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Veröffentlicht am 16.08.2017

Vom Julchen, das wohl längst in Vergessenheit geraten ist.

Die Räuberbraut
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Die Geschichte des Buches spielt etwa um das Jahr 1800, als die gerade einmal achtzehnjährige Juliana Blasius, die eigentlich tagtäglich mit Vater und Schwestern durch den Hunsrück zieht um zu musizieren, ...

Die Geschichte des Buches spielt etwa um das Jahr 1800, als die gerade einmal achtzehnjährige Juliana Blasius, die eigentlich tagtäglich mit Vater und Schwestern durch den Hunsrück zieht um zu musizieren, einen Räuberhauptmann kennenlernt. Dieser ist der berühmt-berüchtigte „Schinderhannes“, welcher sie umwirbt und liebt, fortan wie seine Prinzessin hofiert. Sie schließt sich der Truppe um ihn an, doch wie ist es um das Glück an der Seite eines Räubers bestellt?

Mal wieder einen historischen Roman lesen, ich habe mich wirklich drauf gefreut. Zumal die Geschichte des „Schinderhannes“ ja durchaus sicher spannende Lesestunden mit sich bringen sollte, eine regelrechte Legende ist es ja. Und ich muss sagen, Astrid Fritz hat die Geschichte um die Räuberbraut Juliana wunderbar geschrieben. Aber langsam.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen. Recht gut verständlich, nichts großartig verschachtelt beim Satzbau, wirklich angenehm zu Lesen. Spezielle Begriffe der damaligen Zeit werden hinten im Buch noch einmal näher erläutert, so dass man hier dann durchaus nachschlagen kann. Hier sind vor allem mehr Begriffe erläutert als man das bei anderen Büchern erlebt – ich finde das echt toll gemacht, gelungen! Inhaltlich merkt man natürlich, dass man sich in einem anderen Zeitalter befindet, anhand der Schilderungen oder auch Ansprachen. Mir hat das gut gefallen.

Überhaupt ist die Geschichte wirklich sehr unterhaltsam, durchaus spannend, hat aber gelegentlich auch romantische Momente dabei. Gelegentlich gibt es auch mal lustige Szenen, natürlich aber, wie sollte man bei einer „Räubergeschichte“ anders vermuten, manchmal auch brutal und grausam. Dennoch fand ich die Mischung alles in allem wirklich sehr gelungen – die annähernd 500 Seiten des Buches flogen dahin, ich wurde wirklich sehr gut unterhalten. Klar hätte man manche Szenen manchmal etwas kürzer abhandeln können, auch war es mit den vielen vorkommenden Personen oftmals schwierig, aber es hat mir wirklich gut gefallen.

Ein historischer Roman, in dem ein Kern Wahrheit steckt, in dem man einiges über Juliana Blasius erfährt, die an der Seite des sogenannten „Schinderhannes“ (Johannes Bückler) leider wohl in Vergessenheit geraten ist. Mich hat die Geschichte gut unterhalten, ich habe mich amüsiert, hatte spannende Stunden und kann das Buch wirklich nur empfehlen, vergebe 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Surunen – unterwegs für eine bessere Welt

Weltretten für Anfänger
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Der Finne Surunen glaubt an das Gute im Menschen, ist für Amnesty International tätig. Da er seit langem von einem politischen Gefangenen namens Lopez in Kalmatien hört, macht er sich nun auf die Reise ...

Der Finne Surunen glaubt an das Gute im Menschen, ist für Amnesty International tätig. Da er seit langem von einem politischen Gefangenen namens Lopez in Kalmatien hört, macht er sich nun auf die Reise dorthin, um diesen zu befreien. Der Weg dorthin führt ihn erst einmal nach Moskau, wo er einen Pinguinforscher kennenlernt. Weiter im zentralamerikanischen Diktaturstaat angekommen hält man ihn dort für einen kommunistischen Terroristen – denn von Finnland hat man ja noch nie gehört… entsprechende Schwierigkeiten hat Surunen immer wieder, bis er Lopez schließlich aus der Haft befreien kann…

Wie man wohl als Anfänger die Welt rettet, da war ich wirklich gespannt. Von Arto Paasilinna hatte ich schon einmal ein Buch gelesen, was mir sehr gut gefallen hat (finnische Gebetsmühlen), entsprechend war mir bewusst, dass er vom Stil her sehr kurios schreibt. Kurios, unterhaltsam, durchaus auch mal das aktuelle Geschehen kritisierend. Von daher wusste ich in etwa, was da auf mich zukommen könnte mit dem Hörbuch.

