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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2018

Oberflächliche Charaktere und keine Spannung

Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard
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Protagonisten
Am Anfang hatte Connor gar keine Lust darauf, Babysitter zu spielen, doch als er den Ernst der Situation erkennt, setzt er sich natürlich voll und ganz für Lenas Schutz ein. Dass Lena sich ...

Protagonisten
Am Anfang hatte Connor gar keine Lust darauf, Babysitter zu spielen, doch als er den Ernst der Situation erkennt, setzt er sich natürlich voll und ganz für Lenas Schutz ein. Dass Lena sich so bockig anstellt, macht seinen Job schon schwieriger, aber dann ist er nach wider Willen scharf auf sie, und das macht die Situation nur noch schlimmer.

Lena ist eine verwöhnte Zicke, sie liebt Partys, Shopping Touren, Luxus und vor allem sich selbst. Als sie bedroht wird, nimmt sie das nicht ernst. Als sie angeschossen wird, ist sie etwas stinkig. Es dauert ewig, bis sie de Ernst der Situation begreift, und bis dahin ist sie unglaublich nervig. Danach ist sie auch nicht viel besser und bleibt ein sehr oberflächlicher Charakter.

Sparrow ist der eigentliche Held der Geschichte. Er ist ein Computergenie und liefert unserem Duo alle nötigen Informationen. Und damit meine ich wirklich alle, denn die beiden sind selbst nicht aktiv genug, um mal selbst etwas herauszufinden. Sparrow liebt Verschwörungstheorien und ist immer auf der Jagd nach neuen Enthüllungen. Obwohl ich ihn schon fast zu übertrieben fand, war er noch das beste an diesem Buch.

Handlung und Schreibstil
Ich hatte einige Schwierigkeiten mit dem Buch, denn es war höchstens zwischendurch ganz nett plätschernd und ansonsten nicht gerade überzeugend.
Die beiden Protagonisten sind auf der Flucht und zwischendurch kommt es zu kleinen Auseinandersetzungen, und ansonsten tun sie nichts, weil sie nichts können. Dann kontaktieren sie Sparrow oder er meldet sich bei ihnen und liefert neue Informationen, die dann irgendwas neues bringen. Sie sind also fern vom Geschehen, darum konnte mich die Handlung mit der russischen Mafia auch nicht überzeugen, auch wenn ich die Idee eigentlich interessant fand.
Dann gab es noch einige kurze Kapitel aus anderen Perspektiven, die ich einfach nur unnötig fand und zum Schluss hin einen Zwischenfall, der gar nicht zum Rest des Buches passte.
Ich musste mich jetzt nicht gerade durchquälen, aber ich war unzufrieden und musste öfter die Stirn runzeln, als dass ich etwas gut fand.

Fazit
"Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard" konnte mich leider gar nicht überzeugen. Weder die Charaktere, noch die Handlung und spannend fand ich es schon gar nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Gefühl
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.10.2018

Enttäuschendes Ende

Rebellin der tausend Sterne
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Protagonisten
Kara, die eigentlich Prinzessin Josselyn war, will gar nichts mit dieser Sache zu tun haben. Sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Zeit als Prinzessin und erinnert sich ebenso wenig an ihre ...

Protagonisten
Kara, die eigentlich Prinzessin Josselyn war, will gar nichts mit dieser Sache zu tun haben. Sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Zeit als Prinzessin und erinnert sich ebenso wenig an ihre Schwester Rhiannon. Also sucht sie eher nach einem Ausweg. Die Suche ihrer Schwester empfindet sie als weiteres Problem. Anders als Rhiannon, die sich für Frieden und ihr Volk interessiert, denkt Kara eher an sich selbst.
Und Rhiannon stellt sich auch nicht immer allzu schlau an. Ich habe sie weiterhin als etwas naiv empfunden. Zwar sind ihre Absichten die besten, aber sie hat kaum Erfahrung und weiß nicht, wie sie ihre Ziele erreichen kann.
Alyosha wird als Wraetaner weiterhin anders behandelt und ist sich immer noch nicht ganz sicher, wer er sein will. Seine Ziele sind Überleben und Kara zu beschützen, zwar will er auch Gerechtigkeit, aber er kommt nicht wirklich dazu, weil er ständig in Bewegung ist.

