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Veröffentlicht am 05.04.2024

Wenn Bücher die Wahrheit vergessen machen ...

Die Bibliothek der Hoffnung
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Basierend auf einer Geschichte, die sich während des Zweiten Weltkriegs in London zugetragen hatte, widmet sich die Autorin Kate Thompson der „Bibliothek der Hoffnung“. Diese befand sich tief unter der ...

Basierend auf einer Geschichte, die sich während des Zweiten Weltkriegs in London zugetragen hatte, widmet sich die Autorin Kate Thompson der „Bibliothek der Hoffnung“. Diese befand sich tief unter der Erde in der damals stillgelegten U-Bahn-Station Bethnal Green. Die Kinderbibliothekarin Clara Button und ihre Assistentin, die wilde Ruby Munroe, geben alles um den Menschen im immer stärker zerbombten London eine Zufluchtsstätte und, wie der Titel so schön beschreibt, ein wenig Hoffnung zu geben. Besonders die Kleinen haben es ihnen angetan, können diese doch am wenigsten dafür und gegen den Horror unternehmen. Beide Frauen kämpfen leidenschaftlich und auf ihre ganz eigene Art, obwohl auch sie Schuldgefühle in sich tragen, denen sie sich stellen müssen. Wann ist dieser unsägliche Krieg nur endlich vorbei?

Sehr anschaulich und unglaublich nah an der Wirklichkeit erzählt, rüttelt dieses Hörbuch auf, lässt den Hörer mit fiebern und mitleiden. Zwischendurch verliert sich die Autorin jedoch manchmal in zu vielen Details und erzeugt somit ein paar eigentlich unnötige Längen. Dennoch würde ich die Geschichte unbedingt weiterempfehlen und vergebe mit einem Sternchen Abzug satte vier von fünf Sternen. Wenn mich das Hörbuch eines gelehrt hat, dann ist es, nie die Hoffnung zu verlieren auch wenn es noch so schwer erscheint und dafür bin ich dankbar.

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Veröffentlicht am 05.04.2024

Puh ... hier ist noch viel Luft nach oben ...

Das Resort
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Es war einfach mal wieder Zeit für einen spannenden Thriller, dachte ich mir, und begann mich dem Buch „Das Resort“ zu widmen. Laut Klappentext wird für Mila und Ethan tatsächlich ein Albtraum zur grausamen ...

Es war einfach mal wieder Zeit für einen spannenden Thriller, dachte ich mir, und begann mich dem Buch „Das Resort“ zu widmen. Laut Klappentext wird für Mila und Ethan tatsächlich ein Albtraum zur grausamen Wahrheit, denn alle Stricke reißen, als sie sich in einem für sie fremden Land, mitten in den verschneiten Bergen, ohne Handy Empfang und mit liegen gebliebenem Auto wiederfinden. Natürlich ist man auf solch eine Situation nicht gefasst, und natürlich hat man sich nicht entsprechend ausgerüstet, geschweige denn, sich mit den nötigen Lebensmitteln zum Überleben eingedeckt. Und so finden sich Mila und Ethan, die eigentlich an der Hochzeit von Milas Schwester teilnehmen wollten, frierend und orientierungslos in einer der einfachen Holzhütten wieder, auf die sie in fast kompletter Schneeblindheit gestoßen waren. Notdürftig wärmen sie sich in der ersten Nacht mit Zuversicht in ihren Träumen auf die Hoffnung, am nächsten Tag Hilfe zu finden. Doch am nächsten Tag wacht Mila alleine auf … ihr Mann Ethan ist verschwunden …

