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Veröffentlicht am 19.05.2020

Jäger und Gejagte

Verlorenes Vernègues
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Schauplatz des neuen Krimis „Verlorenes Vernègues“ von Cay Rademacher ist die Provence im Januar. Es ist kalt, bitterkalt und überall liegt Schnee.

Mitten in der Nacht erhält Capitaine Roger Blanc einen ...

Schauplatz des neuen Krimis „Verlorenes Vernègues“ von Cay Rademacher ist die Provence im Januar. Es ist kalt, bitterkalt und überall liegt Schnee.

Mitten in der Nacht erhält Capitaine Roger Blanc einen Anruf. Ein Schäfer wurde von Wölfen überfallen und es gibt Tote. 12 Schafen wurden in weniger als einer Stunde gerissen. Doch der Wolf steht auch in Frankreich unter Naturschutz.

Besorgte Bürger machen mobil, die Angst greift um sich. Nun müssen Capitaine Roger Blanc und seine Kollegen tätig werden. Natürlich gehen sie nicht auf Wolfsjagd, sondern begutachten die Schäden als Voraussetzung für die staatliche Entschädigung.

Der erste Teil hat ein gemächliches Tempo, fesselt aber durch den flüssigen Schreibstil. Wir begleiten Capitaine Blanc bei seinen Streifzügen durch die Ruinen des mittelalterlichen Städtchens Vieux Vernègues, das vor über 100 Jahren durch ein Erdbeben zerstört wurde. Man taucht tief in Geschichte und Geographie dieser Region der Provence ein und trifft auf die Einwohner und Menschen mit sehr besonderen Hobbies. Die Beschreibungen der Natur und der nächtlichen Streifzüge von Capitaine Blanc vermitteln kalte Schauer und die Ahnung von etwas Bösem. Das Gefühl lässt nichts Gutes ahnen.

Geschickt wird in den Krimi auch immer etwas Privates der Ermittler einbezogen. Das Verhältnis von Blanc zur Untersuchungsrichterin Aveline ist nicht nur unterkühlt, sondern scheint am Ende. Auch die Computerspezialistin Fabienne hat private Probleme mit ihrer Partnerin und sucht verzweifelt eine Unterbringungsmöglichkeit für ihren kranken Vater. Einzig Marius geht es, seitdem der Alkohol nicht mehr die Hauptrolle in seinem Leben spielt, besser.
Doch als plötzlich ein Toter in den Ruinen von Vernègues gefunden wird, nimmt die Handlung endlich Tempo auf. Jetzt wird es spannend, denn am Abend vorher hatte Capitaine Blanc den Toten noch bei seinen Untersuchungen begleitet. Dabei wurden beide von einem Wolf beobachtet, wie es Fotos aus der Kamera des Opfers zeigen. Am Haus der Försterin, sie war mit dem Opfer – ein liebenswerter Exzentriker, liiert, werden nicht nur rätselhafte Graffiti-Inschriften, sondern auch tote Eberköpfe gefunden.

Ermittelt wird in alle Richtungen – aber nichts passt wirklich zusammen. Da geschieht etwas Unerwartetes und man findet einen weiteren Toten. Capitaine Blanc ist nicht nur ein aufmerksamer Beobachter, er kann zu hören und hat einen Draht zu fast jedem der Einwohner. Seltsames erfährt er von seiner Nachbarin Agnes und plötzlich weiß er, was zu tun ist.

Kombinieren, Zusammenhänge vor anderen erkennen ist seine Stärke. Mit Unterstützung seines Teams, das entscheidend zur Lösung des Puzzles beiträgt, sucht er Täter. In einem packenden und hochdramatischen Finale wird der Fall logisch und in sich schlüssig gelöst.
Aus meiner Sicht ist „Verlorenes Vernègues “ eine klare Leseempfehlung für alle, die einen gut durchdachten Krimi mit authentischen Persönlichkeiten, spannenden Ermittlungen und einem anderen Blick auf die Provence lesen möchten. Gern vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall.

Das Rezensionsexemplar wurde mir dankenswerter Weise von NetGalley zur Verfügung gestellt und hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2020

Tödliche Wahrheiten

Nordlicht - Die Spur des Mörders
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„Die Spur des Mörders“, der zweite Krimi der Nordlichtreihe von Anette Hinrichs, ist ein ungewöhnlich spannender Regionalkrimi um ein deutsch-dänisches Ermittlerteam. Das Buch hat Qualitäten eines Sachbuchs ...

„Die Spur des Mörders“, der zweite Krimi der Nordlichtreihe von Anette Hinrichs, ist ein ungewöhnlich spannender Regionalkrimi um ein deutsch-dänisches Ermittlerteam. Das Buch hat Qualitäten eines Sachbuchs bei historischen und geographischen Fakten, die gekonnt in die Handlung einbezogen werden.

