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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2021

Wenn einer gehen muss ...

Zweimal leben mit dir
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Oh, heute, am frühen Morgen musste ich schon ein paar Tränchen vergießen, so wollte ich meinen Tag eigentlich nicht beginnen. Das Buch jedoch hatte mich so in den Bann gezogen, dass ich nicht aufhören ...

Oh, heute, am frühen Morgen musste ich schon ein paar Tränchen vergießen, so wollte ich meinen Tag eigentlich nicht beginnen. Das Buch jedoch hatte mich so in den Bann gezogen, dass ich nicht aufhören konnte und nun unbedingt das Ende wissen musste. Die Story erinnert von der Idee her ein wenig an „Message in a bottle“ von Nicholas Sparks, obwohl es da ja genau umgekehrt war. Der überlebende Partner schrieb an seine verstorbene Frau. Zudem halte ich Nick Alexander sehr zugute, dass sich der leicht süßliche Kitsch, der sich gerne in Sparks Bücher wiederfindet, in diesem besonderen Roman sehr in Grenzen hielt. Manchmal fast schonungslos offenbart Catherine ihrem Mann in einer Kombination aus Fotos gepaart mit Textnachrichten ihre Gefühle, Ängste aber auch ihre Liebe, die sie ihm vom ersten Tag des Kennenlernens an entgegengebracht hat. Aus dreißig Messages besteht dieses Werk, mit dem Sean seine Trauer über einen Zeitraum eines guten halben Jahres verarbeiten soll. Es ist oft nicht leicht, die Worte Catherines zu reflektieren und so paaren sich Trauer, Liebe aber zwischendurch auch mal grenzenlose Wut, die Sean oft zweifeln lassen.
Wunderbar flüssig geschrieben war das Buch trotz des traurigen Themas ein Genuss zu lesen. Ein halbes Sternchen ziehe ich ab, da ich das ganze Konzept doch für zu unglaubwürdig halte, um wahr zu sein. Dennoch wohlverdiente viereinhalb von fünf möglichen Sternchen gepaart mit einer Leseempfehlung für berührende Stunden.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Makkaroni in der Dämmerung oder doch lieber ein alter Schrank ...

Vor Frauen wird gewarnt
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Vor ein paar Tagen bereits habe ich dieses wunderbare Buch beendet, doch den Inhalt musste ich erst noch einmal auf mich wirken lassen. Wie ein Wirbelwind fegt Vicki Baum durch den 430 Seiten starken, ...

Vor ein paar Tagen bereits habe ich dieses wunderbare Buch beendet, doch den Inhalt musste ich erst noch einmal auf mich wirken lassen. Wie ein Wirbelwind fegt Vicki Baum durch den 430 Seiten starken, autobiografischen Roman der bekannten Autorin Heidi Rehn.

Wie schon mit ihrer Story „Die Tochter des Zauberers“, die sich rund um das Leben von Erika Mann rankt, hat Frau Rehn sich mit „Vor Frauen wird gewarnt“ einen absoluten Herzenswunsch erfüllt, indem sie den Werdegang der Vicki Baum zu Zeiten der Weimarer Republik in Berlin erzählt. Dank der detaillierten Recherche gepaart mit viel Liebe zum Schreiben, vor allem aber zu der berühmten Powerfrau, befüllt die Autorin die leeren Seiten mit einer Geschichte, für die ich nichts als Bewunderung empfinde. Was war das bloß für eine virtuose Person, die als Hedwig Braun 1888 in Wien das Licht der Welt erblickte? Nach ihrer Ausbildung zur Harfenistin und ihren ersten Schreibversuchen macht sie sich in ihren 30er Jahren schließlich selbstbewusst - Mann und Kinder zurücklassend - allein auf nach Berlin um … tja, um was eigentlich? Die Welt zu erobern? Wenn das ihr Plan war, so hat sie es auf jeden Fall innerhalb kürzester Zeit geschafft, zur teuersten und bekanntesten Schriftstellerin aufzusteigen. Bis in den Olymp beim Ullstein Verlag erhebt sie sich, wenn sie auch – auf geschäftlicher, wie auf privater Ebene – den ein oder anderen Rückschlag zu verkraften hat. Recht unkonventionell selbst für das rauschende Berlin steht sie ihren Mann und schreibt, tanzt und boxt sich durchs Leben. Harte Arbeit aber auch das Vergnügen sind großgeschrieben, doch die Laster Rauchen und Trinken lässt sie dabei stets außen vor …

Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können, doch mit den ersten Erfolgen in Amerika endet dieses Buch. Aber meine Neugier und natürlich Lust auf mehr Vicki Braun sind dank Heidi geweckt. Sie hat es geschafft mich abzuholen und mitzunehmen in die Welt dieser erfolgreichen, ehrgeizigen und unermüdlichen Frau. Dafür vergebe ich gerne alle fünf Sterne und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Wenn die Vergangenheit sich den Weg in die Gegenwart bahnt ...

