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echte_Heldin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Mehr erhofft

Minnesota
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Dies ist nun der zweite Jo Nesbo den ich lese oder höre und ich werde leider mit dem Autor einfach nicht warm. Klappentext und die Zitate auf dem Umschlag lassen ein Buch voller Spannung erwarten doch ...

Dies ist nun der zweite Jo Nesbo den ich lese oder höre und ich werde leider mit dem Autor einfach nicht warm. Klappentext und die Zitate auf dem Umschlag lassen ein Buch voller Spannung erwarten doch leider konnte „Minnesota“ dies für meine Begriffe nicht halten. Das Buch ist keineswegs schlecht aber doch eher langatmig und durch den Schreibstil kommt für mich der Spannungsbogen relativ schwach daher. Der Plottwist an sich kommt schon überraschend während dem Lesen, im Nachhinein betrachtet aber doch recht logisch. 
Das Buch startet gut mit zwei Erzählsträngen, einmal 2016 und dann 2022. Zunächst ist dies auch abwechslungsreich gestaltet und erhöht die Spannung, doch nach etwa 1/3 befinden wir uns eigentlich nur noch in 2016 wodurch der zweite Strang eigentlich völligste obsolet wird. Auch die Auflösung am Ende wäre in dieser Form nicht nötig und würde so völligstem als Epilog reichen. 
Kaum eine der Figuren wirkt auf mich sympathisch und das vermittelte Frauenbild empfinde ich doch als recht grenzwertig und einfach nicht mehr Zeitgemäß. Wir haben hier einen typischen „alten weißen Mann“-Ermittler mit den sterntypischen Problemen. Ich sehe viel mehr Potenzial in der Geschichte und der Idee dahinter, Taxidermie ist ja ein spannendes Feld, dazu müsste man sich schreibtechnisch mehr in die heutige Zeit entwickeln.
Das Cover ist, gerade für mich als Wolfswissenschaftlerin, ein echter Hingucker aber passt überhaupt nicht zum Inhalt. Für mich sollte ein Cover Inhalte übermitteln und eine Tierart die zweimal als kommt im Wald vor erwähnt wird, ist für mich kein Inhalt. Schade. 

Allem im allem ist das Buch sicherlich für Fans von Jo Nesbo ein gelungenes Werk, ich persönlich sehe als Zielgruppe allerdings eher in Personen, v.a. Männern, jenseits der 45 Jahre und werde das Buch daher nicht in meinem Bekanntenkreis empfehlen können.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Historisch gut, schleppend in der Umsetzung

Gesetz des Midas – Wiener Abgründe
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In Gesetz des Midas von Peter Lorath reisen wir zurück ins Wien des 19. Jahrhunderts. Die meiste Zeit verbringen wir in der Welt der Arbeiter einer Ziegelei. Doch auch höhere Kreise bleiben nicht ...

In Gesetz des Midas von Peter Lorath reisen wir zurück ins Wien des 19. Jahrhunderts. Die meiste Zeit verbringen wir in der Welt der Arbeiter einer Ziegelei. Doch auch höhere Kreise bleiben nicht unbeachtet und Netzwerke und Fäden durch alle Schichten hindurch sind teil der Geschichte. Wir begleiten den Sonderermittler Leo Kern zu seinen aktuellsten Entwicklungen, die nicht nur im das Lebensende sehr Nahe bringen.

Setting und Idee der Story finde ich nach wie vor gut gewählt und sehr ansprechend. Gut finde ich auch die historische Einordnung nach Ende der Geschichte, so beruht doch einiges an Geschehen und Personen auf wahren Begebenheiten. Leider konnte mich das Buch allerdings nicht so fesseln, wie ich es nach der Leseprobe erwartet habe, wodurch ich nun ziemlich lange zum lesen benötigt habe.
Grade zu Beginn und über die längen Hinweg zieht es sich ziemlich. Es passiert zwar viel aber irgendwie auch nichts. Dies hätte man sicherlich geschickter gestalten können. Erst im letzten viertel nimmt das Buch Fahrt auf und wird spannender, sodass ich diesen Teil dann am Stück lesen konnte und froh war nicht unterbrechen zu müssen.
Eine Frage lieb für mich allerdings offen - Was bedeutet Midas ? Wie kommt der Titel zustande. Ich kann nicht mehr sagen, ob es nicht erwähnt wurde oder in dem schleppenden Anfang zu Beginn einfach nicht von mir aufgenommen wurde.