Ich hätte mich nicht verleiten lassen dürfen, weder von dem spannend anmutenden Klappentext noch von dem auf Thriller gebürsteten Outfit des Buchs an sich. Was Spannung verspricht zieht sich im guten ersten Drittel fast zäh wie Kaugummi. Ich selbst habe mal eine Nacht im Winter in einem Haus verbracht, bei dem die Heizung ausgefallen war und glaubt mir, es war kalt! Trotz Decken war es so kalt, dass ich glaubte, mir würde die Nase abfrieren! Doch die gute Mila stolpert ohne jegliche winterliche Ausrüstung, Decke oder wärmende Nahrung tagelang im Schnee umher und macht sich noch Gedanken, wie sie den Schnee abkochen könnte, damit er auch wirklich keimfrei ist. Mmmmhhh, das war mir dann doch alles ein wenig zu viel. Spannung kommt dagegen im nächsten Abschnitt auf, da begann ich das Buch direkt kurzzeitig zu mögen. Doch ein ziemlich antiklimaktisches Ende ließ mich recht enttäuscht zurück, so dass ich leider nur 2,5 auf 3 aufgerundete Sterne vergeben kann. Ich schicke mal eine mentale Notiz an mich selbst: „Wenn es sich zu gut um wahr zu sein anhört, ist es meistens auch so!“

Veröffentlicht am 04.04.2024

„Ein Stück Frankreich, das ins Meer gefallen ist und von England aufgesammelt wurde.“ Victor Hugo

Kalt lächelt die See
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Die Kombination aus Guernsey und Krimi ließ mich zu diesem Buch greifen und was soll ich sagen, gleich die ersten Seiten ließen mich wieder eintauchen in das Leben auf dieser wunderbaren Insel, die hoffentlich ...

Die Kombination aus Guernsey und Krimi ließ mich zu diesem Buch greifen und was soll ich sagen, gleich die ersten Seiten ließen mich wieder eintauchen in das Leben auf dieser wunderbaren Insel, die hoffentlich noch lange ein kleiner Geheimtipp bleiben wird. Während ich bei meinem Urlaub dort natürlich meinen Mann an meiner Seite hatte, begleite ich diesmal Kate Langlois, eine Polizistin, die mit ihrem Team das Verschwinden eines Ehepaares aufzuklären hat. Doch es ist nicht nur irgendein Ehepaar. Nein, die Beiden waren vor zwei Jahren bereits in den Schlagzeilen, denn da verschwand ihre kleine Tochter spurlos. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Schon auf den ersten Seiten erkannte ich die Liebe zu Guernsey, die die Autorin verspüren muss. Sie nimmt ihre LeserInnen an die Hand und läuft mit ihnen durch die steilen Gassen der Altstadt von St. Peter Port, schickt sie an den Hafen, wo sie die vielen Boote bei Ebbe und Flut bewundern können und zeigt ihnen verborgene kleine Buchten, die ein Fremder nie entdeckt hätte. Ganz nebenbei hat sie sich natürlich auch noch eine spannende und verwobene Kriminalgeschichte ausgedacht, die es in sich hat. Die Story eignet sich wunderbar zum Miträtseln und zwischendurch mal wieder bei Fish and Chips oder einem leckeren Eis innezuhalten. Die Charaktere in „Kalt lächelt die See“ sind wunderbar gezeichnet. Die Stimmung im Team wird genauso gut rübergebracht wie die Melancholie des französischen Archäologen Nicolas Arture. Mit Kate, ihrem Team und besonders auch ihrer lebhaften Familie möchte ich gerne weitere Stunden verbringen und freue mich bereits heute auf den zweiten Teil. Aber erstmal vergebe ich für diesen Serienauftakt natürlich „insulanische“ fünf von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung, an alle, die die die Insel Guernsey bereits kennen oder hiermit kennenlernen möchten.

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Liebe kann man nicht befehlen ...

Wenn's am schönsten ist
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Lukas, der kurz vor dem Abitur steht, lebt mit seiner Mutter Sabine zusammen, die ihn praktisch sein ganzes Leben alleine großgezogen hat. Denn sein Vater Peter hat sich einfach so aus dem Staub gemacht ...

Lukas, der kurz vor dem Abitur steht, lebt mit seiner Mutter Sabine zusammen, die ihn praktisch sein ganzes Leben alleine großgezogen hat. Denn sein Vater Peter hat sich einfach so aus dem Staub gemacht … sagt Sabine! Doch was steckt wirklich dahinter, dass der Vater ihn damals im Stich gelassen hat, und warum hat er nie versucht, ihn zu kontaktieren? Auf einer Feier zum 70. Geburtstag der Großmutter treffen Peter und Lukas aufeinander. Es sollte eine Annäherung werden, die in einem Desaster endet. Gibt es denn überhaupt noch eine Hoffnung auf Versöhnung, Annäherung oder gar eine Beziehung zwischen den Beiden oder ist die Atmosphäre einfach zu vergiftet?

