch wie der Aufstieg Nortons, der für die „Entdeckung des ewigen Lebens“ später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, zeichnet sich jedoch auch sein Untergang ab, als er Jahre später vor Gericht seinen eigenen Adoptivkindern gegenübersteht und schließlich, des Kindesmissbrauchs bezichtigt, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird.

Inhaltlich wird all das bereits zu Beginn des Buches in einem Zeitungsartikel offenbart, weshalb diese Informationen keine „Spoiler“ darstellen. Umso verwunderlicher ist es, dass mit dieser Zusammenfassung tatsächlich alle wichtigen Ereignisse abgedeckt sind und darüber hinaus nichts grundlegend Bedeutsames geschieht. Wie schafft es die Autorin also, dem Leser einen Charakter, dessen menschliche Abgründe und Grausamkeit von Beginn an bekannt sind, nahe zu bringen?

Der Erzähler:
Es sei vorab noch einmal klargestellt: Dr. Norton Perina ist keine Identifikationsfigur. Er ist genau der überhebliche und nach Anerkennung lechzende Mann, den der Klappentext verspricht. Und doch muss ich gestehen, dass er mich durch seinen Erzählstil mitgenommen hat, in die kargen Labore der medizinischen Fakultät, in die aus grünen Schattierungen bestehenden Wälder Ivu'ivus und schließlich in die Mitte seiner Familie, wenn man sie denn als solche bezeichnen darf. Der Schreibstil schafft mit einer unvergleichlichen Feinfühligkeit den Spagat zwischen deskriptiver Ausführlichkeit und behutsamen Kürzungen, um die Handlung voranzutreiben. Hinzu kommt ein Wortschatz, der so reich ist, dass ich mich glücklich schätzen dürfte, könnte ich mich jemals derart gewählt ausdrücken. Und so muss ich ganz ohne Scham gestehen, dass ich wie hypnotisiert war von der Art des Erzählens, in den Bann gezogen von einem Charakter, für den ich noch vor dem Einlegen der CD nichts als Verachtung empfunden hatte.

Doch immer genau dann, wenn ich Nortons Gedanken zu verstehen glaubte und beinahe einen Anflug von Verständnis verspürte, riss mich die geballte Abscheulichkeit der Handlung, insbesondere Nortons eigener Anteil daran, zurück in die Realität. „Das Volk der Bäume“ ist kein angenehmes Buch, das sich zwischendurch lesen bzw. hören lässt. Es ist in erster Linie ein Buch über menschliche Abgründe und lässt dabei nur wenig aus. Es spiegelt den Zwiespalt von Wissenschaft und Ethik wider, über vor langer Zeit faktisch nicht vorhandene Rechte der für Versuchszwecke herangezogenen Tiere und Menschen. Nicht zuletzt ist es auch eine unterschwellige, aber klare Kritik an der Überheblichkeit westlicher Kulturen über indigene Völker, die sich scheinbar mit jeder Entdeckung eines unberührten Naturvolks wiederholt. Und vor allem ist es ein Buch über krankhafte Obsession und was daraus erwachsen kann, wenn man nicht damit umzugehen lernt.

Ich habe viele Rezensionen gelesen, die an genau dieser Stelle der Autorin vorwerfen, sie selbst würde mit diesem Buch die Tierquälerei, Frauenfeindlichkeit und ganz besonders den Missbrauch Minderjähriger rechtfertigen, ja sogar unterstützen. Doch wer dies behauptet, hat sich wohl selbst vom Erzähler hypnotisieren lassen und vergessen, wer dort eigentlich zu uns spricht. „Das Volk der Bäume“ ist vordergründig die versuchte Rehabilitation eines Wissenschaftlers, ein Schriftstück „in eigener Sache“ sozusagen, um die in Verruf geratene Reputation wiederherzustellen. Aus diesem Grund vermag ich diesen Vorwurf nicht zu teilen, auch wenn ich gestehen muss, dass auch ich stellenweise vergaß, dass ich gerade dem Täter zuhörte. Die Autorin selbst kommt nicht zu Wort und wertet das Geschehen nicht, sodass es dem Leser selbst überlassen bleibt, sich seine Meinung zu bilden.