Das Opfer, ein ehemaliger Lehrer für Geschichte und Dänisch, war bei Lehrer und Schülern geachtet. Sein Interesse galt nach seiner Pensionierung der deutsch-dänischen Geschichte, insbesondere der Nachkriegszeit. Als die zuständige Ermittlerin Vibeke Boisen erfährt, dass er in Dänemark geboren wurde, wird es ein Fall für den das gemeinsame Zentrum Padberg (GZ) der deutschen und dänischen Polizei.
Von Beginn an stehen die Ermittler unter Druck, denn der Fall hat bei den Behörden beider Länder hohe Priorität. Die guten Grenzbeziehungen in der Region dürfen nicht gefährdet werden. Ausgerechnet an einem Denkmal, das ein Symbol für Frieden und deutsch-dänische Freundschaft ist, wurde Karl Bentien grausam ermordet. Wer oder was steckt hinter dem Mord?

Als Vibeke im Keller des Wohnhauses ein verborgenes Archiv entdeckt, wird sie überfallen. Welches brisante Material wurde hier gesucht?
Das Navi im Auto des Opfers hat Ziele in Dänemark gespeichert. Da es keinen anderen Ermittlungsansatz gibt, versucht das Team zunächst mehr über das Leben von Karl Bentien zu erfahren. Die Vergangenheit wird wichtiger als die Gegenwart. Doch spätestens an diesem Zeitpunkt wird Rasmus Nyborg von seiner Chefin gestoppt. Auch heute noch wird in Dänemark über bestimmte Tatsachen und Geschehnisse der Nachkriegszeit nicht gern gesprochen. Das Image vom hyggeligen Land der glücklichen Dänen soll nicht beschädigt werden.

Doch ein Ermittler wie Rasmus, der sich gern über Vorschriften hinweg setzt oder sie großzügig auslegt, lässt nicht viel sagen. Für ihn zählt die Wahrheit bei der Suche nach dem Mordmotiv. Die Autorin zeichnet einen interessanten Charakter mit Ecken und Kanten, über den der Leser auch privat Einiges erfährt. Als Gegenpol zur kontrollierten und gewissenhaft arbeitenden Vibeke ist er eine Bereicherung bei den Ermittlungen.
Je tiefer beide in der Geschichte graben, umso mehr Tatsachen und Fakten kommen zum Vorschein. Anette Hinrichs hat ausgezeichnet recherchiert. Sachkundig und spannend verbindet die Autorin Themen wie Flüchtlingslager mit Deutschen aus Ostgebieten und die deutsche Besatzungszeit und ihr Ende in Dänemark mit einer aufregenden Krimihandlung.

Verschiedene Handlungsstränge an unterschiedlichen Orten verdichten die Geschichte und erhöhen die Spannung permanent. Immer genauer wird das Bild des Opfers, der zeitlebens seine Herkunft hinterfragte. Dabei beschreibt die Autorin Situationen und Personen sehr differenziert. Geschichte kann nicht schwarz-weiß gezeichnet werden, es gibt viele Schattierungen und Grautöne. Ähnlich verfährt sie auch bei der Charakterisierung von Personen. Klischees sucht man hier vergebens. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich ausgezeichnet lesen.

Der Krimi endet mit einem dramatischen Finale, das an Hochspannung nichts zu wünschen übrig lässt. Das Ende ist in sich absolut stimmig und schlüssig.

Mit „Die Spur des Mörders “ ist Anette Hinrichs eine außergewöhnliche und spannende Geschichte gelungen, die aber auch nachdenklich macht. Aus meiner Sicht ist der Krimi eine klare Leseempfehlung und verdient 5 Sterne. Ich freue mich auf weitere Fälle des deutsch-dänischen Ermittlerteams.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2020

Für schuldig befunden

Blutige Düne
2

Es ist Ende September und Kommissarin Liv Lammers freut sich auf ein langes Wochenende auf Sylt. Einfach abschalten, surfen und den 30. Geburtstag ihrer besten Freundin Katharina feiern.

Doch es kommt ...

Es ist Ende September und Kommissarin Liv Lammers freut sich auf ein langes Wochenende auf Sylt. Einfach abschalten, surfen und den 30. Geburtstag ihrer besten Freundin Katharina feiern.

Doch es kommt anders – in der Mörderkuhle bei Tinnum wird ein Toter gefunden. Es ist der 4. Fall für die geborene Sylterin Liv Lammers. In „Blutige Düne“ ermittelt sie routiniert mit ihrem Team. Rocco, das Opfer, war kein Unschuldslamm. Aktenkundig bei der Polizei wird festgestellt, dass er so einige Vergehen auf dem Kerbholz hat. Eine Tätowierung weist ihn als aktiven Rocker aus. Beruflich war er als Geschäftsführer einer Tabledancebar tätig.

