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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2018

Spannender Debüt-Roman mit einem interessanten Genre-Mix

Der Bornholm-Code
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Das Romandebüt von Thorsten Oliver Rehm lässt sich nur schwer einem bestimmten Genre zuordnen. Ist es ein Abenteuerroman, ein Archäologieroman, ein Taucherroman oder gar ein Thriller ? Im Grunde ist das ...

Das Romandebüt von Thorsten Oliver Rehm lässt sich nur schwer einem bestimmten Genre zuordnen. Ist es ein Abenteuerroman, ein Archäologieroman, ein Taucherroman oder gar ein Thriller ? Im Grunde ist das Buch all das zusammen und bietet so eine gelungene Kombination, die mich mit leichten Abstrichen auch durchaus überzeugen konnte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Taucher Frank Strebe, der seine Karriere als Forscher vor einigen Jahren nach einem einschneidenen Erlebnis an den Nagel gehängt hat und sich eine neue Existenz als Tauchlehrer aufgebaut hat. Doch dann lässt der Anruf eines alten Forscherkollegen die Vergangenheit wieder aufleben. Scheinbar bietet der Fund eines mysteriösen Schiffes vor der Insel Bornholm nach all den Jahren doch noch die Gelegenheit, seine damalige Theorie zu beweisen und diesen dunklen Punkt in seiner Vita zu tilgen. Mit Feuereifer stürzt sich Frank in die Arbeit, ohne zu wissen, das im Hintergrund längst eine geheimnisvolle Organisation ihre Fäden zieht, in denen sich Frank langsam aber sicher zu verstricken droht.

Der Autor ist selber passionierter Taucher und bringt so eine Menge an Fachwissen mit, das man seinem Werk auch jederzeit anmerkt. Darüber hinaus bietet das Buch aber auch eine gut aufgebaute Geschichte mit einem packenden Schreibstil und gut charakterisierten Protagonisten, die zudem auch äußerst vielschichtig angelegt sind.

Geschickt wird hier die Nibelungensage mit der historischen Figur des Arminius, besser bekannnt unter dem Namen "Hermann, der Cherusker" verbunden. Auch die Germanen und die Burgunder spielen hier eine tragende Rolle. Diesem Unterbau der eigentlichen Geschichte wird ein ziemlich breiter Raum eingeräumt, der besonders im Mittelteil des Buches an der einen oder anderen Stelle vielleicht doch ein bischen zu groß ausfällt und so den Lesefluß ein wenig stört.

Doch die Geschichte findet dann schnell zu alter Stärke zurück und bietet einen fulminaten Showdown mit einer überraschenden, aber zugleich schlüssigen Auflösung.

Ein gelungenes Debüt, das mich unter dem Strich sehr gut unterhalten konnte. Auf weitere Bücher des Autoren bin ich schon sehr gespannt.

Veröffentlicht am 20.02.2018

Bewährter Mix mit Sprüchen, Anekdoten und Fotos aus den WM-Turniere von 1930 bis 2014

WM-Album
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Der Bochumer Autor Ben Redelings liefert hier wieder den aus zahlreichen Bundesliga-Alben bewährten Mix aus Sprüchen, Anekdoten und Fotos und lässt so die WM-Turniere seit 1930 noch einmal Revue passieren.
Statistiken ...

Der Bochumer Autor Ben Redelings liefert hier wieder den aus zahlreichen Bundesliga-Alben bewährten Mix aus Sprüchen, Anekdoten und Fotos und lässt so die WM-Turniere seit 1930 noch einmal Revue passieren.
Statistiken und Ergebnisse zählen hier aber nur am Rande, im Mittelpunkt stehen eindeutig die Typen und ihre Geschichten.

