Profilbild von ella_the_mess

ella_the_mess

aktives Lesejury-Mitglied
offline

ella_the_mess ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ella_the_mess über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2021

Mein Herz brennt für dieses Buch und die griechische Mythologie

Das Lied des Achill
0

Schon lange habe ich auf diese Buch hingefiebert. Meine Liebe zur griechischen Mythologie basiert besonders auf den Percy Jackson/Helden des Olymp Büchern und der Göttlich-Trilogie. Ich find es einfach ...

Schon lange habe ich auf diese Buch hingefiebert. Meine Liebe zur griechischen Mythologie basiert besonders auf den Percy Jackson/Helden des Olymp Büchern und der Göttlich-Trilogie. Ich find es einfach unglaublich interessant und spannend und als ich von diesem Buch gehört habe, wollte ich es lesen. Unbedingt.

"Das Lied des Achill" erzählt die Geschichte von Achilles und von Patroklos, seinem Begleiter. Ich war nicht zu 100% vertraut mit der gesamten Geschichte rund um Achill und den trojanischen Krieg, so dass ich umso gespannter auf das Buch war.

Der Anfang hat mich für einen Moment verwirrt. Weil ich nicht verstanden habe, welcher der beiden seine Geschichte erzählt. Weil ich keinen Plan hatte, was hier grade passiert. Doch relativ schnell hab ich in die Geschichte hineingefunden und war in denn Bann gezogen. Die Geschichte entwickelt sich zunächst langsam und sanft und dann doch mit so viel Gefühl. Im hinteren Teil wird es zäh und ein wenig komplizierter. Aber es ist auch eine ganze Kunst, so viele Jahre in einem Buch darzulegen. Die Beziehung über so viele Jahre zu entwickeln. Einen Krieg, der sich über Jahre zieht, zu beschreiben. Die Emotionen, die dargelegt werden. Der Hass, die Verzweiflung, die Liebe. Und das Ende... Ich war gewarnt und trotzdem... ohne zu spoilern kann ich nicht viel sagen, aber mein Herz hat gelitten. Ich habe gelitten. So viele Emotionen.

Es gab an einigen Stellen in diesem Buch diese "WTF" Momente, aber es sind halt die Griechen. Mehr kann man dazu glaube ich gar nicht sagen. Und doch wurden Sachen, denen ich vorher sehr viel Bedeutung zugeschrieben hätte, in einem Nebensatz abgehakt. Ein wenig enttäuschend, aber es gab eben so viel mehr, so viel wichtigeres für die Handlung.

Der Schreibstil ist wahnsinn. So so wunderschön und vielfältig. So viele Elemente, die mit der Natur verbunden werden. So viele wunderschöne und harte Vergleiche. So viel.

--> "Etwas in mir geriet in Bewegung wie die gefrorene Wasseroberfläche des Apidanos im Frühling"

--> "Mein Neid war scharf wie ein Feuerstein , nur einen Funken entfernt vom Feuer"

Patroklos ist ein Charakter, der bisher in der griechischen Mythologie noch nicht wirklich eine Gestalt. Am Anfang ist er dieser schüchterne, ängstliche Junge, den man einfach nur in den Arm neben möchte. Man sieht Achill als unglaublichen Charakter durch seine Augen, spürt seine Zuneigung und seine Angst, vor Zurückweisung. Am Anfang existiert für ihn bloß Achill, doch im Laufe des Buches wird Patroklos ein vielschichtiger Charakter. Und das hat mir so gefallen. Er wächst immer mehr über sich hinaus und entwickelt seine eigenen Meinungen. Und als er Achill die Meinung sagt, als er ihm sagt, wie falsch er liegt, war ich stolz. Ich war so stolz, dass er seine eigene Meinung über seine Liebe stellt. Weil es das Richtige ist.