Handlung und Schreibstil
Ich kann nicht behaupten, dass es nicht spannend war. Es gab viele Mysterien oder auch actionreiche Momente, die dafür gesorgt haben, dass es nicht langweilig wurde. Aber es konnte mich trotzdem nicht ganz packen. Keiner der Charaktere konnte mich wirklich überzeugen und auch die Handlungen waren nicht immer ganz nachvollziehbar. Ich kann nicht sagen, woran es lag, aber es konnte mich einfach nicht richtig packen, was ich wirklich schade finde. Denn wie im Vorgänger fand ich die Idee eigentlich ganz in Ordnung und bin der Meinung, dass hier viel Potenzial verschwendet wurde.

Der Abschluss der Geschichte war dann auch irgendwie enttäuschend und ich hätte mir etwas ganz anderes gewünscht. Es kam plötzlich recht schnell und war irgendwie so antiklimaktisch, dass ich zum Schluss irgendwie gar kein Gefühl mehr hatte.

Fazit
Lieder fand ich mit "Rebellin der tausend Sterne" den Abschluss dieser Dilogie recht enttäuschend. Die Charaktere konnten mich nicht überzeugen und mit dem Ende der Geschichte war ich auch nicht glücklich.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Rev kriecht aus seinem Schneckenhaus

Worte, die leuchten wie Sterne
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Protagonisten
Revs innerer Kampf war herzzerreißend. Das, was sein Vater ihm angetan hat, ist unmenschlich und brutal, und doch hat Rev seinen Glauben an Gott nicht verloren. Obwohl er seit einem Jahrzehnt ...

Protagonisten
Revs innerer Kampf war herzzerreißend. Das, was sein Vater ihm angetan hat, ist unmenschlich und brutal, und doch hat Rev seinen Glauben an Gott nicht verloren. Obwohl er seit einem Jahrzehnt ein ganz anderes Leben führt, lassen ihn die Predigen und Lektionen seines Vaters nicht los und er kann es nicht hinter sich lassen, um endlich seine Freiheit zu genießen. Er traut sich nicht, seine Narben zu zeigen, weder die körperlichen und schon gar nicht die seelischen. Nur seinem besten Freund Declan vertraut er und auch seinen Adoptiveltern, aber ansonsten lässt er niemanden an sich ran.
Bei Emma beginnt er sich zu öffnen und beginnt langsam zu erkennen, dass nicht alle Menschen so sind, wie sie zu sein scheinen und dass man seine eigenen Entscheidungen treffen kann, ohne eine göttliche Strafe befürchten zu müssen.

Für unseren introvertierten Liebling aus "Der Himmel in deinen Worten" gab es hier nun ein Mädchen, dass man nur einmal kurz getroffen hat: Emma. Sie ist Programmiererin und kümmert sich um ihr Multiplayer-Spiel, bei dem sie auf Kritik in Form von sexistischen Beleidigungen stößt. Das macht ihr zu schaffen, aber sie will professionell bleiben und sich nichts anmerken lassen, weder gegenüber ihrer strengen Mutter, die sie dazu drängt, etwas anständiges zu tun, noch gegenüber ihrem Vater, der selbst Spieleentwickler ist und sich ganz sicher nicht von so etwas beeindrucken lässt. Doch sie hat Zweifel und weiß nicht, was sie tun soll. Ein Online-Freund unterstützt sie und auch der mysteriöse Rev hilft mit einigen weisen Ratschlägen.

Handlung und Schreibstil
Auch wenn mich Revs Schicksal deutlich mehr berühren konnte, war auch Emmas Problem sehr ernst. Bei ihr ging es um die harte Realität vom Cyber-Bullying. Ein bisschen Aufmerksamkeit im Netz bringt direkt auch Hater mit sich und als Frau oder Mädchen in einer Männer-dominierten Branche stößt sie auch auf Abneigung und gehässige Kommentare. Sie kann noch nicht ganz damit umgehen und für Leute, die sich so etwas zu sehr zu Herzen nehmen, ist das vielleicht nichts. Aber natürlich sollte das nicht so sein und sie sollte nicht schlechter behandelt werden, nur weil sie weiblich ist. Das ändert ja nichts daran, dass ihr Spiel gut ist und selbst die Hater spielen trotzdem weiter - es ist doch nur Neid ;)
Aber es tut halt trotzdem weh.