Bei der Lektüre verfestigt sich wieder einmal der Eindruck, das sich die noch nicht medientechnisch perfekt geschulten Akteure des Fußballs in den früheren Jahren um ein Vielfaches ungezwungener und damit authentischer verhalten haben und dies auch noch konnten. Damals lagen die Geschichten quasi auf der Straße bzw. dem Rasen und mussten nur noch eingesammelt werden.
Heute ist es dagegen wesentlich schwieriger, im Meer der nichtssagenden Standardfloskeln und der zahlreichen glattgebügelten Aussagen die durchaus immer noch vorhandenen Perlen zu finden. Ben Redelings zeigt hier, das er diese Kunst perfekt beherrscht.


Dieses Buch ist bereits im Jahre 2013 erstmals veröffentlicht worden und wurde nun noch einmal überarbeitet und um das für Deutschland so erfreulich verlaufene WM-Turnier von 2014 ergänzt.

Veröffentlicht am 20.02.2018

Überzeugender Krimi mit ungleichen Ermittlern im Kampf gegen die Geister der Vergangenheit

Totenweg
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Die Autorin Romy Fölck legt hier den ersten Band einer neuen Krimi-Reihe vor, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Polizistin Frida Paulsen, ...

Die Autorin Romy Fölck legt hier den ersten Band einer neuen Krimi-Reihe vor, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Polizistin Frida Paulsen, die nach einem nächtlichen Überfall auf ihren Vater in ihr Heimatdorf in der Elbmarsch zurückkehrt und sich dort ihrem alten Kindheitstrauma stellen muss, dem Mord an ihrer besten Freundin Marit vor 18 Jahren.
Auch der damals ermittelne Kommissar Bjarne Haverkorn hat immer noch an diesem Fall zu knabbern, da es ihm bis heute nicht gelungen ist, den Mörder von Marit zu finden.
Als die beiden ungleichen Ermittler aufeinandertreffen, merken sie schnell, das die Geister der Vergangenheit immer noch höchst aktiv sind.

Dieser gut aufgebaute Kriminalroman überzeugt in erster Linie durch seinen packenden Schreibstil und seine bis in die Nebenrollen überzeugend und lebensnah gezeichneten Figuren. Auch die Atmosphäre der Elbmarsch wird sehr gut eingefangen, sie fungiert hier fast schon wie eine weitere Hauptfigur des Buches.
Geschickt lockt die Autorin ihre Leser immer wieder auf falsche Fährten und präsentiert dann am Ende einen packenden Showdown mit einer überzeugenden Auflösung, der keine Fragen mehr offen lässt.

Neben den beiden Hauptfiguren hat besonders die Privatdetektivin Jo, Fridas ehemalige Mitschülerin aus dem Internat, einen bleibenen Eindruck bei mir hinterlassen. Leider hat sie hier aber nur ein paar kurze Auftritte. Schön, das die am Ende abgedruckte Leseprobe aus dem zweiten Band schon deutlich macht, das ihre Rolle dort wesentlich größer ausfallen wird.

Absolut gelungener Auftakt mit einem Ermittlerpaar, von dem ich sehr gerne mehr lesen würde. Auf die weitern Bände der Reihe bin ich daher schon absolut gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 19.02.2018

Packender Thriller mit einem neuen Ermittlerteam, das Potential für weitere Auftritte aufweist

Kalendermord
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In diesem packenden Thriller schickt der Autor H.C. Scherf mit dem Kommissar Sven Spelzer und der Rechtsmedizinerin Karin Hollmann zwei neue Ermittler ins Rennen, denen in ihrem ersten Fall gleich eine ...

In diesem packenden Thriller schickt der Autor H.C. Scherf mit dem Kommissar Sven Spelzer und der Rechtsmedizinerin Karin Hollmann zwei neue Ermittler ins Rennen, denen in ihrem ersten Fall gleich eine ganze Menge abverlangt wird.
Alles beginnt mit einem Leichenfund an der Ruine der Isenburg in Essen. Schnell wird klar, das hier ein brutaler Serienkiller am Werk ist, der den Ermittlern scheinbar immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Als der unheimliche Mörder Sven und Karin persönlich ins Visier nimmt, überschlagen sich die Ereignisse urplötzlich.