Achill kennt man aus den Augen von Patroklos und er ist nicht der einfachste Charakter. Für ihn ist es einfach selbstverständlich, dass er toll ist. Dass er DER AUSERWÄHLTE ist. Dass er alles kann. Alle retten wird. Und das macht es manchmal schwierig, weil man ihn nur auf diesem hohen Ross sieht. Den Helden, den man kennt. Mit einem wahnsinnigen Ego und einem sehr sehr großes Gefühl von Stolt- sein Hybris, der über allem steht. Und irgendwie macht ihn das wieder einen guten Charakter, weil er echt ist. Weil er in seiner Perfektheit doch unperfekt und eingebildet und arrogant ist. Weil er Patroklos mit allem, was er ist, liebt.

Die Charaktere wirken echt und ehrlich. Nicht immer wirken sie sympathisch und sie werden in ihrer vollen Schwäche und Nähe gezeigt. Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund, ist direkt und offen. Zeigt Hass, Leidenschaft, Krieg, Tod.

Ich habe so viel gelernt. So viel nachschlagen müssen, um die ganzen Namen nicht zu vergessen. Um zu verstehen, wer zu wem gehört, wer jetzt mit wem verwandt ist und warum jetzt wieder irgendwer jemand anderen umgebracht hat. Es gab so viel aus der Mythologie, was ich noch nicht kannte. So viele Namen, die ich nicht miteinander in Verbindung gebracht hätte. So viele Dinge, die mir am Rande aus "Göttlich" bekannt vorkamen, so dass ich diese Bücher unbedingt nochmal lesen muss. Um das alles aus einem anderen Winkel betrachten zu können. Um die gesamten Anspielungen zu verstehen.

Fazit: Das Buch hat mich überrascht und fasziniert und mitgerissen und schockiert und mitfühlen lassen, eine ganze Palette an verschiedenen Emotionen. Es ist komplex und verwirrend und nicht immer einfach zu verstehen. Aber es ist eine unglaubliche Flut an Emotionen und Mythologie und Spannung, die mich in seinen Bann gezogen haben und mir gleichzeitig noch so viel beigebracht haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2021

Ein Inferno aus Ozeanaugen

Wir sind das Feuer
0

Meine Beziehung zu "Wir sind der Sturm" von Sophie ist ein wenig kompliziert. Vor einiger Zeit hab ich einen kleinen Hype darum mitbekommen, aber hab das Buch trotzdem nicht so wirklich wahrgenommen. Dann ...

Meine Beziehung zu "Wir sind der Sturm" von Sophie ist ein wenig kompliziert. Vor einiger Zeit hab ich einen kleinen Hype darum mitbekommen, aber hab das Buch trotzdem nicht so wirklich wahrgenommen. Dann hab ich von ein paar Leuten Rezensionen gelesen, die das Buch als unglaublich wunderschön beschreiben. Dass sie wieder selbst zum Schreiben gefunden haben. Dass sie sich wieder neu in die deutsche Sprachen verliebt haben. Und dieses Gefühl wollte ich auch haben.

Louisa kommt ans Redstone College um zu vergessen, was von 5 Jahren geschehen ist. Sie trifft auf Paul, der sie wieder daran erinnert, wie es ist, wild und frei und glücklich zu sein. Aber beide tragen Dinge mit sich, die alles zerstören könnten.

Der Grundgedanke des Buches ist natürlich nicht neu und man weiß ein wenig, worauf man sich einlässt. Welches Drama einen erwartet. Louisas Neuanfang zu verfolgen war für mich sehr interessant und nachvollziehbar. Es hat Spaß gemacht, die Anfänge von Louisa und Paul mit zu verfolgen. Sich selbst zwischen den Seiten zu verlieren. Die ersten zwei Drittel des Buches haben mich voll in ihren Bann gezogen, es war emotional, unterhaltsam und ich hab mich einfach wiedergefunden. sehr. Und dann sind einige Dinge passiert, die ich nicht nachvollziehen konnte. Die ich nicht verstanden habe. Und etwas, was einfach nur nervig und unnötig war. So zerbrochene und verletzte Charaktere und dann kommen gewisse Dinge, die dem ganzen wieder komplett widersprechen. Ungeduldig hab ich auf die letzten Seiten gewartet und BÄM, da war ich wieder gefangen. Und neugierig auf Band 2. Ungeduldig. Es gibt so viel Potential und ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickelt.

