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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2022

Liegt die Antwort in Australien?

Die Perlenschwester
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Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan der Schwestern und somit dieser Reihe bin und so konnte mich dann auch dieser vierte Teil wieder restlos begeistern. Es geht um CeCe, deren Schwester Star, ...

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan der Schwestern und somit dieser Reihe bin und so konnte mich dann auch dieser vierte Teil wieder restlos begeistern. Es geht um CeCe, deren Schwester Star, der sie sehr nah stand, sich gerade aus ihrem Schatten gelöst hatte. CeCe bleibt ein wenig verloren zurück und entscheidet schließlich, sich auch auf ihre Wurzeln zu besinnen. „Gehe noch Australien, finde Kitty Mercer“ ist die Message, der sie folgt, jedoch nicht ohne vorher einen Stopp in Thailand einzulegen. Will sie sich selbst Mut zusprechen oder doch zurück nach London kehren? Doch dann kommt alles anders und statt sich selbst zu finden, stößt sie auf den mysteriösen Ace, der ihr Leben kurzzeitig ganz schön auf den Kopf stellt. Als sie schließlich in Australien ankommt, überkommt sie das Gefühl angekommen zu sein … in ihrer Heimat, in ihrer Herkunft, in ihrer Bestimmung …
Während ich beim Hören über die Vergangenheit der Familie Mercer schnell verfallen war, musste ich mich mit CeCe der Gegenwart, erst ein wenig anfreunden. Sie, die Künstlerin, die Kreative und ich waren nicht immer einer Meinung. Doch schließlich gelang es ihr, mein Herz zu erobern und ich genoss es jeden Morgen auf mein Laufband zu steigen und mich verwöhnen zu lassen mit einer Geschichte, die es in sich hatte. Fast fühle ich mich selbst bereits wie ein kleiner Teil der Familie d'Aplièse und freue mich schon riesig, die Bekanntschaft mit Band fünf und der Mondschwester zu vertiefen. Ich vergebe gerne die volle Punktzahl und spreche eine absolute Hör- bzw. Leseempfehlung aus!

Veröffentlicht am 05.04.2022

Ein Leben auf der Flucht ...

Dieser weite Weg
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Der Klappentext zu dem Roman „Dieser weite Weg“ der weltbekannten Autorin Isabel Allende verspricht eine spannende Reise, auf der wir den Arzt Victor Dalmau durch sein Leben begleiten. Es ist unglaublich ...

Der Klappentext zu dem Roman „Dieser weite Weg“ der weltbekannten Autorin Isabel Allende verspricht eine spannende Reise, auf der wir den Arzt Victor Dalmau durch sein Leben begleiten. Es ist unglaublich was er und seine zahlreichen Wegbegleiter er- und durchlebt haben. Es ist eine Reise über viele Jahre mit fast unzähligen Meilensteinen. Victor und seine ihm durch das Schicksal angedachte Frau, Spanier von Geburt, fliehen schließlich nach Chile, wo das Leben auch nicht immer einfach ist. Sie leiden, sie lieben, sie weinen, um am Ende festzustellen, dass es doch ein gutes Leben war.
Wenn nur das (Hör)buch auch so spannend gewesen wäre. Ich tat mich von Anfang an schwer, die vielen Namen und Locations in eine Richtung zu bringen und war ganz überrascht, wie wenig Gefühle offenbart wurden. Ich empfand den Erzählstil als sehr nüchtern, fast schon eine Aneinanderreihung von Ereignissen einer Perlenkette gleich. Ich vergebe deshalb auch leider nur drei von fünf Sternen und denke, dass das das letzte Buch der Autorin für mich sein wird.

Veröffentlicht am 05.04.2022

Kann man, muss man aber nicht ...

Das andere Blut
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Kurz und bündig zusammengefasst hat dieses Hörbuch viel Ähnlichkeit mit einem Tatort Krimi. Der Fall ist wird fast systematisch abgearbeitet und durchaus befriedigend gelöst. Ich nehme an der Kürze geschuldet ...

Kurz und bündig zusammengefasst hat dieses Hörbuch viel Ähnlichkeit mit einem Tatort Krimi. Der Fall ist wird fast systematisch abgearbeitet und durchaus befriedigend gelöst. Ich nehme an der Kürze geschuldet ist die dann die Tatsache, dass man kaum Gelegenheit hatte, den Protagonisten – tot oder lebendig – näher zu kommen. Für mich blieb der Kriminalroman zu eindimensional, um zu beeindrucken. Ich glaube, auf den dritten Teil werde ich verzichten. Nett für zwischendurch aber mehr auch nicht. Von mir gibt es drei Sternchen.

Veröffentlicht am 05.04.2022

Gelungener Auftakt der Friesenhof Saga ...

Der Friesenhof - Auf neuen Wegen
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Ich gebe zu, so wirklich hohe Erwartungen hatte ich nicht an dieses Buch, denn ich dachte, es reiht sich eben ein bei den vielen Familiengeschichten, die derzeit den Markt überschwemmen. Umso positiver ...