Darüber hinaus habe ich des Öfteren gelesen, dass die Wendung am Ende des Buches für einige Leser überraschend kam. Was diese Wendung beinhaltet, werde ich aus offensichtlichen Gründen nicht verraten, aber nur so viel: ich hätte es der Autorin übel genommen, wenn sie uns die Antwort auf diese Frage schuldig geblieben wäre, selbst wenn ich insgeheim längst wusste, wie sie lauten würde.

Insgesamt bleiben dennoch viele kleine Fragen offen, sodass ich jedem empfehlen würde, sich nach dem Lesen oder Hören mit jemandem über dieses Buch auszutauschen. Die Autorin lässt gerade so viel Freiraum für Spekulationen, um dem Leser seine eigenen kleinen Theorien zu ermöglichen, ohne dabei Norton zu heroisieren. Genau diese Feinfühligkeit, dieser Anspruch ist es, den ich Tag für Tag in zahlreichen anderen Büchern zu finden hoffe und dabei meist enttäuscht werde. Es ist eine Kunst, gerade so viel zu sagen, um alles Wesentliche begreifbar zu machen, und gerade so viel zu verschweigen, um mich zum Nachdenken anzuregen. Auch wenn das Buch gerade im zweiten Drittel einige kaum merkliche Längen offenbart, dienten diese rückblickend dazu, um auch den Nebenfiguren genügend Raum zur Entfaltung zu bieten und dem Leser Gelegenheit zum Aufstellen weiterer Theorien zu geben. Und um vorsichtig eine meiner ganz persönlichen Theorien zu äußern, spielt die gezielte Unterdrückung homosexueller Neigungen eine nicht zu unterschätzende Rolle in den Interaktionen der Figuren. Aber das ist, wie gesagt, nur meine ganz persönliche Auffassung.

Letztlich bleibt es dem Leser selbst überlassen, welche Antwort er auf die zentrale Frage des Romans findet. Ist ein großartiger Wissenschaftler, der Abscheuliches getan hat oder getan haben soll, tatsächlich großartig?

Die Sprecher:
Zunächst war ich etwas überrascht, dass sich der Hörbuch Hamburg Verlag bei einer derart bekannten Autorin nicht für die „üblichen Verdächtigen“ der Hörbuchbranche, zum Beispiel für einen Herrn Nathan oder einen Herrn Jäger, entschieden hat. Stattdessen übernehmen die Schauspieler Gunter Schoß als Dr. Norton Perina und Matthias Bundschuh als Dr. Ronald Kubodera die Hauptrollen, die mir bis dahin nahezu unbekannt waren. Aber bereits nach der ersten halben Stunde lernte ich diese Entscheidung zu schätzen, da man sich für zwei stimmlich stark kontrastierende, aber gleichermaßen fähige Sprecher entschieden hat, die ihre Rollen mit einer Feinfühligkeit vertonen, die der des Erzählstils allemal gerecht wird. Ihr einmaliges Gespür für Zwischentöne und Implikationen machen das Hörbuch zu einem anspruchsvollen, aber ungemein fesselnden Hörerlebnis.

Fazit:
„Das Volk der Bäume“ ist genau das, was man von Hanya Yanagihara erwartet: eine schonungslose Charakterstudie über menschliche Abgründe, so grausam und abstoßend, dass man vermutlich weghören würde, wäre da nicht der unvergleichlich betörende, hypnotische Schreibstil, der auch über kleine Längen hinwegtäuscht und einen eigenen Sog entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann. Ebenso brillant ist die Vertonung geraten, die mit zwei Sprechern aufwartet, die mit der nötigen Seriösität, aber auch Feinfühligkeit den Charakteren ihre Stimme leihen. Ein Hörbuch, das mich schockiert zurückgelassen, aber ungemein anspruchsvoll unterhalten hat. Mein bisheriges Jahreshighlight!

