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Veröffentlicht am 23.11.2016

Männer... diese schrecklichen haarigen Biester...* Oder:

Die Wahrheit über Männer
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*(nun ja, bis zu einem gewissen Alter... :D ) mir bekannt aus: "Ein Schwein namens Männer" von den Ärzten, im Original aus "Manche mögen's heiß". Das Buch ist etwas kleiner als DIN A 5, dafür ist es durch ...

*(nun ja, bis zu einem gewissen Alter... :D ) mir bekannt aus: "Ein Schwein namens Männer" von den Ärzten, im Original aus "Manche mögen's heiß". Das Buch ist etwas kleiner als DIN A 5, dafür ist es durch die gebundene Form locker mal 2,5cm "dick". (für die Größe schon ordentlich...) Ein rotes Lesebändchen ist vorhanden um so zu markieren wo man zuletzt gelesen hatte bzw. was einem vielleicht sehr gut gefallen hat. Vorne im Buch findet man erst einmal eine kleine Einleitung. Das Buch selbst ist in keine bestimmten Kapitel eingeteilt, zwischendurch findet sich mal "das kleine Wörterbuch XY - XX", hier wird übersetzt, was Mann sagt - und was Mann eigentlich damit meint. Beispiel dafür gefällig? "Lass uns zu dir gehen!" - Meine Frau wartet daheim. Oder: in meiner Wohnung herrscht totales Chaos. Oder: Mein Kühlschrank ist leer. "Auf meine Freiheit kann ich nicht verzichten." - Also, Sex mit anderen Frauen werde ich ja wohl noch haben dürfen! Ansonsten findet man zahlreiche Zitate bzw. Worte berühmter bzw. bekannter Menschen im Buch, immer mit der Angabe des Verfassers (bzw. wenn der nicht bekannt ist, mit der Angabe "unbekannt") sowie dessen Geburts- bzw. falls geschehen Todesjahr. Das ganze ist schön illustriert, die Seiten sind generell alle weiß, es sind verschiedene kleine Motive in schwarz, grau und rot-Tönen, die dem ganzen etwas Pfiff verleihen. Die verschiedenen Aussagen sind durchaus sehr sarkastischer Natur bzw. wirklch äußerst humorvoll und man sollte sie nicht zu ernst nehmen. Ein Beispiel dafür? "Es ist bestimmt kein Zufall, dass man als Vogelscheuchen immer nur Männer aufstellt." (Unbekannt) Manchmal gibt es auch sowas wie Scherzfragen, die nacheinander auftauchen. Als da wären: "Warum kochen Männer nicht? Es wurde noch kein Steak erfunden, das in den Toaster passt." (Unbekannt) oder: "Was ist der Beweis dafür, dass Märchen frei erfunden sind? Weil der Prinz immer ein intelligenter, gutaussehender Single ist." (Unbekannt) Die Aussagen sind übrigens nicht nur von älteren Persönlichkeiten (Charles Darwin, Cosima Wagner, Doris Day, Faye Dunaway oder Orson Welles) sondern auch von recht aktuellen bekannten Schauspielern, Sängern, Forschern, ... (Nina Hagen, Kate Winslet, Juliette Binoche, Lisa Fitz, Barbara Streisand oder Mario Adorf. "Die Frauen machen sich nur deshalb so hübsch, weil das Auge des Mannes besser entwickelt ist als sein Verstand." (Doris Day) Natürlich sind viele dieser Aussagen auch recht übertrieben, aber man muss doch auch immer wieder darüber schmunzeln. So auch darüber... "Frauen werden den Männern niemals ebenbürtig sein, solange sie nicht mit Glatze und Bierbauch die Straße runterlaufen können und immer noch denken, sie seien schön." (Nina Hagen)

Ja, generell finde ich dieses Büchlein sehr amüsant, musste oftmals über die verschiedensten Zitate, Witze, Scherzfragen, Aussagen lachen. Auch die Aufmachung gefällt mir sehr gut, gelegentlich findet man auch mal eine kleine Karikatur im Buch, farblich ist aber wirklich alles in weiß, schwarz, grau und rot gehalten, was dadurch durchaus ein wenig chic wirkt. Das Buch ist nun kein Buch, das man so direkt am Stück lesen muss oder sollte, finde ich, es dient der kleinen Aufheiterung zwischendurch. Vielleicht gerade dann, wenn man (mal wieder?) von einem Mann enttäuscht oder gar verletzt wurde...

