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Veröffentlicht am 31.12.2019

Wie definiert man ein erfülltes Leben?

Mädelsabend
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Für mich ist Anne Gesthuysen fast schon ein Garant für interessante Geschichten, die wahrscheinlich besonders uns Frauen interessieren, schließlich ist sie ja auch eine. Was zu Anfang nach einer eher seichten ...

Für mich ist Anne Gesthuysen fast schon ein Garant für interessante Geschichten, die wahrscheinlich besonders uns Frauen interessieren, schließlich ist sie ja auch eine. Was zu Anfang nach einer eher seichten Unterhaltung anmutete, mutierte schnell zu einer Geschichte mit viel Tiefgang und Emotionen. Hier prallen zwei Generationen aufeinander, deren Leben so unterschiedlich und doch oft so gleich verlaufen sind. Während Ruth mit ihrem Mann Walter stolz mehr oder weniger stolz ihren 60. Hochzeitstag begeht, scheint in Saras Leben gerade einiges schief zu laufen. In wunderbaren Rückblicken gibt ihre Großmutter ihr jedoch zu verstehen, was ein Eheleben bedeutet und dass der Alltag, früher vielleicht sogar noch mehr als heute, die Momente des Sonnenscheins oft überschattet. Aber schlussendlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen … damals nicht anders als heute.

Wie schon gesagt, war ich zu Anfang der Geschichte fast ein wenig enttäuscht, nachdem mir neulich „Sei mir ein Vater“ von der gleichen Autorin ausgesprochen gut gefallen hatte. Doch ein wenig Durchhaltevermögen hat sich durchaus bezahlt gemacht. Ich war schlussendlich richtig gefesselt von Ruths Erzählungen und Rückblicken. Was mussten Frauen damals für Zugeständnisse an das Leben machen, besonders wenn die lieben Schwiegereltern so großen „Anteil“ an ihrem Familienleben nahmen. Ein Schicksal, das Ruth mit meiner eigenen Schwiegermutter teilte. Alles in allem bekommt das Hörbuch von – wie schon der Vorgänger – eine Hörempfehlung und ich freue mich schon auf weitere Bücher aus der Feder dieser sympathischen Autorin.

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Es ist wieder Frieden ... erstrahlt das Hotel bald in altem Glanz?

Wiedersehen am Drachenfels
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Der obenstehende Klappentext lässt auf ein spannendes Finale dieser Trilogie rund um den Drachenfels hoffen. Doch leider merkt man als Leser recht schnell, dass hier wirklich die Highlights rausgepickt ...

Der obenstehende Klappentext lässt auf ein spannendes Finale dieser Trilogie rund um den Drachenfels hoffen. Doch leider merkt man als Leser recht schnell, dass hier wirklich die Highlights rausgepickt wurden. Die Familiensaga setzt diesmal einige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein und ich muss gestehen, ich habe mich trotz der Namensliste am Ende des Buchs schwergetan, mich wieder in diese Familie und ihre verworrenen Verhältnisse rein zu finden. Ich vermisste einige der Charaktere aus den Vorgängerbänden und musste mich mit der jüngeren Generation erstmal arrangieren. Viel war passiert während der schlimmen Kriegsjahre. Söhne, die nicht wieder heimkehrten, Töchter, die es ins Ausland verschlagen hatte und Mütter, die verstorben waren. So finden sich dann dennoch drei Generationen wieder im Hotel ein mit Karl und Julia als Oberhaupt, die sich aber schnell überfordert fühlen und sich Enkel Sebastian aus Amerika und Großneffe Adrian aus Ungarn zur Hilfe holen. Auch Nichte Emma und Karls Neffe Hans mit Familien sind wieder mit von der Partie. Sie alle stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe, nämlich das Hotel wieder auf Vordermann zu bringen. Oft geraten Jung gegen Alt aneinander und wegen akuten Geldmangels scheint das Vorhaben mehr als einmal zu scheitern. Wird es zum Schluss ein Happy End geben?
Die Autorin Anna Jonas, die zwischenzeitlich bereits an ihrer nächsten Familiensaga arbeitet, hat mit diesem dritten Teil einen sehr flüssig zu lesenden Abschluss hingelegt. Leider verlaufen viele ihrer Ideen, Schwung in dieses Buch zu bringen, oft im Nichts. So schleust sie eine kleine Spionin ins Hotel, nur um diese dann leise im Hintergrund vor sich hin werkeln zu lassen. Sie zettelt menschliche Skandale an, ohne diese auszureizen und als schließlich noch ein Mord passiert, ist auch dazu schnell die Luft raus. Schade, hier hätte man mehr daraus machen können. Dennoch bin ich froh, diesen letzten Teil noch gelesen zu haben. Für mich ist sind die Familie Hohenstein und ihr Hotel nun zu meiner Zufriedenheit abgeschlossen.
Also positive Notiz möchte ich noch vermerken, dass mir die Landschaftsbeschreibungen ausgesprochen gut gefallen haben. Sie machen richtig Lust auf einen Wanderausflug in die Region. Vielleicht ein Urlaubsziel fürs nächste Jahr?