Auf den ersten Seiten des Buches habe ich gemerkt, dass ich Louisa verstehe, dass sie eine dieser Protagonistinnen ist, in der ich mich wirklich sehe. Ihre Ängste, ihre Unsicherheiten, ich hab mich extrem darin wiedergefunden. Ihre Liebe zu Zahlen, die Wahl ihres Studiengangs, die Sicherheit, die sie darin sieht. Und auf der anderen Seite ihre Liebe zu Wörtern, die so viel größer ist. Die Angst, jemandem das zu zeigen, was man schreibt, weil es ein Teil von ihrer Seele ist. Die Frage, was mit der Zukunft ist. Wie es mit dem Studium weitergeht. Ob man das Sichere wählt oder das, was einen glücklich macht. Und genau diesen Weg musste ich letztes Jahr gehen und für mich entscheiden. So viele Gedanken und Sätze von Louisa habe ich mir angestrichen, weil ich es gefühlt habe.
Und dann.... dann ist sie in manchen Momenten wieder ein komplett anderer Mensch. Nichts mehr zu sehen von der Verschlossenheit und Unsicherheit, die ihre gesamten Gedanken geprägt hat. Und ja, darum geht es natürlich irgendwie. Dass Paul ihr das Gefühl gibt, wild und frei zu sein, wieder sie selbst zu sein. Aber bei der Angst, Dinge von sich zu zeigen, geht sie ziemlich offen auch an andere Menschen heran. Spielt Flaschendrehen, besoffen, wo man seine Worte nicht mehr zurückhält. Und es war schön, sie glücklich zu sehen, zu sehen, wie ihre ihre Ängste, ihre Sorgen vergessen kann. Wie sie lächelt. Und für mich, die sich vorher so sehr in ihren Gedanken gesehen hat, war es einfach nicht verständlich. Mit solchen Gedanken und Ängsten hätte ich bestimmte Aktionen nicht machen wollen und auch nicht gekonnt. Einfach vom Kopf her. Von der Angst her. Und das hat mir ihren Charakter leider ein wenig "zerstört".

Mit Paul ist das so eine Sache. Ich fand es super interessant, einen deutschen Charakter in die amerikanische Welt zu setzen. Ihm wird das Klischee des Bad Boys aufgesetzt, der einen weichen Kern hat. Aber irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass ich ihm das abnehme. Seinen ganzen Charakter. Ich hatte nicht den Gedanken "er wird ein Bookboyfriend" oder "ich will auch einen Paul". Er war okay, er war nett, er war süß und er war sexy. Unglaublich sexy und perfekt und bad und alles zusammen, dass es mich schon fast genervt hat. Nicht nur fast. Aber dafür kann Paul eigentlich nichts, dass ich vielleicht grade einfach nur genervt bin von diesen ultra perfekten sexy Boys. Mit Sixpacks.
Paul war aber unglaublich süß. Zu Louisa und besonders zu seinem kleinen Bruder und diesen Aspekt kann ich einfach nicht auslassen. Er war aufmerksam, besorgt, hat sich gekümmert und hätte mich hier fast komplett von seiner Good Boy Seite überzeugt. Er war humorvoll und unterhaltsam. Und doch war da diese Dunkelheit in ihm, aus der man immer nur Gedankenfetzen sieht. Erinnerungen, die ihm wehtun. Und man ihn am liebsten umarmen möchte.

Wenn er noch einmal "ihr süßer kleiner Hintern" denkt, dann krieg ich die Krise. Ja, Männer denken so. Klar. Aber so oft wie ich "ihr süßer kleiner Hintern" gelesen habe, hatte ich das Gefühl, Lou besteht nur aus ihrem HIntern und ihren Augen. Denn hier kommen wir zu meinem Problem mit dem Buch. Den Wortwiederholungen. An sich ist es gedanklich gut aufgebaut und stellt viele Verbindungen zum Titel und dem zweiten Band her. Aber meine Buddyread-Partnerin hat mich darauf aufmerksam gemacht und dann konnte ich es nicht mehr übersehen. Die oZeAnAuGeN. Jeder zweite Satz ist gefühlt den Augen der beiden Protagonisten gewidmet und ahhh. Wenn ich noch einmal Ozeanaugen lese und in der Playlist eines Buches "Ocean Eyes" von Billie Eilish lese, dann schrei ich. Dieses ständige "die Seen ihrer Augen, die Ozeane in ihren Augen, die Ozeanaugen" war plötzlich überall. Seine Bernsteinaugen auch, aber besonders die Ozeanaugen sind mir jedes Mal ins Auge gesprungen.