Manche der aufgeführten Zeilen sind schon arg übertrieben, auch manche Karikatur ist arg überspitzt ("Wein, Bier?" - ihre Frage an Ihn. "Ficken!" - seine Gedanken in der Sprechblase...), wobei sich diese immerhin in Grenzen halten. (es muss ja nicht immer so extrem unter der Gürtellinie zugehen, oder?) Die Sprüche sind auf eine angenehme Art und Weise sehr humorvoll und auch sarkastisch, Mann muss da bei manchem Spruch vielleicht selbst auch erstmal überlegen wie er gemeint ist...

Dieses Buch ist ein nettes kleines Geschenk für Frauen - von Frauen und Männern, die gerne mal ihre freie Zeit mit amüsanten Zitaten verbringen bzw. sich damit beschäftigen möchten. Es ist kein Buch, das man am Stück lesen kann, sondern eines, in das man immer mal wieder nach Lust und Laune hinein blättern kann, von daher ist das Lesebändchen recht praktisch, so weiß man immer, wo man zuletzt gelesen hat.

Ich finde, dass es eine nette, kleine Unterhaltung ist, die ich durchaus empfehlen kann und für die ich 4 von 5 Sternen verteile.

Veröffentlicht am 23.11.2016

"Hexentochter !"

Die Tochter der Hexe
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Marthe-Marie erfährt als junges Mädchen, dass sie die Tocher einer Frau ist, die als Hexe galt und verurteilt wurde. Als ihre Ziehmutter stirbt, macht sie sich auf in die Stadt Freiburg, in der ihre Mutter ...

Marthe-Marie erfährt als junges Mädchen, dass sie die Tocher einer Frau ist, die als Hexe galt und verurteilt wurde. Als ihre Ziehmutter stirbt, macht sie sich auf in die Stadt Freiburg, in der ihre Mutter grausam als Hexe verurteilt sterben musste. Dort angekommen bleibt ihr jedoch nur die Flucht, da die Scheiterhaufen erneut lodern und auch sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Agnes als Hexe verfolgt wird (da sie ja die Tochter einer vermeintlichen Hexe ist). Nun ist Marthe-Maries Instinkt jedoch erst so richtig geweckt, sie macht sich auf, um genaueres über ihre Eltern zu erforschen. Auf diesem nicht immer leichten Weg kommt sie zu einer Gruppe von Gauklern, denen sie sich anschließt, um nicht alleine reisen zu müssen bzw. nicht aufzufallen (als alleinreisende Frau mit Kind ist es nun damals wohl auffällig gewesen). Bald merkt Sie, dass ihre zwei Männer auf den Fersen sind, Gefahr droht, Hilfe ist jedoch auch da, und auch die Liebe ist im Spiel....

Wahre Begebenheit

Bei den Recherchen zu einem historischen Stadtführer ("Unbekanntes Freiburg") stieß sie auf die tragische Lebensgeschichte der Catharina Stadelmennin. - daraus entstand "Die Hexe von Freiburg", dies wurde ein Bestseller. (Die Fortführung mit diesem Buch "Die Tochter der Hexe" beruht MEINER ANSICHT NACH also auch auf diesen Tatsachen).

Fazit

Ja, ich würde dieses Buch wieder lesen. Anfang habe ich etwas gebraucht, bis ich mich so richtig reingelesen habe, das Buch war mir etwas zu lahm, zu ausschweifend, ich hatte Probleme mir alles zu merken. Aber mit der Zeit, als ich mich dann "etwas reingehängt" habe mit lesen, also wieder etwas regelmäßiger (jeden Tag bzw. jeden zweiten oder dritten Tag) gelesen habe, war die Sache dann auch leichter zu merken bzw. zu lesen.

Es ist ein sehr schön geschriebener historischer Roman, der sehr spannend, manchmal auch etwas brutal (so war die Zeit früher wohl einfach) ist, manchmal ein bisschen ausschweifend, aber nur soweit, dass man über alles informiert ist.

Da ich ein großer Fan von historischen Romanen und auch gerade dem Thema Hexen bzw. Hexenverfolgung bin, war dies bestimmt nicht mein letztes Buch in dieser Thematik. Es hat mich wieder irgendwie "fasziniert" bzw. wohl eher geschockt, wie schlimm es damals zu ging, was bei der Hexenführung die ich vor kurzem mitgemacht habe, auch öffentlich zu gegeben wurde, jedoch von der betroffenen Stadt, die Kirche macht hier keinerlei Angaben, Zugeständnisse, wie auch immer, was ich schon sehr schwach in dieser Hinsicht finde. (Es sollte doch jeder zu seiner Vergangenheit stehen.... - aber hinsichtlich "Der Päpstin", wo es ja auch wahre Erkenntnisse gibt, nimmt die Kirche ja auch keine richtige Stellung zu - was auch in einem interessanten Galileo-Spezial schon erläutert wurde.)