Veröffentlicht am 04.03.2019

Gute Idee, aber klischeehaft und oberflächlich umgesetzt!

Loveless - Eine Liebesgeschichte
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Worum geht’s?
Brynn Cadogan schien ein perfektes Leben zu führen, bis ihr Verlobter Jem vor zwei Jahren bei einem Amoklauf ums Leben kam. Seitdem lebt sie zurückgezogen und gibt sich der Trauer hin, bis ...

Worum geht’s?
Brynn Cadogan schien ein perfektes Leben zu führen, bis ihr Verlobter Jem vor zwei Jahren bei einem Amoklauf ums Leben kam. Seitdem lebt sie zurückgezogen und gibt sich der Trauer hin, bis sie herausfindet, dass Jems letzter Gedanke ihr und dem Mount Katahdin galt. Und so beschließt Brynn endlich mit dem Verlust ihres Geliebten abzuschließen und macht sich auf den Weg zum Gipfel des Mount Katahdin. Eine Reise, die nicht nach Plan verlaufen und ihr Leben für immer verändern sollte...

Cassidy Porter hat sich geschworen, niemals einen Menschen an sich heranzulassen. Viel zu sehr fürchtet er, dass er wie sein Vater zum Mörder werden könnte. Abgeschottet von der Zivilisation lebt er in einer Waldhütte am Mount Katahdin, wo er eines Tages einer jungen, entschlossenen Frau auf ihrem Weg zum Gipfel folgt. Dass er dieser Frau nur wenig später das Leben retten und sie in seiner Hütte gesund pflegen sollte, hätte er niemals zu hoffen gewagt. Und noch weniger hatte er damit gerechnet, in genau dieser gebrochenen Seele die Liebe zu finden, die er sich bisher nie erlaubt hatte. Doch kann diese Liebe eine Zukunft haben, wenn das Blut eines Vergewaltigers und Serienmörders in seinen Adern fließt?

Meine Meinung:
In ihrer Heimat ist die US-amerikanische Autorin Katy Regnery keine Unbekannte: dort sie hat bereits zahlreiche Liebesromane, darunter die „Heart of Montana“-Reihe, veröffentlicht. Mit dem Einzelband „Loveless“ legt sie nun ihr deutschsprachiges Debüt vor, das hierzulande ausschließlich als eBook bei LYX.digital erscheint. Nach der vielversprechenden, hochemotionalen Leseprobe war ich überglücklich, dass ich das Buch noch vor dem Erscheinungsdatum lesen und mich mit anderen LeserInnen der Lesejury austauschen durfte. Dafür bereits vorab vielen Dank!

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonisten erzählt, sodass ich mich von Anfang an in die Gedanken und Gefühle von Brynn und Cassidy hineinversetzen konnte. Brynn ist eine sensible junge Frau, die nach dem ebenso plötzlichen wie tragischen Tod ihres Verlobten ihr Leben wie in Trance verbringt. Insgeheim sehnt sie sich danach wieder lieben zu können und vielleicht eines Tages ebenso geliebt zu werden. Als sie herausfindet, dass der letzte Gedanke ihres Verlobten ihr und dem Mount Katahdin galt, schöpft sie Hoffnung, endlich mit diesem tragischen Ereignis abschließen zu können. Von der ersten Seite an ist ihre Trauer greifbar und vor allem nachvollziehbar dargestellt. Es fühlte sich beinahe so an, als würde man einer Freundin dabei zusehen, wie sie sich selbst ins Leben zurückkämpft, ohne ihr dabei helfen zu können.