Dazu passt direkt die ganze Metaphorik zum Feuer. Passend zum Titel und zum Hintergrund von Louisas Geschichte hat sie Feuerlocken. Und ist das Feuermädchen. Aber gegen Ende des Buches reihen sich diese beiden Wörter in jedem zweiten Satz aneinander und ich hab das Gefühl, dass man vielleicht irgendwelche anderen Wörter und Sätze dafür hätte verwenden können.

Die Nebencharaktere waren mir unglaublich sympathisch und haben eine sehr interessante Freundesgruppe gebildet. Die Freundschaft zu sehen, die sich zwischen der Gruppe und Louisa entwickelt hat, war einfach herzerwärmend. Zu sehen, wie sie aufblüht. Wie die Leute zusammenhalten. Mein Herz schlägt besonders für Aiden, denn Aiden ist aus diesem Buch der "Bookboyfriend", den ich gerne hätte. Er ist so aufmerksam und lieb und ach, einfach ein toller Freund. Gegen Ende hat man ein wenig mehr über ihn erfahren und ich hoffe sehr, dass in Band 2 noch mehr darauf eingegangen wird.

Ich liebe den Schreibstil. Sehr. Bis auf die oben genannten Ozeanaugen. Sophie kann sehr gut mit Wörter umgehen und man merkt, wie sehr sie für ihre Geschichte brennt. Die Idee, verschiedene Teile des Buches bestimmten Wörtern zu widmen, war sehr schön und interessant. Ich war immer gespannt, was es mit den Wörtern auf sich hat, wie die Wörter zur Geschichte passen.

Es tut mir wirklich weh, dieses Buch nicht mit 5 Sternen zu bewerten. Denn ich habe es so geliebt in vielen Momenten, Habe mich wiedergefunden zwischen den Zeilen, in den Wörtern. Es ist so liebevoll gestaltet. Aber es gab einige Momente, die meine Begeisterung geschwächt haben, an denen ich die Augen verdreht habe. Und weshalb ich unglaublich gespannt darauf bin, wie mich Band 2 überzeugen wird. Ich hab mich in den Wörtern und Gedanken verloren und wurde von den Ozeanaugen verbrannt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2021

Zwischen den Tränen lächelt mein Herz

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln
0

Das erste Mal von diesem Buch habe ich bei einer Bloggerin gehört, die über Schattenkinder gesporchen hat. Die Kinder, die im Schatten ihrer Geschwister stehen, weil diese aus einem besonderen & auch verständlichen ...

Das erste Mal von diesem Buch habe ich bei einer Bloggerin gehört, die über Schattenkinder gesporchen hat. Die Kinder, die im Schatten ihrer Geschwister stehen, weil diese aus einem besonderen & auch verständlichen Grund mehr Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nehmen. Und dann hat mich dieses Buch nicht mehr losgelassen. Alleine der Titel ist so wunderschön und irgendwie auch traurig. Es hat mich dazu gebracht mich zu fragen, was mich denn in meiner Dunkelheit zum Lächeln bringen würde.



Seit einem traumatischen Vorfall stellt Marie ihr Leben über das ihres Bruders, der immer noch darunter leidet. Doch dann taucht Samuel auf und Marie fragt sich, ob sie sich überhaupt noch daran erinnert, wie es ist, ein eigenes Leben zu haben.



Dieses Buch ist in der idealen Mischung aus Leichtigkeit, Tiefgründigkeit und Humor geschrieben, so dass Theos Sarkasmus mich zwischen den Tränen in den Augen zum Lächeln gebracht hat.