Die Kapitel im Buch sind auch recht gut eingeteilt, und wenn man eines mal nicht mehr zu Ende lesen mag, kann man ja einfach nach einem Absatz aufhören zu lesen. Von der Schrift her ist es nicht zu klein geschrieben, passt genau wie ich finde.

Dafür dass ich eine Eingewöhnungsphase für das Buch gebraucht habe, ziehe ich einen Stern ab, ich finde es jedoch sonst gut geschrieben, zwischendurch ist es auch mal ein bisschen lustig, denn Marthe-Marie zieht ja dann mit Gauklern umher.

4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 23.11.2016

Tatort: Wörzborch-Hätzfeld. Mitten in Franken.

Die Rosenkönigin
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Die junge Winzerstochter Marie Gutberg wird tot im Heigelsbach aufgefunden. Doch wer ist der Täter? Hauptkommissar Frank Talberg stößt bei seinen Ermittlungsarbeiten auf einige Ungereimtheiten. Und Hätzfeld ...

Die junge Winzerstochter Marie Gutberg wird tot im Heigelsbach aufgefunden. Doch wer ist der Täter? Hauptkommissar Frank Talberg stößt bei seinen Ermittlungsarbeiten auf einige Ungereimtheiten. Und Hätzfeld ist in gewisser Weise kein ruhiger Ortsteil, denn ist die Stimmung (u.a. von Zeitungsjournalist Mike Funke) erst einmal angeheizt, wird spekuliert was das Zeug hält. Zusätzlich dazu gibt es im Ermittlerteam auch so die ein oder anderen Querelen. Denn von welchem Tatverdächtigen kommt auf einmal dieser Brief, der mit Rosenduft parfümiert ist?

Ja, ich war durchaus gespannt auf dieses Buch und habe es dann abends im Bett liegend angefangen zu lesen. Und irgendwie war das ein wenig skuril, denn ich las davon, dass beispielsweise die Weinstube, in der der Hauptkommissar wohnt, in der Klingenstraße liegt. Ich war hier erstmal sehr amüsiert, da die Straße nicht weit entfernt ist, es gibt dort u.a. auch ein paar "Gaststätten" (nun ja, vielleicht, ein, zwei Gaststätten neben ca. drei Bier-Kneipen), in einer davon kann man auch übernachten. Von daher musste ich mir hier nicht meinen eigenen Film im Kopf "anschmeißen", sondern mir war klar, welche Örtlichkeiten hier die Orte des Geschehens sind. Auch der Nahe liegende Heigelsbach sowie das Heidingsfelder Rathaus waren mir keine Unbekannten. Nun ja. Von daher war das doch mal ganz schön, das hier so zu kennen.

Auch die weiteren Schilderungen im Buch bezüglich Tatort, Spurensicherung, Ermittlungsarbeiten etc. haben mir gut gefallen, wobei ich fand, dass da sehr viele Personen dabei waren, so dass es mir fast schon schwer gefallen ist dem ganz zu folgen. Natürlich kommen im "Tatort" auch oft sehr viele Personen bzw. Tatverdächtige vor, jedoch mag ich es lieber übersichtlich. Ist eben einfach mein Empfinden. Was ich ganz amüsant finde ist die Tatsache, wie der Hauptkommissar so lebt, denn er wohnt, ähnlich wie Keppler im Leipziger Tatort, in einer Weinstube in einem Pensionszimmer, was ja durchaus nicht gewöhnlich ist.

Der Schreibstil im Buch gefällt mir übrigens gut, so konnte ich alles gut aufnehmen, die Wortwahl hat soweit gepasst, keine großartigen Fremd-bzw. Fachbegriffe, es gibt außerdem beispielsweise eine Erklärung zum "Giemaul" sowie zum für mich auch ins Blut übergegangenen Begriff des "Städtle" (der Heidingsfelder Ortskern wird so genannt, denn hier bekommt man wie in einem Städtle quasi fast alles: zwei Metzger, vier Bäcker, zwei Supermärkte, zwei Schuhgeschäfte, eine tolle Buchhandlung, Frisöre, Papierwarenladen, Ärzte, Apotheken, ...). Selbst kurze Ausflüge in die fränkische Sprache bei Aussagen der "Gscheiden" ("Des war die Gudenberchs Marie, wenn ich's euch doch sach! Habs doch selber gsehn, wie sis abghold ham. Ke Wunna bei derre Großmudda.") sind meiner Ansicht nach nachvollziehbar.

