Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2019

Hier ist noch Luft nach oben ...

Sister, Sister - Zwei Schwestern. Eine Wahrheit.
0

Der Klappentext liest sich mysteriös und man vermutet direkt auch einen spannenden Thriller. Leider hat sich das für mich nur zum Teil bewahrheitet. Recht schnell wird klar, dass die überglückliche Mutter ...

Der Klappentext liest sich mysteriös und man vermutet direkt auch einen spannenden Thriller. Leider hat sich das für mich nur zum Teil bewahrheitet. Recht schnell wird klar, dass die überglückliche Mutter wohl einer Täuschung aufgesessen ist, die nicht unerhebliche Folgen nach sich ziehen wird … die Familie droht erneut zu zerbrechen. Mir persönlich war das alles ein wenig zu „deja vu“ und vorhersehbar obwohl sich das Buch dennoch flüssig und schnell lesen ließ. Es war eine schöne Abwechslung zu den vielen Kriegsbüchern, die ich in letzte Zeit so gelesen hatte, aber mehr auch nicht. Nett für zwischendurch aber von mir gibt es diesmal keine unbedingte Empfehlung.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Der große traurige Abschied ...

Der Kinderzug
0

Ab und zu hat man manchmal so ein Buch, das einen WOW Effekt auslöst. Um genau so ein Buch handelt es sich bei „Der Kinderzug“ von der Autorin Michaela Küpper, das mich tief bewegt und sehr aufgewühlt ...

Ab und zu hat man manchmal so ein Buch, das einen WOW Effekt auslöst. Um genau so ein Buch handelt es sich bei „Der Kinderzug“ von der Autorin Michaela Küpper, das mich tief bewegt und sehr aufgewühlt zurückgelassen hat. Sie beschreibt aus der Sichtweise verschiedener Protagonisten was Kinderlandverschickung ist und was sie, besonders für die Betroffenen, für eine Bedeutung gehabt haben muss. Basierend auf wahren Tatsachen haben wir es hier mit einer Konstellation zu tun, in der keiner der Charaktere glücklich mit der Situation ist. Was zunächst als dreimonatige „Erholungsreise“ geplant ist, entpuppt sich schnell als Odyssee mit ungewissem Ausgang. Die junge Lehrerin Barbara Salzmann, die von Anfang an leicht überfordert mit ihren Aufgaben ist, stößt recht schnell an ihre Grenzen. Als sich die Lage schließlich kriegsbedingt zuspitzt, scheint das Unterfangen dem Untergang geweiht …

Bis heute war mir nie richtig bewusst, was sich hinter diesen Verschickungen verbarg. Auch die zwei alteren Geschwister meiner Mutter mussten sich auf eine solche Reise mit unbekanntem Ausgang begeben und nun schaudert mich bei dem Gedanken daran, was sie wohl so erleiden mussten in der Fremde und welche Sorgen meine Großmutter ausgestanden haben muss.

Ich bewundere die Recherchearbeit der Autorin und auch den Schreibstil, mit dem sie uns Lesern das Erfahrene übermittelt hat. Ich klebte förmlich an den Seiten und musste immer wieder schockiert lesen, welche Qual viele Kinder und Jugendliche erleiden mussten. Eine gehörige Portion Gehirnwäsche half hier wahrscheinlich, diese zu ertragen!

Wer sich selbst ein Bild zu diesem Thema machen möchte, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Es ist keine leichte Lektüre doch bei mir hat es eine viel zu lange offen gewesene Wissenslücke geschlossen. „Nie wieder Krieg!“ kann auf diesen Roman die einzig richtige Aussage sein.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Schuld und Sühne ...

Das späte Geständnis des Tristan Sadler
0

Eine schwere Aufgabe hat der junge Tristan Sadler da vor sich. Doch könnte man meinen, nicht nur Tristan selbst ist mit seinem Geständnis, zu dem an dieser Stelle natürlich keine Details genannt werden ...