Die Stimme von Jürgen von der Lippe hat mir gut gefallen, er schafft es auch immer wieder durch das Verstellen derselbigen, dass es sich nach anderen Personen anhört. Teilweise aber auch sehr verworren bzw. verwaschen – gerade wenn die entsprechenden Personen dann schon ein bißchen was getrunken haben… er gibt sich hier wirklich viel Mühe, manchmal hat es mir dann aber auch nicht soooo gut gefallen. Im Großen und Ganzen aber fand ich es alles sehr verständlich und stimmlich gut gemacht, dennoch war es manchmal ein wenig monoton. Lediglich zum Ende einer jeden CD wird einmal kurz ein bißchen Musik, vielmehr Melodie, eingespielt, das war es dann aber auch.

Die Geschichte an und für sich ist sehr kurios, vor allem die ersten CD habe ich als sehr anstrengend empfunden, regelrecht eher fachlich statt humorvoll. Mit der Zeit gibt es sich und wird lustiger, bleibt aber weiterhin sehr kurios, die Satire hört man immer wieder sehr heraus. Ebenso die Kritik an der Diktatur. Man merkt schon auch, wie aktuell die gesamte Geschichte im Endeffekt auch immer wieder ist, vergleicht man die aktuelle politische Lage der Welt. (Ich möchte hier jetzt keine Beispiele aufführen, aber wenn man sich ein bißchen damit beschäftigt, weiß ich, welches Land v.a. gemeint ist…) Insofern fand ich die Geschichte auch ein wenig als erschütternd, weil es eben doch so aktuell ist, das Thema. Generell fand ich die dritte CD beispielsweise sehr spannend, zum Schluß hin, also die vierte CD, hat die Geschichte dann aber wieder zu sehr an Kuriosität gewonnen, was mir einfach nicht so zugesagt hat. Es war einfach extrem, was hier immer wieder passiert, wenngleich manche List, die Surunen anwendet, wirklich raffiniert fand – oder auch manche Formulierung. Hier merkt man, wie toll er schreibt. Dennoch hat es das alles nicht rausgerissen.

Leider hat mich die Geschichte nicht ganz überzeugt, es gab für mich immer wieder Längen bzw. die List, die Surunen so angewandt hat, war dann schon eher etwas nervig teilweise. Für solche Unterhaltung bin ich dann einfach nicht geschaffen, ich habe es gerne auf den Punkt kommend, manches war mir hier zu lange gemacht, in die Länge gezogen.

Von mir gibt es für dieses Hörbuch 2 von 5 Sternen und eine eingeschränkte Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 28.07.2017

Vom Schauspieler Tom Hengst und einer Skateboard-Prinzessin

Fritzi Klitschmüller 1: Fritzi Klitschmüller
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Ein knallrotes Skateboard – das wünscht sich Fritzi sehnlichst zu ihrem neunten Geburtstag. Doch sie hat überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie ein Prinzessinnenkleid von ihrer Mama bekommt. Die Enttäuschung ...

Ein knallrotes Skateboard – das wünscht sich Fritzi sehnlichst zu ihrem neunten Geburtstag. Doch sie hat überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie ein Prinzessinnenkleid von ihrer Mama bekommt. Die Enttäuschung ist groß, zumal die Mama noch zur Kur muss, statt in den Ferien zuhause zu sein bzw. man gemeinsam Urlaub machen kann. Entsprechend stehen turbulente Ferien bevor – ein Skateboard-Beschaffungsplan muss her – und dann wären da auch noch die neuen Nachbarn…

Die Geschichte, die hier vorgelesen wird, klang soweit wirklich unterhaltsam, entsprechend gespannt waren wir auf die Umsetzung. Auf dem Cover bekommt man ja schon direkt einen kleinen Ein- bzw. Ausblick auf Fritzi, so dass man sich dann durchaus gut vorstellen kann, wie sie aussieht.