Man liest aus allen 3 Perspektiven und sieht die Welt auf 3 Weisen und spürt doch bei allen einen Schmerz, der einen selber zerreißt. 3 Leben, die doch so sehr miteinander verbunden sind. Es geht nicht einmal um die Geschwister und einmal um die Liebe, sondern es ist alles auf eine interessante Weise verknüpft.



Vielleicht hat es mich auch berührt, weil ich jemanden kenne, der wie Marie ist. Der sein Leid nicht teilt, weil es anderen schlechter geht. Weil es ihrem jüngeren Bruder schlechter geht. Der sein Glück nicht teilt, weil es anderen schlechter geht. Manchmal tat es weh, zu sehen, wie sie darunter leidet. Und dass diese Freundin von mir sich manchmal auch so bei mir verhält und das Buch hat mir hierbei ein wenig die Augen geöffnet und gezeigt, wie schwer die Situation eigentlich für sie ist. Dieses Zurückhalten. Und Marie zu sehen, wie sie ein Schatten in ihrem Leben ist und langsam daraus wächst, war unglaublich berührend für mich.



Theos Geschichte war zweifellos traurig & seine Worte haben mich jedes Mal berührt (&sein trockener Humor). Ich hab so sehr mitgelitten und mitgefiebert, hab gehofft, dass es irgendwie besser werden kann. Ob ich Bloodstream von Ed Sheeran hören kann, ohne an dieses Buch zu denken? Ich glaube nicht.



Samuels Sicht zeigt nochmal eine ganz andere Sicht aufs Leben und die Härte darin. Der endlose Kreislauf: der Kampf zwischen dem, der man immer war und dem, der man sein will.



Das Buch thematisiert viele Themen mit einer Intensivität, die mein Herz manchmal zum Stoppen gebracht hat. Mobbing, Vorurteile, Armut, der Kampf für sich selber, für ein besseres Leben, dafür, dass es morgen wenigstens ein bisschen besser ist als heute... all das und noch so viel mehr. Das Leben ist grausam und manche Menschen gehen stark daraus hervor, andere gebrochen. Und manche setzten sich ganz langsam wieder zusammen. Denn irgendwie muss man mit seiner Angst klar kommen und sie nicht den Besitz über sich ergreifen lassen.

Manchmal denke ich, mit 22 bin ich zu alt für Jugendbücher. Aber dann kommen Bücher wie diese und ich realisiere, man ist nie für alt für manche Bücher.



"Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln" ruft in Erinnerung, wie hart das Leben ist, in einem Mix aus Tränen & einem Lächeln im Dunkeln💛

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2021

"Ich hoffe, du bist gut in Chemie"

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
0

"Kaleidra" von Kira Licht durfte ich in einer Leserunde von Lovelybooks lesen und bedanke mich nochmal dafür, dass ich das Buch extra nachgeschickt bekommen habe, da es in der Post verlorenen gegangen ...

"Kaleidra" von Kira Licht durfte ich in einer Leserunde von Lovelybooks lesen und bedanke mich nochmal dafür, dass ich das Buch extra nachgeschickt bekommen habe, da es in der Post verlorenen gegangen ist. Umso mehr habe ich mich bemüht, dass mir das Buch gefällt und umso mehr tut es mir weh, dass "Kaleidra" mich einfach nicht vollkommen überzeugen konnte.

Der Klappentext wirkte sehr vielversprechend für mich. Auf einem Ausflug in ein Museum stellt sie fest, dass sie das sagenumwogene Voynich-Manuskript entschlüsseln kann und befindet sich plötzlich mitten in einer neuen Welt in einem Kampf von rivalisierenden Geheimlogen. Und trifft auf Ben, attraktiv, verschlossen und von nun an ihr Partner bei der Entschlüsselung.

Auch das Zitat auf dem Buchrücken klang vielversprechend nach "Enemies to lovers" und ich war auch nach vielen guten Bewertungen schon sehr gespannt.