Eine schwere Aufgabe hat der junge Tristan Sadler da vor sich. Doch könnte man meinen, nicht nur Tristan selbst ist mit seinem Geständnis, zu dem an dieser Stelle natürlich keine Details genannt werden können, überfordert. Auch die Schwester reagiert verstört und macht es ihm nicht leicht.
Tristan hat eine fürchterliche Schuld auf sich geladen, doch wie trennt man in einem solch grausamen Krieg Schuld und Unschuld? Wer ist der Gute und wer der Böse? Immer wieder merke ich beim Lesen solcher Bücher was für eine Sünde die Obrigkeit begangen hat, in dem sie diesen Krieg anzettelte. Wenn man dann jedoch als junger Mensch dazu noch merkt, dass man anders als die anderen ist, einen Gleichgesinnten findet und dies schließlich ans Tageslicht kommt, liegen Freud und Leid wohl sehr nah beieinander …
Der irische Autor John Boyne hat mir über die Jahre schon so manche schöne und oft auch nachdenkliche Lesestunde verschafft und sich langsam, aber sicher auf die Liste meiner Lieblingsautoren gearbeitet. Wunderbare Bücher wie „Das Haus zur besonderen Verwendung“ und „Cyril Avery“ gehören dazu und auch dieser Roman steht ziemlich weit oben auf der Liste, wenn ich hier auch für ein paar Längen ein kleines Sternchen abziehe.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Was? Wäre? Wenn?

Eine Billion Dollar
0

Auf einen Schlag alle Geldsorgen loszuhaben … ist das nicht der Traum eines jeden von uns? Und genau dieses Glück scheint den jungen John Fontanelli, der sich gerade mehr schlecht als recht als Pizzafahrer ...

Auf einen Schlag alle Geldsorgen loszuhaben … ist das nicht der Traum eines jeden von uns? Und genau dieses Glück scheint den jungen John Fontanelli, der sich gerade mehr schlecht als recht als Pizzafahrer verdingt, ereilt zu haben. Doch ist es ein Fluch oder ein Segen? Wollen die Menschen um ihn herum seine Freunde um seiner selbst willen oder um sein Geld willen sein? Wem kann er noch trauen? Wie kann er verhindern, dass er alles verliert? Diese Fragen und noch viele mehr versucht der Autor Andreas Eschbach – bekannt für dicke Wälzer mit komplexen Problemen – zu beantworten. Und anfangs hat mich das Hörbuch auch noch richtig fasziniert, es ist nämlich gar nicht so einfach mit soviel Geld vernünftige Dinge zu tun. Doch hier muss ich sagen, weniger wäre mehr gewesen. Über dreißig Hörstunden zogen sich zum Ende hin wie Kaugummi. Mein Fazit: Eine tolle Idee, leider etwas langatmig umgesetzt. Ein großes Lob jedoch dem Sprecher Volker Niederfahrenhorst, der seine Sache großartig gemacht hat.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Nichts für zarte Seelchen ...

Der Näher
0

Nicht zum ersten Mal „darf“ Martin Abel, der als Fallanalytiker des Stuttgart LKA arbeitet, einen Fall übernehmen, bei dem er sich nicht nur Freunde macht. Kein Wunder, wer lässt sich schon gerne auf die ...

Nicht zum ersten Mal „darf“ Martin Abel, der als Fallanalytiker des Stuttgart LKA arbeitet, einen Fall übernehmen, bei dem er sich nicht nur Freunde macht. Kein Wunder, wer lässt sich schon gerne auf die Finger schauen oder mag sich als nicht ganz kompetent für die Aufgabe fühlen? Doch Abel ist hart im Nehmen. Er will ihn stellen, den Mörder der schwangeren jungen Frauen, und beißt sich regelrecht fest in seiner Aufgabe. Doch die Aufklärung gestaltet sich schwierig und ein Wettrennen gegen die Zeit bricht an. Zwei der Frauen haben nur noch wenige Tage bis zum Entbindungstermin …
Wieder einmal hat der Autor einen Thriller geschrieben, der es in sich hat. Der Spannungsbogen bleibt hoch und die Grausamkeit, mit der der Täter vor sich geht, ist fast nicht zu überbieten. Und genau hier setze ich meinen kleinen Abzug an. Mir war es diesmal ein wenig zu grafisch, ein wenig zu blutig und barbarisch. Ich habe immer gerne noch ein wenig Spielraum für die Fantasie. Dennoch freue ich mich schon sehr auf den nächsten Band, den der Autor mir die Tage versprochen hat. Bin sehr gespannt …