Cassidy lebt ebenso zurückgezogen wie Brynn, wenn auch aus anderen Beweggründen. Als sein Vater, mit dem er nur traumatische Erinnerungen verbindet, als Vergewaltiger und Mörder verurteilt wurde, flüchtete er sich im Kindesalter mit seiner Mutter in die Einsamkeit des Waldes am Mount Katahdin. Seine Mutter, die sich von diesem Prozess nie wieder erholen sollte, eröffnete Cassidy, dass auch er die Gene eines Mörders und damit das Böse in sich trägt. Und so glaubt Cassidy, dass es für alle besser ist, wenn er sein Leben allein in der Wildnis von Maine verbringt. Auch er sehnt sich verständlicherweise insgeheim nach Geselligkeit, weshalb er sich gelegentlich das Beobachten der Wanderer auf dem Mount Katahdin gestattet. Doch als er die verletzte Brynn bei sich aufnimmt, wird sein enthaltsames Leben auf eine harte Probe gestellt.

Wie man schon früh an den Hintergründen der Protagonisten erkennen kann, wird in diesem Liebesroman nicht mit Tragik und Emotionen gegeizt. Beide Figuren haben schwere Zeiten überstanden und sich für ein Leben in Isolation entschieden, was nun durch Brynns Verletzung unterbrochen und von beiden hinterfragt wird. Ich hatte aufgrund der gelungenen ersten Kapitel und der ungewöhnlichen Ausgangssituation hohe Erwartungen an dieses Buch, die anfangs noch erfüllt werden konnten. Brynn und Cassidy sind sich vom Moment ihrer Begegnung an sympathisch, die Chemie stimmt einfach zwischen den beiden. Das sorgt für einige liebenswürdige Szenen, die auch über kleinere Störmomente und Ungereimtheiten in der Handlung hinwegsehen lassen. Dennoch ging es mir insgesamt einfach zu schnell mit den Gefühlen, die sich für meinen Geschmack in Anbetracht der Vorgeschichte bei beiden eigentlich nur langsam entwickeln dürften.

Insgesamt ist das Erzähltempo eine der großen Schwächen des Buches. Anfangs dachte ich, dass es vielleicht am unkomplizierten Schreibstil liegen könnte, der sich angenehm liest und dafür sorgt, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Allerdings stellte ich im späteren Verlauf fest, dass viele Szenen im Ergebnis zu kurz abgehandelt werden. Da beide Figuren noch sehr in der Vergangenheit leben, hatte ich schon erwartet, dass Erinnerungen daran einen großen Teil des Buches einnehmen würden. Leider können diese wiederkehrenden Flashbacks nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Gegenwart eigentlich zu wenig geschieht, was die schnelle Annäherung der beiden Protagonisten rechtfertigen könnte. Und so werden die Tage, die Brynn in Cassidys Hütte verbringt, nur im Schnelldurchlauf erzählt.

Damit geht leider auch einher, dass die beiden keinen Raum haben, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Der schüchterne Cassidy kann seine zurückhaltende Art nie vollständig ablegen, was ihn unscheinbarer wirken lässt, als er von Brynn beschrieben wird. Natürlich ist er unglaublich gutaussehend und verhält sich ihr gegenüber stets höflich, aber er lässt ihre Nähe nie ganz zu. Es fiel mir daher schwer, Brynns emotionale Bindung zu ihm nachzuvollziehen. Darüber hinaus wirkte Brynn selbst stellenweise unglaubwürdig, was einerseits an einigen eher unreifen Verhaltensweisen, andererseits an der fehlenden Reflexion ihrer früheren Beziehung lag. Ich konnte mir gerade nach diesem emotionalen Anfang nicht vorstellen, warum sie augenblicklich ihre Trauer vergessen und nur noch Augen für Cassidy haben sollte, der für sie in Wahrheit ja ein völlig Fremder ist. Ihre Gedanken und Gefühle wirken daher sehr oberflächlich und sind nie tieferer Natur, was ich als sehr schade empfunden habe.

Nach diesem starken Anfang und zunehmend schwächer werdenden Verlauf hoffte ich daher auf ein packendes, emotionales Ende, das mich über die zu plötzliche Liebe der Protagonisten hinwegsehen lassen würde. Niemals hätte ich mir erträumt, dass die Handlung noch um ein Vielfaches an Tragik überboten werden könnte. Die letzten 20% des Buches nimmt eine Wendung ein, die nur als unglückliche Anhäufung von Zufällen bezeichnet werden kann. Natürlich werde ich nicht verraten, was sich die Autorin überlegt hat, um ihre LeserInnen am Ende noch einmal zu überraschen. Aber für mich war diese Wendung einfach derart unglaubwürdig, dass sie mich nicht nur überrascht, sondern buchstäblich abgeschreckt hat. Das liegt vorwiegend daran, dass die Autorin hier zu meiner Meinung nach fragwürdigen wissenschaftlichen Theorien zumindest indirekt Stellung bezieht, nachrangig aber auch an der sich häufenden Zahl von Klischees, die eher den Beigeschmack einer Seifenoper als den eines großen Liebesromans mit sich trugen. Dadurch hat mich das Ende trotz filmreifer Dramaturgie emotional nicht mitreißen können und ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Fazit:
„Loveless“ hätte das Zeug zum Liebesroman des Jahres gehabt. Die vielversprechende Ausgangssituation und die gebrochenen, sensiblen Protagonisten hätten mit einer leisen, tiefgründigen Geschichte überzeugen können. Leider kann die Autorin dieses Versprechen nicht einlösen und verspielt wertvolles Potenzial, indem sie sich auf Schlüsselszenen beschränkt und die Annäherung der Protagonisten nur oberflächlich umschreibt. Das meiner Meinung nach hanebüchene Ende und die wachsende Zahl der Klischees machen „Loveless“ leider tatsächlich nur zu „einer“ Liebesgeschichte – durchschnittlich in seiner Umsetzung, ideal für Zwischendurch, aber ohne bleibenden Eindruck. Daher vergebe ich drei von fünf Sternen und werde das Buch vermutlich nicht noch einmal lesen. Trotzdem noch einmal vielen Dank an den LYX-Verlag und an die Lesejury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Veröffentlicht am 25.09.2016

"Nachts weinen die Soldaten..." - ein authentisches Meisterwerk!

Der letzte Sommer
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Der Sommer neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Traurig muss deswegen aber keiner sein, denn auch im nächsten Jahr werden alle wieder den Sommer genießen… oder nicht? Vor dieser Frage stehen auch ...

Der Sommer neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Traurig muss deswegen aber keiner sein, denn auch im nächsten Jahr werden alle wieder den Sommer genießen… oder nicht? Vor dieser Frage stehen auch die Hauptcharaktere aus Helen Simonson's historischen Roman „Der letzte Sommer“, denn deren bisher friedliche Welt steuert geradewegs auf ihren ersten Weltkrieg zu.

In jenem ereignisreichen Sommer des Jahres 1914 schmieden mehrere junge, ambitionierte Erwachsene Pläne für ihre Zukunft. Die selbständige und unabhängige Beatrice hat gerade eine Anstellung als Lateinlehrerin in der Kleinstadt Rye erhalten und ist fest davon überzeugt, sich auch ohne Heirat finanziell etablieren zu können. Hugh, ein Medizinstudent und Gentleman der alten Schule, möchte die Tochter seines Professors heiraten und irgendwann dessen erfolgreiche Praxis in London übernehmen. Und Freigeist Daniel träumt von der Gründung einer eigenen Zeitung, um sich mit seinen Freunden voll und ganz der Dichtkunst zu widmen.