Mein Fazit: Ich denke gerade für Österreicher bzw. Wiener, die sich mehr mit der Geschichte ihrer Stadt und auch den Anfängen der Sozialdemokraten beschäftigen wollen, kann dieses Buch eine kurzweilige Abwechslung darstellen. Wer allerdings etwas mitreißendes und fesselndes Sucht ist hier an der falschen Stelle.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Plastik - überall & tödlich

Partikel
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Der Untertitel von „Partikel – Überall.Unsichtbar.Tödlich.“ bringt es ziemlich auf den Punkt. Plastikmüll ist eines der größten Probleme unserer Zeit und doch bekommt es nahezu nie die Aufmerksamkeit, ...

Der Untertitel von „Partikel – Überall.Unsichtbar.Tödlich.“ bringt es ziemlich auf den Punkt. Plastikmüll ist eines der größten Probleme unserer Zeit und doch bekommt es nahezu nie die Aufmerksamkeit, die das Thema wirklich braucht. Das Buch macht deutlich wie nicht nur das Meer, sondern auch wir Menschen gerade durch Mikroplastikpartikel immer mehr in unserem Dasein und der Gesundheit gefährdet sind. Und doch kennen wir auch heute noch nicht alle Konsequenzen, die unser weltweiter Plastikkonsum und unser Umgang mit dem Müll haben wird. Denn Plastik bleibt, es geht nicht es wird nur kleiner.

Es handelt sich bei dem Buch um einen Thriller und dennoch bleibt der Lerneffekt nicht aus. Wenn man im Thema noch nicht sehr bewandert ist, lernt man nach jedem Kapitel etwas. Die Fakten und Informationen sind in Form von kleinen eingestreuten Notizen, mit abgeänderten Layout, immer am Ende der Kapitel zu finden. Je weiter man im Buch voranrückt desto mehr sind sie passive Bestandteile der Story. Dokumente und Texte, die die Protagonisten im Buch lesen und verfassen aber der Leser normalerweise eben nicht zu Gesicht bekommen würde. Dies finde ich sehr gelungen.
Generell sind Schreibstil und die jeweilige Kapitellänge sehr angenehm, v.a. wenn man das Buch auch mal auf dem Weg zur Arbeit liest und dann aufhören muss. Gegen Ende haben mich die Ereignisse so gefesselt, dass ich die letzten 150 Seiten dann in einem Rutsch gelesen habe und etwaige Haushaltsaufgaben auf später verschoben habe.
Die Hauptstory um Melissa und Zoe ist zwar mit diesem Buch beendet aber das Ende ist hinsichtlich einer der Nebenstränge offen gestaltet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier Wolf Harlander in seinem nächsten Buch, sicherlich wieder mit wichtigem Grundthema, diese Story aufgreifen wird. Gerne möchte ich wissen, wie es hier weitergeht und warte nun gespannt.

Allem in allem ein sehr gelungener, spannender und dabei sehr informativer Thriller, der auf eines der wichtigsten und gravierenden Probleme unserer Zeit aufmerksam macht. In mir hat das Buch neue Motivation entfacht, mich wieder mehr im Kampf gegen den Plastikmüll zu engagieren. Leider muss ich aufgrund einiger Flüchtigkeitsfehler und Logikfehler in der Story einen Stern abziehen, fielen Lesern wird dies sicherlich gar nicht so auffallen. In mir hat der innere Monk geschrienen.
Partikel von Wolf Harlander – eine klare Leseempfehlung meinerseits.

