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Veröffentlicht am 11.08.2025

Kein Vergleich mit dem einzigartigen "Downton Abbey" ...

Belgravia
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Der Autor und Erfinder der wunderbaren Reihe „Downton Abbey“ entführt uns diesmal in das vornehme Londoner Stadtviertel „Belgravia“ und macht uns bekannt unter anderem mit den Familien Trenchard und Brockhurst. ...

Der Autor und Erfinder der wunderbaren Reihe „Downton Abbey“ entführt uns diesmal in das vornehme Londoner Stadtviertel „Belgravia“ und macht uns bekannt unter anderem mit den Familien Trenchard und Brockhurst. Es beginnt in der Nacht vor der niederschmetternden Schlacht von Waterloo im Juni 1815. Ein rauschender Ball mit „all bells and whistles“ ist im Gange als die teilnehmenden Offiziere aufs Schlachtfeld gerufen werden. Die Gesellschaft lässt sie hochleben, lediglich eine junge Frau ist am Boden zerstört. Noch weiß sie es nicht, doch sie wird ihren Geliebten nie wieder sehen …

Dann machen wir einen Zeitsprung von 25 Jahren und finden uns wiederum in London wieder. Die beiden Familien, deren gesellschaftlichen Stellungen doch sehr unterschiedlich sind, kämpfen sich durch Klatsch, Tratsch und Intrigen. Bis jetzt kennt einzig James Trenchard die Wahrheit darüber, dass beide Familien sich näherstehen, als sie denken …

Als großer Downton Abbey Fan freute ich mich sehr auf dieses Hörbuch, es sollte mir meine Autofahrten versüßen. Leider konnte der Autor bei mir diesmal nicht auf der ganzen Linie punkten. Julian Alexander Kitchener-Fellowes, Baron Fellowes of West Stafford, ein 75 Jahre alter britischer Filmschauspieler, Drehbuch- und Romanautor sowie Mitglied des britischen Oberhauses, baute meiner Meinung zu viele Personen, zu viele Schauplätze und an manchen Stellen zu viel Drama ein, um dann auf einmal über doch längere Strecken recht behäbig daher zu kommen.

Verpackt in einem Case mit einem wunderschönen Cover kommt die MP3 CD daher, die mal wieder exzellent von Beate Himmelstoß eingesprochen wurde. Das machte die Längen allerdings leider nicht ganz wett. Ich vergebe hier 3,5 auf 4 aufgerundete Sterne und bin gespannt, ob wir von Julian Fellowes nochmal hören werden.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Kinderverschickung ... was ist damals wirklich passiert?

Am Meer ist es schön
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Es gibt Dinge, die sind so schauerlich, dass sie es mehr als verdient haben, in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht zu werden. Die Verschickungsheime in den 50er, 60er und 70er Jahren gehören dazu. Die ...

Es gibt Dinge, die sind so schauerlich, dass sie es mehr als verdient haben, in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht zu werden. Die Verschickungsheime in den 50er, 60er und 70er Jahren gehören dazu. Die Autorin Barbara Leciejewski hat sich das auf die Fahne geschrieben und genau dieses Thema in einen Roman verpackt, nachdem sie zufällig über eine Dokumentation im Fernsehen darauf gebracht wurde. Wer waren diese armen Kinder, denen ein toller Urlaub am Meer oder im Schwarzwald versprochen wurde, dessen Horror sie später ihr ganzes Leben verfolgen würden?

