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Veröffentlicht am 19.06.2022

Wieder einmal rettet der Familienzusammenhalt der Hansens vor dem Untergang ...

Der große Aufbruch
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„Der große Aufbruch“ … es ist vollbracht! Auch dieser achte und somit leider letzte Teil der Hansen-Saga konnte mich wieder überzeugen. Abermals, dürfen wir alle alten Bekannten ein Stück des Weges begleiten, ...

„Der große Aufbruch“ … es ist vollbracht! Auch dieser achte und somit leider letzte Teil der Hansen-Saga konnte mich wieder überzeugen. Abermals, dürfen wir alle alten Bekannten ein Stück des Weges begleiten, uns mit ihnen freuen und immer wieder auf ein Happy End hoffen. Besonders mit Luise, die auch schon in den vergangenen Bänden eine dominante Rolle innezuhaben schien, geht es spannend weiter. Nach ihrer großen Enttäuschung mit ihrem Noch-Ehemann Hans und der großen Trauer um den Tod ihrer kleinen Tochter kehrt sie Deutschland den Rücken zu und macht sich auf nach Kamerun in der Hoffnung auf Trauerbewältigung. Doch das vermeintliche Glück ist kurzlebig, denn eine Rückkehr ist unumgänglich …

Auch die restlichen Familienmitglieder finden ihre Rolle in der Geschichte wieder, wenn ich auch ein wenig brauchte, um die Fäden wieder zusammenzuführen. Ellin Carsta schaffte es auch mit diesem Band mir die Familie Hansen ans Herz zu legen. Leider scheint die Geschichte nun vorbei sein, oder doch nicht? Mit großer Freude habe ich inzwischen entdeckt, dass sie durch die Augen der Hansen Kinder bald weiter erzählt werden wird … ich freue mich schon riesig auf „Schritte ins Licht“! In der Zwischenzeit vergebe ich aber gerne erstmal sehr verdiente vier von fünf Sternen und spreche eine Leseempfehlung für all die Leser aus, die auch die Vorgänger gelesen haben. Für mich ist bei dieser Saga das Einhalten der Reihenfolge ein absolutes Muss.

Veröffentlicht am 18.06.2022

The Higher you rise, the Harder you fall ...

Teatime mit Lilibet
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Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während ...

Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während die Bilder zum 70. Thronjubiläums der Monarchin durch die Medien flimmerten, bereitete ich mich auf eine Urlaubsreise auf die britische Kanalinsel Guernsey vor, die das Feeling perfekt machen würde. Schnell war ich eingetaucht in die Geschichte der beiden Prinzessinnen Elizabeth and Margret, die Töchter des Herzogs und der Herzogin von York (später König George VI und Königin Elizabeth), die aus dem Blickwinkel der schottischen Erzieherin und Gouvernante der Beiden, Marion Crawford, von der Autorin Wendy Holden erzählt wird. Marion hatte ursprünglich ambitionierte Pläne das Leben der Armen mit ihrem Wissen zu verbessern, es dauerte jedoch nicht lange bis sie ins Leben der Royals absorbiert wurde. „Crawfie“ wie die royalen Familienmitglieder sie bald liebevoll nannten, wurde bald unersetzlich …

Basierend auf extensiven Recherchen, zeichnet die Autorin ein authentisches Bild der damaligen Zeit hinter den Mauern der Burgen und Paläste. Schonungslos und zugleich liebevoll legt sie den Alltag der adligen Familie frei und dennoch ist bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen. Über die Wissenslücken, die sie mit ihrem biografischen Roman bei mir geschlossen hat, habe ich mich sehr gefreut aber starke Emotionen hat er bei mir – obwohl ich durchaus Fan der britischen Monarchie bin – nicht wirklich ausgelöst, schade. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin mir ein wenig unsicher bezüglich einer Empfehlung. Es schadet auf jeden Fall nicht, der Familie gegenüber interessiert eingestellt zu sein und eine gewisse Bewunderung für sie zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 07.06.2022

Nicht für jeden die richtige Lektüre ...