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Veröffentlicht am 27.12.2019

Wenn Opfer zu Tätern werden ...

Nachts am Askanischen Platz
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Eine scheinbar verwirrte junge Frau, ein Toter im Schuppen ... wie hängt das alles zusammen? Das Team um den mir inzwischen sehr gut bekannten Kommissar Wechsler steht vor einem Rätsel. Einige wenige Spuren ...

Eine scheinbar verwirrte junge Frau, ein Toter im Schuppen ... wie hängt das alles zusammen? Das Team um den mir inzwischen sehr gut bekannten Kommissar Wechsler steht vor einem Rätsel. Einige wenige Spuren verlaufen im Nichts, doch so schnell geben sie sich nicht geschlagen. Die akribische Kleinstarbeit trägt langsam aber sicher Früchte und verschlägt Wechsler in unbekanntes Terrain ... den Südwesten des Landes, in das Königreich Württemberg ...

Genau diese Reise hat mir sehr gut gefallen, liebe Frau Goga, das ist schließlich auch meine Wahlheimat. Clever haben Sie die Spuren zusammengefügt und ein unglaubliches Szenario kreiert. Bei der Aufklärung musste man sich wirklich fragen, wer hier der wahre Täter und wer das Opfer war .... auch das Privatleben Leo Wechslers wurde wieder ein wenig beleuchtet, meines Geschmacks nach zu wenig. Wie gerne hätte ich mehr von Georg, Clara, Marie und Ilse erfahren. Das Buch hätte gerne hundert Seiten mehr haben dürfen. Aber im nächsten Jahr geht es ja schon weiter ... ich freue mich :)

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Veröffentlicht am 25.12.2019

"Ein exzellentes Buch" ...

Eden
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... mit diesen Worten lobt der Sticker auf dem Cover. Und wenn Anita Shreve - die übrigens, ganz nebenbei gesagt, eine meiner Lieblingsautorinnen und Neuengland Kennerin ist - dann muss da was Wahres dran ...

... mit diesen Worten lobt der Sticker auf dem Cover. Und wenn Anita Shreve - die übrigens, ganz nebenbei gesagt, eine meiner Lieblingsautorinnen und Neuengland Kennerin ist - dann muss da was Wahres dran sein. Also nutzte ich die ersten Urlaubstage um mal wieder einen richtig schönen Schmöker in die Hand zu nehmen.