Bald führen erste Spuren in Richtung organisiert Kriminalität und es vergeht nicht viel Zeit und das LKA übernimmt den Fall. Eigentlich wäre der Krimi hier schon zu Ende – doch plötzlich gibt es ein weiteres Opfer. Ein junger Naturschützer wird schwer verletzt aufgefunden. Es scheint irgendeine Verbindung zum Mord an Rocco zu geben, denn auch hier findet man am Tatort Spuren von einem schwarzen Nagellack.

Die Story, die Sabine Weiß erzählt, ist komplex und vielschichtig. Am Anfang werden sehr viele Personen in die Geschichte eingeführt, die eine nebensächliche oder eine wichtige Rolle spielen. So ist man als Leser gefordert aktiv in diesem Fall mitzudenken. Es gibt auch viele interessante Fakten und Hintergründe rund um das Rockermilieu, die die Autorin gekonnt in die Handlung einbaut. Die Beschreibung der Natur und die Ortskenntnis der Autorin wecken Lust auf einen Besuch der Insel.

„Blutige Düne“ beschäftigt sich ebenfalls mit der Vergangenheit und den familiären Verhältnissen von Liv Lammers. Auf Sylt leben ihr Vater, ihre Schwester und ihr Neffe. Die Beziehung ist gestört, aber das, was ihrer Tochter Sanna widerfährt, verschlägt einem die Sprache.

Unter diesen Gegebenheiten in Mordfällen zu ermitteln fordert das Äußerste von Liv Lammers, denn es gibt bald eine weitere Tote. Immer wieder kommen neue Aspekte ins Spiel und es ist schwer Verbindungen zu erkennen. Fäden werden zusammengeführt und neue Ansätze bringen die Ermittler voran. Unerwartete Wendungen bringen Bewegung in den Fall und die Lösung scheint greifbar nah.
Doch dann scheinen die Ermittler in eine Falle zu geraten und Liv Lammers entschließt sich zu einem gefährlichen Alleingang, dessen Ausgang ungewiss erscheint.

Fazit:
Eine gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig und völlig überraschend gelöst wurde. Mich hat dieser Sylt-Krimi gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 04.05.2020

Licht und Schatten

Die Richterin und der Kreis der Toten
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Der neue Fall der Untersuchungsrichterin Mathilde der Boncourt ist anders, ganz anders. Es handelt sich um keinen Mordfall im klassischen Sinn, obwohl der Titel auf mehrere Tote hinweist.
Zur Handlung ...

Der neue Fall der Untersuchungsrichterin Mathilde der Boncourt ist anders, ganz anders. Es handelt sich um keinen Mordfall im klassischen Sinn, obwohl der Titel auf mehrere Tote hinweist.
Zur Handlung des neuen Krimis „ Die Richterin und der Kreis der Toten“ von Liliane Fontaine, die wie ihre Protagonistin zeitweise in Nimes lebt, möchte ich nicht zuviel vorweg nehmen. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist spannend, ungewöhnlich und berührend.

Im Mittelpunkt des Buches steht der Enthüllungsjournalist Luc Maille. Er ist bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt, doch es war kein gewöhnlicher Unfall. Unterbrochen werden die Kapitel der Ermittlungen immer wieder durch kursiv geschriebene Tagebucheinträge von Luc. So verfolgt der Leser Untersuchungen und Ermittlungen von zwei Seiten, wodurch die Spannung noch größer wird. Bald gibt es einen weiteren Toten. Ein junger Physikstudent wird erschlagen aufgefunden. Bei ihm findet man eine Visitenkarte des Journalisten.

An welcher Story war Luc dran? Als es Hinweise auf den Selbstmord seiner Halbschwester gibt, führen Spuren „nach Montauban sur Vidourle, zum Sitz des Ordens der Lichttempler, der mehr Leute in seinen Bann gezogen hat, als Mathilde zunächst erkennen kann.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages). Hier im Süden haben religiöse Gruppierungen wie die Katharer die Geschichte und Gegenwart geprägt. Die Autorin ist eine ausgezeichnete Kennerin Südfrankreichs und seiner Geschichte und kann den Leser auf unterhaltsame Weise fesseln. Die Beschreibungen wecken Fernweh und Interesse an dieser Region und ihren Menschen.