Der Autor prescht in Sachen Spannung schon auf den ersten Seiten mächtig vor und hält diese dann auch über die gesamte Länge des Buches auf einem konstant hohen Niveau. Der überaus packende Schreibstil unterstreicht diesen Effekt auf besonders gelungene Art und Weise.
Die Geschichte wird insgesamt sehr stringent und mit einem ziemlich hohen Erzähltempo vorangetrieben, überraschende Wendungen sind hier eher dünn gesät. Das macht die Story und den Verlauf der Ermittlungen zwar ein Stück weit vorhersehbar, kann die Spannung aber nicht wirklich schmälern.
Die Charaktere kommen anfangs noch ein wenig klischeehaft rüber, legen im Verlauf der Geschichte aber deutlich an Kontur zu. Neben Sven und Karin bekommen auch die weiteren Mitglieder des Ermittlungsteams ausreichend Raum und Gelegenheit, sich zu entwickeln. Hier wächst ein Team zusammen, von dem man gerne mehr lesen würde.

Ein spannender Thriller, der mir insgesamt gut gefallen hat, für die bereits angekündigten Fortsetzungen aber auch noch ein wenig Steigerungspotential lässt.

Veröffentlicht am 16.02.2018

Klassischer Abenteuerroman mit einem gelungenen Mix aus Action, Verschwörungen und Rätseln

Geheimakte / Geheimakte Inkarrí
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Mit diesem Buch legt der Autor Andre Milewski den inzwischen schon 5. Band seiner Geheimakte-Reihe um den Archäologen Max Falkenburg vor.
Man braucht hier allerdings zum Verständnis der Geschichte keine ...

Mit diesem Buch legt der Autor Andre Milewski den inzwischen schon 5. Band seiner Geheimakte-Reihe um den Archäologen Max Falkenburg vor.
Man braucht hier allerdings zum Verständnis der Geschichte keine großen Vorkenntnisse aus den früheren Bänden, zumal das Buch zeitlich im Jahr 1954 und somit zwischen dem ersten und dem zweiten Band angesiedelt ist. Die nötigen Informationen zur Vorgeschichte und zu den Protagonisten werden zudem gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne den Lesefluß zu stören.

In ihrem neuesten Abenteuer verschlägt es Max und seine Freunde Pat und Joe nun nach Peru, wo sie sich zusammen mit Professor Crichton und einem weiteren Team aus Spanien auf die Suche nach der legendären Inka-Stadt Paititi begeben. Vor Ort stoßen sie aber schnell auf Widerstand und merken zudem schon recht bald, das es auch innerhalb ihrer Gruppe Mitglieder gibt, die ganz eigene Ziele verfolgen.

Der Autor legt hier einen klassischen Abenteuerroman im Stile der Indiana-Jones-Filme vor und sorgt dabei für einen gelungenen Mix aus prickelnder Action, geheimnisvollen Verschwörungen und komplizierten Rätseln. Mit seinem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo hält er dabei die Spannung über die gesamte Länge auf einem konstant hohen Niveau und wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen auf. Die Geschichte orientiert sich an zahlreichen Fakten und historisch belegten Begebenheiten aus der Zeit der Inka, die hier geschickt miteinander verknüpft werden und am Ende ein überzeugendes Gesamtbild ergeben.
Während die Hauptfiguren durchgehend gut und überzeugend charakterisiert sind, bleibt die eine oder andere Nebenfigur in diesem beachtlichem Personenaufgebot allerdings doch ein wenig blass und zuweilen auch etwas klischeehaft.
Dies kann den Lesegenuss insgesamt aber kaum trüben, unter dem Strich bleibt ein absolut gelungener Abenteuerroman, der einfach nur Spaß macht und mich vorzüglich unterhalten konnte.