Jeder glaubt, dass seine Ziele zum Greifen nah seien, als plötzlich die Deutschen in Belgien einmarschieren und England solidarisch in den Krieg zieht. Die traditionelle und konservative Bevölkerung Ryes wird mit Nahrungsmittelknappheit und einem Zustrom von Flüchtlingen konfrontiert. Dennoch ist es für unser heutiges Verständnis unvorstellbar, dass manche Adlige in dieser Not eine Gelegenheit zur Selbstdarstellung suchen, statt den Menschen ernst gemeinte Nächstenliebe entgegenzubringen. In diesem Punkt gerät das Buch zur messerscharfen Gesellschaftsstudie, das dank fundierter Recherche und historischer Bezüge den Standesdünkel des frühen 20. Jahrhunderts durchleuchtet. Auch die Protagonisten schauen hinter die allmählich bröckelnden Fassaden und entwickeln sich stetig weiter. Die Dialoge zwischen den Charakteren leben durch eine bildhafte, an die damals herrschende Redensart und Höflichkeitsfloskeln angepasste Sprache. Diese mag nicht jedem gefallen und es braucht eine Zeit, bis man lernt, vor allem auf das zwischen den Zeilen Gesagte zu achten. Hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, entwickelt das Buch einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Bis auf einige wenige Längen zur Mitte des Buches hin bleibt es spannend, was vor allem daran liegt, dass die Charaktere dem Leser ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfiebert.

Atmosphärisch wird es vor allem in kontrastreichen Momenten, wenn einerseits die Landschaft mit ihrer natürlichen Schönheit betört, andererseits aber der Krieg nur ein paar Kilometer entfernt mit ungeschönter Brutalität über die Städte fegt. Helen Simonson versucht nicht, die Grausamkeit des Krieges zu verstecken oder mit Pathos anzureichern. „Der letzte Sommer“ ist vielmehr ein Mahnmal vergangener Zeit, das dem Leser gnadenlos vor Augen führt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie zunächst für ihr Land, dann für ihre Stadt und schließlich nur noch zum Schutz ihrer Liebsten in den Krieg ziehen. Endlich erhalten auch Minderheiten eine Stimme, die bisher nie gehört wurden. Auch Kinder, Flüchtlinge und Roma sind untrennbar mit dem Kriegsgeschehen verbunden, ihr Schicksal wird aus einer bisher viel zu sehr vernachlässigten Perspektive erzählt – ihrer eigenen. Wer auf den letzten Seiten des Buches noch keine Tränen in den Augen hat, sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass es Schicksale wie die der Charaktere wirklich gegeben hat. Stimmen, die wir heute nicht mehr hören können, aber an die wir dank Helen Simonson erinnert werden. Ein Buch, das lange nachwirkt, auch über das Ende des Sommers 2016 hinaus.

Fazit: „Der letzte Sommer“ ist einerseits intelligente Gesellschaftsstudie, andererseits schockierendes Lehrwerk gegen den Krieg. Auf sprachlich hohem Niveau erzählt Helen Simonson die Geschichte einer Generation, die selbst nicht mehr mahnen und warnen kann, welche Verluste ein Krieg mit sich bringt. Dennoch bleibt sie fest am Puls der Zeit und verarbeitet Themen, die uns aus dem aktuellen Kriegsgeschehen in Syrien bekannt vorkommen. Somit steht das Buch auch für alles, was vom „letzten Sommer“ 1914 bis heute übrig ist, für das Überwinden von Vorurteilen und gesellschaftlichen Zwängen, für mehr Nächstenliebe und Toleranz. Ein nachdenklich stimmendes Buch mit viel Tiefgang, eine klare Empfehlung für alle, die aus der Vergangenheit lernen wollen!

Übrigens, das Zitat in der Überschrift stammt aus dem gleichnamigen Lied der Gruppe Saltatio Mortis, an das ich beim Lesen immerzu erinnert wurde. Es ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 25.09.2016

Interessantes, aber nicht überragendes Debüt - da geht noch mehr!

The Girls
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Erwachsenwerden ist nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man wie Evie Boyd aus einem gleichgültigen Elternhaus stammt und sich nach Anerkennung sehnt. Wie empfänglich man gerade in so einer Situation für ...

Erwachsenwerden ist nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man wie Evie Boyd aus einem gleichgültigen Elternhaus stammt und sich nach Anerkennung sehnt. Wie empfänglich man gerade in so einer Situation für fremdartige Ideologien ist und wie schmal der Grat zwischen Liebe und Wahn sein kann, erzählt Emma Cline in ihrem Debütroman „The Girls“.