Die Einführung in die Geschichte gelang ganz gut und ich war neugierig. Neugierig auf das Manuskript, auf Ben, auf die gesamte neue Welt. Doch plötzlich wurden mir chemische Begriffe um die Ohren gehauen, die ich aus mangelndem Interesse dann automatisch nur überflogen habe. Leider kamen immer mehr chemische Bestandteile an der Geschichte und ich habe versucht, mich darauf zu konzentrieren und wirklich durchzulesen, aber es ist einfach nicht meins. Diese ganzen Elementformeln, die mitten in einem Kampf eine Rolle spielen, haben meistens dazu geführt, dass ich das Interesse an der Szene und dem Buch verloren habe.

An sich war der Spannungsbogen gut gewählt und es passiert wirklich viel in der Geschichte. An einigen Punkten werden immer mehr Gedanken eingeführt, die meiner Meinung nach noch viel mehr Möglichkeiten geboten hätten, sie genauer zu betrachten, statt zum direkt zum nächsten Aspekt hinüber zu gehen.

Im letzten Viertel ist mir das Buch wieder mehr ans herz gewachsen. Die dort auftauchenden Ideen waren super interessant, es ging nicht mehr alles um Schwefel und Natrium etc. und es gab einige Wendungen, mit denen ich tatsächlich nicht mehr gerechnet hätte. Und die mich in diesem Teil vom Buch überzeugen konnte.

Ein anderes kleines Problem waren anfangs die Charaktere für mich. Emilia war verständlicherweise total überfordert mit allem und ist dann doch sehr naiv und planlos auf einige Situationen zugegangen und der Rest musste sie wieder retten kommen.

Ben hingegen tat mir einfach nur leid. Der arme Kerl wollte einfach nur seinen Job erledigen und dann kommt dieses Mädchen daher, dass alles auf den Kopf stellt und zu dem eher sich trotz aller Verbote hergezogen fühlt. Warum genau konnte ich leider allerdings nicht genau verstehen, da Emilia für mich nur einen eher oberflächlichen und typisch naiven Charakter hatte.

Die Nebencharaktere waren für mich manchmal interessanter und boten eine spannendere Vergangenheit an.

Der Hintergrund im Buch ist zusammen mit den geschichtlichen Aspekten sehr interessant gewählt und man merkt, mit wie viel Mühe und Liebe das Buch geschrieben wurde. Sehr viele Details, sehr viele Hintergrunddetails, sehr viele geschichtliche Aspekte und für mich leider zu viel Chemie. Vor dem Lesen habe ich eine Rezension gelesen, die genau diesen Aspekt kritisiert und das konnte ich mir vorher überhaupt nicht vorstellen. Aber leider war es soviel an Chloroxid und Blaualgen und Schwefel und Lithium und Quecksilber und Stickstoff und noch ganz viel mehr.



Fazit: Das Buch ist mit sehr viel Liebe und Wissen gestaltet, aber mir persönlich war es zu viel Chemie, dass ich einfach nicht genug Interesse aufwenden konnte, mir jede Szene über die chemischen Bestandteile von "irgendwas" durchzulesen und so hat es mir die Geschichte leider ein bisschen ruiniert. Den positiven Rezensionen nach ist das wirklich nur Geschmackssache und liegt an meiner mangelnden Geduld für die ausführlichen Beschreibung von chemischen Bestandteilen😂

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2020

Gutes Debüt bei dem mir leider dieser eine entscheidende Funke noch gefehlt hat❣

Breakaway
0

Breakaway hat mich in der Leseprobe sehr in den Bann gezogen. Hinzu kam das wunderschöne Cover und die unglaubliche Playlist ( ich finde, da erhält man immer einen guten Blick auf die emotionale Reise, ...

Breakaway hat mich in der Leseprobe sehr in den Bann gezogen. Hinzu kam das wunderschöne Cover und die unglaubliche Playlist ( ich finde, da erhält man immer einen guten Blick auf die emotionale Reise, die noch vor einem liegt.

Lia flieht vor Blicken und Getuschel in die Anonymität von Berlin und trifft dort auf Noah, der nicht nur ihre Welt auf den Kopf stellt, sondern mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat.