Fazit
Insgesamt fand ich "Worte, die leuchten wie Sterne" wirklich schön. Mit zwei ganz unterschiedlich interessanten Problemen und zwei wunderbaren Protagonisten konnte mich das Buch wirklich an seine Seiten fesseln!

Veröffentlicht am 29.09.2018

Der erste Mann den sie nach ihrem Retter vertraut, ist ihr Retter

Never Loved Before
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Viele sehen in Will einen potenziellen Mittäter, aber für Katie ist er ein Held.
Als sie mit zwölf Jahren entführt und vergewaltigt wurde, hat er sie gefunden und aus den Fängen seines Vaters befreit und ...

Viele sehen in Will einen potenziellen Mittäter, aber für Katie ist er ein Held.
Als sie mit zwölf Jahren entführt und vergewaltigt wurde, hat er sie gefunden und aus den Fängen seines Vaters befreit und sie konnte das nie wieder vergessen. Ihre Eltern jedoch verbieten den Kontakt und acht Jahre sehen sie sich nicht mehr.
Bis Will, der seinen Namen zu Ethan geändert und sein Leben komplett umgedreht hat, Katherine im Fernsehen sieht und sich auf die Suche macht. Und als er sie findet, erkennt sie ihn nicht, aber Katie findet in Ethan den ersten Mann, dem sie beginnt zu vertrauen. Aber was wird passieren, wenn sie herausfindet, wer er wirklich ist?

Protagonisten
Katie hat seit ihrer Entführung keinen einzigen Mann mehr an sich rangelassen. Zuletzt hat sie Will vertraut, der sie befreit hat, aber seit sie keinen Kontakt mehr haben, lebt sie weiter zurückgezogen. Sie ist schüchtern und manchmal ängstlich und sie lebt in ihrem Schneckenhaus. Sie fühlt sich einfach nicht besonders wohl in ihrer Haut und will auch nicht, dass Männer ihrer Haut besonders nah kommen.
Als Ethan sie beschützt, findet sie seine männliche Art aber anziehend und sie ist fasziniert von ihm und von den Gefühlen, die er bei ihr auslöst. Diese Gefühle will sie festhalten und beginnt, Selbstvertrauen zu finden und sich langsam von ihrem vergangenen Ich zu lösen. Ihre Entwicklung ist langsam und durch ausführliche Einblicke in ihre Gefühlswelt konnte man sich wirklich gut dabei begleiten.

Ethan ist etwas besessen von Katie und will ihr nahe sein und sie beschützen. In all den Jahren hat ihm keine Frau jemals so viel bedeutet wie sie und darum kann er sich nicht von ihr fernhalten. Aber er hat auch Angst, dass sie ihn zurückweisen könnte und beginnt zu lügen, als sie ihn nicht erkennt. Über seine Lügen habe ich mich wohl am meisten geärgert, weil es immer mehr werden. Denn er tut auch noch so, als würde er sie gar nicht kenne, nichtmal durch die Medien. Bei jeder Enthüllung tut er unglaublich überrascht. Zwar ist er auch als Ethan ein sehr netter, liebevoller Kerl, aber er bringt sich in eine immer schlimmere Situation, die ja irgendwann man ans Licht kommen muss.

Handlung und Schreibstil
Die fünfhundert Seiten des Buches fliegen nur so dahin, und plötzlich hat man dreihundert Seiten gelesen und es ist zwei Uhr nachts. Es ist wirklich flüssig geschrieben und eigentlich nie so langweilig, dass man denkt, man könnte das Buch mal zur Seite legen. Hinterher hab ich mich jedoch gefragt: Was ist in diesem Buch eigentlich passiert? Was haben wir erlebt? Es war nicht viel und auf so viel Spielraum hätten noch tausend andere Dinge passieren können. Stattdessen bekommt man aber einen sehr guten Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere und kann ihre Hoffnungen und Ängste bis ins letzte Details nachvollziehen.

Wir verfolgen die Geschichte von Katie und Ethan in der Gegenwart, wo sie sich seit acht Jahren nicht gesehen haben, abwechselnd mit der Zeit vor, während oder nach der Entführung, letztere sind nicht immer in chronologischer Reihenfolge. Beides hat mir gut gefallen und von mir aus hätte es etwas mehr aus der Vergangenheit sein können.