Die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird hat uns gut gefallen, jedoch hätte es v.a. uns erwachsenen Mithörern etwas besser gefallen, wenn die Kinder in der Geschichte auch von Kindern gesprochen worden wären. Oder vielleicht eine andere Sprecherin dafür gewählt worden wäre. Ich habe die Stimme als etwas nervig empfunden, wenngleich es sicher eine große Leistung ist, wie die Stimme immer wieder etwas verstellt wird, um so die anderen Personen mitzusprechen. (Für mich kommt da jedoch nichts an den Vorleser vom kleinen Drachen Kokosnuss heran… der ist für mich einfach der absolute Hammer…)

Generell ist es so, dass die Geschichte für junge Hörer ab 8 Jahren ausgelegt ist. Wir liegen da noch ein klitzekleines bißchen drunter, dennoch war die Geschichte gut verständlich bzw. wurde aufmerksam gelauscht, es gab keine Unklarheiten. Vielleicht waren in der Geschichte ein paar mehr Schwierigkeiten zu lösen als es das in Geschichten für jüngere Kinder gibt. Auch dass die Tante bzw. Cousine als die absoluten Hassfiguren hingestellt werden hat einen etwas blöden Beigeschmack. Verständlich ist das schon, da man ja „den Körnern verfallen ist“, es nur noch Zucchini-Spaghetti gibt, etc. Hier muss man durchaus auch schmunzeln, keine Frage. Aber es ist doch schon arg übertrieben…

Dennoch – alles in allem war es eine recht unterhaltsame und lustige Geschichte, die natürlich auch kurze Nachdenk-Momente mit sich bringt. Alles in allem hat aber der Spaß überwogen und die Geschichte kam gut an und war eigentlich nie langweilig oder lahm. Entsprechend gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Von einer kleinen verwandelten Meerjungfrau

Die Liebe zum Regen
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Vera, 57 Jahre alt, Besitzerin einer Musikalienhandlung. Plötzlich bricht in ihrem Leben das Chaos aus, der Ehemann ist weg – und auch sie möchte etwas verändern. Da geht sie als Au-Pair nach London um ...

Vera, 57 Jahre alt, Besitzerin einer Musikalienhandlung. Plötzlich bricht in ihrem Leben das Chaos aus, der Ehemann ist weg – und auch sie möchte etwas verändern. Da geht sie als Au-Pair nach London um sich dann von drei eigensinnigen Mädchen hin und her scheuchen zu lassen, denn der Vater der Schwestern glänzt durch ständige Abwesenheit. Sie spürt, dass es ein Geheimnis gibt in dieser Familie und versucht diesem auf die Spur zu kommen.

Die Geschichte des Buches hat mich wirklich neugierig auf den Inhalt und die genaue Umsetzung gemacht, denn an und für sich klang die Geschichte einfach spannend und unterhaltsam. Auf in ein neues Abenteuer – oder so…

Leider hat mich die Geschichte dann aber nicht direkt so gepackt, es zog sich ein wenig hin, bis ich so richtig in den Bann gezogen war. Der Schreibstil ist immer mal wieder recht wechselhaft, zumindest habe ich das so empfunden. Da ist es ein eher gewöhnlicher Stil, der dann aber immer mal wieder mit kurzen fast poetischen Phasen glänzt. (der bärbeißige Bademeister; generell ältere Wörter). Vom Schreibstil her hat mir das Buch insofern gut gefallen, dass keine großartigen Fremdwörter enthalten war, gelegentlich sind mal englische Sätze zu finden, diese stellten für mich aber keine Schwierigkeit dar.