In der ersten Hälfte war ich restlos überzeugt von dem Buch. Beide Charaktere fand ich super interessant und bei allen möglichen Dingen hab ich mitgefiebert. Leider hat sich das aus irgendeinem Grund in der zweiten Hälfte geändert. Die Verbindung von Lia und Noah war für mich nicht mehr ganz greifbar, ich hab es irgendwie nicht gefühlt (das ist ja zum Glück eine sehr subjektive Sache, deswegen wird es da anderen Lesern bestimmt anders ergangen sein). Irgendwie hat mir dieser Funke gefehlt, der mich mitgerissen hätte. Es war gut, es war interessant, aber es fehlte dieses besondere Etwas für mich. Und irgendwie tut es mir total weh, das zu schreiben, aber ich will ja ehrlich sein.
Allerdings haben mich einige Szenen gegen Ende dann wieder überzeugen können und ich hab mich echt gefreut, dass der Titel "Breakaway" auch in das Buch selbst eingebaut wurde. Leider konnte mich die Auflösung des Problems nicht so ganz überzeugen, aber das ist wieder sehr sehr subjektiv. Irgendwie fällt es mir schwer, das zu beschreiben, ohne zu spoilern. Aber der Epilog. Den hab ich auch geliebt.

Das Setting in Berlin hat mir sehr gut gefallen, mir hat auch eine der Szenen gefallen, die an einem anderen wunderschönen Ort spielen (ich will hier ja nichts spoilern).
Der Schreibstil ist gut und durch den Schlagabtausch der Charaktere unterhaltsam, ich hatte allerdings nicht das Gefühl, dass ich mir wirklich Sätze markieren musste, weil sie so außerordentlich geschrieben sind oder mich berührt haben. Aber das ist nun mal nicht bei jedem Schreibstil so und Spaß am Lesen hatte ich definitiv.

Lia als Protagonistin fand ich sehr interessant. Ich hab mich besonders am Anfang in einigen Aspekten wiedergefunden, musste aber im Laufe des Buches ihre Stärke bewundern. Auch auf ihre Schlagfertigkeit war ich in manchen Momenten neidisch. In den Momenten, in denen sie Schwäche gezeigt hat, hätte ich sie am Liebsten in den Arm genommen. Gegen Ende habe ich eine Entscheidung nicht nachvollziehen können, aber ich war noch nicht in so einer Situation, deswegen kann ich auch nicht sagen, dass ich wirklich anders reagiert hätte.

Noah hatte eine unglaublich arrogante-charmante Art und das war den Großteil des Buches echt unterhaltsam. Besonders in der zweiten Hälfte reagiert er einige Male zu extrem für meinen Geschmack. Natürlich ist Überreagieren menschlich und man braucht Drama in Büchern, aber es war mir ein wenig erzwungen.

Die anderen Charaktere haben mich wahnsinnig neugierig auf die folgenden beiden Bände gemacht. Denn obwohl Kyra nur einen kurzen Auftritt hatte, finde ich ihre Person schon so interessant und bin so gespannt auf ihre Reise. Und ich habe schon nach ihrem kurzen Auftritt den Eindruck, dass hier der Funke überspringen wird.
Elias finde ich auch einen sehr interessanten Charakter und da man ihn immer nur aus den Augen der anderen gesehen hat und seine Geschichte hier schon sehr viele interessante Aspekte aufweist, bin ich auf seinen Band sehr gespannt. Generell gefiel mir der Familienzusammenhalt der 3 Geschwister ziemlich gut.
Phuong mochte ich total gerne und auch Daniel konnte mich überzeugen.


Schade fand ich es tatsächlich, dass die Band immer nur eine Randhandlung ist, da hätte ich gerne noch mehr Sachen zu gelesen ( das sind aber Luxusprobleme, schließlich ist nur eine Person überhaupt ein relevanter Nebencharakter)

"Breakaway" ist ein gelungenes Debüt, bei dem mir nur leider der letzte Funke gefehlt hat. Auf die Geschichte der anderen Charaktere freue ich mich schon und werde auf jeden Fall weiterlesen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl