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Veröffentlicht am 26.07.2021

Packender Auftakt einer zweiteiligen Dystopie mit einem Szenario, das erschreckend realitätsnah rüberkommt

Ohne Strom / Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen? - Band 1
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In diesem Auftaktband einer zweiteiligen Dystopie entwirft der Autor Markus Mattzick das erschreckende Szenario einer Welt, die vom einen auf den anderen Moment ohne Strom auskommen muss. Von diesem landesweiten ...

In diesem Auftaktband einer zweiteiligen Dystopie entwirft der Autor Markus Mattzick das erschreckende Szenario einer Welt, die vom einen auf den anderen Moment ohne Strom auskommen muss. Von diesem landesweiten Ausfall sind auch Batterien und Akkus betroffen, so dass die Menschheit hier quasi 150 Jahre in die Vergangenheit zurückgeworfen wird und sich einer für sie völlig neuen Situation stellen muss.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Malte Kinzig, seine Kinder Laura und Lukas, seine Schwester Jutta und deren Mann Florian, die den Stromausfall direkt in oder im direkten Umfeld der fiktiven hessischen Gemeinde Umbach erleben. Maltes Frau Simone befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Geschäftstermin in Hamburg und begibt sich zusammen mit ihrem Kollegen Arne auf den gefährlichen Heimweg.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erzählt sie abwechselnd aus der Perspektive seiner sechs Hauptfiguren, die, wie auch die weiteren Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, gut gezeichnet und vielschichtig angelegt sind. So ergibt sich ein umfassender und schonungsloser Blick auf das komplexe Geschehen, das erschreckend realitätsnah rüberkommt und sich dann auch immer weiter zuspitzt. Die Figuren durchlaufen dabei im Laufe der Geschichte eine deutliche Entwicklung, die nicht immer nur positiv verläuft. Immer wieder stellt man sich beim Lesen die Frage, wie man sich selbst hier verhalten bzw. wie weit man selbst in einer solchen Situation gehen würde.

Auch wenn hier für den zweiten Teil noch ein wenig Luft nach oben bleibt, konnte mich der Auftaktband gleich gut und spannend unterhalten. Auf die Fortsetzung bin ich nun schon mehr als gespannt.

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Veröffentlicht am 26.07.2021

Packender Polit-Thriller aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland

Die Akte Adenauer
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In diesem historischen Polit-Thriller führt uns der Autor Ralf Langroth zurück in das Jahr 1953 und erzählt eine spannende und atmosphärisch dichte Geschichte aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland. ...

In diesem historischen Polit-Thriller führt uns der Autor Ralf Langroth zurück in das Jahr 1953 und erzählt eine spannende und atmosphärisch dichte Geschichte aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland. Zugleich bildet dieses Buch den Auftakt einer neuen Reihe, für die er die Messlatte gleich mächtig hoch hängt.

Als kurz vor der Bundestagswahl 1953 ein Ermittler der Sicherungsgruppe Bonn, eine Unterabteilung des neu gegründeten BKA, scheinbar bei einem Unfall ums Leben kommt, tritt Philipp Gerber dessen Nachfolge an und soll seinen Tod aufklären. Gerber ist mit seiner Familie 1939 in die USA ausgewandert und war im Krieg und auch danach als Agent des militärischen Nachrichtendienstes CIC tätig. Obwohl seine Dienstzeit eigentlich schon beendet ist und ein Job an der Harvard-University auf ihn wartet, lässt er sich von seinem ehemaligen Vorgesetzten und zukünftigen Schwiegervater noch einmal zu diesem Spezialauftrag überreden, da der Tote ebenfalls als Agent für die Amerikaner tätig war. Seine Nachforschungen führen Gerber auf die Spuren eines Komplotts und eines unmittelbar bevorstehenden Anschlages, der die noch junge Bundesrepublik erschüttern würde.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und facettenreiche Geschichte voran und steuert sie stilsicher auf einen fulminanten Showdown mit einer überzeugenden Auflösung zu, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die zugleich ausreichend Potential aufweisen, die Reihe auch über weitere Bände zu tragen. Zudem werden auch immer wieder historische Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Herbert Wehner in das Geschehen eingebunden. Ralf Langroth beschreibt die politischen Verhältnisse in der frischgebackenen Bundeshauptstadt Bonn sehr fundiert und kenntnisreich. Dadurch sprengt das Buch immer wieder die Grenzen eines üblichen Thrillers und stellt darüber hinaus ein rundherum gelungenes und gut recherchiertes Sittengemälde der damaligen Zeit dar.

Wer auf historische und atmosphärisch dichte Polit-Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte das Buch auf jeden Fall auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Auf die weiteren Fälle von Philipp Gerber bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Düstere Novelle mit der Vorgeschichte der Fantasy-Reihe "Herz des Winters"

Magie der Nacht
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In dieser Novelle erzählt die Autorin Madeleine Puljic die Vorgeschichte ihrer High-Fantasy-Reihe "Herz des Winters".

Im Mittelpunkt steht dabei der Magier Bredanekh In’Jaat, dessen Totenschädel später ...

In dieser Novelle erzählt die Autorin Madeleine Puljic die Vorgeschichte ihrer High-Fantasy-Reihe "Herz des Winters".