Alles in allem konnte mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen, wie ich es mir gewünscht habe. Es ist zwar ein unterhaltsames Buch, in dem es neben vielen lustigen Situationen auch immer wieder emotionale Momente gibt, in denen so toll beschrieben ist, wie es mit den Kindern läuft (v.a. mit der Kleinsten), dann aber ist es wieder so lapidar, so dass ich den Gedankengängen von Vera nicht verständlich folgen kann. D.h. es könnte so schön und angenehm sein, wenn sie sich vielleicht manchmal nicht selbst im Weg steht…

Ich habe mir von diesem Buch ein wenig mehr versprochen, ich wurde zwar durchaus gut unterhalten, habe mir jedoch einfach mehr erwartet, was leider nicht erfüllt wurde.

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Voll gut vong Spaß her, so ein Kevinleitdiner.

VONG
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Im Buch bringt der Autor H1 die aktuelle (Jugend)sprache näher, er erklärt die verschiedenen Begriffe, was es damit auf sich hat, es gibt amüsante und nachdenkliche Sprüche, außerdem gibt H1 mit dem Tagebuch ...

Im Buch bringt der Autor H1 die aktuelle (Jugend)sprache näher, er erklärt die verschiedenen Begriffe, was es damit auf sich hat, es gibt amüsante und nachdenkliche Sprüche, außerdem gibt H1 mit dem Tagebuch auch Einblicke in sein Leben. Gelegentlich ist das Ganze mit netten Comics amüsant bebildert.

Ja, diese Vong-Sprache ist durchaus sehr gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr amüsant. Umso lustiger fand ich es, dass ich dieses Buch nun lesen konnte – einfach mal eine völlig andere Lektüre.

Im praktischen Format (11x16,5 cm) ist das kleine Taschenbuch wirklich in jeder (Hand)Tasche gut und schnell untergebracht, so dass es auch für unterwegs schnell eingepackt ist. Ansonsten kommt es im üblichen schwarz-gelben Duden-Design doch recht korrekt bzw. ordentlich daher. Ich denke aber nicht, dass diese Optik bezüglich des Inhaltes täuscht, d.h. wer den Titel liest, weiß sicher, dass es sich hier eher um ein Spaßbuch als ein ernstzunehmendes Wörterbuch handelt.

Zuerst werden im Buch einmal die verschiedenen Begriffe kurz erläutert, manche Begriffe sind da ja echt absolut lustig und amüsant (Kormflex – Cornflakes; Vegetarianer – Vegetarier; Kevinleitdiner - Candlelightdinner) andere Begriffe tun einfach ein wenig weh… (germ – gern; Emtschuldigumg – Entschuldigung). Direkt danach startet der Autor durch – mit seinem Tagebuch. Hier gibt er amüsante und nachdenkliche Einblicke in sein Leben, seinen Alltag, seine Gedanken und Gefühle. Hin und wieder findet man dazu einen passenden Comic. Einige Sprüche und weitere Kurzgeschichten sind auch noch vorhanden – bei den Sprüchen habe ich ganz klar meinen Favoriten:

Achtumg! Weng du 1 Vegetarianer bimst geh nit zung 1 Demonstratiom mid vilem Vegetarianer somsd könt ihr sagem: Halo wir sims 1 Gemüseauflauf. Lol.

(Seite 20)

Man muss hier ganz klar sagen, dass man rechtschreibmäßig beim Lesen ganz tief durchatmen muss. Denn das Buch tut in dieser Hinsicht wirklich weh. Es ist aber schon wieder so blöd, dass es gut ist, finde ich. Ich selbst hatte bislang keine großen Berührungspunkte mit dieser „vong-Sprache“ – außer vielleicht den Worten „Vong“ oder „Spasd“. Mir selbst ist auch eine korrekte Sprache einfach wichtig bzw. dann ein schöner Dialekt lieber als diese komische (Jugend)-Sprache. Dennoch muss ich sagen, dass ich dieses Büchlein sehr unterhaltsam fand. Man muss schon wissen, auf was man sich hier einlässt, aber dann ist es durchaus witzig, wenngleich auch zum Kopf schütteln, eben weil manche Sachen einfach so blöd sind.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung – dass man dieses Buch ernst nehmen muss habe ich ja nie gesagt, ne?