Fazit
Katies Entwicklung in "Never Loved Before" hat mir an diesem Buch am besten gefallen und das Buch konnte mich an seine Seiten fesseln. Ich freu mich auf die Fortsetzung!

Veröffentlicht am 22.09.2018

Eine selbsterfüllende Prophezeiung über Generationen

Heute schon für morgen träumen
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Eine Einladung reißt Emilia aus ihrem tristen Alltag: Ihre Großtante Poppy möchte ihren 80. Geburtstag mit ihr in Italien verbringen.
Aber Emilias Großmutter erlaubt das niemals und Emilia selbst traut ...

Eine Einladung reißt Emilia aus ihrem tristen Alltag: Ihre Großtante Poppy möchte ihren 80. Geburtstag mit ihr in Italien verbringen.
Aber Emilias Großmutter erlaubt das niemals und Emilia selbst traut sich nicht, sich dem Wort ihrer Nonna zu widersetzen und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Dann beginnt sie aber plötzlich zu sehen, dass ihr Leben nicht von ihr bestimmt wird. Poppy sagt, alles sei möglich, aber davon muss Emilia sich erstmal selbst überzeugen ...

Protagonisten
Emilia ist ein schüchternes graues Mäuschen, das sich einfach herumschubsen lässt und nichts dagegen tut. Ihre Großmutter schließt sie aus und behandelt sie anders, da Emilia eine "Zweitgeborene" ist und damit eigentlich nie wirklich Glück im Leben haben und ganz sicher nicht heiraten wird. Emilia stört das kaum, denn so hat auch niemand Erwartungen an sie und sie erledigt entspannt ihre Pflichten.
Bis sie plötzlich doch überlegt, ob diese Reise nicht ganz nett wäre. Für sie spricht nicht wirklich etwas dagegen und es bedeutet endlich mal etwas Freiheit, denn obwohl sie sich nicht viel aus dem sogenannten Fluch macht, will sie nicht länger die Last dessen spüren. Die Entwicklung, die sie macht, ist wirklich schön mitzulesen, da sie wirklich ihre inneren Hindernisse bewältigt und über sich selbst hinauswächst.

Lucy ist schon das Gegenteil zu der schüchternen Emilia, die sich in ihrer Ecke verkriecht. Sie ist ebenfalls die jüngere Tochter, aber sie kämpft gegen den Fluch an und ist fest entschlossen, einen Mann zu finden. Sie wirkt ebenfalls jung und leichtsinnig, aber auf eine ganz andere Art als Emilia, nämlich laut und aufdringlich.

Handlung und Schreibstil
Im Zentrum des Buches steht dieser Fluch. Im Grunde ist es nicht mehr als eine selbsterfüllende Prophezeiung, die unglaubliche Ausmaße annimmt. Es betrifft Generationen von Frauen, denen eingeredet wird, sie würden nicht glücklich werden, worauf sie das entweder akzeptieren und in Selbstmitleid baden oder wie Lucy so verzweifelt darum kämpfen, dass jede kleinste Niederlage nur den Fluch bestätigt. Dann gibt es Leute wie Emilias Großmutter, die ihre Kinder in dem Glauben an den Fluch aufziehen und das eine Kind bevorzugen und die andere Tochter eher als Plagegeist ansehen. Es geht hier zum einen darum, den Fluch zu besiegen, aber vor allem, den Erwartungen anderer zu entkommen und sich selbst zu entfalten.

Ansonsten geht es noch um Liebe in der Familie, Zusammenhalt und Loyalität. Neben der Italienreise gab es noch die Geschichte, die Poppy über ihre Jugend und ihre große Liebe erzählt, und auch diese konnte mich mitreißen, weil es ähnliche Themen behandelte und außerdem noch zeigte, wie es zu der Kluft zwischen den Schwestern Poppy und Emilias Großmutter kam.

Fazit
"Heute schon für morgen träumen" hat mir wirklich ganz gut gefallen. Familie, Liebe, eine selbsterfüllende Prophezeiung und wie man seinen eigenen Weg geht und den Erwartungen anderer entkommt. Wirklich schön geschrieben.