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Veröffentlicht am 22.06.2024

Gewohnt spannend

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
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Remy Eyssen weiß wie man den Leser in seinen Bann zieht. Auch im zehnten Band um Rechtsmediziner Leon Ritter taucht man vermeintlich in die heile Welt der Provenz ein.
Die Hochsaison steht kurz ...

Remy Eyssen weiß wie man den Leser in seinen Bann zieht. Auch im zehnten Band um Rechtsmediziner Leon Ritter taucht man vermeintlich in die heile Welt der Provenz ein.
Die Hochsaison steht kurz vor der Tür und auch der Präsident hat sich in Le Lavandou angekündigt, als grausame Morde geschehen. Ein ähnlicher Fall passierte lang vor Leons Zeiten schon einmal aber der damalige Täter sitzt in der geschlossenen Abteilung einer Nervenklinik - oder hat er doch etwas mit dem Fall zu tun?

Gewohnt spannend und fesselnd geschrieben, möchte man als Leser das Buch garnicht mehr aus der Hand nehmen. Durch den Perspektivwechsel erlebt man nicht nur Leons Sicht sondern auch die der Opfer. Kurze, prägnante Kapitel mit genau der richtigen Länge an Story. Einzig die kleine Nebenstory um Lilou hätte nicht sein müssen, auch weil nie aufgeklärt wird was mit ihrer Kollegin passiert. Hier hätten noch 1/2 Kapitel Auflösung gefehlt, damit die Geschichte vollkommen rund ist und 5 Sterne verdient hätte. So sind es leider nur 4.

Auch wenn das Buch Teil einer Reihe sind, muss man die vorherigen Bände nicht kennen. Der Autor weiß wie man auch neue Leser abholt ohne jede Figur für "Serientäter" zu lang und ausführlich aber dennoch genau ausreichend vorzustellen. Durch die Beschreibungen der Orte und Personen kann das Kopfkino wunderbar arbeiten und man taucht vollständig in die Geschichte ein.

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Veröffentlicht am 17.08.2022

Pass auf, was du hörst

Das Letzte, was du hörst
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Das Cover von „Das Letzte, was du hörst“ zeigt direkt, dass es sich um einen Winkelmann handeln muss. Es reiht sich nahtlos in die vorherigen Thriller des Autors ein, wenn auch die vorherige „Reihe“ nicht ...


Das Cover von „Das Letzte, was du hörst“ zeigt direkt, dass es sich um einen Winkelmann handeln muss. Es reiht sich nahtlos in die vorherigen Thriller des Autors ein, wenn auch die vorherige „Reihe“ nicht weitergeführt wird.
Hier haben wir nicht unsere gewohnten und meinerseits liebgewonnenen Ermittler aus Hamburg sondern eine neue Ermittlerin in Köln. Und hier liegt mein erster Kritikpunkt - Carola Barreis ist mir über das gesamte Buch hinweg nicht sympathisch geworden. Sehr schade, denn so war kein Charakter in dem Buch für den mein Leserherz so wirklich schlug und der letzte Funken für ein ausgezeichnetes Lesevergnügen ist nicht übergesprungen.
Gut finde ich, dass Winkelmann erneut ein sehr aktuelles Thema in seinem Thriller verarbeitet und auch die Podcast-Szene in ein schauriges Licht rückt auch wenn der Podcast am Ende doch nicht so viel mit den Morden zu tun hat, wie man vielleicht zu Beginn denken könnte.
Die Handlung selbst passiert in verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen , wobei zunächst die Zusammenhänge unklar sind, am Ende aber gut zusammengeführt werden.
Die Kapitel sind ihrerseits nocheinmal in Unterkapitel eingeteilt, wodurch angenehme Leselängen entstehen und das Buch so auch gut für zwischendurch z.B. auf Bahnfahrten geeignet ist. Einmal begonnen liest man aber meist so viel wie möglich am Stück.

Wie immer bei Andreas Winkelmann ist auch sein neuster Thriller spannend und flüssig erzählt, auch wenn die Auflösung für den aufmerksamen und thrillererfahrenen Leser nicht ganz so überraschend ist.

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