Totenweg
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Endlich mal wieder eine – für mich – neue Krimireihe. Ich freue mich sehr, Romy Fölck hat mich mit dem ersten Band ihrer Elbmarsch Serie direkt begeistert. Das ungleiche Kommissaren-Duo Frieda Paulsen ...

Endlich mal wieder eine – für mich – neue Krimireihe. Ich freue mich sehr, Romy Fölck hat mich mit dem ersten Band ihrer Elbmarsch Serie direkt begeistert. Das ungleiche Kommissaren-Duo Frieda Paulsen und Bjarne Haverkorn hat meine Neugier geweckt!

Der brutale Überfall auf Friedjoch Paulsen bringt die junge Kommissarin Frieda Paulsen endlich wieder in die Heimat und nach Hause nach Deichgraben in der Elbmarsch. Ein Zuhause, aus dem sie vor Jahren regelrecht geflohen ist, verbindet sie es doch mit unschönen Erinnerungen. Die Ermordung ihrer besten Freundin, der anschließende Internatsaufenthalt, all das wollte sie eigentlich hinter sich lassen. Die Ermittlungen zum Überfall bringen auch den kurz vor der Pensionierung stehenden Kommissar Bjarne Haverkorn aufs Tapet. Auch er kämpft nach wie vor mit der Vergangenheit und dem Mord an der damals erst 15jährigen Marit.

Die beiden Kommissare geraten bei ihren Ermittlungen schnell an ihre Grenzen. Die Menschen sind verschlossen, die Vergangenheit soll ruhen. Als es jedoch eine neue Leiche gibt, laufen die Investigationen bald auf Hochtouren und langsam, aber sicher werden die Zusammenhänge klar …

Im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten hat mir die Stimme von Michael Mendl im Zusammenhang mit der Story gut gefallen. Im Norden laufen die Uhren ein wenig langsamer und genau das bringt er durch seine Betonung wunderbar zum Ausdruck. Der Krimi ist spannend, ohne reißerisch zu wirken und auch das Privatleben der Kommissare findet seine Berechtigung. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil und bin gespannt, was das Leben der Beiden noch zu Tage fördern wird. Von mir gibt es eine Lese- bzw. Hörempfehlung und verdiente fünf von fünf Sternen!

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Wie war das denn nun mit dem Dorset-Wollschwein?

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand
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Jack und Sarah haben Glück gehabt. Naja, sagen wir Glück im Unglück. Sie konnten dem Naziterror in Deutschland im Jahr 1937 entkommen und durften einen Neubeginn in England wagen. Mit Feuer und Flamme ...

Jack und Sarah haben Glück gehabt. Naja, sagen wir Glück im Unglück. Sie konnten dem Naziterror in Deutschland im Jahr 1937 entkommen und durften einen Neubeginn in England wagen. Mit Feuer und Flamme geht Jack ans Werk. Er will englischer als jeder Engländer werden und hält sich streng an die Liste, die ihm bei seiner Ankunft übergeben wurde. Punkt für Punkt kann er im Laufe der Jahre abhaken. Er spricht englisch, er kleidet sich englisch, ja er träumt inzwischen sogar auf Englisch, nur mit der Mitgliedschaft in einem Golfclub will es so gar nicht klappen. Während er verbissen um Anerkennung kämpft, merkt er gar nicht, wie seine geliebte Sarah immer mehr auf der Strecke zu bleiben scheint. Ein tragisches Ereignis öffnet ihm schließlich die Augen …