Im Mittelpunkt steht dabei der Magier Bredanekh In’Jaat, dessen Totenschädel später unter dem Namen Berekh zum Begleiter der Kämpferin Daena wird. Hier erfahren wir nun, wie aus dem Magier ein gnadenloser Rächer wird, der sich den Beinamen Schlächter wahrlich verdient. Und auch wenn Kenner der eigentlichen Reihe die Geschichte bereits in Grundzügen kennen, bietet die Novelle noch einige zusätzliche Eindrücke und -blicke, die einem die Figur noch einmal ein ganzes Stück näher bringen.

Auch diese Novelle zeichnet sich durch einen packenden Schreibstil und bildhafte Beschreibungen aus, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen. Diesmal fehlt allerdings der doch recht bissige Humor der Reihe, so das das Ganze deutlich düsterer ausfällt. Getragen wird die gut aufgebaute Geschichte von fein gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei taucht mit der Nekromantin Kraja eine weitere Figur auf, die später noch eine entscheidene Rolle spielt.

Auch wenn die Klasse des Auftaktbandes hier nicht ganz erreicht wird, bietet die Geschichte doch insgesamt gute und spannende Unterhaltung und fügt dem gelungenem Serienkosmos zudem noch eine weitere Facette hinzu.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Packender Auftakt einer Fantasy-Reihe mit viel Spannung und einer ordentlichen Portion Humor

Herz des Winters
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In diesem Auftaktband ihrer High-Fantasy-Reihe schickt die Autorin Madeleine Puljic zwei eher ungewöhnliche Helden ins Rennen, die mit ihrem Zusammenspiel die ansonsten recht düstere Grundstimmung immer ...

In diesem Auftaktband ihrer High-Fantasy-Reihe schickt die Autorin Madeleine Puljic zwei eher ungewöhnliche Helden ins Rennen, die mit ihrem Zusammenspiel die ansonsten recht düstere Grundstimmung immer wieder auflockern. Mich konnte diese gut aufeinander abgestimmte Mischung gleich auf ganzer Linie überzeigen und neugierig auf die Fortsetzung machen.

Die Kämpferin Daena, die der Akademie allerdings bereits vor dem Abschluss ihrer Ausbildung den Rücken gekehrt hat, zieht mit dem ziemlich vorlauten Totenschädel des ehemals mächtigen Magiers Berekh durch die Lande und schlägt sich mit kleinen Aufträgen mehr schlecht als recht durchs Leben. Der aufziehende Krieg gegen die Echsenwesen der Morochai wird aber zum Wendepunkt für die beiden ungleichen Gefährten.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Obwohl das Buch mit seinen knapp 200 Seiten für einen Fantasyroman einen eher geringen Umfang aufweist, entwickelt sich hier dennoch ein atmosphärisch dichtes Geschehen, in dem die Figuren ausreichend Raum und Zeit zur Entfaltung bekommen. Die gut aufgebaute Geschichte bietet zudem reichlich Spannung und Action, durch den Schlagabtausch zwischen Daena und Berekh kommt aber auch eine ordentliche Portion Humor hinzu, die den eher düsteren Grundton immer wieder auflockert.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die nachfolgenden Bände wird dabei gleich mächtig hoch gehängt.

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Veröffentlicht am 19.07.2021

Packender und ungewöhnlicher Thriller, der die Geschichte einer 15-jährigen Serienmörderin erzählt

Cataleya
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Mit diesem Buch legt die Autorin Claudia Fischer einen eher ungewöhnlichen, aber doch ungemein packenden Thriller vor, in dessen Mittelpunkt eine 15-jährige Serienmörderin steht, die hier auch streckenweise ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Claudia Fischer einen eher ungewöhnlichen, aber doch ungemein packenden Thriller vor, in dessen Mittelpunkt eine 15-jährige Serienmörderin steht, die hier auch streckenweise als Ich-Erzählerin fungiert und uns dabei hautnah an ihren Gedankengängen und Abgründen teilhaben lässt.

Die 15-jährige Cataleya Morton führt im verschlafenen Örtchen Ashland in Oregon ein eher unscheinbares Leben, bei dem sie deutlich im Schatten ihrer älteren Geschwister Neela und Josh zu stehen scheint. Doch die drei verbindet ein unheimliches Geheimnis aus der Vergangenheit, dass sie fest miteinander verbindet und furchtbare Konsequenzen hat. Und so kommt es in Ashland zu einer ganzen Reihe von scheinbaren Unglücksfällen und Selbstmorden, die aber irgendwann doch den Argwohn der örtlichen Behörden wecken.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und lässt uns dabei tief in die dunkle Gedankenwelt der Titelfigur, die eine erschreckende Mischung aus Kaltblütigkeit und kindlicher Naivität aufweist, eintauchen. Getragen wird das Ganze von einer Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der Wechsel zwischen Cataleyas Tagebucheintragungen und den Passagen aus der Perspektive der weiteren Handlungsträger ergeben ein stimmiges Gesamtbild, das sich aber nur langsam zusammensetzt und erst am Ende sein ganzes Schrecken zeigt, das noch länger nachwirkt. Immer wieder eingestreute Rückblenden enthüllen zudem nach und nach, wie und warum Cataleya und ihre Geschwister so geworden sind, wie sie dann in der Gegenwart auftreten.

Konnte mich die Autorin bereits mit den ersten beiden Bänden ihrer historischen Romanreihe „Abby“ in ihren Bann ziehen, wagt sie sich hier nun an ein anderes Genre und legt dabei erneut ein auf ganzer Linie überzeugendes Ergebnis vor. Wer auf abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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