Ich gebe zu, so wirklich hohe Erwartungen hatte ich nicht an dieses Buch, denn ich dachte, es reiht sich eben ein bei den vielen Familiengeschichten, die derzeit den Markt überschwemmen. Umso positiver war ich schließlich von der Geschichte um Gesa und Hanna überrascht, die wohl jung und voller Elan sind, aber jede von ihnen ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Der Tod des Vaters, Onno de Vries, reißt ein großes Loch in den Ablauf und bevor man sich’s versieht, erscheint der unsympathische Mann der großen Schwester auf der Bildfläche. Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn so einfach lassen sie die Mädels nicht unterbuttern …

Ich habe mir diesen für mich ersten Roman von Fenja Lüders auf sehr angenehme Weise von der Sprecherin Jodie Ahlborn vorlesen lassen und die Zeit verging wie im Flug. Was mich allerdings etwas überrascht hat, ist der fehlende Bezug zum Tee. Nur ganz am Rand geht es mal um ein paar Teeproben, die Gesa wie durch Zauberhand mit Bravour besteht. Sehr gut gefallen hat mir jedoch, dass die Autorin durchaus andere wichtige Themen, wie die Anfeindung der Fremdarbeiter und Flüchtlinge, die immer noch an vielen Ecken bestehende braune Gesinnung und die Benachteiligung der Frauen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt aber der Titel „Die Teehändler Saga“ ist hier nicht richtig vergeben. Na, mal sehen, ob der zweite Teil diesem mehr gerecht wird. Ich wäre auf jeden Fall gerne wieder mit von der Partie und bin gespannt ob dann auch die geniale Tante Alma, besser bekannt als „Tanti“ wieder dabei sein wird. Ich vergebe für Band eins vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 05.04.2022

Wo Lieb' und Leid so nah beieinander liegen ...

Der dunkle Himmel
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Da scheinen wir ja ein riesiges Glück gehabt zu haben, als der Vulkan Eyjafjallajökull – ein Name, den man fast nicht aussprechen kann – im Jahr 2010 auf Island ausbrach und mit seinen Aschewolken "nur" ...

Da scheinen wir ja ein riesiges Glück gehabt zu haben, als der Vulkan Eyjafjallajökull – ein Name, den man fast nicht aussprechen kann – im Jahr 2010 auf Island ausbrach und mit seinen Aschewolken "nur" den Flugverkehr in ganz Europa zum Erliegen brachte. Man könnte dies fast als eine kleine Handlung in einem Nebensatz betrachten, denn 1816 waren die Auswirkungen nach Ausbruch eines Vulkans in Indonesien um ein Vielfaches gewaltiger. Sie brachten keinen Flugverkehr zum Erliegen, den gab es damals ja noch nicht, sondern die Nahrungsmittelversorgung vieler tausender Menschen zum Zusammenbruch. So auch in dem fiktiven Weberstädtchen Hohenstetten auf der rauen schwäbischen Alb, wo die Menschen auch ohne Naturkatastrophe schon hart ums Überleben kämpfen mussten. Doch ein paar von Ihnen, unter anderem dem Schultes Gutjahr, „lauft d’r Rotz zwoireihig d’r Backa nuff“, um es mal auf urschwäbisch auszudrücken. Es fällt einem schwer zu glauben, dass das alles mit rechten Dingen zugeht. Und weil Geld zu Geld will, hat er dann auch vor, seine Tochter Paulina an den schmierigen Metzgermeister Lorenz zu verschachern. Arme Paulina, sie hingegen liebt nämlich den jungen Schulmeister Friedhelm Lindenthaler und hofft tief in ihrem Inneren den Vater umstimmen zu können. Währenddessen versuchen die Hohenstetter mit den befremdlichen Wetterkapriolen fertig zu werden, die ihre Ernte, ihr Auskommen und schlussendlich ihr Leben bedrohen. Gebete allein scheinen da nicht mehr zu helfen und Lug und Betrug die Atmosphäre noch weiter zu vergiften …

Von der Autorin Astrid Fritz bin ich einen anschaulichen Erzählstil in Verbindung mit einer akribischen Recherchearbeit aus früheren Romanen gewohnt und so hat sie mich auch diesmal nicht enttäuscht. Geschickt verbindet sie wahre Begebenheiten mit Fiktion, die mich mit ihrer Intensität schnell in den Bann gezogen hatten. Die düstere, ja scheinbar hoffnungslose Atmosphäre ist durch die Zeilen spürbar und so hatte ich beim Lesen ein wunderbar realistisches Bild vor Augen. Die Armut, der Hunger, die Krankheiten … es muss ein überaus hartes Leben gewesen sein vor zweihundert Jahren. Da ich selbst im wunderschönen Baden-Württemberg lebe, waren mir natürlich auch die vielen genannten Ortschaften ein Begriff und als es den Pfarrersohn Gottlieb auf den Hohenasperg verschlug, hätte ich ihm vom Fenster meiner elterlichen Wohnung sogar zuwinken können.

Astrid Fritz hat mit „Der dunkle Himmel“ einen atmosphärisch dichten und äußerst spannenden Roman geschrieben, wenn ich mir auch, vom Klappentext ausgehend, ein wenig mehr zum Thema „Das Jahr ohne Sommer“ gewünscht hätte. Dennoch vergebe ich gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl und spreche eine absolute Leseempfehlung aus. Ein stimmiger historischer Roman mit viel Lokalkolorit, der ein wenig nach einem zweiten Teil ruft … vielleicht dürfen wir hoffen? Ich würde gerne lesen, wie es mit den Familien aus Hohenstetten, inzwischen verstreut in alle Winde, weitergeht …