In dem Buch „Am Meer ist es schön“ begleiten wir die Kinder im „Haus Morgentau“ im Jahr 1969 für einige Wochen mit besonderem Fokus auf die kleine Susanne, deren Eltern ihr bei ihrer Rückkehr aus dem „Urlaub“ nicht glauben wollten, wie grausam es in dem Heim wirklich zuging. Harte Strafen für kleine Nichtigkeiten waren an der Tagesordnung. Die „Tanten“ zögerte nicht, die Kleinen in dunkle Kellerverliese zu sperren, wenn sie ihren Teller nicht leer aßen und ihnen schlicht und einfach das Gesicht oder ihre Sprachweise nicht gefiel. Mit ihrem Lispeln gerät die Neunjährige schnell in den Fokus der Erziehrinnen und hätte diese acht Wochen wohl ohne ihre kleinen Verbündeten Mattie, Rüdiger und Moni nicht überlebt. Am Sterbebett ihrer 87jährigen Mutter, die trotz ihrer Demenz immer wieder lichte Phasen hat, beschließt Susanne endlich reinen Tisch zu machen und auszupacken über diese schlimmste Zeit ihres Lebens, die ihr bis heute horrende Albträume beschert …

Die Autorin hat es geschafft einen Roman zu verfassen, der die Grauen der Vergangenheit an diesen kleinen Menschen sehr bildhaft und authentisch beschreibt. Der flüssige Schreibstil und der Horror ließen mich an den Seiten kleben und ich schaffte es kaum das Buch zur Seite zu legen. Einige eigene Recherchen dazu im Internet geben mir aber ein wenig Hoffnung, dass heutige Überlebende vielleicht doch mit der Offenlegung der Wahrheit um diese Heime, in denen tausende von Kindern damals „gesund“ werden sollten, eine Art Frieden und vor allem einen Abschluss finden können. Für mich ist es diesmal nicht einfach mit der Sternevergabe, da das Buch doch auf so viele wahren Fakten basiert. Ich habe mich mit fünf Sterne für die Bestnote entschieden da ich mir wünsche, dass viele Menschen auf diese Vergangenheit aufmerksam werden und Betroffene von damals den Mut finden sich zu offenbaren.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Holunder tut Wunder ... hier eine mitreißende Geschichte dazu ...

Die Holunderschwestern
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Schon nach den ersten Seiten war ich wieder mal gefesselt von dem spannenden Schreibstil der wunderbaren Autorin Teresa Simon, vielen auch bekannt als Brigitte Riebe.

Viele Frauen spielen in diesem Buch ...

Schon nach den ersten Seiten war ich wieder mal gefesselt von dem spannenden Schreibstil der wunderbaren Autorin Teresa Simon, vielen auch bekannt als Brigitte Riebe.

Viele Frauen spielen in diesem Buch eine Rolle doch die Hauptprotagonistinnen sind Katharina, die junge Schreinerin und Restauratorin und Fanny, die den damals – vor hundert Jahren – weiten Weg von Weiden in der Oberpfalz antritt, um in München ihr Glück zu finden oder vorerst auch erstmal ihr Auskommen zu bestreiten. Bei ihrem großen Bruder Georg und seiner kleinen Familie soll sie wohnen und eine Stelle findet sie als Weißnäherin bei einer bissigen alten Witwe. Doch die Arbeit und auch ihre Lohnherrin sind ihr bald verhasst, das Leben bei George ist auch keine Zuckerschlecken und so erinnert sie sich schnell an eine Familie, die sie im Zug kennengerlernt hat. Wie es das Glück will, kann sie dort nicht arbeiten, sondern auch wohnen und so langsam fühlt sie sich wohl in der bayrischen Hauptstadt im Schoße dieser liebevollen Familie. Als jedoch ein paar Monate später ihre Zwillingsschwester Fritzi in München auftaucht, wird nix mehr so sein, wie es einmal war …

Katharina hingegen lebt in der Gegenwart und leidet sehr unter ihrer ewig verschlossenen Familie. Warum darf sie nichts über die Vergangenheit erfahren, warum werden alle stumm wie ein Fisch, wenn sie etwas erfragen will? Eines Tages bekommt sie schließlich Besuch aus England und ein junger Mann mit zwei schwarzen Kladden ihrer Urgroßmutter steht vor der Tür. Was hat das zu bedeuten und wird sie nun endlich Licht in die Vergangenheit ihrer Familie bringen?