Die wunderbare Autorin Astrid Ruppert, die mich schon mit ihrer Winter-Frauen-Trilogie verzaubert hat, schafft es auch diesmal wieder mich einmal komplett zu überzeugen. Sehr anschaulich verarbeitet sie in ihrem vorliegenden Roman eine traurige Thematik, die leider in vielen Haushalten Alltagsrealität ist. Und doch besteht immer wieder das berühmte Quäntchen Hoffnung, dass die Vernunft und vor allem die Liebe siegen wird. „Wenn’s am schönsten ist“ stellt dies auf ausdrucksstarke Weise unter Beweis und ließ mich immer wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge durch die Geschichte navigieren. Von mir gibt es begeisterte fünf Sterne und eine dicke, fette Leseempfehlung. Das Buch lässt mich nachdenklich, ein wenig traurig aber auch hoffnungsvoll zurück, denn … aufgeben gibt’s nicht!

Veröffentlicht am 02.04.2024

Wie ist es doch am Rhein so schön ...

Loreley - Die Frau am Fluss
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Note 2: Mit „Loreley: Die Frau am Fluss“ begebe ich mich an den Mittelrhein in die Zeit der Romantik, die in Romanen derzeit eher weniger Beachtung zu finden scheint. Umso spannender fand ich diese Reise ...

Note 2: Mit „Loreley: Die Frau am Fluss“ begebe ich mich an den Mittelrhein in die Zeit der Romantik, die in Romanen derzeit eher weniger Beachtung zu finden scheint. Umso spannender fand ich diese Reise auf der ich Julie, ihre Schwester Ruth und Gregor kennenlerne, zwei verwaiste Schwestern und der Sohn ihres Vormunds. Während die blinde Ruth sich nach Gregor verzehrt, hat dieser nur Augen für Julie, die mit ihrer umwerfenden Schönheit verzaubert aber durch diese auch Missgunst und Neid schürt. Schließlich wird Julie gezwungen ihrer Heimat für immer den Rücken zu kehren und die Schwester im Stich zu lassen. Doch sie ist eine starke junge Frau, die nicht nur schön, sondern auch klug und mutig ist. Sie geht ihren Weg und lernt Johann kennen, der ebenfalls keine Familie mehr hat und eine schwere Schuld im Gepäck mit sich trägt. Wird es den Beiden gelingen, alle Hindernisse zu überwinden und die Vergangenheit hinter sich zu lassen?
Ein wunderschönes Cover und der einprägsame Titel machten es mir schwer, nicht sofort alles stehen und liegen zu lassen und einzutauchen in die Geschichte um Julie, Johann und den mächtigen Rhein. Endlich fand ich jetzt die nötige Zeit und Ruhe und konnte eintauchen in eine Geschichte, die mich anfangs schwer in den Bann zog. Man merkte beim Lesen, dass die Autorin Susanne Popp sich richtig in die Recherche reingekniet haben muss, denn sie schafft es, mich als Leserin tief eintauchen zu lassen in die Welt des angehenden 19. Jahrhunderts am Rhein mit seinen Besonderheiten, egal ob erschaffen durch den Menschen oder die Natur. Spannend fand ich auch die Informationen zur Rheinbegradigung und der aufkommenden Dampfschifffahrt, hier hätte ich mir jedoch ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Überhaupt fängt die Geschichte leider irgendwann an ein wenig zu plätschern und das Ende ließ mich ein wenig enttäuscht zurück. Hierfür ziehe ich ein Sternchen ab, sage aber dennoch „Chapeau“ an die Autorin für ein interessantes Werk, das bei mir mal wieder die ein oder andere Wissenslücke schließen konnte. Ich vergebe „rheinische“ vier von fünf Sternen und freue mich schon auf den Folgeband, der wohl im Herbst erscheinen soll. Der Ausgang dieses ersten Teils erlaubt ja durchaus Raum für Spekulationen …

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