Ein wenig Leben
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Was für ein Werk, der für mich bis zu diesem (Hör)buch ungekannten Autorin Hanya Yanagihara. Knapp 40 Stunden Hörzeit bescherte mir diese Geschichte, die übrigens hervorragend vorgetragen wurde von Torben ...

Was für ein Werk, der für mich bis zu diesem (Hör)buch ungekannten Autorin Hanya Yanagihara. Knapp 40 Stunden Hörzeit bescherte mir diese Geschichte, die übrigens hervorragend vorgetragen wurde von Torben Kessler, der mich u. a. bei den Joel Dicker Vertonungen beeindrucken konnte.

Mit „Ein wenig Leben“ hingegen war ich als Story an sich fast etwas überfordert. Wo schon das Cover eine traurige und brutale Geschichte suggeriert, setzt der Inhalt dem Ganzen die Krone auf. Immer wieder wird man als Hörer in die abgrundtief schwarze Welt des Jude St. Francis geschleudert, der schon als Kind eigentlich nie eine Chance hatte normal, geschweige denn glücklich zu sein. Zu viel wurde in seinem jungen Leben körperlich aber vor allem seelisch zerstört. Immer wieder kämpft er, rappelt sich auf, macht weiter und hat in seinem erwachsenen Leben das Glück von Menschen umgeben zu sein, die es gut mit ihm meinen. Immer wieder zitternd man als Hörer, ob und wie lange er es schaffen wird, sein Leben und seinen Körper aufrecht zu erhalten. Dieses Buch hat mich schockiert und wütend gemacht auf Typen, die sich das Recht anmaßen, andere Menschen zu zerstören. Es hat aufgerüttelt und zeigt Tiefgang, dennoch wird es für mich das einzige Buch von Hanya Yanagihari bleiben. Ihre Schreibkunst deprimiert, das möchte ich nicht. Ich vergebe für den Stil an sich vier von fünf Sternen, verkneife mir diesmal aber eine Hör- bzw. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.06.2022

Fly women, fly ... up, up in the sky ... !!!

Kreiseziehen
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Ich gestehe, mir gingen schon ein wenig die Augen über als mir der Postbote das gut 860 Seiten dicke Hardcover überreichte. „Ziegelstein“ schoss es mir durch den Kopf doch beim Lesen merkte ich, dass mich ...

Ich gestehe, mir gingen schon ein wenig die Augen über als mir der Postbote das gut 860 Seiten dicke Hardcover überreichte. „Ziegelstein“ schoss es mir durch den Kopf doch beim Lesen merkte ich, dass mich die Geschichte schnell gefangen nahm. Als Leserin durfte ich eintauchen in die Geschichte einer eigenwilligen Frau, die trotz nicht immer einfacher Bedingungen immer ihren Mann stand und das im wahrsten Sinne des Wortes. Marian und ihr Zwillingsbruder Jamie, geboren im Jahr 1914, verlieren jung Mutter und Vater, erste verstarb und letzterer machte sich aus dem Staub. So wuchsen sie bei ihrem Onkel auf, der ihnen zwar ein Dach über dem Kopf bot, doch die Elternrolle nicht wirklich ausfüllen konnte. Als Marian schließlich ihre Liebe zum Fliegen entdeckt, ist sie nicht mehr zu halten. Immer höher, immer weiter und immer rasanter zieht sie ihre Kreise, bis ihr schließlich das letzte Abenteuer zum Verhängnis werden soll …

Hundert Jahre später soll die in Ungnade gefallene Schauspielerin Hadley Baxter, die in jungen Jahren ein ähnliches Schicksal erlitt wie die Graves Zwillinge, die verschollene Marian Graves zu neuem Leben erwecken. Zu spannend war das Leben der Fliegerin, zu sagenumwoben, um es einfach im ewigen Eis versteckt zu lassen. Für Hadley die Chance ihres Lebens, ihren Ruf wieder gerade zu rücken. Und so begibt sie sich auf Spurensuche und überwindet ihre innersten Ängste, um schließlich ungeheuerliche Entdeckungen zu machen …