Die Ermittlungen von Mathilde und ihren Kollegen gestalten sich abwechslungsreich und schwierig, denn es gibt weitere Tote. Nichts passt wirklich zusammen – da erhält Mathilde die Nachricht, dass ihre Tante und ihr Neffe ein Gästezimmer des Ordens gezogen sind. Sie ahnt nichts Gutes und wird Recht behalten.
Der Orden und sein charismatischer Gründer geben sich weltoffen und tolerant. Doch bei der Untersuchung der Finanzen stößt Leutnant Felix auf Ungereimtheiten. Seine Rolle in diesem Fall ist größer geworden und er handelt nicht nur umsichtig, sondern akribisch und gewissenhaft. Auch mit Coralie, der jungen und ehrgeizigen Polizistin aus Montauban, ist der Autorin eine interessante Figur gelungen, die mich sehr berührt hat. Mir gefällt wie das Team von Mathilde und Kommandant Bouraada mit den Kollegen aus Montauban harmoniert und sie sich gegenseitig unterstützen.

So gelingt es allen nach einem dramatischen und tragischen Finale den Orden zu entzaubern und Verbrechen aufzuklären, die als ganz normale Todesfälle erschienen. Auch die Tagebuchauf-zeichnungen lassen alles jetzt in einem anderen Licht erscheinen. Sie erreichen die Ermittler auf eine ungewöhnliche Weise, die am Beginn angedeutet wurde.

Fazit:
„Die Richterin und der Kreis der Toten“ ist allen Krimi- und Südfrankreichfans unbedingt zu empfehlen. Liliane Fontaine hat einen spannenenden Krimi mit überraschenden Fakten, authentischen Charakteren und viel savoir-vivre verfasst. Der Schreibstil ist flüssig und unterhaltsam. Ich freue mich schon auf weitere Fälle.

Das Rezensionsexemplar wurde mir dankenswerter Weise von NetGalley zur Verfügung gestellt und hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2020

Ach du dickes Ei!

Inseldrama. Ostfrieslandkrimi
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„Inseldrama“ von Rita Roth ist der 5. Fall der Reihe „Gretje Blom ermittelt“. Im April, zur Osterzeit, weilt Gretje Blom, eine ehemalige Postbotin, wieder auf ihrer Lieblingsinsel Norderney. Hier wohnt ...

„Inseldrama“ von Rita Roth ist der 5. Fall der Reihe „Gretje Blom ermittelt“. Im April, zur Osterzeit, weilt Gretje Blom, eine ehemalige Postbotin, wieder auf ihrer Lieblingsinsel Norderney. Hier wohnt sie mit ihren Freunden fast wie in einer WG in der Pension „Friesenrose“. Sie ist eine Art ostfriesische Miss Marple, die irgendwie immer wieder über Mordfälle stolpert.
Doch in diesem Krimi passiert zunächst etwas Anderes.

Eine alte Dame wird in ihrem Haus überfallen und gefesselt. „Die hinterlassene Drohung lässt keinen Zweifel: Es geht um ihr Grundstück, das einem millionenschweren Bauvorhaben im Wege steht. Gretje Blom nimmt sofort die Ermittlungen auf, um ihre alte Freundin Elske zu unterstützen.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages).

Die Geschichte, die die Autorin munter und flüssig auf ca. 140 Seiten erzählt, hat es in sich. Was aber alles auf der schönen Insel Norderney passiert und welche Rolle der Enkel von Elske spielt, möchte ich nicht verraten. Zur Freude von Gretjes Kumpel Piet müssen die beiden auch auf einer Baustelle recherchieren, wo sie eine folgenschwere Entdeckung machen. Es ist wieder passiert – ein Mord. Das Opfer war eine Verflossene des Enkels. Jetzt ist der Spürsinn von Gretje gefragt, denn als Leser hat man das Gefühl, die Polizei allein kann das Verbrechen nicht aufklären.

Die Autorin hat offensichtlich Freude daran eine Geschichte mit vielen Facetten und Nebenhandlungen zu erfinden, die den Leser schmunzeln lässt und ihm Kurzweil bereitet. Nein, man darf hier nicht alles so ernst nehmen. Das ostfriesische Lokalkolorit stimmt und man fühlt sich gut unterhalten. Gelungen ist ein buntes Kaleidoskop von Inselbewohnern und Verdächtigen, die alle sehr bildhaft und abwechslungsreich beschrieben werden.
Auch ein dramatisches Finale hat sich Rita Roth einfallen lassen, in dem Gretje an ihre physischen und psychischen Grenzen kommt. Aber zum Glück nimmt sie regelmäßig „Fittaminchen“ zu sich und kann sich am Ende ihren neuen Plänen, vielleicht ganz nach Norderney zu ziehen, widmen. Auch dieser, manchmal etwas verwirrende Fall, wird schlüssig gelöst.

Fazit:
Wer einen leichten, lockeren und unterhaltsamen Krimi mit Augenzwinkern lesen möchte, dem kann ich „Inseldrama“ für eine kleine Auszeit vom Alltag empfehlen. Wer echte Krimirecherchen bevorzugt, sollte hier nicht zu viel erwarten. Aus meiner Sicht gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

Mein Dank gehrt an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere