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Veröffentlicht am 01.12.2019

„Was lange währt, wird endlich gut.“

Er wird dich jagen
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Inhalt:
Carmen Jacobs ist eine erfolgreiche Journalistin und Buchautorin, welche gerade mit ihrem Buch „Das Herz des Jägers“ so richtig durchstartet. Aufgrund des hohen Stresspensums beschließt sie, ...


Inhalt:
Carmen Jacobs ist eine erfolgreiche Journalistin und Buchautorin, welche gerade mit ihrem Buch „Das Herz des Jägers“ so richtig durchstartet. Aufgrund des hohen Stresspensums beschließt sie, sich über Weihnachten alleine in eine Hütte im Wald zurückzuziehen. Als sie dort jedoch ankommt, wird ihr ein Briefumschlag mit Polaroid-Fotos geschickt, welche brutal ermordete Frauen zeigen. Nachdem ihr die Polizei keinen Glauben schenkt, wendet sie sich an Griffin Archer, der einzige Mensch, der ihr in dieser Situation weiterhelfen kann. Doch die beiden befinden sich in einem Hamsterrad; Jagen sie den Täter oder werden sie gejagt? Und wer ist der Täter? Können sie es herausfinden, bevor es zu spät ist?
Meine Meinung:
„Er wird dich jagen“ von Alexandra Ivy ist der zweite Teil nach „Er wird dich finden“, den man jedoch unabhängig von Teil 1 lesen kann. Ich selber kenne den ersten Teil nicht, werde ihn jetzt im Anschluss aber lesen. Gefallen haben mir die Protagonisten und die bildhafte Sprache der Autorin. Man erfährt sehr viel über die Hintergrundgeschichte von Carmen und Griff. Zudem erhält man auch immer einen kleinen Einblick in die Gedanken und Gefühle der anderen Charaktere, was die Zusammenhänge der Story noch interessanter machen und das Lesen zu einem richtigen Erlebnis macht. Die bildhaften Vergleiche lassen die Story lebendig werden, sodass man sich sehr gut in die Charaktere hineinfinden kann.
Was mir negativ aufgefallen ist, ist dass ich lange auf die ersten so richtig spannenden Stellen im Buch gewartet habe. Spannend war zwar das ständige Auf und Ab, wodurch man immer wieder Hoffnung schöpfen konnte und was den Spannungsbogen aufrechterhalten hat. Jedoch sind meiner Meinung nach zu große Lücken entstanden, in denen kaum etwas passiert ist. Dieser Raum wurde dann glücklicherweise mit der Liebesgeschichte der beiden gefüllt, worüber ich mich persönlich sehr gefreut habe.
Fazit:
Alles in allem kann ich sagen, dass „Er wird dich jagen“ ein gelungener Roman mit ausschließlich vereinzelten Stellen ist, die mir zu wenig Spannung aufrechterhalten haben. Für alle Romantik-Fans, die auf einen kleinen Nervenkitzel nicht verzichten wollen, kann ich eine deutliche Leseempfehlung aussprechen. Wer jedoch „richtige“ Thriller gewohnt ist und nicht so sehr auf die Liebesgeschichten abfährt, kommt hier vielleicht nicht ganz auf seine Kosten. Ich bedanke mich bei Lesejury für die Möglichkeit, ein paar gemütliche Stunden mit Alexandra Ivys Roman verbracht haben zu können.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 29.10.2019

Um diesen E-Mail-Roman lesen zu können, muss man keine E-Mail-Romane mögen

Gut gegen Nordwind
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Was passiert, wenn deine Nachrichten mal an einen falschen Adressaten gelangen? Würdest du antworten? Ja? Auch, wenn du keine Ahnung hast, wer dein Gegenüber überhaupt ist?
Genau das ist die Grundsituation ...

Was passiert, wenn deine Nachrichten mal an einen falschen Adressaten gelangen? Würdest du antworten? Ja? Auch, wenn du keine Ahnung hast, wer dein Gegenüber überhaupt ist?
Genau das ist die Grundsituation in Glattauers Roman „Gut gegen Nordwind“. Als Emmi Rothner versucht, die Zeitschrift „Like“ abzubestellen, landet ihre E-Mail versehentlich bei Leo Leike. Nachdem sie mehrere Versuche unternimmt, abzubestellen, entscheidet sich Leo dazu, ihr zu antworten. Nach anfänglicher Skepsis kommen die beiden immer intensiver ins „Gespräch“ und spüren den Drang, ihrer Neugierde nachzukommen und einander zu treffen. Kann das eine gute Idee sein? Zerstört ein Treffen das imaginäre Bild des Anderen? Diesem Konflikt müssen sich Emmi und Leo stellen.
Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, hatte ich zunächst Zweifel, ob mir diese Form eines Briefromans zusagt. Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Ich finde, um diesen E-Mail Roman zu lesen, muss man keine E-Mail Romane mögen. Die langen E-Mails zwischen Emmi und Leo ermöglichen einem, einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden zu bekommen. Was den Roman sehr interessant und lesenswert macht, ist, dass es in dem Konflikt um eine scheinbar banale Alltagssituation geht. Schließlich trifft man sich ständig mit Freunden, Bekannten oder solchen, die es noch werden können. Glattauer formt dabei zwei individuelle Charaktere, welche sich im wahren Leben wahrscheinlich niemals über den Weg laufen würden. Somit entwickelt sich eine süße Liebesgeschichte, die einem Freude bereitet, zu lesen.
Jedoch fehlt mir ein wenig die Komplexität der Story. Der Roman ist toll, aber haut mich nicht um. Die Charaktere sind individuell, aber nicht in dem Maße, wie es in anderen Büchern der Fall ist. Was mich wirklich berührt hat, ist die Idee dahinter. Wenn man jemanden kennenlernt, sieht man ihn ja meistens zuerst. Ob auf Bildern oder in echt, die Reihenfolge in der Kennenlernphase bleibt die gleiche. Deshalb ist es schön, das ganze mal umgekehrt zu erleben. Demnach finde ich, dass das Buch auf jeden Fall gelesen werden sollte, man aber nicht darauf hoffen sollte, das es „das Buch des Jahres“ wird.