Schnell war ich so eingenommen von der Geschichte, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Immer wieder gibt uns die Autorin mit ihrem Roman Rätsel auf, die mich immer tiefer eintauchen ließen, sowohl in die Vergangenheit als auch die Gegenwart. Sie schafft es den Spannungsbogen durch das ganze Buch durch hochzuhalten und ließ mich mitfiebern sowohl mit Katharina als auch natürlich Fanny und ihrem Umfeld. Mich wundert nicht, dass dieser schöne Roman nach fast zehn Jahren mit bildhübschem Cover vom Verlag neu aufgelegt wurde. Das ist wirklich ein tolles Kompliment an dich, liebe Brigitte, freut mich sehr für dich. Für mich war es ein absolutes Highlight und verdient natürlich fünf dicke Sterne. Ich werde es auf jeden Fall sehr gerne weiterempfehlen und wünsche dir viele Leser für die „Holunderschwestern“, die das Buch hoffentlich ebenso lieben werden wir ich es getan habe.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Zwei eiskalte Morde warten auf Aufklärung ...

Die kalte Mamsell
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Da ich im realen Leben noch nie auf Norderney war, genieße ich immer die lesetechnischen Reisen auf die Insel, die mir die Autorin Elsa Dix nun schon zum dritten Mal vermittelt hat.

Aber anders als ich, ...

Da ich im realen Leben noch nie auf Norderney war, genieße ich immer die lesetechnischen Reisen auf die Insel, die mir die Autorin Elsa Dix nun schon zum dritten Mal vermittelt hat.

Aber anders als ich, darf Victoria Berg in ihrem „realen“ Leben in dem Roman „Die kalte Mamsell“ bereits zum dritten Mal nach Norderney. Ihre Vorfreude ist groß, denn sie wünscht sich so sehr ihren geliebten Christian wieder zu sehen. Christian Hinrichs ist inzwischen zum Kriminalassistenten befördert worden und soll in Zukunft auf Norderney stationiert werden. Auch er sieht dem Treffen sowie natürlich seiner neuen Aufgabe freudig entgegen. Ein paar Tage bleiben ihm noch bis zum offiziellen Dienstantritt, doch dann machen ihm zwei im Eiskeller gefundene Leichen einen Strich durch die Rechnung. Auch Viktoria ist in ihrer Handlungsfreiheit auf der Insel mehr als eingeschränkt, denn sie hat ihren Vater – den gnadenlosen Oberstaatsanwalt Konrad Berg – im Schlepptau, damit der sich nach einem erlittenen Herzanfall erholen kann. Und dieser genannte Staatsanwalt macht wiederum Christians Freund Willy Küppers Himmelangst, denn wenn „der Bluthund“, wie Berg in Insider Kreisen genannt wird, Wind von Geheimnis in Altona aus der Vergangenheit bekommt, kann das böse ausgehen. Kaum über den Leichenfund informiert, macht Christian sich an die Ermittlungsarbeit, natürlich dicht gefolgt von Viktoria. Ein kleines am Tatort von ihr gefundenes Relikt ihrer Vergangenheit bringt sie zunächst aus der Fassung und lässt sie nun nicht länger ruhen …

Für mich gehört die Norderney Reihe von Elsa Dix mit zu den schönsten historischen Krimireihen. Die Autorin hat eine besondere Gabe ihre LeserInnen in die Vergangenheit zu entführen und sie sich darin heimisch fühlen zu lassen. Durch ihre bildhafte Art zu schreiben, setzt sich bei mir beim Lesen stets ein Kopfkino vom Feinsten in Gang. Viktoria und Christian präsentieren sich mir immer wieder aufs Neue als sympathische Protagonisten und so freue ich mich jedes Mal, wenn es wieder einen neuen Teil der Reihe gibt. Band vier wartet schon im heimischen Bücherregal auf mich und nun hoffe ich, dass es danach mit einem fünften Teil weitergehen wird. Von mir gibt es mit fünf funkelnden Sternen die absolut wohlverdiente Bestnote verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. Während jeder Band auch als alleinstehender Fall gelesen werden kann, empfehle ich dennoch hier die Reihenfolge einzuhalten. Ach ja, und je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr könnte mir ein Urlaub auf der schönen Insel gefallen. Vielleicht im nächsten Jahr?