Wer eine Übersetzung braucht, bitte kommentieren...

denn es würde mich echt mal interessieren, wer es ggf. nicht versteht.

Insgesamt fand ich die Geschichte recht spannend, mich hat das Buch so gefesselt, dass ich es - bis auf die kurze nächtliche Unterbrechung - direkt am Stück gelesen habe, zumal es ja nun nicht sonderlich dick ist. Es ist in gewisser Weise auch ganz humorvoll, natürlich nicht komplett, aber ich hab auch öfter mal geschmunzelt, und das nicht nur dank der bekannten Örtlichkeiten. (Namen sowie Handlungen etc. von Personen sind selbstverständlich frei erfunden.)

Mir hat die Geschichte gut gefallen, sie war recht kurzweilig, gut nachvollziehbar (bis auf die vielen Personen im Buch, die mir ein wenig Probleme bereitet haben), gute Unterhaltung und ein Krimi, der spannend war. Was will Frau mehr? Von mir gibts dafür 5 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Beine breit - wir sind im 14. Jahrhundert, da gehts hoch her...

Die Pilgerin
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Tilla ist die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, des Herren Willinger. Als ihr Vater plötzlich stirbt verheiratet ihr Bruder Otfried sie kurzerhand gegen ihren Willen mit einem anderen, älteren Kaufmann ...

Tilla ist die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, des Herren Willinger. Als ihr Vater plötzlich stirbt verheiratet ihr Bruder Otfried sie kurzerhand gegen ihren Willen mit einem anderen, älteren Kaufmann (Veit Gürtler). Auch führt ihr Bruder den Wunsch des Vaters nicht aus, sein Herz solle in Santiago bestattet werden. Als Tilla plötzlich fliehen muss, befindet sie sich auf dem Weg nach Santiago de Compostela...

Ich war durchaus gespannt auf dieses Buch, früher habe ich ja öfter mal historische Romane, wozu ich auch "Die Pilgerin" zähle, gelesen, zuletzt eher weniger. Die Geschichte klang für mich recht spannend, wenn gleich mich das Buch nicht 100%ig in seinen Bann gezogen hat. Ich wollte durchaus immer wieder wissen, wie die Geschichte weiter geht, dass man jedoch vor Neugier alles stehen und liegen lassen möchte, um endlich weiterzulesen, das war hier nicht der Fall.

Der Schreibstil von Iny Lorentz gefällt mir gut, das Buch ist gut lesbar und auch gut verständlich, verschiedene spezielle Begriffe für die damalige Zeit sind ganz hinten im Buch im Glossar noch mal aufgeführt und auch erklärt, was ich gut finde. Die Sprache mag ich auch gerne, so dass die Wortwahl hier durchaus sehr bedacht und nicht einfach ist, es sind aber auch keine komplizierten Fremdwörter enthalten, auch arg verschachtelte Sätze, die man dreimal lesen muss, ehe man sie versteht (haha, das hier ist jetzt einer!) sind mir nicht in Erinnerung.

Die Geschichte ist recht gut überlegt, es hat alles Hand und Fuß, so dass es ja den Jakobsweg nach Santiago de Compostela wirklich gibt, wahrscheinlich auch die aufgeführten Orte und Stationen. (Ich habe das nicht wirklich überprüft.) Was zusätzlich noch ganz schön ist:
ganz vorn im Buch ist eine Karte abgedruckt, hier ist ein Überblick zu finden, wie damals welche Gebiete hießen (Spanien - Kastilien), bzw. man sieht wo die Eidgenossen ansässig waren. Habe ich, lustigerweise, irgendwie erst zum Schluss entdeckt. Nun ja... ;)

Grundsätzlich war das Buch spannend geschrieben, es hat mich schon gereizt, immer wieder zu wissen, wie das Buch weitergeht, ich habe auch mal locker 200 Seiten am Stück gelesen, eben: weil ich Zeit hatte und das Buch auslesen wollte. Aber einen so ganz argen "Suchtfaktor" hatte das Buch für mich nicht. Entsprechend ziehe ich hier gesamt einen Stern ab. Was ich auch etwas schwierig fand war die Anzahl der Personen im Buch. Da zeitweise den Überblick zu behalten, fand ich durchaus eine Herausforderung. (Ja, das Personenverzeichnis hinten im Buch - aber auch das habe ich nach dem Lesen erst gesehen - für mich gibts keinen Grund hinten im Buch zu lesen...)