Es ist herzerwärmend die Geschichte des deutschen jüdischen Ehepaars im eher kühl wirkenden England zu verfolgen. Während Sarah Angst hat, die Vergangenheit und die zurückgelassene Familie auch ja nicht zu vergessen, strebt Jack genau das Gegenteil an. Wie habe ich mitgelitten, mit gefiebert und manchmal auch mitgetrauert, wie habe ich Jack Erfolg mit seinem letzten großen Projekt gewünscht. Dass es schließlich ganz anders kommt und das auch gut so ist fand ich einen gelungenes Ende für dieses nachdenkliche Buch. Mit viel Gefühl und ja fast Zärtlichkeit haucht der begnadete Hörbuchsprecher Familie Rosenblum und ihrem Schicksal Leben ein. Ich vergebe hierfür mit fünf Sternen gerne die volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

If you can make it there, you'll make it anywhere ...

Das Beste von allem
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Das Faszinierende an den Büchern der überaus interessanten und zum Glück wiederentdeckten Autorin Rona Jaffe ist, dass wenn sie Romane schreibt, die in den 50er Jahren spielen, sie diese Zeit auch live ...

Das Faszinierende an den Büchern der überaus interessanten und zum Glück wiederentdeckten Autorin Rona Jaffe ist, dass wenn sie Romane schreibt, die in den 50er Jahren spielen, sie diese Zeit auch live und in Farbe miterlebt hat. Sie selbst hat – wie auch eine ihrer Protagonistinnen – das Radcliffe College besucht, das nicht nur in diesem ihrer Romane eine Rolle spielt. Doch diesmal haben die jungen Damen ganz unterschiedliche Hintergründe. Eins haben sie jedoch gemeinsam, alle scheinen sie auf der Suche nach Erfolg, Spaß, Liebe und Geborgenheit.

Auf die Idee zu diesem Roman kommt Rona Jaffe durch eine Stellenanzeige, die mit ihren Zeilen: "Sie verdienen das Beste von allem. Den besten Job, die beste Umgebung, die beste Bezahlung, die besten Kontakte!" junge Frauen anlocken wollte. So kreiert sie für ihren Roman, der fünf junge Frauen über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet, die hübsche, kluge und von der Liebe enttäuschte Caroline Bender, die mit ihrer Stelle als Schreibkraft in einem Verlag schnell Karriere macht. Auch die junge Mary Agnes arbeitet in diesem Verlag, hat aber wenig Ambitionen sich hochzuarbeiten. Sie spart für ihre Aussteuer und träumt von der Liebe und dem berühmten kleinen Häuschen mit dem „white picked fence“. Die 21jährige Barbara, bereits einmal verlassen, findet eine Nische im Verlag und kann von Glück sagen, denn sie muss nicht nur sich sondern auch noch ihre kleine Tochter und ihre Mutter mit durchfüttern. Schließlich haben wir da noch die flatterhafte April, die vom Show Business träumt und die bezaubernde Gregg, die diesen Sprung geschafft zu haben scheint.

Mit „Das Beste von allem“ hat die Autorin seinerzeit sicher einen kleinen Skandal ausgelöst. Es war damals nicht üblich so freizügig über die körperliche Liebe aber auch über die Folgen zu schreiben. Gepredigt wurde noch Jungfräulichkeit bis zur Ehe und nach der Heirat für die Frau ein Leben ganz getreu der drei Ks … Küche, Kinder, Kirche. Der Begriff „sexuelle Belästigung“ war noch nicht geprägt und Frauen, die Karriere machen wollten, waren den Männern noch ein Dorn im Auge. Doch Rona Jaffe schert sich einen feuchten Kehricht um die Konventionen und lässt uns eintauchen ins pulsierende New York der frühen 50er Jahren mit all seinen Höhen und Tiefen. Sie lässt uns die Welt durch die Augen von Caroline, Mary Agnes, Barbara, April und Gregg erkunden. Lässt uns Überstunden schinden, Kater auskurieren und Tränen des Liebeskummers weinen. Vor allem aber hält sie uns ein realistisches und ehrliches Bild vor Augen. Das dürfte in den 50er Jahren nicht jedem geschmeckt haben …

Der Roman erhält von mir viereinhalb von fünf Sternen. Mir waren ein paar zu viele Länge darin, um ganz mit der Bestnote zu glänzen. Aber trotzdem habe ich mich gefreut mal wieder eintauchen zu dürfen in die Welt von gestern, die gar nicht so anders war als unser heutiges Leben ….

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