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Die Nachwirkungen des Krieges eindringlich dargestellt ... Empfehlung!

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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In diesem ersten Band der Dilogie „Der Kindersuchdienst“ lerne ich Annegret kennen, eine junge ledige Mutter, die aus lauter Angst den so bitter benötigten Posten bei ebendiesem zu erhalten, ihren kleinen ...

In diesem ersten Band der Dilogie „Der Kindersuchdienst“ lerne ich Annegret kennen, eine junge ledige Mutter, die aus lauter Angst den so bitter benötigten Posten bei ebendiesem zu erhalten, ihren kleinen Sohn Oskar verschweigt. Nachdem Oskars Erzeuger sang- und klanglos in der Nacht verschwand, kämpft Annegret sich allein durch, immer unter dem tadelnden, wenn nicht sogar verachtenden Blick ihres Umfelds. Noch dazu leidet sie sehr unter ihrer Lese- und Schreibschwäche, die nicht wie heute den Namen Legasthenie trägt, sondern sie einfach als „zurückgeblieben“ brandmarkt. Doch Annegret kann sich schließlich behaupten und erhält die heißersehnte Stelle beim Kindersuchdienst in Hamburg.

Auch Charlotte kann dort punkten. Charlotte, eine junge Frau aus einer reichen Reederfamilie, die es vorzieht, sich ohne die Hilfe ihrer Familie durchzuschlagen und Hals über Kopf aus ihrem Elternhaus geflüchtet ist, als die Eltern sie mit einem von ihr ungeliebten Mann zwangsverlobten. Auch sie trägt also ein Geheimnis in sich, das auf keinen Fall auffliegen darf, denn im Jahr 1955 hatten oder gar verheiratete Frauen schlichtweg nicht zu arbeiten. Die Beiden haben nun also zwei gemeinsame Ziele im Auge: die Zusammenführung durch den Krieg auseinander gerissenen Familien und die Wahrung ihrer Geheimnisse.

Die Autorin Antonia Blum nimmt mich mit ins Hamburg der 50er Jahre, wo inzwischen zwar viele Trümmer weggeräumt sind, aber das Leben dennoch noch lange nicht seinen normalen Lauf nimmt. Viele Familie wurden durch Flucht und Vertreibung oder schreckliche Bombardements auseinandergerissen, viele Kinder leben als vermeintliche Waisen bei Pflegefamilien oder schlimmer noch, in oft wenig liebevoll geführten Waisenhäusern. Hier kommt der Kindersuchdienst, eingerichtet durch das Rote Kreuz, ins Spiel. In mühsamer Kleinstarbeit anhand von Karteikarten versuchen die Mitarbeiterinnen suchenden Eltern aber auch suchenden Kindern wieder ein gemeinsames Leben zu ermöglichen. Doch die Erfolgsquote mit dieser Methode ist nicht berauschend, wenn auch jede zusammengeführte Familie einem kleinen Wunder gleicht. Das Kriegsende liegt zehn Jahre zurück, das Interesse der Bevölkerung lässt nach und schließlich droht der Staat die Mittel zur Aufrechterhaltung des Dienstes zu streichen …

Antonia Blum versteht es exzellent, ihren Lesern die damaligen Zustände zu vermitteln. Bildhaft und sehr realistisch verknüpft sie Fiktion mit der Realität, mit der die Menschen damals vor siebzig Jahren zu kämpfen hatten. Frauenrechte standen ganz unten auf der Prioritätenliste und so bewundere ich die jungen Frauen des Kindersuchdienst umso mehr. Die Beiden aber auch die Kinder Oskar, Norbert, Monika und Hardy wuchsen mir beim Lesen sehr ans Herz und so vergebe ich für diesen Auftaktband sehr gerne mit fünf Punkten die Bestnote. Der zweite Band, der im Jahr der Sturmflut, 1962, anknüpfen wird, steht natürlich heute schon auf meiner Wunschliste, wenn ich mich auch noch ein wenig gedulden muss …