Was ich ein wenig krass fand: gefühlt geht es mindestens alle 10-20 Seiten heiß her, d.h. die Söldner überfallen jemanden und vergewaltigen die Frauen, die Pilger bzw. die Bürger sind generell heiß aufeinander, nun ja... Natürlich ist das sicher auch Bestandteil der damaligen Zeit gewesen - aber ob man da wirklich so geil aufeinander war...?

Von mir gibts für dieses Buch durchaus eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Er liebt sie. Das braucht Zeit, und es braucht Raum.

Die Küche ist zum Tanzen da
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Marie-Sabine Roger erzählt die verschiedensten Geschichten im Buch, d.h. es ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern viele einzelne kleinere Erzählungen. Manche ziemlich kurios, andere einfach wunderbar ...

Marie-Sabine Roger erzählt die verschiedensten Geschichten im Buch, d.h. es ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern viele einzelne kleinere Erzählungen. Manche ziemlich kurios, andere einfach wunderbar emotional, manches nicht nachvollziehbar, anderes so tief berührend wie nur sonst was.

Bislang hat mir der Schreibstil von Marie-Sabine Roger ja immer sehr gut gefallen. So auch in diesem Buch hier. Sie schreibt so wunderbar poetisch, immer wieder Sätze, in denen der Inhalt einfach so toll verpackt ist, die aber dennoch nicht großartig kompliziert sind. Für mich ist das typisch "französische Literatur", man geht mit Worten so wunderbar um, die Sprache wird wunderbar genutzt, es ist aber dennoch angenehm zu lesen und macht Spaß.

Hier waren es ja lauter kleine einzelne Erzählungen, die man im Buch vorfindet. Also diesmal keine große Geschichte, sondern viele kleine. Und was ich hier wirklich spannend fand, war die Tatsache, dass man erst im Laufe der Geschichte so wirklich wusste, um was es hier eigentlich genau jeweils geht - bzw. sich letztlich sogar erst im Schlußabsatz genau herausstellt, um wen und wie es genau geht. Ich fand das unfassbar spannend, denn so habe ich mir natürlich während des Lesens immer wieder Gedanken gemacht, wer da wie gemeint sein könnte, habe mich aber natürlich auch einfach überraschen lassen. Es waren Geschichten dabei, die waren so wunderbar schön geschrieben, einfach harmonisch - auch vom Inhalt her. Die ein oder andere Geschichte war ziemlich emotional, so auch die Berichtstitel-gebende, was mich durchaus zu Tränen gerührt hat, mir aber dennoch gut gefallen hat. Dann gab es noch die lustigen, kuriosen Geschichten, die so verdreht waren, dass sie schon wieder gut waren. Genau das mag ich auch am Stil von Marie-Sabine Roger so, sie bringt hier Sachen zusammen, an die man eigentlich nicht mal denkt. Es gab aber auch zwei, drei Geschichten, die mich gar nicht so überzeugt haben, leider. Vielleicht einfach deshalb, weil sie inhaltlich für mich einfach sehr krass waren. Das hat mich dann auch ein wenig enttäuscht, muss ich sagen. Bei diesen Geschichten habe ich dann wirklich drauf gewartet, mit welcher Erkenntnis ich nach dem Lesen "weiterlebe", leider blieb das jedoch für mich aus. Denn ansonsten hat mir das Buch ganz gut gefallen. Zumal man ja hier auch nicht alle Geschichten direkt am Stück lesen muss, was ich auch ganz praktisch finde.

Vielleicht hatte ich eine zu hohe Erwartungshaltung, die im großen und ganzen ja auch eingehalten wurde - aber eben nicht komplett. Ich habe mir hier noch mehr tolle Geschichten erwartet, wurde aber ein klein wenig enttäuscht. Wie gesagt, im wesentlichen hat mir das Buch wirklich gut gefallen, gut zu lesen, sehr angenehmer, durchaus teilweise poetischer Schreibstil, das mag ich gerne. Aber eben auch Geschichten, die nicht mein Fall waren.
Entsprechend vergebe ich hier 4 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.