Diesmal verschlägt es mich lesetechnisch nach Long Harbor, einen kleinen fiktiven Ort an der Küste Neuenglands. Hier machen die Reichen und Schönen Sommerurlaub, so dann auch die Familie von Bunny und Sadie Meister. Bunny, Sohn deutscher Einwanderer, der es inzwischen weit gebracht hat im Leben, errichtet für sich und seine Lieben in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts ein Haus, das durchaus mit den Nachbarvillen Schritt halten kann. Die Familie beginnt die Sommermonate von Memorial Day bis Labor Day dort am Meer zu verbringen. "Eden" nennt er sein Schmuckstück, ein Wort das mit "Paradies" gleich zu setzen ist. Doch Geld allein macht nicht glücklich uns so wird auch Familie Meister von mehr als einem Schicksalsschlag heimgesucht. Die Geschichte beginnt in den Roaring Twenties und zieht sich durch bis in die Gegenwart im Jahr 2000. Verfolgt man die Schritte der Protagonistinnen so wird man schnell feststellen, die Geschichte wiederholt sich. Becca, Rachel und nun Sarah verbindet eine Gemeinsamkeit, die jede der drei Frauen anders für sich verarbeitet, zwei von ihnen leider nicht ganz freiwillig ... und genau hier muss ich ansetzen, denn für mich reichte es nicht ganz für die Bestnote. Der Roman war recht vorhersehbar und büßte dadurch leider ein wenig Spannung ein. Während der Schreibstil flüssig und schön zu lesen war, hat mich das Buch doch nicht hundertprozentig überzeugt. Ein Bonussternchen möchte ich aber für die wunderschöne Aufmachung des Buchs vergeben. Ein liebvoll gestaltetes Cover mit stimmungsvollen Bild, Prägedruck und goldenen Art Deco Noten innen und außen im Buch haben mich absolut beeindruckt.

Nach diesem Debutroman werde ich die Autorin Jeanne M. Blasberg auf jeden Fall im Auge behalten. Das wird bestimmt nicht ihr letztes Buch, Talent hat sie auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 25.12.2019

Ist dir die Gunst der Geister hold? ...

Kalter Mond
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Viel zu lange war die Hörpause, die ich zwischen Teil zwei und diesem spannenden Teil drei gemacht habe, doch nun haben sich John Cardinal und Lise Delorme wieder einen Weg in mein Leseleben, oder in diesem ...

Viel zu lange war die Hörpause, die ich zwischen Teil zwei und diesem spannenden Teil drei gemacht habe, doch nun haben sich John Cardinal und Lise Delorme wieder einen Weg in mein Leseleben, oder in diesem Fall "Hörleben" zurück erobert. Das sympathische Ermittlerduo steht diesmal vor einem schier unlösbaren Rätsel ... nachdem sie mit einer Frau konfrontiert werden, die ihr Gedächtnis zu verloren haben scheint, stoßen sie auf eine Leiche, der nicht nur Arme und Beine, sondern auf der Kopf entfernt wurde. Doch wie hängen diese beiden Fälle miteinander zusammen? Die junge Frau, die wie durch ein Wunder eine Schussverletzung überlebt hat, scheint sich der Gefahr nicht gewahr zu sein, in der sie sich befindet. Sie hat nur ein Ziel, ihren Bruder zu finden, der sich mit den falschen Leuten am falschen Ort eingelassen hat, hier scheint sogar die Polizei machtlos. Doch die John und Lise geben nicht auf und kämpfen sich Schritt für Schritt durch einen Dschungel von Drogen, Lügen, Gewalt und bösen Geistern ...

Bei Giles Blunt weiß man einfach wo man dran ist. Die Fälle sind spannend, wenn auch ziemlich brutal, ja und oft ein wenig geheimnisvoll. Das Land ist groß und karg und die Menschen besonders. Was mir absolut gut gefällt ist zudem. dass wir John nicht nur als Ermittler, sondern auch als Menschen kennen lernen dürfen, der nach wie vor mit der manischen Depression seiner Frau sowie der Unnahbarkeit seiner Tochter zu kämpfen hat. Es menschelt hier und ich finde es klasse ... der nächste Teil liegt schon in "Hörbereitschaft" ...

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