Evie ist ein vierzehnjähriges Mädchen, das nach der Trennung der Eltern ein liebloses Dasein im Haushalt ihrer Mutter fristet. Während diese sich im mittleren Alter noch einmal neu zu entdecken versucht, erwacht in der jungen Evie gerade die Sexualität. Doch niemand scheint sie wahrzunehmen, sie auch nur ansatzweise zu verstehen, bis sie eines Tages auf Suzanne trifft, die so anders zu sein scheint als all die anderen Menschen. Sie nimmt Evie mit zur Ranch von Russell, einem charismatischen Sektenführer, dem nicht nur die Frauen zu Füßen liegen. Evie gerät in einen Sog aus Sex, Drogen und Macht – wird sie erkennen, welche Absichten Russell verfolgt, bevor es zu spät für sie ist?

Die Rahmenhandlung von „The Girls“ ist grob an die reale Sekte um Charles Manson angelehnt, dessen Charme in den 1960er Jahren viele Frauen verfielen (auch wenn das für viele LeserInnen heute kaum mehr vorstellbar ist). Allerdings ist das Buch keine detailgetreue Studie der Dynamik innerhalb einer Sekte. Vielmehr geht es um einen von vielen Wegen, auf denen man zu einer solchen Sekte gelangen kann. Themen wie Liebe und Sehnsucht nach Anerkennung, nach einem Zusammengehörigkeitsgefühl stehen im Zentrum des Romans.

Emma Cline wählt eine jugendliche, unreife Erzählerin, die nicht nur schonungslos von den Ereignissen des Jahres 1969 berichtet, sondern auch in der Gegenwart als inzwischen Mittfünfzigerin kritisch zurückblickt. Diese Szenen der Analyse sind die größte Stärke des Romans, wenn Evie mit beinahe chirurgischer Präzision ihr früheres Ich seziert. Leider sind diese auch sprachlich herausragenden Momente viel zu dünn gesät. Meist lässt die ältere Evie ihr Verhalten unkommentiert oder wirft kurze Andeutungen in den Raum, auf die im späteren Romanverlauf nicht immer eingegangen wird.

Mal positiv, mal negativ auffallend ist auch die Atmosphäre. Die drückende Hitze des schicksalhaften Sommers ist auf jeder Seite spürbar, hemmt jedoch manchmal auch den Lesefluss. Wenn sich Emma Cline dann auch noch in einer Anhäufung von Metaphern verliert, ist das Lesen leider nicht immer angenehm.

„The Girls“ richtet sich keinesfalls an zartbesaitete Leser. Immer wieder reizt Emma Cline die Grenzen des persönlichen Ekels aus und bricht mit vielen Tabus. Wie man diese Szenen aufnimmt, bleibt jedem selbst überlassen, mir jedenfalls waren gerade die Sexszenen manchmal echt „zu viel“ und ich war froh, dass sie meist nicht allzu lang andauerten.

Auch die Charaktere sind alles andere als sympathisch und häufig fiel es mir sehr schwer, ihnen etwas Gutes abzugewinnen. Viel zu undurchsichtig blieben ihre Absichten, viel zu distanziert und empathielos ihre Haltung gegenüber anderen Figuren.

Insgesamt lässt das Buch den Leser mit vielen Fragen zurück. Gerade am Ende verschenkt das Buch viel Potenzial, da wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen. Emma Cline zeigt, dass sie literarisch begabt ist, aber gerade in puncto Spannungsaufbau und Stringenz der Handlung sehe ich persönlich noch Nachholbedarf.

Fazit: „The Girls“ ist ein interessantes, aber nicht rundum gelungenes Debüt. Während vor allem die sprachliche Präzision und die Selbstreflexion der Hauptfigur überzeugen, bremsen andererseits die drückende Atmosphäre und undurchsichtigen Charaktere den Lesefluss. Ein Buch, das dennoch sicherlich vielen Lesern gefallen, bei mir jedoch nur in durchschnittlicher Erinnerung bleiben wird.