Wer bei dieser Kurzbeschreibung nun an Langeweile und zähe Passagen denkt, könnte falscher nicht liegen. Immer wieder führte mich die Autorin Maggie Shipstead auf neue Spuren, deckte neue und alte Geheimnisse auf und fesselte mich über Stunden ohne Pause. Wie beim Fliegen erleben die Charaktere dieses großartigen Romans Höhen und Tiefen, treffen gute und schlechte Entscheidungen, bleiben sich treu oder geben sich auf, getreu dem wahren Leben. Auf mich wirkte das Buch authentisch und immer wieder musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass es sich doch „nur“ um einen Roman, eine erfundene Geschichte handelte. Obwohl Hadley anfangs eine solch kleine Rolle im großen Ganzen einnahm und ich mich schon fragte, warum man sie überhaupt eingebaut hatte, schließt sich am Schluss alles zu einem runden Kreis. Beide Darstellerinnen erwachen durch die jeweils andere zu neuem Leben. Eine beeindruckende Leistung der Autorin, für die ich gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl vergebe. Ich habe gesehen, dass es auch durchaus kritischere Bewertungen zu diesem Buch gibt, aber ich für mich möchte eine Empfehlung aussprechen für diese Lektüre, die nicht „von der Stange“ ist.

Veröffentlicht am 31.05.2022

She's dancing as fast as she can ...

Die Tänzerin von Paris
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Ich bin ja generell ein großer Fan von historischen Romanbiografien und so kam ich natürlich auch an Lucia Joyce und ihrem Leben nicht vorbei. Auf zwei Zeitebenen dürfen wir sie kennenlernen, sie, die ...

Ich bin ja generell ein großer Fan von historischen Romanbiografien und so kam ich natürlich auch an Lucia Joyce und ihrem Leben nicht vorbei. Auf zwei Zeitebenen dürfen wir sie kennenlernen, sie, die Anfangs noch so voller Leben und am Schluss so desillusioniert war, dass ihr großer Zusammenbruch für uns Außenstehende unvermeidbar gewesen zu sein schien. Sie lebt für ihren Tanz und gibt alles und mehr, um ein paar kleine körperliche Mängel wettzumachen. Doch der große Schatten ihres berühmten Vaters, dem Schriftsteller James Joyce, aber auch ihrer recht dominanten Mutter, lastet schwer auf ihr. Ein Entkommen scheint unmöglich. Und so verliert sie sich schließlich in ihrer Liebe zu einem weiteren Schriftsteller, dem jungen Samuel Beckett. Sie fällt in ein tiefes Loch als sie erkennen muss, dass dieser sich nur mit ihr beschäftigt hat, um sich im Dunstkreis ihres Vaters sonnen zu können …

Der Schreibstil dieses über 500 Seiten starken Buchs ist flüssig, an manchen Stellen geradezu mitreißend. Der Roman macht neugierig auf das Leben in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und ich habe mich gefreut, immer mal wieder auf weitere Persönlichkeiten, wie z. B. Zelda Fitzgerald zu stoßen, deren Schicksal in Teilen ähnlich tragisch, wie das von Lucia Joyce war. Auch sie erlitt immer wieder psychische Tiefpunkte, die später mit einer Schizophrenie-Diagnose in Verbindung gebracht wurden und verbrachte die letzten Jahre bis zu ihrem Tod überwiegend in psychiatrischen Kliniken.

„Die Tänzerin von Paris“ ist keine leichte Kost aber dennoch angenehm zu lesen und es verführte dazu mich immer wieder eigene Recherchen im Internet anzustellen. Ich vergebe gerne verdiente vier von fünf Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung. Mir gefällt die Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ in der dieses Buch der dritte Band ist. Sie macht definitiv Lust auf mehr.