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Veröffentlicht am 21.07.2018

Zwischen französischem Urlaubsflair und Ereignislosigkeit

Das kleine französische Landhaus
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Der Urlaub in Frankreich sollte die angeschlagene Beziehung von Emmy und Nathan retten. Doch das Schicksal scheint sich gegen Emmy gestellt zu haben.Statt mir ihr vergnügt sich Nathan mit der deutlich ...

Der Urlaub in Frankreich sollte die angeschlagene Beziehung von Emmy und Nathan retten. Doch das Schicksal scheint sich gegen Emmy gestellt zu haben.Statt mir ihr vergnügt sich Nathan mit der deutlich älteren Frau des Besitzers des französischen Landhauses, in dem Emmy und Nathan ihren Urlaub verbringen wollten. Zu allem Unglück wird auch Rupert, der Eigentümer, krank und kann sich allein nicht mehr um sein Geschäft kümmern. Rupert und Emmy sind eine Schicksalsgemeinschaft, die doch besser funktioniert als zunächst angenommen.Es beginnt eine Reise durch Emmys zerstreute Gefühle. Wird sie ihr Glück wiederfinden?
Das Cover mit dem hübschen Landhaus ist noch das Beste an diesem Buch. Es vermittelt eine angenehme Urlaubsstimmung. Auch die Beschreibung des Landhauses überzeugt. Es ist hübsch eingerichtet, eine perfekte Mischung aus typischem Landhausstil und Moderne. La cour de roses -Hof der Rosen. Eine passendere Beschreibung gibt es für den wunderschönen weitläufigen Garten nicht. Der Schauplatz der Handlung, wenn man sie überhaupt als eine bezeichnen kann, ist also gut gewählt. Einen Plot gibt es kaum. Im Großen und Ganzen ist die Handlung vorhersehbar und überrascht nicht wirklich, was absolut nichts Schlechtes sein muss, vor allem bei einem Liebesroman nicht. Hier ziehen sich die Kapitel allerdings fast alle mehr als Kaugummi. Wenn es dann doch mal Ereignisse gab, brachen sie alle fast gleichzeitig über Emmy herein. Was natürlich arg an der Authentizität zweifeln lässt. Die Einzigen die den Lesespass einigermaßen zurückbringen sind einige der Charaktere. Emmys emotionale Situation kann man durchaus nachvollziehen. Sie ist sehr nahbar und gewährt duch die Ich-Perspektive viel Einblick in ihre Gefühlswelt. Sie zweifelt sehr viel, was an einigen Stellen äußerst nervig sein kann, denn das streckt die ohnehin schon dünne Handlung ins Unermessliche. Sonst ist Emmy eine sympatische junge Frau, die versucht ihr Leben nach einem Schicksalsschlag zu ordnen. Rupert, der Besitzer des Landhauses, ist ein listiger älterer Mann, der geschickt versucht, sein Umfeld so hinzubiegen, wie er es gerade braucht. Zwar sind seine Intentionen oft eher egoistisch als auf andere Menschen bedacht, aber er weiß was Emmy gut tut. Diese scheint sich bei ihm wohl zu fühlen. Trotzdem finde ich ihn hart an der Grenze zum manipulativen egoistischen Greis und manchmal rüttelt er bei mir ganz schön am Ohrfeigenbaum. Nathan ist der typische Mistkerl, macht sich an eine andere Frau ran und haut dann ab ohne an irgentetwas oder irgendwen anderen zu denken außer an sich selbst. Das ändert sich auch im Laufe des Buches nicht. Er ist am Anfang das gleiche Arschloch wie am Ende. Zwar weiß ich nicht wie man ohne große Ereignisse oder erkennbare Handlung spoilern soll, aber ich denke aus diesem Grund werde ich nicht genauer auf den muskulösen Gärtner Ryan und Alain, den vorsichtigen Buchhalter mit den karamellbraunen Augen eingehen. Meine Lieblingsfigur ist zweifelsfrei Sophie. Sie ist supersüß und steht Emmy in dieser schweren Zeit bei, höhrt ihr zu und gibt ihr Ratschläge wie eine beste Freundin, obwohl die zwei sich erst seit kurzem kennen. Jemanden wie sie sollte jeder als Freundin haben. Leider wird ihr meiner Meinung nach zu wenig Bedeutung beigemessen.
Leider konnte mich auch der Schreibstil nicht überzeugen. Es klingt stellenweise als käme es aus der Feder einer Fünftklässlerin und ich frage nich echt, wie es dieses Buch so durch das Lektorat geschafft hat.Auch die Vergleiche die die Autorin zieht finde ich übertrieben und nicht lustig.
Alles in allem ist dieses Buch also eher etwas für Leser die sich für ereignislose zähe Bücher begeistern können. Für mich leider ein Reinfall.